Arndt Weinhold

Lebenslauf
Arndt Weinhold wächst im Erzgebirge auf und zieht als Kind eines ranghohen Wismut-Funktionärs erst nach Gera und dann nach Königstein. Auch er geht zur Wismut und arbeitet nach seiner Armeezeit als Hauer. Nach einem Wirbelsäulenschaden arbeitet er über Tage im Bereich Arbeitsschutz. Bis heute empfindet er „Erz für den Frieden“ als sinnvolles Projekt.
Gesamtinterview
Heute hier zum Zeitzeugen-Interview im TMBZ in Gera. Zeitzeuge ist heute Arndt Weinhold und ansonsten anwesend Johannes Rackwitz, Willi Menzel, Jonathan Hentschke und Erich Hilbig. Und heute ist der 12. Januar 2023. Okay, das war der formelle Teil.
Ich wollte mich noch mal entschuldigen für die Umstände, dass wir hier ein bisschen mit der Raumplanung durcheinander gekommen sind, aber ich hoffe, Sie haben Verständnis, dass wir das auch bis jetzt zum ersten Mal machen. Wir sind noch nicht so eingespielt.
Okay, dann würde ich Sie grundsätzlich bitten, dass Sie erstmal eine kurze Biografie von sich geben, also letztendlich Ihre Geburt, wie sind Sie aufgewachsen, dann weiter im Arbeitsleben, letztendlich bis heute. Was haben Sie so gemacht?
Also ich bin am 14.09.1953 in Annaberg-Buchholz geboren. Das ist im Erzgebirge, dort wo auch der Wismut sich rumgetrieben hat.
Dann sind wir 1959 umgezogen nach Gera, weil mein Vater bei der Wismut gearbeitet hat. Und dann sind wir in Gera noch zweimal umgezogen. Und ich bin 1960 in die Schule gekommen und habe die 10. Klasse bis 1970 gemacht.
Die Grundschule, das war wieder in Gera, war das wieder so, dass ja viele Leute hingezogen sind.
Da war ich ja zuerst in der 7. Oberschule. Dann ist das wieder umgruppiert worden. In die 14. Oberschule gekommen, das war auf dem Rosenhügel in Bieblach. Und dann die letzten zwei Jahre bin ich in die 16. Oberschule gegangen. Nach der 10. Klasse,
in der Zeit, wo Ferien waren, sind meine Eltern, weil mein Vater stellvertretender Direktor in Königstein, also im JBK Königstein geworden ist, Und da sind wir nach Königstein gezogen, auf dem Sonnenstein. Sehr schöne Wohnung, Neubauwohnung. Und in der gleichen Zeit bin ich aber in die Lehre gegangen.
Und zwar bin ich nach Schlema in die Leitakademie DSF gegangen und habe dort drei Jahre gelernt. Ich habe Lehre mit Abitur gemacht. Und dort hat man eine schöne Zeit gehabt.
Also die Unterbringung war halt einfach. Wir haben zu viert auf dem Zimmer gelegen. Jeder
ein Schrank. Doppelstockbetten.
Der stärkste war auch unten. Und dort ist es relativ einfach gegangen.
mit der
Lehre.
Wir hatten ein sehr gutes Kollektiv dort gehabt,
weil wir auf dem Zimmer ja alle zusammen lernen konnten
ging das ganz gut.
In der Lehre habe ich auch viel
Sport gemacht, bei der GST,
das war ja die Gesellschaft für Sport und Technik. Und in der Lehre,
ich hab ja Grubenelektriker gelernt,
sind wir gleich vom ersten Tag
eingefahren. Ein Schüler von uns, der ist nächsten Tag nicht wieder mit eingefahren. Na, da
hat er halt Platzangst gehabt
und dann war man halt ein Mann weniger. Und das hat mir sehr gut gefallen unter Tage. Und
diese
Gemeinschaft
in der ganzen Klasse oder in dem ganzen,
wir hatten ja ein ganzes Haus,
waren ja mehrere Schüler und Klassen, da in diesem
Objekt. Wir haben uns da immer gut unterstützt. Was
kann man da noch sagen? Da war ja die erste Erfahrung mit, für mich, Untertage.
Ich kannte da ja schon von Hören und Sagen von meinen alten
Herren,
wie die angefangen haben, unter
Tage. Und die Lehre, unter Tage, die war gar nicht so schwierig oder so, dass man was mit dem Bergbau zu tun hatte. Wir
haben halt dort unten
auch wie alle Klassen einen Unterrichtsraum gehabt.
Der war halt aufgeschossen,
ausgebaut und da haben wir halt unter Ttage, die
Grundlagen der Elektrik gelernt. Und wir haben dann auch zum Teil in Brigaden mitgearbeitet, wo es dann schon mehr zum Bergbau zu ging.
Das war später. Ich habe dann noch ein Jahr in Königstein im Schacht gearbeitet.
Allerdings war das für
mich nicht so
prickelnd.
Wenn der Vater im gleichen Betrieb arbeitet und in
einer leitenden Position arbeitet, ist das ganz
schwierig.
Und da habe ich mir dann
gesagt,
ich habe dort für 580 Mark drei Schichten unter Tage gearbeitet. Da habe ich gesagt, das ist zu wenig Geld.
Sicherlich hat man ausgelernt, konnte man nicht
so viel Geld verlangen,
aber das war mir eigentlich zu wenig. Und in dem Betrieb war es gar nicht möglich, dass man irgendwo eine Umschulung machen konnte.
Und da habe ich mich umgetan
und habe dann in Thüringen im
Bergbaubetrieb Schmirchau angefragt und die haben mir dann
ermöglicht, die Umschulung zu machen.
Die Sache war auch noch die, ich
habe da meine Frau schon gekannt, wir
waren noch nicht verheiratet,
aber die Wohnungslage war halt dementsprechend
so, dass wir eigentlich gar keine Chance hatten auf eine Wohnung. Meine Frau, die ist aus Johanngeorgenstadt, ist ja auch im Erzgebirge. Wir
Jörn-Gurgenstadt,
haben uns dann in Aue kennengelernt, bei der Lehre. Die
Sache war,
wir haben in Johanngeorgenstadt keine Wohnung gekriegt,
in Aue keine Wohnung gekriegt,
in Königstein keine Wohnung gekriegt und wo ich mich dann
entschieden habe nach Schmirchau zu gehen,
also nach Thüringen, haben die,
das war, der
Betriebsdirektor und die Kaderabteilung. Die
Kaderabteilung, die haben dann gesagt,
wenn ich dort anfange, hätte
ich eine Möglichkeit eine Wohnung zu kriegen, die ist noch im Bau. die ist noch im Bau.
Also diese Blocks, die
haben die erst gebaut und da haben wir gesagt,
in der Zeit, wo ich dann, ich habe ja 1973
die Lehre beendet, habe ein Jahr in Königstein gearbeitet, 1974,
und habe dann meine Frau,
die Martina, 1975 im Februar geheiratet.
Dadurch, dass wir Wintersportler sind, haben wir ja gesagt,
das machen wir im Februar,
wenn Schnee liegt. Und dann habe ich ein Jahr in Ronneburg im Wohnlager gewohnt.
Heidelbergweg, das war
eine nicht so schöne Zeit, weil ich ja die ganze Woche hier war. Und dann bin ich dann immer heimgefahren.
In der Lehre bin ich ja nicht jedes Wochenende heimgefahren.
Das war zu umständlich, von Schlema über
Zwickau, Dresden nach Pirna zu fahren mit dem Zug,
das war katastrophal.
Und da hatten wir zur Lehre eine schöne,
die hatten eine gute Sache
gemacht. Die haben mir die Essenmarken, die
wir gekriegt haben,
die konnten wir in Aue oder in Schlema auf dem Bahnhof eintauschen. Also haben wir dort das Essen gekriegt am Wochenende. War
eine tolle Sache.
Und die Hauer haben natürlich für die Wismutmarken Schnaps
gekriegt und wir haben Schokolade
gekriegt. Und dann war das so gewesen, dass ich in Schmirchau angefangen habe.
Und dort haben wir dann die Umschulung gemacht. Die ging ein Dreivierteljahr. Und nach der
Zeit haben wir dann auch in Gera eine Wohnung gekriegt. Neubauwohnung, Erstbezug, super. Ja,
der Sommer. Und dann habe ich Hauer gemacht in Schmirchau nach der Umschulung von 1975 bis 1976. Und da kam natürlich noch die
Armeezeit dazu. Also ging es ein anderthalbes Jahr zur Armee. Und da war
ich glücklicherweise auf dem Hain.
Also ich konnte,
wenn ich trainiert habe, eine Dreiviertelstunde
heimlaufen.
Nach der Armeezeit von 1977 bis 1982 war ich dann
noch im Bereich 2 im Revier 5 als Hauer
Hauertätig,
tätig, hatte aber da zwischendrin 1980 einen
Arbeitsunfall.
Das
war wieder nicht so prickelnd gewesen, weil ich dann einen Wirbelsäulenschaden hatte. Also die Halswirbelsäule hat es tüchtig erwischt. Und da habe
ich dann immer noch versucht, zwei Jahre,
ob es geht, mit Hauen oder nicht. Und da wurde ich dann, habe ich dann eine Rente bekommen und habe dann über Tage gearbeitet.
Und über Tage habe ich dann
so eine Bearbeitungsstelle gekriegt für Gesundheit
und Arbeitsschutz.
Sehr wichtig,
denn dieser Gesundheits- und Arbeitsschutz, der wurde ja in
der Zeit, wo ich angefangen habe unter Tage,
bis zu der Zeit stetig verbessert.
Also da wurden wirklich richtig Sachen
eingeführt und
verwirklicht, die es den Werktätigen,
also den Hauern oder auch den Untertagearbeitern sehr viel
leichter gemacht haben.
Ich habe dann über Tage gearbeitet,
da war es dann in der Gesundheit und Arbeitsschutz
und habe dann auch mal Vorsitzender der
GST gemacht, im Betrieb.
Also die Gesellschaft für Sport und Technik, die war ja
so angesehen oder wie auch die
Feuerwehr, die Grubenwehr,
also die Arbeiter, die bei uns auf dem Schacht oder überhaupt bei der Wismut
die bei uns auf dem Schachter oder überhaupt bei der Wissen
gearbeitet haben, die waren in
irgendeiner Organisation tätig.
Das war so geregelt, wenn
man nicht, damit die Absicherung für
Unfälle,
für Schutzmaßnahmen abgesichert waren.
Und die Gesellschaft für Sport und Technik, die war ja dafür
da, dass die jungen Leute auch sportlich was gemacht
haben.
Sicherlich war da Politikum auch dabei,
die Partei und Betriebsführung, die
wollte ja auch, dass man ja für den Staat
ist und dass man sich damit dafür
einsetzt.
Das war eine für alle
Es war nicht für alle
so recht,
dass es die Staatsführung so
gab, aber im Großen und Ganzen waren sie schon alle
dafür.
Die Wende kam dann gleich, als ich
und 1990 war
so eine Zeit,
da war vorher schon die Betriebszusammenlegung, da
wurde Reuß und Schmirchau zusammengelegt. Also
da war schon die Entwicklung,
nicht die politische Entwicklung,
sondern die Entwicklung des Bergbaus selbst in Thüringen ein
bisschen angekratzt, sodass man gesagt hat,
man muss das ein bisschen koordinieren weiter
und da waren dann die beiden Betriebe schon zusammengelegt
und da haben wir dann schon gemerkt,
dass auch in der Tätigkeit der Wismut
schon ein bisschen was organisatorisch, ein bisschen anders
lief. 1990 war das ganz abrupt in dieser ganzen Angelegenheit. Wir,
Haben,
also meine Frau und ich, waren im Januar 1989,
89,
ob das nun dazu gehört oder nicht, da waren wir in Leningrad. Im Urlaub.
Eine Reise haben wir da gebucht. Da haben wir dort gemerkt, dass das ganz und gar schief lief.
In der Sowjetunion. In den großen Hotels gab es fast nichts zu essen.
Die Hotels waren kaum geheizt. Wir sind dort hingekommen.
Jahre vorher war ich schon dort. Ich war in Sochi, das war für die Urlaube richtig gut mit Essen und allem.
Und dort haben wir richtig gemerkt,
dass das richtig schief lief. Und da haben wir gesagt, von dort aus schon, so kann das nicht weitergehen.
Und wo wir wieder kamen,
waren unsere Freunde schon abgehauen. Die haben das Haus stehen lassen und sind, ich glaube über Ungarn, fort.
Und da war das wirklich so gewesen, dass man sagt,
so kann es nicht weitergehen. Die ganze Gesellschaft hätte mehr für die Bevölkerung tun müssen.
Das ist heute genau wieder so. Diese Zusammenhänge sind da bestimmt richtig das Gleiche, obwohl es eine ganz andere Gesellschaftsordnung ist. Und
dann war es ja arbeitsmäßig so,
Es wurde hier sofort alles runtergefahren,
es wurde die Untertagetätigkeit dann
1991 eingestellt.
Es mussten ja noch die ganzen,
das was vorbereitet war an bergmännischen Arbeiten,
das musste hier abgeschlossen werden.
Man konnte ja nicht einfach die Grube oder
die Grubenbaue stehen lassen und Irgendwann hätte es dann über
Ronneburg oder sowas eine Katastrophe gegeben,
das wäre dann zusammengebrochen. Und da haben sie dann
gesagt, wir sanieren das Ganze und haben sofort alle
übrigen Arbeitskräfte einfach
entlassen. Von dem Bergbaubetrieb, wir waren, glaube ich, zum Schluss noch 6.000 Bergleute.
Ich glaube, da sind 1200 übrig geblieben, die das Ganze saniert haben. Und alle anderen sind dann entlassen worden.
Es gab sicherlich eine Auffanggesellschaft für
sowas, wo man gesagt hat, die Leute, die sich selbst
so nicht helfen konnten, die wurden in eine
Auffanggesellschaft gegeben und haben dann Unterstützung
gekriegt, um sich irgendwo Arbeit zu finden. Ich war dann ab 1990 wieder als Elektriker tätig, aber über Tage in der Turbostation.
Die Turbostation,
die haben ja unsere ganze Pressluft unter Tage gemacht. Die Werkzeuge, die großen Werkzeuge wurden alle mit Pressluft betrieben. Und da hatten wir über Tage,
gerade in Schmirchau und in anderen Schächten auch, riesige Turbostationen stehen. Und die haben die Pressluft gebracht. Es wurden
unter Tage, hatten wir immer 8 ATU. Und die waren überall.
Und es gab auch immer Leckstellen,
die musste dann immer jemand schließen. Und mit dieser Pressluft wurden unter Tage die Werkzeuge bedient. Bohrhammer, Pickhammer.
1990 kam ich dann in die Turbostation,
war dann wieder Elektriker und da haben wir auch die Hauptgrubenlüfter
betreut.
Also wir haben die Turbostation,
die großen Turbinen betreut und haben auch die Hauptgrubenlüfter. Das ist eigentlich das Wichtigste vom ganzen Bergbau.
Wenn viele oder etliche hundert Meter unter Tage gearbeitet
wird, braucht man ja Frischluft.
Und diese Hauptgrubenlüfter wurden täglich
kontrolliert, in jeder
Schicht.
Und wenn so ein Hauptgrubenlüfter ausgefallen ist, entweder
wir hatten einen zweiten daneben den wir anfahren konnten,
stehen, den wir anfahren konnten,
oder wir hatten zwei Stunden
Zeit,
den wieder in Gang zu bringen, den Hauptgrubenlüfter. Ansonsten wurde dann die Grube geräumt oder das Grubenfeld, wo der Grubenlüfter gerade war.
Das gab es eigentlich selten, aber
oder man hat dann die Wetter umgeleitet. Aber das wäre dann so geworden. Und dann war ich bei den Elektrikern dort über Tage.
Und da wurde auch ständig abgebaut. Die Grubenfelder wurden ja dann zurückgebaut und geschlossen.
Die Schächte wurden geschlossen. Und da hatte ich dann
eine Zeit, da haben die zu mir
gesagt, du hast jetzt einen Monat Zeit, kannst du Arbeit suchen. Hab ich mein Geld gekriegt. Und in der Zeit sind aber zwei
Arbeitskollegen von uns ausgefallen.
Also der eine, der war krank geworden und der
andere der hat
es sich zum Fenster hinaus gestürzt. Also da hatte Selbstmord begangen und dadurch hatten sie wieder weniger Arbeitskräfte. Und deswegen bin ich noch bei
der Wismut geblieben bis zum Schluss. Also das war einer, der die Wende nicht verkraftet hat.
Und dann waren die Grubenbaue
zum größten Teil verfüllt
und da wurden wir ja als Elektriker in
diesen Turbostationen oder in diesen Hauptgruben, für die Hauptgrubenlüfter
ja nicht mehr gebraucht. Da wurden dann, wenn noch was gebraucht worden ist, stationäre Turbos hingestellt. Die sind so groß wie ein
Container. Wurde ja nicht mehr so viel gebraucht.
Da war wieder die Entscheidung für mich,
oder die wurde an mich herangetragen, entweder aufhören oder eine andere Arbeit machen. Also habe ich gesagt, gut, mache ich eine andere Arbeit.
War,
Dann stand nur zur Debatte, entweder über Tage Kipper oder Raupe fahren im Tagebau. Oder dann zur Bohrung zu gehen.
Da habe ich gesagt, gut, dann gehe ich zur Bohrung.
Wir hatten die Bohrung über Tage,
die wurde noch beibehalten,
weil die Sanierung ja jede
Menge Informationen brauchte,
um die Grubenwässer,
die ja dann wieder aufgetreten
sind, zu messen. Also wurden neue Löcher gebohrt, also Bohrlöcher gebohrt, mit den fahrbaren Bohrmaschinen.
Da gibt es etliche große. Wir haben bis zu 500 Meter tief gebohrt mit den großen Bohrmaschinen. Die anderen haben
so die 200 oder 300 Meter gebohrt.
Da wurden dann Pegel gebohrt,
um die Grubenwässer zu messen und ob wo die Uran
Konzentration oder ob es überhaupt welche gegeben hatte, dann
wie weit die in dem Umfeld rauskamen.
Und da habe ich dann
bis 2009, bis ich dann in Rente gegangen bin, gearbeitet. 2004 bin ich noch Bohrzeugführer geworden.
Also da hatte ich dann die 18 Mann, die wieder zu
so einem Bohrtrupp gehörten,
die haben dann auf mich gehört, oder auch nicht.
Und dann, dadurch, dass ich ja einen Arbeitsunfall hatte,
konnte ich 2009, also mit
55 und einem halben Jahr. Eigentlich hätte ich mit 55
in die Knappschaftsausgleichsleistung gehen
können, aber das habe ich zu spät erfahren und dann musste ich
noch ein halbes Jahr diese
Zeit, die die brauchten, um das abzuwickeln, machen. Die Kündigungsfrist war das, jawohl.
Und dann war ich 10 Jahre in der Knappschaftsleistung,
Knappschaftsausgleichsleistung.
das war sozusagen die Rente,
nicht so viel gebracht hat wie die Altersrente. Jetzt bin ich Rentner. Nee, das war nicht so. Und
zwar war ja,
in Gera war ja die Industrie sehr hochentwickelt und da
hatte ich mehrere Möglichkeiten gehabt,
zum Beispiel zur Zeiss zu gehen,
in die Feinmechanik. Da hatte ich mich auch
umgeguckt, das war eine sehr schöne Arbeit,
aber im Endeffekt ist das darauf hinausgelaufen, dass man am Band steht. Und das wollte ich nicht.
Dann war noch der Maschinenbau, das war das Gleiche,
da hat man einfach an der Maschine gestanden und das hat
mir so nicht zugesagt. Ich habe ständig Sport getrieben und dann musste ich mich irgendwo auf eine Stelle hinstellen und das wollte ich nicht.
Dadurch,
dass ich aber das Abitur machen wollte, das hätte ich bei Zeiss auch machen können mit Berufsausbildung. Berufsausgleichsleistung.
Und da kam eben die Wismut, die hat ja da auch Leute gesucht. Und da konnte man sich wieder aussuchen. Wollte
man Schlosser, Rohrleitungsbauer oder Elektriker werden. Und da habe ich gesagt, mache ich Elektriker.
Das ist von der Ausbildung und von dem, was man im Leben braucht, eine gute Entscheidung. Und dann bin ich zur Wismut mitgegangen.
Da hat sich mein alter Herr gefreut, dass ich hingegangen bin. Er hat sich dann aber nicht so sehr gefreut, dass ich nicht studieren gegangen bin.
Und zwar bin ich nicht deswegen nicht studieren gegangen: Ich
wollte, ich hatte mich schon angemeldet in Karl-Marx
Stadt, also das ist jetzt Chemnitz,
an der Hochschule. Und dann war ich in Siegmar,
was ja die Zentrale von der Wismut war, und habe mich da
erkundigt, welche Möglichkeiten es für mich gibt,
wenn ich dann die Studien beendet habe. Und da haben sie gesagt, wenn sie die beendet haben, da sind die Planstellen nicht frei.
Und ich sage, na wann denn? Und dann haben die gesagt, da gibt es keine Planstellen, da arbeitest du dann genauso als Elektriker wie vorher.
Da habe ich gesagt, das studiere ich nicht. Warum?
Das wären ja dann wieder fünf Jahre oder sechs Jahre gewesen, die man studiert hat und kein Geld verdient hat. Da habe ich gesagt, das mache ich nicht.
Und dann habe ich natürlich als Elektriker gearbeitet und wieder kein Geld verdient. Und dann habe ich gesagt, jetzt wird der Hauer gemacht.
Gut, man hat immer die Möglichkeit gesehen,
mir ist es ja so gegangen,
dass man dann doch einen Unfall hat, aber
von uns sind eigentlich etliche zur Bestimmung gegangen, eben
um Geld zu verdienen. Das hat aber nichts mit dem zu tun, oder die meisten wussten ja gar nicht, dass man ja auch etliche Vorteile hat.
Das hat sich ja dann im Nachhinein auch rasch ergeben. Ja zur Frühschicht, ja.
4:15 Uhr fuhr
die Straßenbahn oder der Bus auf den Bahnhof. Ich muss das so anfangen.
Es ging den ganzen Tag im Laufschritt.
Also früh aufstehen,
da
wurde kein Frühstück gemacht, anziehen, Straßenbahn oder Bus fuhr dort auch. Und dann wurde auf den Bahnhof gegangen, dort hatten wir die halbe Stunde Zeit, sich auszuruhen nochmal.
Und dann ging es vom Bahnsteig aus im Laufschritt bis unter
Tage und dann ging es so weiter. Also
wir hatten vom Aussteigen vom
Zug bis unter Tage ging es nur
straff. Und dann hatten wir unter Tage die 5 oder 10 Minuten Zeit in der Steigerbude.
Also Steigerstube, das war so ein Raum,
der neben der Strecke aufgefahren war,
wo der Steiger seine ganzen Pläne und seine
Arbeitsvorbereitung machen konnte.
Und dort haben wir uns getroffen und dann wurde wie
gesagt,
der Arbeitsauftrag gegeben und dann wurde vor Ort gegangen.
Oder man hatte von der anderen Schicht schon den Arbeitsauftrag gehabt und konnte gleich vor Ort
Arbeitsauftrag gehabt und konnte gleich vor Ort gehen. Und dann wurde ja auf Leistung gearbeitet.
Das war wirklich richtig stressig. Da ging es nicht hinlaufen.
Da wurde alles gerannt. Nur um richtig Geld zu verdienen.
Und auch um einen Plan zu schaffen. Wir hatten ja auch Vorgaben gehabt, die waren schon an der Grenze.
Sicherlich hat man dann auch welche dabei gehabt,
solche Arbeitskollegen, die dann so nicht mitgezogen haben.
Da haben die Kollegen schon drauf geguckt,
dass derjenige auch
mitarbeitet. Die ganzen Arbeiten, unter Tage, waren ja auch schwer.
Ich bin ja auch nicht groß.
Aber von mir hat man das auch verlangt,
dass ich einen 3,50 Meter Stempel
Länge, solchen Durchmesser, alleine die Strecke lang schaffe oder vom Abbau. oder auf dem Abwager. Das war so.
Da konnte man nicht einen zweiten Mann holen. Also wir sind, wir haben acht Stunden gearbeitet.
Aber da ging halt das Einfahren und das Ausfahren mit drin. Die ganze Zeit haben wir acht Stunden gearbeitet.
Das war geschuldet, drei Schichten, drei mal 8 sind 24. Wir sind ausgefahren.
Der Schacht hat ja die Werktätigen raus und
rein gefahren. Und wenn die Seilfahrt zu Ende war, also wenn jemand zu spät kam, da war es vorbei.
der durfte einsteigen. Und dann gab es auch weniger Geld.
Das haben sie sich nicht lange angeguckt. Also 180 Meter einsteigen war schon eine Herausforderung.
Aber deswegen kam da keiner zu spät. Deswegen sind die alle zur Seilfahrt auch zur Zeit da gewesen.
Und es hat sich auch jeder dran gehalten. Zur Seilfahrt war das so gewesen, man ist ja aus dem Zug ausgestiegen oder aus dem Bus.
Es sind ja viele auch aus dem Erzgebirge oder so mit dem Bus gekommen. Da sind jeden Tag über 100 Busse gefahren, zu jeder Schicht.
Und die zwei Züge hier extra noch. Und die Arbeiter haben sich umgezogen. Die
sind aus St. Weißkau.
Also da hat man die guten Sachen ausgezogen.
Dann ist man in die andere Kaue,
also das ist ein ganzer Komplex gewesen,
wo die einzelnen Schränke,
bei uns im Schacht waren es Schränke,
in anderen Schächten waren es Seilzüge.
Da hatten wir das Schloss aufgemacht, den
Seilzug runtergelassen, die Sachen hingehängt, wieder hochgehangen. Das war der Vorteil, da waren die Sachen eher trocken.
Bei uns in den Schränken, da liefe unten warme Luft durch,
dass die Sachen wieder trocken wurden.
Da hat man sich dann in der Schwarzkaue
ausgezogen, also in der Weißkaue
ausgezogen, in der Schwarzkau, die Arbeitssachen angezogen, Gummistiefel, Helm,
Gürtel und ist dann in die Lampenstube gegangen. Dort
hatten wir die Kopflampe,
die war im Gürtel festgemacht,
die Seilfahrtsmarke,
den Selbstretter. Und dann hat man sich angestellt und dann
ging es dann in die Schale,
da hatten wir drei Etagen, da
gingen jeweils elf Mann rein, Gatter zu,
ab.
Und unten stand der Zug bereit,
der hat ihn dann in den Gruppenbau gebracht und dort haben
sich dann die Leute verteilt in die eigenen Orte.
Da haben wir ja Brigaden gehabt,
die Strecken gefahren haben, also diese Vorrichtungen,
damit man überhaupt in den Abbau konnte.
Und dann hatten wir Überhauenbrigaden gehabt,
die die Schächte von den Strecken nach über da gebracht haben, also nach oben. Und von dort aus wurde dann der Abbau getrieben.
Ich war immer in Abbaubrigaden. Habt ihr noch Fragen?
Wir haben gearbeitet für
den Frieden.
Das
war so, wirklich so, dass man gesagt hat,
wir produzieren Erz für
den Frieden. Das ist einmal die Propaganda und einmal hat man das ja selber gewusst.
Aber wir haben ja auch gewusst, dass
da die Atomkraftwerke davon betrieben werden.
Atomeisbrecher hätte viel
mehr Forschung betrieben werden müssen,
um die Atomenergie
besser, sauberer
zu machen und auch sicherer.
Das gab es sicherlich,
dass die Atomenergie, wo das in den Anfangsjahren war,
wo die ganzen Länder gearbeitet haben und geforscht haben
mit der Atomenergie,
dass die gesagt haben.
Alle Länder haben gesagt,
wir brauchen spaltbares Material,
um die Bomben herzustellen.
Es hätte nicht sein müssen, denn die Anlagen gehen auch
so zu betreiben, dass man kein spaltbares Material
dafür hat,
sondern eine sichere Arbeitsweise der
Atomkraftwerke.
In
Norwegen hatten sie sowas gemacht,
da wurden Salzkraftwerke
entwickelt,
wenn eine Störung auftritt,
also die wurden direkt in den Salzstock oder in den
Behälter, also im kleinen, kann man sich das
vorstellen, in dem
kleinen Salzwasser, stark mit Salz
halte ich,
und wenn eine Störung auftritt,
geht das Wasser weg, Und da steht der Salzstock da und es
kommt gar nicht zur Strahlung. Und so gibt es mehrere Entwicklungen noch mit dieser Atomenergie, die nicht verfolgt wurde.
Deswegen war ich eigentlich der Meinung,
man hätte das müssen weiter betreiben, weil das ja die sauberste Energie ist, meiner Meinung nach. Okay.
Und die billigste. Also nach der Anschaffung von den Kraftwerken hat man unendliche Möglichkeiten, Energie zu produzieren.
Zumal das ja wirklich war so,
diese zwei Mächte,
die ja eigentlich den Krieg alle zusammen gewonnen haben, haben sich auf einmal so gegeneinander gestellt. Musste ja auch nicht sein.
Nee, ich war schon dafür. Erstens mal hat das ja geprägt, weil ja die Eltern ja oder der Vater ja sowieso in der Partei war.
Und zu der Zeit,
wo ich aufgewachsen bin und wo ich dann in die Lehre
gegangen bin, da noch, da hat man ja gesehen, dass es in der DDR aufwärts ging. Hat man ja wirklich gespürt.
Und dann in den 1980er Jahren, wo
sie dann noch die kleinen Betriebe enteignet haben,
dort haben sie wirklich den Fehler gemacht,
dass sie der Bevölkerung das genommen haben,
dass sie sich selbst Waren des täglichen Bedarfs kaufen konnten. Das wurde ja dann alles auch weniger.
Und da hat man dann schon gemerkt, dass das nicht so richtig lief. Aber deswegen musste man doch nicht gegen Staat sein.
Wir haben das ja auch nicht
so gesehen als Diktatur. Sicherlich gab es nur eine Partei und sicherlich gab es nur jemanden, der das gesagt hat.
Aber es war ja immerhin noch für
den Frieden.
Wir wollten ja eigentlich,
und das hat mein alter Herr sowieso gesagt,
er hat gesagt, er war an der Ostfront,
hat gesagt: Nie wieder
Krieg. Und deswegen haben wir gesagt, wir wollen nie wieder Krieg.
Jetzt haben wir ihn.
Und er hatte, mein alter Herr hat auch noch gesagt, das war
ein ganz Schlauer,
Der war wirklich sehr schlau
und da hat er sich auch mit den ganzen politischen Sachen sehr
auseinandergesetzt.
Der hat gesagt, wenn ein Staat so arm ist oder
so arm wird, dass er sich nichts mehr kaufen kann,
dann öffnet er wieder die ganzen Bergwerke, die er irgendwann
mal geschlossen hat. Er wird jede Ressource wieder nutzen, die er in seinem Land hat. Da sind wir
dort. Mein alter Herr ist 2014 gestorben.
Er war 87 Jahre alt, obwohl er im Bergbau gearbeitet hat.
Das muss man mit dazusagen, denn sie sind ja nicht alle an
der Lungenkrankheit gestorben,
weil sie im Bergbau gearbeitet haben.
Das habe ich vorhin gesagt,
es wurde ja alles mit der Arbeitssicherheit auch
besser gemacht. Wenn sich die Bergleute daran auch gehalten haben, dann ist es auch so geworden.
Denn viele haben es ja auch dann nicht so umgesetzt, wie es gemacht werden sollte. Nee, das waren wieder die eigenen. Also
jeder war ja für sich und für andere verantwortlich. Also
diese Die Arbeiter, die
haben ja nicht gegen die Regeln in dem Sinne verstoßen,
damit sie jemandem anders schaden können,
sondern sie haben sich ja selbst geschädigt,
indem sie keinen Gehörschutz reingemacht haben
oder das Haufwerk nach dem Sprengen nicht abgespritzt haben. Also so, dass sie die Stäube bekämpft haben, das haben sie ja selber gemacht.
Aber am Ausbau oder an der Sicherheit selbst
haben sie alle gearbeitet, dass es wirklich sicher ist. Denn jeder, der einen Ausbau verkehrt gebaut hat, wusste, dass er dann selbst drunter liegen kann.
Oder wenn irgendwas nicht ordentlich gebaut wurde,
gerade der Ausbau oder diese Sachen,
wenn man vor Ort gegangen ist und noch nicht ausgebaut war,
wurde dann eben die ganze
der Grubenbau abgerissen, mit langen Stangen,
damit ja nichts lose
hängt, was einem da auf den Kopf fallen könnte.
Also das haben sie schon gemacht,
aber eben gerade mit Belüftung,
Entlüftung,
das haben sie eben wenig gemacht. Und dann gab es eben auch Geldabzüge und dann haben sie das auch gemacht.
Also das wurde dann schon immer besser und die Leute haben sich auch dran gehalten. Das Wissen war auch da von der Strahlung.
Die Strahlung selbst ist ja nicht das Gefährliche unter Tage. Untertage.
Und das ist auch über Tage. Wenn du im Hochgebirge bist, hast du genau solche Strahlung wie wir Untertage.
Aber das Gas, dieses Radon-Gas hat
ja die Partikel, die Gase, die hat man eingeatmet
und da waren diese Radon mit drin und den hat man eingeatmet und dann hat er sich in der Lunge festgesetzt. Und diese Radongase, die waren das Gefährliche. In
Königstein zum Beispiel haben sie das so gehabt,
dass sie den Grubenbau unter Druck gesetzt haben.
Die haben große Ventilatorstationen hingesetzt und haben
den Grubenbau unter Druck gesetzt,
dass aus dem Gestein das Gas nicht austreten konnte.
Da hatte man große Türen
gehabt,
die gingen nur hydraulisch oder pneumatisch auf. Oder wenn man dann so ein Fenster aufgezogen hat und man konnte es selber aus... Da musste man aber sich dagegen stellen. Also
so ein Druck war da in diesem Grubenbau. Da haben die versucht, das Gas im Grubenbau zu halten.
Also im Gestein.
Und ansonsten musste man eben, gerade um Gase zu binden,
das Gestein abspritzen, dass eben diese Dämpfe
so nicht ausgetreten sind. Das wurde damit
Jaja,
gesagt, es wurde gleich von Anfang an
gesagt, es ist ein gefährlicher
Beruf, wo man auch in Gefahren treten kann,
wo man selber nicht schuld ist oder wo
auch Na, das kann eben sein, dass da solche Situationen sind,
die man nicht vorhersehen kann.
Obwohl ja der Gesundheits
und Arbeitsschutz sich dafür eingesetzt hat, dass es eben
so wenig wie möglich eben Unfälle gibt. Aber im Arbeitsprozess ist es halt so, steckt man nicht dahinter.
Es war genauso, es war ausgebaut. Aber wir hatten wenig Platz.
Wir haben ja die
Überhaue hochgefahren. 1,20 m x
Aus diesem Überhau, da war ein Meter zwanzig mal drei Meter 3,60 m. Da hatten wir drei Trüme drin. Ein
Trum ist dort,
wo man das Gezäh und das Material hochzieht. Dann hat man einen Trum, da konnte man hochsteigen auf die Fahrten.
Und einen Trum hat man gehabt,
wo die Masse reingeschüttet wurde. Und die wurde unten abgezogen über Schütten. Da wurde der Zug,
die Hunte wurden dort langgezogen,
entweder von der Lok oder mit einer Seilwinde.
Und dann standen die direkt unter dieser Rampe,
die wurde aufgemacht und dann konnten wir die Masse
rausziehen. Wir haben dort oben gerade einen zweiten Schuss machen wollen und hatten dort oben wenig Platz.
Und der Kollege hat die Bohrmaschine gehalten. Das war ja abgedeckt, dieser Überhau.
Und der hat die Stütze gehabt und die
Bohrmaschine und ist immer mit der Stange abgerutscht, dort
wo die Löcher hin
müssen. Und da habe ich die Stange angehalten und da ist oben das,
was man vorher nicht gesehen hat, auf
so einer glatten Schicht, wo der Erzgang drin war, das
Wasser dazu gekommen und da ist das Gestein rausgerutscht. Und das haben wir vorher nicht gesehen.
Da lag ich dann drunter. Was ich dann nicht mehr gemerkt habe. Oder
ich weiß nicht, wie viel es war. Kann ich nicht sagen.
Wir waren von der Grundstrecke eine Fahrt hoch und haben dann dort aufgeschossen. Naja.
Und eigentlich hat's gar nicht so schlimm ausgesehen. Aber dann, das Rindchen war, dann, wo das Röntgen war, wo die mich dann im Krankenhaus... Und dann war die
Wirbelsäule gebrochen, also die Halswirbelsäule gebrochen. Kann zusammenwachsen, kann man...
Aber ich hab... Seitdem hab ich Schmerz.
Davon hat niemand eigentlich was erzählt. Nee, davon... Das hat mit Schweigen eigentlich
so nichts zu tun, weil ja
die oder meine Eltern, die haben ja auf so einem Dorf gewohnt oder einer Kleinstadt. Da ist das ja nicht hingekommen.
Keine Meinung dazu. Also jedenfalls wüsste ich nicht, auf welcher Seite ich mich da schlagen sollte.
Sicherlich wurden die Arbeiter… paar hatten schlechte Bedingungen
gehabt und wenige gute
Bezahlung. Und dass man das natürlich so niedergeschlagen hat, war ja auch nicht in Ordnung.
Wo wir wieder beim Politischen
sind.
Bundesrepublik oder die anderen Mächte haben da ja auch
schon dran gedreht, um das zu verändern,
um die DDR ja schon gleich
wieder mit zu wieder mit zwei Namen. vereinnahmen. Und die Sowjetunion wollte ja auch
nicht, dass das Bollwerk, die DDR, also dieser Raum, den sie ja noch hatten, verloren geht. Die wussten es alle.
Also zumindest in dem Raum hier in Sachsen oder Thüringen
wusste jeder über die Wismut Bescheid.
Die haben sich zwar immer mal aufgeregt,
weil die Wismut-Kumpel Südfrüchte
und Vorteile hatten,
aber sie haben ja auch nicht gesehen, dass die alle schwer gearbeitet haben. Für den Fürnfrieden.
Frieden Die Bevölkerung hat das ja schon mitgekriegt,
dass die
Strahlung nicht unbedingt erhöht wurde.
Die Grubenlüfter,
die hatten ja auch Dämpfer drin und
die Abluft wurde schon
so hingelegt,
dass es nicht unbedingt die Bevölkerung trifft.
Aber die Strahlung der Halden an
sich war schon ein bisschen
höher.
Die Bevölkerung, die
zum Beispiel in Ronneburg gewohnt hat,
die waren ja immer daran interessiert,
so wenig wie möglich vom Bergbau abzubekommen.
Aber im Endeffekt haben
die Bergbaubetreiber, also die SDAG,
schon die Fehler gemacht, dass sie nicht die Sanierung
es hat ja das Geld gefehlt,
die Sanierung gleich mitgemacht haben.
Also diese Abraumhalden oder sowas gleich mit abzudecken
oder so zu verwahren, dass es nicht
so gefährlich ist.
Es wird ja auch zum größten Teil übertrieben mit
den, denn der Abraum hat ja eigentlich keine Strahlung
oder fast nicht. Denn das war ja taubes Gestein.
Im Endeffekt sind die Messungen auf der Halde schon höher
gewesen, aber die haben ja
so viel wie möglich von dem abgebauten Gestein zum Verarbeiten gebraucht. Die hätten ja nichts weggeschmissen.
Aber ihr habt schon recht. Dadurch,
dass das Geld nicht da war, wurde
ja der ganze Aufwand nicht betrieben, um
das doch
so gering wie möglich zu halten. Die
Es ist ja die
wurde schon informiert,
aber viele hatten ja gar kein Interesse daran,
sich zu informieren. Also die Bevölkerung in den angrenzenden Gebieten, die waren schon informiert, was da so abging.
Zum Beispiel waren ja auch die ganzen Bergleute aus den
einzelnen Ortschaften. Es war ja nicht so, dass die von denen gar nichts gewusst haben.
Das könnte keiner sagen. Ja, und die, denen es halt nicht genehm war, die haben sich dann eben auch aufgelehnt.
Nicht erst 1989 oder
so, das war ja auch schon vorher. Dann wurde ja reagiert und wurde dies oder jenes auch abverändert.
verändert. So in dem Sinne, so
wie Aufstand oder wie hunderte Leute sich
da, da wurde ja immer entweder an die
Stadt, die Leute haben sich dann an die Stadt gewandt
und die Stadt hat sich an den Betrieb gewandt,
wenn irgendwas nicht in Ordnung war. Also es wurde nicht mit Hurra oder Geschrei, das wurde dann auch intern mit den Leuten geklärt.
Also wenn man zu DDR-Zeiten ein Problem hatte,
ob das nur mit Wismut war oder ob ihn das selbst betroffen
hat mit irgendwas anders,
hat man sich an den Rat der Stadt gewandt
und die haben dann gesagt,
wir ändern das oder wir helfen Ihnen. Also ich kann mich nicht beschweren, dass jemand irgendwie gesagt hat, das machen wir nicht.
Man konnte bloß nicht hingehen und sagen: Hier, ich fordere das. Man muss das schon ein bisschen diplomatisch machen.
Wie heute genauso.
Wie eben gesagt,
da waren keine Gelder da,
die das hätten zugelassen,
dass sich der Betrieb oder die SDAG
oder die Wismut sich schon so profiliert, dass sie sagen könnte, wir bereinigen das gleich. Im Nachhinein hätte man schon mehr dafür tun können.
In Königstein hat man das zum Beispiel. Schon zu DDR-Zeiten.
Naturschutzgebiet. Und der Uranabbau, da war ja nun eigentlich gar nicht zu vertreten.
Und die haben die Halden nicht irgendwo hingebaut,
die haben die Täler zugeschüttet. Demzufolge konnten die, wenn die das Teil zugeschüttet haben, gleich abdecken.
Also so haben die den Abraum gar nicht erst irgendwo
hinhauen können.
Wenn und und wenn, wenn diese diese Vorgaben, die es heutzutage
gibt, noch besser eingehalten werden,
also dieser dieser Strahlenschutz und dieser dieser
Umweltschutz mehr berücksichtigt werden
würde, könnte man
das Uran durchaus weiter abbauen. Ja, ich sage ja, ich habe noch Arbeitskollegen, mit denen ich treffe ich mich noch. und die arbeiten ja
noch.
Die ganze Arbeit ist ja nun viel, viel geringer
geworden,
sodass ganz wenige Leute noch bei der Wismut,
zumindest nicht in Thüringen arbeiten.
Und das läuft dann hinaus,
dass die ganzen über-Tage-Arbeiten zur
Sanierung noch nicht abgeschlossen sind. Das wird sicherlich noch bis 2030 gehen, wenn nicht noch länger.
Das habe ich nicht verstanden, dass das so sein musste,
dass das wieder so hergerichtet wird, wie es ehemals war.
Man hat ja die ganzen Profilierungen,
die vorher waren, gerade was in Lichtenberg war,
so einen Aufwand betrieben, dass das alles wieder so hergestellt worden ist. Das habe ich nicht verstanden.
Lichtenberg war ja der
Tagebau.
der ja verfüllt worden ist jetzt,
wo ich damals gesagt
habe, sollen die doch
die Halden begradigen, abdecken,
fertig und den Tagebau für den Müll, den deutschlandweit ist, nehmen und den dort reinschütten. Wäre eine gute Alternative gewesen.
Auf alle Fälle, das hat ja der ganzen Region in Aufschwung
gebracht, weil ja diese Großevents werden ja
so unterstützt,
dass da für die Städte und umliegenden Dörfer
ja sehr viel getan wurde.
Und für die Infrastruktur, selbst von Gera und
diesem Areal,
was früher die Wismut belegt hatte,
wieder neu gestaltet wurde. Wismut
allein ist es ja nicht, es ist
ja die bergbautechnischen Sachen,
die sollten schon den anderen Generationen
weitergegeben werden. Und die Aufarbeitung der Wismut ist ja ein Teil davon.
Also die Bergleute sind meiner Ansicht nach,
die alle hier im Thüringer Raum gearbeitet haben,
vor den Kopf gestoßen worden. Das
waren ja alles Arbeiter,
die sich als Bergleute
gesehen haben.
Und 1990 war abrupt ein Ende von jeglichem
Ansehen oder
von der Wertschätzung dieser
Arbeit, die die Bergleute an sich selber gemacht haben,
nicht bloß, weil es Wismut war! Die
Kohlebergleute, die sind so mit Geldern,
wenn die in Ruhestand gegangen sind, verabschiedet worden. Davon konnten wir nur träumen.
Es wurde uns regelrecht… na
sozusagen angefeindet,
weil wir ja Bergleute bei der Wismut waren. Früher hat die Stadt Gera jedes Jahr den Tag des Bergmanns gefeiert.
Das gibt es nicht mehr. Die Bergleute sind eigentlich nichts mehr.
Gerade hier in Thüringen.
In Sachsen ist es noch ein bisschen was anders,
weil ja die Knappschaften schon
von Urzeiten an,
also von dem Mittelalter bis jetzt, ihre
Knappschaften hatten
und die Pflege des Bergbaus wurde ja dort viel mehr betrieben. Hier
in Thüringen ist das überhaupt nicht gemacht worden
und das ist sehr schade für alle die Bergleute, die ehemals hier gearbeitet haben. Das wird jetzt schwierig sein.
Sicherlich sollte das den der Bevölkerung und
jetzt die Jugend, die jetzt noch da ist,
mit dargelegt werden,
dass es ja hier mal Bergbau gegeben hatte,
dass es ja auch Fortschritte in der Entwicklung des Bergbaus sowieso
gegeben hat,
aber die Bergleute an sich,
die das jetzt noch betreffen würde,
die sind ja zum Teil oder zum größten Teil weggezogen
und zum Teil verstorben
und dann sind sie ja auch schon
alt.
So alt, dass sie sagen,
was wollen die jetzt noch hier mit diesen Traditionen oder so
von uns. Die hätten sollen damals sagen: Hier, wir schließen den Bergbau.
Wollt ihr nicht woanders im Bergbau anfangen? Solche Arbeiten hätten ja ausgebildete Leute die wurden nicht gebraucht.
Sind Sie selbst persönlich irgendwie im Bergbautraditionsverein aktiv? Nein. Die Wessis wissen gar nichts von uns.
Der größte Teil der westdeutschen
Bevölkerung, die waren noch nicht mal im
Osten. Wenn meine Tochter, die hat ja einen Wessigeheiratet, einen aus Baden-Württemberg.
Wenn die nicht hier geheiratet hätten, wäre diese Verwandtschaft nie hierher gekommen. Die wären noch nicht im Osten gewesen.
Die sind auch jetzt noch nicht wieder da gewesen. Also glauben Sie, dass das Wissen sehr fehlt, gerade über das Wirken der Wismut?
Die müssen das nicht wissen,
das interessiert die auch nicht.
Zum Beispiel gibt es ja vieles im Internet,
wo man dann recherchieren kann und da kann man schon viel
erfahren, wenn man es möchte. Oder wenn man überhaupt weiß, was war “Wismut”, worum ging es da.
Mich persönlich hat es nie betroffen,
aber ich wurde schon gefragt über
Personen aus meinem Umfeld.
Zum Beispiel, wir haben ja in einem Elfgeschosser gewohnt,
da haben mich dann die Kollegen oder diese
Staatssicherheit mussten sich auch zu
erkennen geben, weil sie ja persönlich gefragt haben.
Und da haben sie dann eben gefragt nach den Personen im
Haus, es waren ja Spezielle da, im ersten Stock oder
so und in so einem großen Haus. Hatten
wir zwar einen guten Tag und
man hat auch sich draußen getroffen oder hat mal einen
Grillnachmittag gemacht,
aber ansonsten hat man ja von den meisten nichts,
konnte man ja nicht. Ja, ja, ja, aber das musste nicht unbedingt die Stasi sein.
Wurde bei uns in den Spendengeld geklaut. Oder Wertsachen. Und die haben
sie dann auch rausgekriegt. Also Und die haben sie dann auch rausgekriegt.
das war dann schon sowas. Es war eben nichts Politisches, dann im Endeffekt, aber da waren sicherlich die Kollegen da mit dran.
Und in so einem großen Betrieb oder in den großen Betrieben
waren ja diese Mitarbeiter,
die hatten ja da eigene Räume und eigene
Mitarbeiter.
Aber so, dass man jetzt sagen könnte,
es hat jemand einen bespitzelt, das habe ich nicht mitgekriegt. Ich habe auch meine Akte nicht angefordert.
Ich weiß sicherlich, dass ich eine habe. Es sind ja auch ein paar Vorkommnisse mit, die werden ja zuerst eingetragen.
Im Betrieb schon. Ja,, ja ja.
Zumal auf der Ebene,
ich habe ja dann bei der GAS gearbeitet,
ich war ja mit dem Betriebsdirektor oder
mit der Kadereabteilung immer im Gespräch.
Obwohl ich ein kleiner Mitarbeiter war,
aber ich musste mich ja über alle… och
kannte ja die ganzen Werktätigen und da musste ich mich ja mit denen unterhalten. Da wurde aber nie das politisch dargelegt.
Es wurde sich halt darüber unterhalten,
ob das nur jemand war, der
von der Stasi war oder nicht.
Die gehörten halt… zu dem Kreis,
die damit rumsaßen,
um da verschiedene Sachen zu besprechen. Die waren schon da.
Und wenn man nicht unbedingt
eine Straftat gegen den Staat oder direkt gegen Staat
aufgetreten ist,
hat man die auch nicht zu Gesicht bekommen. oder es wurde dann auch nichts.
Ich wüsste nicht, wer sich da von unseren Leuten...
Sicherlich, wenn man dann sowas gemacht hat,
dass man dann nicht zur Armee gehen wollte oder
sowas, da
waren sie dann schon dran.
Oder wenn man einen Ausreiseantrag gestellt hat,
das wurde dann schon alles abgegrast im Umfeld, was, warum und weshalb. Wer ist da mit beteiligt?
Da haben sie schon geguckt.
Ja, erstens wollte ich gar nicht wissen,
ob jemand aus meinem Umfeld
da was gemacht hat. Und zweitens ist es ja für mich persönlich auch nicht relevant.
Ich habe keinen Nachteil davon gehabt.
Und warum soll ich mir den Stress
antun,
um jemanden dann zum Feind zu machen oder zu sagen, ja,
ich kann dich nicht mehr leiden.
Sicherlich gibt es überall solche Leute,
die dann gefragt wurden, wie ich auch, über andere Leute,
die dann gesagt haben, na ja,
und dann hat er sich vielleicht falsch ausgedrückt und schon steht da was in der Akte drin. Das ist heute genauso.
Wenn die Polizei jemanden befragt oder wenn die Hooligans
da festnehmen, dann kommen die auch im Umfeld und fragen, woher das ist. Ist genau das Gleiche. Ich
muss noch dazu sagen,
das war natürlich zu den Zeiten anders. Die Polizei war eine Institution und da hat sich keiner oder ganz wenige dagegen aufgelehnt.
Heutzutage. Ich verstehe das gar nicht, warum die Polizei mit sich das machen lässt.
Richtig Respekt. Wir sind über den Rasen gerannt, da kam der ABV und hat uns zur Rede gestellt, da stand man stramm.
Der hatte was zu sagen. Also der Abschnittsbevollmächtigte, das war ein Polizist, ein ganz einfacher Polizist.
Da hatte jeder Zug davor gehabt und das hat mit Stasi überhaupt nichts zu tun. Das war einfach eine Respektsperson.
Das haben die Leute heutzutage auch nicht mehr.
Keine passenden Transkriptstellen gefunden.