Die Entwicklung von Atomwaffen galt als zentraler Garant für das Mächtegleichgewicht im Kalten Krieg. Die sowjetische und DDR-Propaganda verpackte die Uranerzförderung meist widerspruchsfrei in einen Beitrag zur Friedenssicherung. Umweltbelastung wurden hingegen als unvermeidlich gerechtfertigt.
Die Wismut-Direktion und zuständige politische Gremien in Berlin wussten um die Gefahren für Mensch und Umwelt. Bis in die 1960er Jahre sahen Verantwortliche in der DDR wie auch in der Bundesrepublik kaum Handlungsbedarf hinsichtlich der Folgen für Landschaften und Bürger:innen in den Abbauregionen wichtiger Rohstoffe.
Anwohner:innen der Abbaugebiete bemerkten selbstverständlich auch die verschmutzten Gewässer, die Gefahr von Haldenrutschen war bekannt. Insgesamt mussten in Ostthüringen sieben Dörfer dem Uranabbau weichen. Auch bei der Schließung wenig ertragreicher Schächte sowie für die Reduktion der Strahlenexposition fehlte es in der DDR an tragkräftigen Konzepten. Nur mit allernötigsten Schritten wurden die ehemalige Abbaulandschaften wieder nutzbar gemacht.
Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 befeuerte die Debatte um die Urannutzung und deren Folgen. Während die Uranlobby der Sowjetunion und der DDR an ihrer politischen und wirtschaftlichen Linie festhielt, wurden die Kirchen in der DDR zu einem schützenden Ort für kritische Auseinandersetzung und umweltbewegte Vernetzung. Fokus der Kritik war Uran als Energieträger und als Waffe.
Nach der Wiedervereinigung werden im Rahmen der Sanierung der Abbaugebiete neue Forderungen an den Strahlenschutz formuliert.