Arndt Weinhold

Das Interview wurde im Januar 2023 von drei Schülern des Osterlandgymnasiums in den Räumen des Thüringer Medienbildungszentrums Gera durchgeführt.

Lebenslauf

Arndt Weinhold wächst im Erzgebirge auf und zieht als Kind eines ranghohen Wismut-Funktionärs erst nach Gera und dann nach Königstein. Auch er geht zur Wismut und arbeitet nach seiner Armeezeit als Hauer. Nach einem Wirbelsäulenschaden arbeitet er über Tage im Bereich Arbeitsschutz. Bis heute empfindet er „Erz für den Frieden“ als sinnvolles Projekt.

Gesamtinterview

  1. Arndt WeinholdArndt Weinhold

    Heute hier zum Zeitzeugen-Interview im TMBZ in Gera. Zeitzeuge ist heute Arndt Weinhold und ansonsten anwesend Johannes Rackwitz, Willi Menzel, Jonathan Hentschke und Erich Hilbig. Und heute ist der 12. Januar 2023. Okay, das war der formelle Teil.

  2. Arndt Weinhold

    Ich wollte mich noch mal entschuldigen für die Umstände, dass wir hier ein bisschen mit der Raumplanung durcheinander gekommen sind, aber ich hoffe, Sie haben Verständnis, dass wir das auch bis jetzt zum ersten Mal machen. Wir sind noch nicht so eingespielt.

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    Okay, dann würde ich Sie grundsätzlich bitten, dass Sie erstmal eine kurze Biografie von sich geben, also letztendlich Ihre Geburt, wie sind Sie aufgewachsen, dann weiter im Arbeitsleben, letztendlich bis heute. Was haben Sie so gemacht?

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    Also ich bin am 14.09.1953 in Annaberg-Buchholz geboren. Das ist im Erzgebirge, dort wo auch der Wismut sich rumgetrieben hat.

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    Dann sind wir 1959 umgezogen nach Gera, weil mein Vater bei der Wismut gearbeitet hat. Und dann sind wir in Gera noch zweimal umgezogen. Und ich bin 1960 in die Schule gekommen und habe die 10. Klasse bis 1970 gemacht.

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    Die Grundschule, das war wieder in Gera, war das wieder so, dass ja viele Leute hingezogen sind.

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    Da war ich ja zuerst in der 7. Oberschule. Dann ist das wieder umgruppiert worden. In die 14. Oberschule gekommen, das war auf dem Rosenhügel in Bieblach. Und dann die letzten zwei Jahre bin ich in die 16. Oberschule gegangen. Nach der 10. Klasse,

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    in der Zeit, wo Ferien waren, sind meine Eltern, weil mein Vater stellvertretender Direktor in Königstein, also im JBK Königstein geworden ist, Und da sind wir nach Königstein gezogen, auf dem Sonnenstein. Sehr schöne Wohnung, Neubauwohnung. Und in der gleichen Zeit bin ich aber in die Lehre gegangen.

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    Und zwar bin ich nach Schlema in die Leitakademie DSF gegangen und habe dort drei Jahre gelernt. Ich habe Lehre mit Abitur gemacht. Und dort hat man eine schöne Zeit gehabt.

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    Also die Unterbringung war halt einfach. Wir haben zu viert auf dem Zimmer gelegen. Jeder

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    ein Schrank. Doppelstockbetten.

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    Der stärkste war auch unten. Und dort ist es relativ einfach gegangen.

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    mit der

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    Lehre.

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    Wir hatten ein sehr gutes Kollektiv dort gehabt,

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    weil wir auf dem Zimmer ja alle zusammen lernen konnten

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    ging das ganz gut.

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    In der Lehre habe ich auch viel

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    Sport gemacht, bei der GST,

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    das war ja die Gesellschaft für Sport und Technik. Und in der Lehre,

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    ich hab ja Grubenelektriker gelernt,

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    sind wir gleich vom ersten Tag

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    eingefahren. Ein Schüler von uns, der ist nächsten Tag nicht wieder mit eingefahren. Na, da

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    hat er halt Platzangst gehabt

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    und dann war man halt ein Mann weniger. Und das hat mir sehr gut gefallen unter Tage. Und

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    diese

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    Gemeinschaft

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    in der ganzen Klasse oder in dem ganzen,

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    wir hatten ja ein ganzes Haus,

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    waren ja mehrere Schüler und Klassen, da in diesem

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    Objekt. Wir haben uns da immer gut unterstützt. Was

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    kann man da noch sagen? Da war ja die erste Erfahrung mit, für mich, Untertage.

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    Ich kannte da ja schon von Hören und Sagen von meinen alten

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    Herren,

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    wie die angefangen haben, unter

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    Tage. Und die Lehre, unter Tage, die war gar nicht so schwierig oder so, dass man was mit dem Bergbau zu tun hatte. Wir

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    haben halt dort unten

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    auch wie alle Klassen einen Unterrichtsraum gehabt.

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    Der war halt aufgeschossen,

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    ausgebaut und da haben wir halt unter Ttage, die

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    Grundlagen der Elektrik gelernt. Und wir haben dann auch zum Teil in Brigaden mitgearbeitet, wo es dann schon mehr zum Bergbau zu ging.

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    Das war später. Ich habe dann noch ein Jahr in Königstein im Schacht gearbeitet.

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    Allerdings war das für

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    mich nicht so

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    prickelnd.

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    Wenn der Vater im gleichen Betrieb arbeitet und in

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    einer leitenden Position arbeitet, ist das ganz

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    schwierig.

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    Und da habe ich mir dann

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    gesagt,

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    ich habe dort für 580 Mark drei Schichten unter Tage gearbeitet. Da habe ich gesagt, das ist zu wenig Geld.

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    Sicherlich hat man ausgelernt, konnte man nicht

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    so viel Geld verlangen,

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    aber das war mir eigentlich zu wenig. Und in dem Betrieb war es gar nicht möglich, dass man irgendwo eine Umschulung machen konnte.

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    Und da habe ich mich umgetan

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    und habe dann in Thüringen im

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    Bergbaubetrieb Schmirchau angefragt und die haben mir dann

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    ermöglicht, die Umschulung zu machen.

  59. Arndt Weinhold

    Die Sache war auch noch die, ich

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    habe da meine Frau schon gekannt, wir

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    waren noch nicht verheiratet,

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    aber die Wohnungslage war halt dementsprechend

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    so, dass wir eigentlich gar keine Chance hatten auf eine Wohnung. Meine Frau, die ist aus Johanngeorgenstadt, ist ja auch im Erzgebirge. Wir

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    Jörn-Gurgenstadt,

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    haben uns dann in Aue kennengelernt, bei der Lehre. Die

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    Sache war,

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    wir haben in Johanngeorgenstadt keine Wohnung gekriegt,

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    in Aue keine Wohnung gekriegt,

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    in Königstein keine Wohnung gekriegt und wo ich mich dann

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    entschieden habe nach Schmirchau zu gehen,

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    also nach Thüringen, haben die,

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    das war, der

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    Betriebsdirektor und die Kaderabteilung. Die

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    Kaderabteilung, die haben dann gesagt,

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    wenn ich dort anfange, hätte

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    ich eine Möglichkeit eine Wohnung zu kriegen, die ist noch im Bau. die ist noch im Bau.

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    Also diese Blocks, die

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    haben die erst gebaut und da haben wir gesagt,

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    in der Zeit, wo ich dann, ich habe ja 1973

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    die Lehre beendet, habe ein Jahr in Königstein gearbeitet, 1974,

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    und habe dann meine Frau,

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    die Martina, 1975 im Februar geheiratet.

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    Dadurch, dass wir Wintersportler sind, haben wir ja gesagt,

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    das machen wir im Februar,

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    wenn Schnee liegt. Und dann habe ich ein Jahr in Ronneburg im Wohnlager gewohnt.

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    Heidelbergweg, das war

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    eine nicht so schöne Zeit, weil ich ja die ganze Woche hier war. Und dann bin ich dann immer heimgefahren.

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    In der Lehre bin ich ja nicht jedes Wochenende heimgefahren.

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    Das war zu umständlich, von Schlema über

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    Zwickau, Dresden nach Pirna zu fahren mit dem Zug,

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    das war katastrophal.

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    Und da hatten wir zur Lehre eine schöne,

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    die hatten eine gute Sache

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    gemacht. Die haben mir die Essenmarken, die

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    wir gekriegt haben,

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    die konnten wir in Aue oder in Schlema auf dem Bahnhof eintauschen. Also haben wir dort das Essen gekriegt am Wochenende. War

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    eine tolle Sache.

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    Und die Hauer haben natürlich für die Wismutmarken Schnaps

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    gekriegt und wir haben Schokolade

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    gekriegt. Und dann war das so gewesen, dass ich in Schmirchau angefangen habe.

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    Und dort haben wir dann die Umschulung gemacht. Die ging ein Dreivierteljahr. Und nach der

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    Zeit haben wir dann auch in Gera eine Wohnung gekriegt. Neubauwohnung, Erstbezug, super. Ja,

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    der Sommer. Und dann habe ich Hauer gemacht in Schmirchau nach der Umschulung von 1975 bis 1976. Und da kam natürlich noch die

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    Armeezeit dazu. Also ging es ein anderthalbes Jahr zur Armee. Und da war

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    ich glücklicherweise auf dem Hain.

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    Also ich konnte,

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    wenn ich trainiert habe, eine Dreiviertelstunde

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    heimlaufen.

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    Nach der Armeezeit von 1977 bis 1982 war ich dann

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    noch im Bereich 2 im Revier 5 als Hauer

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    Hauertätig,

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    tätig, hatte aber da zwischendrin 1980 einen

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    Arbeitsunfall.

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    Das

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    war wieder nicht so prickelnd gewesen, weil ich dann einen Wirbelsäulenschaden hatte. Also die Halswirbelsäule hat es tüchtig erwischt. Und da habe

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    ich dann immer noch versucht, zwei Jahre,

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    ob es geht, mit Hauen oder nicht. Und da wurde ich dann, habe ich dann eine Rente bekommen und habe dann über Tage gearbeitet.

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    Und über Tage habe ich dann

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    so eine Bearbeitungsstelle gekriegt für Gesundheit

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    und Arbeitsschutz.

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    Sehr wichtig,

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    denn dieser Gesundheits- und Arbeitsschutz, der wurde ja in

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    der Zeit, wo ich angefangen habe unter Tage,

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    bis zu der Zeit stetig verbessert.

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    Also da wurden wirklich richtig Sachen

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    eingeführt und

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    verwirklicht, die es den Werktätigen,

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    also den Hauern oder auch den Untertagearbeitern sehr viel

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    leichter gemacht haben.

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    Ich habe dann über Tage gearbeitet,

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    da war es dann in der Gesundheit und Arbeitsschutz

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    und habe dann auch mal Vorsitzender der

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    GST gemacht, im Betrieb.

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    Also die Gesellschaft für Sport und Technik, die war ja

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    so angesehen oder wie auch die

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    Feuerwehr, die Grubenwehr,

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    also die Arbeiter, die bei uns auf dem Schacht oder überhaupt bei der Wismut

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    die bei uns auf dem Schachter oder überhaupt bei der Wissen

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    gearbeitet haben, die waren in

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    irgendeiner Organisation tätig.

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    Das war so geregelt, wenn

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    man nicht, damit die Absicherung für

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    Unfälle,

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    für Schutzmaßnahmen abgesichert waren.

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    Und die Gesellschaft für Sport und Technik, die war ja dafür

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    da, dass die jungen Leute auch sportlich was gemacht

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    haben.

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    Sicherlich war da Politikum auch dabei,

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    die Partei und Betriebsführung, die

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    wollte ja auch, dass man ja für den Staat

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    ist und dass man sich damit dafür

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    einsetzt.

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    Das war eine für alle

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    Es war nicht für alle

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    so recht,

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    dass es die Staatsführung so

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    gab, aber im Großen und Ganzen waren sie schon alle

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    dafür.

  159. Arndt Weinhold

    Die Wende kam dann gleich, als ich

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    und 1990 war

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    so eine Zeit,

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    da war vorher schon die Betriebszusammenlegung, da

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    wurde Reuß und Schmirchau zusammengelegt. Also

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    da war schon die Entwicklung,

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    nicht die politische Entwicklung,

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    sondern die Entwicklung des Bergbaus selbst in Thüringen ein

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    bisschen angekratzt, sodass man gesagt hat,

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    man muss das ein bisschen koordinieren weiter

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    und da waren dann die beiden Betriebe schon zusammengelegt

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    und da haben wir dann schon gemerkt,

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    dass auch in der Tätigkeit der Wismut

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    schon ein bisschen was organisatorisch, ein bisschen anders

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    lief. 1990 war das ganz abrupt in dieser ganzen Angelegenheit. Wir,

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    Haben,

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    also meine Frau und ich, waren im Januar 1989,

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    89,

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    ob das nun dazu gehört oder nicht, da waren wir in Leningrad. Im Urlaub.

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    Eine Reise haben wir da gebucht. Da haben wir dort gemerkt, dass das ganz und gar schief lief.

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    In der Sowjetunion. In den großen Hotels gab es fast nichts zu essen.

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    Die Hotels waren kaum geheizt. Wir sind dort hingekommen.

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    Jahre vorher war ich schon dort. Ich war in Sochi, das war für die Urlaube richtig gut mit Essen und allem.

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    Und dort haben wir richtig gemerkt,

  183. Arndt Weinhold

    dass das richtig schief lief. Und da haben wir gesagt, von dort aus schon, so kann das nicht weitergehen.

  184. Arndt Weinhold

    Und wo wir wieder kamen,

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    waren unsere Freunde schon abgehauen. Die haben das Haus stehen lassen und sind, ich glaube über Ungarn, fort.

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    Und da war das wirklich so gewesen, dass man sagt,

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    so kann es nicht weitergehen. Die ganze Gesellschaft hätte mehr für die Bevölkerung tun müssen.

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    Das ist heute genau wieder so. Diese Zusammenhänge sind da bestimmt richtig das Gleiche, obwohl es eine ganz andere Gesellschaftsordnung ist. Und

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    dann war es ja arbeitsmäßig so,

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    Es wurde hier sofort alles runtergefahren,

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    es wurde die Untertagetätigkeit dann

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    1991 eingestellt.

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    Es mussten ja noch die ganzen,

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    das was vorbereitet war an bergmännischen Arbeiten,

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    das musste hier abgeschlossen werden.

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    Man konnte ja nicht einfach die Grube oder

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    die Grubenbaue stehen lassen und Irgendwann hätte es dann über

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    Ronneburg oder sowas eine Katastrophe gegeben,

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    das wäre dann zusammengebrochen. Und da haben sie dann

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    gesagt, wir sanieren das Ganze und haben sofort alle

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    übrigen Arbeitskräfte einfach

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    entlassen. Von dem Bergbaubetrieb, wir waren, glaube ich, zum Schluss noch 6.000 Bergleute.

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    Ich glaube, da sind 1200 übrig geblieben, die das Ganze saniert haben. Und alle anderen sind dann entlassen worden.

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    Es gab sicherlich eine Auffanggesellschaft für

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    sowas, wo man gesagt hat, die Leute, die sich selbst

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    so nicht helfen konnten, die wurden in eine

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    Auffanggesellschaft gegeben und haben dann Unterstützung

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    gekriegt, um sich irgendwo Arbeit zu finden. Ich war dann ab 1990 wieder als Elektriker tätig, aber über Tage in der Turbostation.

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    Die Turbostation,

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    die haben ja unsere ganze Pressluft unter Tage gemacht. Die Werkzeuge, die großen Werkzeuge wurden alle mit Pressluft betrieben. Und da hatten wir über Tage,

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    gerade in Schmirchau und in anderen Schächten auch, riesige Turbostationen stehen. Und die haben die Pressluft gebracht. Es wurden

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    unter Tage, hatten wir immer 8 ATU. Und die waren überall.

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    Und es gab auch immer Leckstellen,

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    die musste dann immer jemand schließen. Und mit dieser Pressluft wurden unter Tage die Werkzeuge bedient. Bohrhammer, Pickhammer.

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    1990 kam ich dann in die Turbostation,

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    war dann wieder Elektriker und da haben wir auch die Hauptgrubenlüfter

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    betreut.

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    Also wir haben die Turbostation,

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    die großen Turbinen betreut und haben auch die Hauptgrubenlüfter. Das ist eigentlich das Wichtigste vom ganzen Bergbau.

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    Wenn viele oder etliche hundert Meter unter Tage gearbeitet

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    wird, braucht man ja Frischluft.

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    Und diese Hauptgrubenlüfter wurden täglich

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    kontrolliert, in jeder

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    Schicht.

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    Und wenn so ein Hauptgrubenlüfter ausgefallen ist, entweder

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    wir hatten einen zweiten daneben den wir anfahren konnten,

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    stehen, den wir anfahren konnten,

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    oder wir hatten zwei Stunden

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    Zeit,

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    den wieder in Gang zu bringen, den Hauptgrubenlüfter. Ansonsten wurde dann die Grube geräumt oder das Grubenfeld, wo der Grubenlüfter gerade war.

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    Das gab es eigentlich selten, aber

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    oder man hat dann die Wetter umgeleitet. Aber das wäre dann so geworden. Und dann war ich bei den Elektrikern dort über Tage.

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    Und da wurde auch ständig abgebaut. Die Grubenfelder wurden ja dann zurückgebaut und geschlossen.

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    Die Schächte wurden geschlossen. Und da hatte ich dann

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    eine Zeit, da haben die zu mir

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    gesagt, du hast jetzt einen Monat Zeit, kannst du Arbeit suchen. Hab ich mein Geld gekriegt. Und in der Zeit sind aber zwei

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    Arbeitskollegen von uns ausgefallen.

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    Also der eine, der war krank geworden und der

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    andere der hat

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    es sich zum Fenster hinaus gestürzt. Also da hatte Selbstmord begangen und dadurch hatten sie wieder weniger Arbeitskräfte. Und deswegen bin ich noch bei

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    der Wismut geblieben bis zum Schluss. Also das war einer, der die Wende nicht verkraftet hat.

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    Und dann waren die Grubenbaue

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    zum größten Teil verfüllt

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    und da wurden wir ja als Elektriker in

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    diesen Turbostationen oder in diesen Hauptgruben, für die Hauptgrubenlüfter

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    ja nicht mehr gebraucht. Da wurden dann, wenn noch was gebraucht worden ist, stationäre Turbos hingestellt. Die sind so groß wie ein

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    Container. Wurde ja nicht mehr so viel gebraucht.

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    Da war wieder die Entscheidung für mich,

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    oder die wurde an mich herangetragen, entweder aufhören oder eine andere Arbeit machen. Also habe ich gesagt, gut, mache ich eine andere Arbeit.

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    War,

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    Dann stand nur zur Debatte, entweder über Tage Kipper oder Raupe fahren im Tagebau. Oder dann zur Bohrung zu gehen.

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    Da habe ich gesagt, gut, dann gehe ich zur Bohrung.

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    Wir hatten die Bohrung über Tage,

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    die wurde noch beibehalten,

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    weil die Sanierung ja jede

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    Menge Informationen brauchte,

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    um die Grubenwässer,

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    die ja dann wieder aufgetreten

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    sind, zu messen. Also wurden neue Löcher gebohrt, also Bohrlöcher gebohrt, mit den fahrbaren Bohrmaschinen.

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    Da gibt es etliche große. Wir haben bis zu 500 Meter tief gebohrt mit den großen Bohrmaschinen. Die anderen haben

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    so die 200 oder 300 Meter gebohrt.

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    Da wurden dann Pegel gebohrt,

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    um die Grubenwässer zu messen und ob wo die Uran

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    Konzentration oder ob es überhaupt welche gegeben hatte, dann

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    wie weit die in dem Umfeld rauskamen.

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    Und da habe ich dann

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    bis 2009, bis ich dann in Rente gegangen bin, gearbeitet. 2004 bin ich noch Bohrzeugführer geworden.

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    Also da hatte ich dann die 18 Mann, die wieder zu

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    so einem Bohrtrupp gehörten,

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    die haben dann auf mich gehört, oder auch nicht.

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    Und dann, dadurch, dass ich ja einen Arbeitsunfall hatte,

  272. Arndt Weinhold

    konnte ich 2009, also mit

  273. Arndt Weinhold

    55 und einem halben Jahr. Eigentlich hätte ich mit 55

  274. Arndt Weinhold

    in die Knappschaftsausgleichsleistung gehen

  275. Arndt Weinhold

    können, aber das habe ich zu spät erfahren und dann musste ich

  276. Arndt Weinhold

    noch ein halbes Jahr diese

  277. Arndt Weinhold

    Zeit, die die brauchten, um das abzuwickeln, machen. Die Kündigungsfrist war das, jawohl.

  278. Arndt Weinhold

    Und dann war ich 10 Jahre in der Knappschaftsleistung,

  279. Arndt Weinhold

    Knappschaftsausgleichsleistung.

  280. Arndt Weinhold

    das war sozusagen die Rente,

  281. Arndt Weinhold

    nicht so viel gebracht hat wie die Altersrente. Jetzt bin ich Rentner. Nee, das war nicht so. Und

  282. Arndt Weinhold

    zwar war ja,

  283. Arndt Weinhold

    in Gera war ja die Industrie sehr hochentwickelt und da

  284. Arndt Weinhold

    hatte ich mehrere Möglichkeiten gehabt,

  285. Arndt Weinhold

    zum Beispiel zur Zeiss zu gehen,

  286. Arndt Weinhold

    in die Feinmechanik. Da hatte ich mich auch

  287. Arndt Weinhold

    umgeguckt, das war eine sehr schöne Arbeit,

  288. Arndt Weinhold

    aber im Endeffekt ist das darauf hinausgelaufen, dass man am Band steht. Und das wollte ich nicht.

  289. Arndt Weinhold

    Dann war noch der Maschinenbau, das war das Gleiche,

  290. Arndt Weinhold

    da hat man einfach an der Maschine gestanden und das hat

  291. Arndt Weinhold

    mir so nicht zugesagt. Ich habe ständig Sport getrieben und dann musste ich mich irgendwo auf eine Stelle hinstellen und das wollte ich nicht.

  292. Arndt Weinhold

    Dadurch,

  293. Arndt Weinhold

    dass ich aber das Abitur machen wollte, das hätte ich bei Zeiss auch machen können mit Berufsausbildung. Berufsausgleichsleistung.

  294. Arndt Weinhold

    Und da kam eben die Wismut, die hat ja da auch Leute gesucht. Und da konnte man sich wieder aussuchen. Wollte

  295. Arndt Weinhold

    man Schlosser, Rohrleitungsbauer oder Elektriker werden. Und da habe ich gesagt, mache ich Elektriker.

  296. Arndt Weinhold

    Das ist von der Ausbildung und von dem, was man im Leben braucht, eine gute Entscheidung. Und dann bin ich zur Wismut mitgegangen.

  297. Arndt Weinhold

    Da hat sich mein alter Herr gefreut, dass ich hingegangen bin. Er hat sich dann aber nicht so sehr gefreut, dass ich nicht studieren gegangen bin.

  298. Arndt Weinhold

    Und zwar bin ich nicht deswegen nicht studieren gegangen: Ich

  299. Arndt Weinhold

    wollte, ich hatte mich schon angemeldet in Karl-Marx

  300. Arndt Weinhold

    Stadt, also das ist jetzt Chemnitz,

  301. Arndt Weinhold

    an der Hochschule. Und dann war ich in Siegmar,

  302. Arndt Weinhold

    was ja die Zentrale von der Wismut war, und habe mich da

  303. Arndt Weinhold

    erkundigt, welche Möglichkeiten es für mich gibt,

  304. Arndt Weinhold

    wenn ich dann die Studien beendet habe. Und da haben sie gesagt, wenn sie die beendet haben, da sind die Planstellen nicht frei.

  305. Arndt Weinhold

    Und ich sage, na wann denn? Und dann haben die gesagt, da gibt es keine Planstellen, da arbeitest du dann genauso als Elektriker wie vorher.

  306. Arndt Weinhold

    Da habe ich gesagt, das studiere ich nicht. Warum?

  307. Arndt Weinhold

    Das wären ja dann wieder fünf Jahre oder sechs Jahre gewesen, die man studiert hat und kein Geld verdient hat. Da habe ich gesagt, das mache ich nicht.

  308. Arndt Weinhold

    Und dann habe ich natürlich als Elektriker gearbeitet und wieder kein Geld verdient. Und dann habe ich gesagt, jetzt wird der Hauer gemacht.

  309. Arndt Weinhold

    Gut, man hat immer die Möglichkeit gesehen,

  310. Arndt Weinhold

    mir ist es ja so gegangen,

  311. Arndt Weinhold

    dass man dann doch einen Unfall hat, aber

  312. Arndt Weinhold

    von uns sind eigentlich etliche zur Bestimmung gegangen, eben

  313. Arndt Weinhold

    um Geld zu verdienen. Das hat aber nichts mit dem zu tun, oder die meisten wussten ja gar nicht, dass man ja auch etliche Vorteile hat.

  314. Arndt Weinhold

    Das hat sich ja dann im Nachhinein auch rasch ergeben. Ja zur Frühschicht, ja.

  315. Arndt Weinhold

    4:15 Uhr fuhr

  316. Arndt Weinhold

    die Straßenbahn oder der Bus auf den Bahnhof. Ich muss das so anfangen.

  317. Arndt Weinhold

    Es ging den ganzen Tag im Laufschritt.

  318. Arndt Weinhold

    Also früh aufstehen,

  319. Arndt Weinhold

    da

  320. Arndt Weinhold

    wurde kein Frühstück gemacht, anziehen, Straßenbahn oder Bus fuhr dort auch. Und dann wurde auf den Bahnhof gegangen, dort hatten wir die halbe Stunde Zeit, sich auszuruhen nochmal.

  321. Arndt Weinhold

    Und dann ging es vom Bahnsteig aus im Laufschritt bis unter

  322. Arndt Weinhold

    Tage und dann ging es so weiter. Also

  323. Arndt Weinhold

    wir hatten vom Aussteigen vom

  324. Arndt Weinhold

    Zug bis unter Tage ging es nur

  325. Arndt Weinhold

    straff. Und dann hatten wir unter Tage die 5 oder 10 Minuten Zeit in der Steigerbude.

  326. Arndt Weinhold

    Also Steigerstube, das war so ein Raum,

  327. Arndt Weinhold

    der neben der Strecke aufgefahren war,

  328. Arndt Weinhold

    wo der Steiger seine ganzen Pläne und seine

  329. Arndt Weinhold

    Arbeitsvorbereitung machen konnte.

  330. Arndt Weinhold

    Und dort haben wir uns getroffen und dann wurde wie

  331. Arndt Weinhold

    gesagt,

  332. Arndt Weinhold

    der Arbeitsauftrag gegeben und dann wurde vor Ort gegangen.

  333. Arndt Weinhold

    Oder man hatte von der anderen Schicht schon den Arbeitsauftrag gehabt und konnte gleich vor Ort

  334. Arndt Weinhold

    Arbeitsauftrag gehabt und konnte gleich vor Ort gehen. Und dann wurde ja auf Leistung gearbeitet.

  335. Arndt Weinhold

    Das war wirklich richtig stressig. Da ging es nicht hinlaufen.

  336. Arndt Weinhold

    Da wurde alles gerannt. Nur um richtig Geld zu verdienen.

  337. Arndt Weinhold

    Und auch um einen Plan zu schaffen. Wir hatten ja auch Vorgaben gehabt, die waren schon an der Grenze.

  338. Arndt Weinhold

    Sicherlich hat man dann auch welche dabei gehabt,

  339. Arndt Weinhold

    solche Arbeitskollegen, die dann so nicht mitgezogen haben.

  340. Arndt Weinhold

    Da haben die Kollegen schon drauf geguckt,

  341. Arndt Weinhold

    dass derjenige auch

  342. Arndt Weinhold

    mitarbeitet. Die ganzen Arbeiten, unter Tage, waren ja auch schwer.

  343. Arndt Weinhold

    Ich bin ja auch nicht groß.

  344. Arndt Weinhold

    Aber von mir hat man das auch verlangt,

  345. Arndt Weinhold

    dass ich einen 3,50 Meter Stempel

  346. Arndt Weinhold

    Länge, solchen Durchmesser, alleine die Strecke lang schaffe oder vom Abbau. oder auf dem Abwager. Das war so.

  347. Arndt Weinhold

    Da konnte man nicht einen zweiten Mann holen. Also wir sind, wir haben acht Stunden gearbeitet.

  348. Arndt Weinhold

    Aber da ging halt das Einfahren und das Ausfahren mit drin. Die ganze Zeit haben wir acht Stunden gearbeitet.

  349. Arndt Weinhold

    Das war geschuldet, drei Schichten, drei mal 8 sind 24. Wir sind ausgefahren.

  350. Arndt Weinhold

    Der Schacht hat ja die Werktätigen raus und

  351. Arndt Weinhold

    rein gefahren. Und wenn die Seilfahrt zu Ende war, also wenn jemand zu spät kam, da war es vorbei.

  352. Arndt Weinhold

    der durfte einsteigen. Und dann gab es auch weniger Geld.

  353. Arndt Weinhold

    Das haben sie sich nicht lange angeguckt. Also 180 Meter einsteigen war schon eine Herausforderung.

  354. Arndt Weinhold

    Aber deswegen kam da keiner zu spät. Deswegen sind die alle zur Seilfahrt auch zur Zeit da gewesen.

  355. Arndt Weinhold

    Und es hat sich auch jeder dran gehalten. Zur Seilfahrt war das so gewesen, man ist ja aus dem Zug ausgestiegen oder aus dem Bus.

  356. Arndt Weinhold

    Es sind ja viele auch aus dem Erzgebirge oder so mit dem Bus gekommen. Da sind jeden Tag über 100 Busse gefahren, zu jeder Schicht.

  357. Arndt Weinhold

    Und die zwei Züge hier extra noch. Und die Arbeiter haben sich umgezogen. Die

  358. Arndt Weinhold

    sind aus St. Weißkau.

  359. Arndt Weinhold

    Also da hat man die guten Sachen ausgezogen.

  360. Arndt Weinhold

    Dann ist man in die andere Kaue,

  361. Arndt Weinhold

    also das ist ein ganzer Komplex gewesen,

  362. Arndt Weinhold

    wo die einzelnen Schränke,

  363. Arndt Weinhold

    bei uns im Schacht waren es Schränke,

  364. Arndt Weinhold

    in anderen Schächten waren es Seilzüge.

  365. Arndt Weinhold

    Da hatten wir das Schloss aufgemacht, den

  366. Arndt Weinhold

    Seilzug runtergelassen, die Sachen hingehängt, wieder hochgehangen. Das war der Vorteil, da waren die Sachen eher trocken.

  367. Arndt Weinhold

    Bei uns in den Schränken, da liefe unten warme Luft durch,

  368. Arndt Weinhold

    dass die Sachen wieder trocken wurden.

  369. Arndt Weinhold

    Da hat man sich dann in der Schwarzkaue

  370. Arndt Weinhold

    ausgezogen, also in der Weißkaue

  371. Arndt Weinhold

    ausgezogen, in der Schwarzkau, die Arbeitssachen angezogen, Gummistiefel, Helm,

  372. Arndt Weinhold

    Gürtel und ist dann in die Lampenstube gegangen. Dort

  373. Arndt Weinhold

    hatten wir die Kopflampe,

  374. Arndt Weinhold

    die war im Gürtel festgemacht,

  375. Arndt Weinhold

    die Seilfahrtsmarke,

  376. Arndt Weinhold

    den Selbstretter. Und dann hat man sich angestellt und dann

  377. Arndt Weinhold

    ging es dann in die Schale,

  378. Arndt Weinhold

    da hatten wir drei Etagen, da

  379. Arndt Weinhold

    gingen jeweils elf Mann rein, Gatter zu,

  380. Arndt Weinhold

    ab.

  381. Arndt Weinhold

    Und unten stand der Zug bereit,

  382. Arndt Weinhold

    der hat ihn dann in den Gruppenbau gebracht und dort haben

  383. Arndt Weinhold

    sich dann die Leute verteilt in die eigenen Orte.

  384. Arndt Weinhold

    Da haben wir ja Brigaden gehabt,

  385. Arndt Weinhold

    die Strecken gefahren haben, also diese Vorrichtungen,

  386. Arndt Weinhold

    damit man überhaupt in den Abbau konnte.

  387. Arndt Weinhold

    Und dann hatten wir Überhauenbrigaden gehabt,

  388. Arndt Weinhold

    die die Schächte von den Strecken nach über da gebracht haben, also nach oben. Und von dort aus wurde dann der Abbau getrieben.

  389. Arndt Weinhold

    Ich war immer in Abbaubrigaden. Habt ihr noch Fragen?

  390. Arndt Weinhold

    Wir haben gearbeitet für

  391. Arndt Weinhold

    den Frieden.

  392. Arndt Weinhold

    Das

  393. Arndt Weinhold

    war so, wirklich so, dass man gesagt hat,

  394. Arndt Weinhold

    wir produzieren Erz für

  395. Arndt Weinhold

    den Frieden. Das ist einmal die Propaganda und einmal hat man das ja selber gewusst.

  396. Arndt Weinhold

    Aber wir haben ja auch gewusst, dass

  397. Arndt Weinhold

    da die Atomkraftwerke davon betrieben werden.

  398. Arndt Weinhold

    Atomeisbrecher hätte viel

  399. Arndt Weinhold

    mehr Forschung betrieben werden müssen,

  400. Arndt Weinhold

    um die Atomenergie

  401. Arndt Weinhold

    besser, sauberer

  402. Arndt Weinhold

    zu machen und auch sicherer.

  403. Arndt Weinhold

    Das gab es sicherlich,

  404. Arndt Weinhold

    dass die Atomenergie, wo das in den Anfangsjahren war,

  405. Arndt Weinhold

    wo die ganzen Länder gearbeitet haben und geforscht haben

  406. Arndt Weinhold

    mit der Atomenergie,

  407. Arndt Weinhold

    dass die gesagt haben.

  408. Arndt Weinhold

    Alle Länder haben gesagt,

  409. Arndt Weinhold

    wir brauchen spaltbares Material,

  410. Arndt Weinhold

    um die Bomben herzustellen.

  411. Arndt Weinhold

    Es hätte nicht sein müssen, denn die Anlagen gehen auch

  412. Arndt Weinhold

    so zu betreiben, dass man kein spaltbares Material

  413. Arndt Weinhold

    dafür hat,

  414. Arndt Weinhold

    sondern eine sichere Arbeitsweise der

  415. Arndt Weinhold

    Atomkraftwerke.

  416. Arndt Weinhold

    In

  417. Arndt Weinhold

    Norwegen hatten sie sowas gemacht,

  418. Arndt Weinhold

    da wurden Salzkraftwerke

  419. Arndt Weinhold

    entwickelt,

  420. Arndt Weinhold

    wenn eine Störung auftritt,

  421. Arndt Weinhold

    also die wurden direkt in den Salzstock oder in den

  422. Arndt Weinhold

    Behälter, also im kleinen, kann man sich das

  423. Arndt Weinhold

    vorstellen, in dem

  424. Arndt Weinhold

    kleinen Salzwasser, stark mit Salz

  425. Arndt Weinhold

    halte ich,

  426. Arndt Weinhold

    und wenn eine Störung auftritt,

  427. Arndt Weinhold

    geht das Wasser weg, Und da steht der Salzstock da und es

  428. Arndt Weinhold

    kommt gar nicht zur Strahlung. Und so gibt es mehrere Entwicklungen noch mit dieser Atomenergie, die nicht verfolgt wurde.

  429. Arndt Weinhold

    Deswegen war ich eigentlich der Meinung,

  430. Arndt Weinhold

    man hätte das müssen weiter betreiben, weil das ja die sauberste Energie ist, meiner Meinung nach. Okay.

  431. Arndt Weinhold

    Und die billigste. Also nach der Anschaffung von den Kraftwerken hat man unendliche Möglichkeiten, Energie zu produzieren.

  432. Arndt Weinhold

    Zumal das ja wirklich war so,

  433. Arndt Weinhold

    diese zwei Mächte,

  434. Arndt Weinhold

    die ja eigentlich den Krieg alle zusammen gewonnen haben, haben sich auf einmal so gegeneinander gestellt. Musste ja auch nicht sein.

  435. Arndt Weinhold

    Nee, ich war schon dafür. Erstens mal hat das ja geprägt, weil ja die Eltern ja oder der Vater ja sowieso in der Partei war.

  436. Arndt Weinhold

    Und zu der Zeit,

  437. Arndt Weinhold

    wo ich aufgewachsen bin und wo ich dann in die Lehre

  438. Arndt Weinhold

    gegangen bin, da noch, da hat man ja gesehen, dass es in der DDR aufwärts ging. Hat man ja wirklich gespürt.

  439. Arndt Weinhold

    Und dann in den 1980er Jahren, wo

  440. Arndt Weinhold

    sie dann noch die kleinen Betriebe enteignet haben,

  441. Arndt Weinhold

    dort haben sie wirklich den Fehler gemacht,

  442. Arndt Weinhold

    dass sie der Bevölkerung das genommen haben,

  443. Arndt Weinhold

    dass sie sich selbst Waren des täglichen Bedarfs kaufen konnten. Das wurde ja dann alles auch weniger.

  444. Arndt Weinhold

    Und da hat man dann schon gemerkt, dass das nicht so richtig lief. Aber deswegen musste man doch nicht gegen Staat sein.

  445. Arndt Weinhold

    Wir haben das ja auch nicht

  446. Arndt Weinhold

    so gesehen als Diktatur. Sicherlich gab es nur eine Partei und sicherlich gab es nur jemanden, der das gesagt hat.

  447. Arndt Weinhold

    Aber es war ja immerhin noch für

  448. Arndt Weinhold

    den Frieden.

  449. Arndt Weinhold

    Wir wollten ja eigentlich,

  450. Arndt Weinhold

    und das hat mein alter Herr sowieso gesagt,

  451. Arndt Weinhold

    er hat gesagt, er war an der Ostfront,

  452. Arndt Weinhold

    hat gesagt: Nie wieder

  453. Arndt Weinhold

    Krieg. Und deswegen haben wir gesagt, wir wollen nie wieder Krieg.

  454. Arndt Weinhold

    Jetzt haben wir ihn.

  455. Arndt Weinhold

    Und er hatte, mein alter Herr hat auch noch gesagt, das war

  456. Arndt Weinhold

    ein ganz Schlauer,

  457. Arndt Weinhold

    Der war wirklich sehr schlau

  458. Arndt Weinhold

    und da hat er sich auch mit den ganzen politischen Sachen sehr

  459. Arndt Weinhold

    auseinandergesetzt.

  460. Arndt Weinhold

    Der hat gesagt, wenn ein Staat so arm ist oder

  461. Arndt Weinhold

    so arm wird, dass er sich nichts mehr kaufen kann,

  462. Arndt Weinhold

    dann öffnet er wieder die ganzen Bergwerke, die er irgendwann

  463. Arndt Weinhold

    mal geschlossen hat. Er wird jede Ressource wieder nutzen, die er in seinem Land hat. Da sind wir

  464. Arndt Weinhold

    dort. Mein alter Herr ist 2014 gestorben.

  465. Arndt Weinhold

    Er war 87 Jahre alt, obwohl er im Bergbau gearbeitet hat.

  466. Arndt Weinhold

    Das muss man mit dazusagen, denn sie sind ja nicht alle an

  467. Arndt Weinhold

    der Lungenkrankheit gestorben,

  468. Arndt Weinhold

    weil sie im Bergbau gearbeitet haben.

  469. Arndt Weinhold

    Das habe ich vorhin gesagt,

  470. Arndt Weinhold

    es wurde ja alles mit der Arbeitssicherheit auch

  471. Arndt Weinhold

    besser gemacht. Wenn sich die Bergleute daran auch gehalten haben, dann ist es auch so geworden.

  472. Arndt Weinhold

    Denn viele haben es ja auch dann nicht so umgesetzt, wie es gemacht werden sollte. Nee, das waren wieder die eigenen. Also

  473. Arndt Weinhold

    jeder war ja für sich und für andere verantwortlich. Also

  474. Arndt Weinhold

    diese Die Arbeiter, die

  475. Arndt Weinhold

    haben ja nicht gegen die Regeln in dem Sinne verstoßen,

  476. Arndt Weinhold

    damit sie jemandem anders schaden können,

  477. Arndt Weinhold

    sondern sie haben sich ja selbst geschädigt,

  478. Arndt Weinhold

    indem sie keinen Gehörschutz reingemacht haben

  479. Arndt Weinhold

    oder das Haufwerk nach dem Sprengen nicht abgespritzt haben. Also so, dass sie die Stäube bekämpft haben, das haben sie ja selber gemacht.

  480. Arndt Weinhold

    Aber am Ausbau oder an der Sicherheit selbst

  481. Arndt Weinhold

    haben sie alle gearbeitet, dass es wirklich sicher ist. Denn jeder, der einen Ausbau verkehrt gebaut hat, wusste, dass er dann selbst drunter liegen kann.

  482. Arndt Weinhold

    Oder wenn irgendwas nicht ordentlich gebaut wurde,

  483. Arndt Weinhold

    gerade der Ausbau oder diese Sachen,

  484. Arndt Weinhold

    wenn man vor Ort gegangen ist und noch nicht ausgebaut war,

  485. Arndt Weinhold

    wurde dann eben die ganze

  486. Arndt Weinhold

    der Grubenbau abgerissen, mit langen Stangen,

  487. Arndt Weinhold

    damit ja nichts lose

  488. Arndt Weinhold

    hängt, was einem da auf den Kopf fallen könnte.

  489. Arndt Weinhold

    Also das haben sie schon gemacht,

  490. Arndt Weinhold

    aber eben gerade mit Belüftung,

  491. Arndt Weinhold

    Entlüftung,

  492. Arndt Weinhold

    das haben sie eben wenig gemacht. Und dann gab es eben auch Geldabzüge und dann haben sie das auch gemacht.

  493. Arndt Weinhold

    Also das wurde dann schon immer besser und die Leute haben sich auch dran gehalten. Das Wissen war auch da von der Strahlung.

  494. Arndt Weinhold

    Die Strahlung selbst ist ja nicht das Gefährliche unter Tage. Untertage.

  495. Arndt Weinhold

    Und das ist auch über Tage. Wenn du im Hochgebirge bist, hast du genau solche Strahlung wie wir Untertage.

  496. Arndt Weinhold

    Aber das Gas, dieses Radon-Gas hat

  497. Arndt Weinhold

    ja die Partikel, die Gase, die hat man eingeatmet

  498. Arndt Weinhold

    und da waren diese Radon mit drin und den hat man eingeatmet und dann hat er sich in der Lunge festgesetzt. Und diese Radongase, die waren das Gefährliche. In

  499. Arndt Weinhold

    Königstein zum Beispiel haben sie das so gehabt,

  500. Arndt Weinhold

    dass sie den Grubenbau unter Druck gesetzt haben.

  501. Arndt Weinhold

    Die haben große Ventilatorstationen hingesetzt und haben

  502. Arndt Weinhold

    den Grubenbau unter Druck gesetzt,

  503. Arndt Weinhold

    dass aus dem Gestein das Gas nicht austreten konnte.

  504. Arndt Weinhold

    Da hatte man große Türen

  505. Arndt Weinhold

    gehabt,

  506. Arndt Weinhold

    die gingen nur hydraulisch oder pneumatisch auf. Oder wenn man dann so ein Fenster aufgezogen hat und man konnte es selber aus... Da musste man aber sich dagegen stellen. Also

  507. Arndt Weinhold

    so ein Druck war da in diesem Grubenbau. Da haben die versucht, das Gas im Grubenbau zu halten.

  508. Arndt Weinhold

    Also im Gestein.

  509. Arndt Weinhold

    Und ansonsten musste man eben, gerade um Gase zu binden,

  510. Arndt Weinhold

    das Gestein abspritzen, dass eben diese Dämpfe

  511. Arndt Weinhold

    so nicht ausgetreten sind. Das wurde damit

  512. Arndt Weinhold

    Jaja,

  513. Arndt Weinhold

    gesagt, es wurde gleich von Anfang an

  514. Arndt Weinhold

    gesagt, es ist ein gefährlicher

  515. Arndt Weinhold

    Beruf, wo man auch in Gefahren treten kann,

  516. Arndt Weinhold

    wo man selber nicht schuld ist oder wo

  517. Arndt Weinhold

    auch Na, das kann eben sein, dass da solche Situationen sind,

  518. Arndt Weinhold

    die man nicht vorhersehen kann.

  519. Arndt Weinhold

    Obwohl ja der Gesundheits

  520. Arndt Weinhold

    und Arbeitsschutz sich dafür eingesetzt hat, dass es eben

  521. Arndt Weinhold

    so wenig wie möglich eben Unfälle gibt. Aber im Arbeitsprozess ist es halt so, steckt man nicht dahinter.

  522. Arndt Weinhold

    Es war genauso, es war ausgebaut. Aber wir hatten wenig Platz.

  523. Arndt Weinhold

    Wir haben ja die

  524. Arndt Weinhold

    Überhaue hochgefahren. 1,20 m x

  525. Arndt Weinhold

    Aus diesem Überhau, da war ein Meter zwanzig mal drei Meter 3,60 m. Da hatten wir drei Trüme drin. Ein

  526. Arndt Weinhold

    Trum ist dort,

  527. Arndt Weinhold

    wo man das Gezäh und das Material hochzieht. Dann hat man einen Trum, da konnte man hochsteigen auf die Fahrten.

  528. Arndt Weinhold

    Und einen Trum hat man gehabt,

  529. Arndt Weinhold

    wo die Masse reingeschüttet wurde. Und die wurde unten abgezogen über Schütten. Da wurde der Zug,

  530. Arndt Weinhold

    die Hunte wurden dort langgezogen,

  531. Arndt Weinhold

    entweder von der Lok oder mit einer Seilwinde.

  532. Arndt Weinhold

    Und dann standen die direkt unter dieser Rampe,

  533. Arndt Weinhold

    die wurde aufgemacht und dann konnten wir die Masse

  534. Arndt Weinhold

    rausziehen. Wir haben dort oben gerade einen zweiten Schuss machen wollen und hatten dort oben wenig Platz.

  535. Arndt Weinhold

    Und der Kollege hat die Bohrmaschine gehalten. Das war ja abgedeckt, dieser Überhau.

  536. Arndt Weinhold

    Und der hat die Stütze gehabt und die

  537. Arndt Weinhold

    Bohrmaschine und ist immer mit der Stange abgerutscht, dort

  538. Arndt Weinhold

    wo die Löcher hin

  539. Arndt Weinhold

    müssen. Und da habe ich die Stange angehalten und da ist oben das,

  540. Arndt Weinhold

    was man vorher nicht gesehen hat, auf

  541. Arndt Weinhold

    so einer glatten Schicht, wo der Erzgang drin war, das

  542. Arndt Weinhold

    Wasser dazu gekommen und da ist das Gestein rausgerutscht. Und das haben wir vorher nicht gesehen.

  543. Arndt Weinhold

    Da lag ich dann drunter. Was ich dann nicht mehr gemerkt habe. Oder

  544. Arndt Weinhold

    ich weiß nicht, wie viel es war. Kann ich nicht sagen.

  545. Arndt Weinhold

    Wir waren von der Grundstrecke eine Fahrt hoch und haben dann dort aufgeschossen. Naja.

  546. Arndt Weinhold

    Und eigentlich hat's gar nicht so schlimm ausgesehen. Aber dann, das Rindchen war, dann, wo das Röntgen war, wo die mich dann im Krankenhaus... Und dann war die

  547. Arndt Weinhold

    Wirbelsäule gebrochen, also die Halswirbelsäule gebrochen. Kann zusammenwachsen, kann man...

  548. Arndt Weinhold

    Aber ich hab... Seitdem hab ich Schmerz.

  549. Arndt Weinhold

    Davon hat niemand eigentlich was erzählt. Nee, davon... Das hat mit Schweigen eigentlich

  550. Arndt Weinhold

    so nichts zu tun, weil ja

  551. Arndt Weinhold

    die oder meine Eltern, die haben ja auf so einem Dorf gewohnt oder einer Kleinstadt. Da ist das ja nicht hingekommen.

  552. Arndt Weinhold

    Keine Meinung dazu. Also jedenfalls wüsste ich nicht, auf welcher Seite ich mich da schlagen sollte.

  553. Arndt Weinhold

    Sicherlich wurden die Arbeiter… paar hatten schlechte Bedingungen

  554. Arndt Weinhold

    gehabt und wenige gute

  555. Arndt Weinhold

    Bezahlung. Und dass man das natürlich so niedergeschlagen hat, war ja auch nicht in Ordnung.

  556. Arndt Weinhold

    Wo wir wieder beim Politischen

  557. Arndt Weinhold

    sind.

  558. Arndt Weinhold

    Bundesrepublik oder die anderen Mächte haben da ja auch

  559. Arndt Weinhold

    schon dran gedreht, um das zu verändern,

  560. Arndt Weinhold

    um die DDR ja schon gleich

  561. Arndt Weinhold

    wieder mit zu wieder mit zwei Namen. vereinnahmen. Und die Sowjetunion wollte ja auch

  562. Arndt Weinhold

    nicht, dass das Bollwerk, die DDR, also dieser Raum, den sie ja noch hatten, verloren geht. Die wussten es alle.

  563. Arndt Weinhold

    Also zumindest in dem Raum hier in Sachsen oder Thüringen

  564. Arndt Weinhold

    wusste jeder über die Wismut Bescheid.

  565. Arndt Weinhold

    Die haben sich zwar immer mal aufgeregt,

  566. Arndt Weinhold

    weil die Wismut-Kumpel Südfrüchte

  567. Arndt Weinhold

    und Vorteile hatten,

  568. Arndt Weinhold

    aber sie haben ja auch nicht gesehen, dass die alle schwer gearbeitet haben. Für den Fürnfrieden.

  569. Arndt Weinhold

    Frieden Die Bevölkerung hat das ja schon mitgekriegt,

  570. Arndt Weinhold

    dass die

  571. Arndt Weinhold

    Strahlung nicht unbedingt erhöht wurde.

  572. Arndt Weinhold

    Die Grubenlüfter,

  573. Arndt Weinhold

    die hatten ja auch Dämpfer drin und

  574. Arndt Weinhold

    die Abluft wurde schon

  575. Arndt Weinhold

    so hingelegt,

  576. Arndt Weinhold

    dass es nicht unbedingt die Bevölkerung trifft.

  577. Arndt Weinhold

    Aber die Strahlung der Halden an

  578. Arndt Weinhold

    sich war schon ein bisschen

  579. Arndt Weinhold

    höher.

  580. Arndt Weinhold

    Die Bevölkerung, die

  581. Arndt Weinhold

    zum Beispiel in Ronneburg gewohnt hat,

  582. Arndt Weinhold

    die waren ja immer daran interessiert,

  583. Arndt Weinhold

    so wenig wie möglich vom Bergbau abzubekommen.

  584. Arndt Weinhold

    Aber im Endeffekt haben

  585. Arndt Weinhold

    die Bergbaubetreiber, also die SDAG,

  586. Arndt Weinhold

    schon die Fehler gemacht, dass sie nicht die Sanierung

  587. Arndt Weinhold

    es hat ja das Geld gefehlt,

  588. Arndt Weinhold

    die Sanierung gleich mitgemacht haben.

  589. Arndt Weinhold

    Also diese Abraumhalden oder sowas gleich mit abzudecken

  590. Arndt Weinhold

    oder so zu verwahren, dass es nicht

  591. Arndt Weinhold

    so gefährlich ist.

  592. Arndt Weinhold

    Es wird ja auch zum größten Teil übertrieben mit

  593. Arndt Weinhold

    den, denn der Abraum hat ja eigentlich keine Strahlung

  594. Arndt Weinhold

    oder fast nicht. Denn das war ja taubes Gestein.

  595. Arndt Weinhold

    Im Endeffekt sind die Messungen auf der Halde schon höher

  596. Arndt Weinhold

    gewesen, aber die haben ja

  597. Arndt Weinhold

    so viel wie möglich von dem abgebauten Gestein zum Verarbeiten gebraucht. Die hätten ja nichts weggeschmissen.

  598. Arndt Weinhold

    Aber ihr habt schon recht. Dadurch,

  599. Arndt Weinhold

    dass das Geld nicht da war, wurde

  600. Arndt Weinhold

    ja der ganze Aufwand nicht betrieben, um

  601. Arndt Weinhold

    das doch

  602. Arndt Weinhold

    so gering wie möglich zu halten. Die

  603. Arndt Weinhold

    Es ist ja die

  604. Arndt Weinhold

    wurde schon informiert,

  605. Arndt Weinhold

    aber viele hatten ja gar kein Interesse daran,

  606. Arndt Weinhold

    sich zu informieren. Also die Bevölkerung in den angrenzenden Gebieten, die waren schon informiert, was da so abging.

  607. Arndt Weinhold

    Zum Beispiel waren ja auch die ganzen Bergleute aus den

  608. Arndt Weinhold

    einzelnen Ortschaften. Es war ja nicht so, dass die von denen gar nichts gewusst haben.

  609. Arndt Weinhold

    Das könnte keiner sagen. Ja, und die, denen es halt nicht genehm war, die haben sich dann eben auch aufgelehnt.

  610. Arndt Weinhold

    Nicht erst 1989 oder

  611. Arndt Weinhold

    so, das war ja auch schon vorher. Dann wurde ja reagiert und wurde dies oder jenes auch abverändert.

  612. Arndt Weinhold

    verändert. So in dem Sinne, so

  613. Arndt Weinhold

    wie Aufstand oder wie hunderte Leute sich

  614. Arndt Weinhold

    da, da wurde ja immer entweder an die

  615. Arndt Weinhold

    Stadt, die Leute haben sich dann an die Stadt gewandt

  616. Arndt Weinhold

    und die Stadt hat sich an den Betrieb gewandt,

  617. Arndt Weinhold

    wenn irgendwas nicht in Ordnung war. Also es wurde nicht mit Hurra oder Geschrei, das wurde dann auch intern mit den Leuten geklärt.

  618. Arndt Weinhold

    Also wenn man zu DDR-Zeiten ein Problem hatte,

  619. Arndt Weinhold

    ob das nur mit Wismut war oder ob ihn das selbst betroffen

  620. Arndt Weinhold

    hat mit irgendwas anders,

  621. Arndt Weinhold

    hat man sich an den Rat der Stadt gewandt

  622. Arndt Weinhold

    und die haben dann gesagt,

  623. Arndt Weinhold

    wir ändern das oder wir helfen Ihnen. Also ich kann mich nicht beschweren, dass jemand irgendwie gesagt hat, das machen wir nicht.

  624. Arndt Weinhold

    Man konnte bloß nicht hingehen und sagen: Hier, ich fordere das. Man muss das schon ein bisschen diplomatisch machen.

  625. Arndt Weinhold

    Wie heute genauso.

  626. Arndt Weinhold

    Wie eben gesagt,

  627. Arndt Weinhold

    da waren keine Gelder da,

  628. Arndt Weinhold

    die das hätten zugelassen,

  629. Arndt Weinhold

    dass sich der Betrieb oder die SDAG

  630. Arndt Weinhold

    oder die Wismut sich schon so profiliert, dass sie sagen könnte, wir bereinigen das gleich. Im Nachhinein hätte man schon mehr dafür tun können.

  631. Arndt Weinhold

    In Königstein hat man das zum Beispiel. Schon zu DDR-Zeiten.

  632. Arndt Weinhold

    Naturschutzgebiet. Und der Uranabbau, da war ja nun eigentlich gar nicht zu vertreten.

  633. Arndt Weinhold

    Und die haben die Halden nicht irgendwo hingebaut,

  634. Arndt Weinhold

    die haben die Täler zugeschüttet. Demzufolge konnten die, wenn die das Teil zugeschüttet haben, gleich abdecken.

  635. Arndt Weinhold

    Also so haben die den Abraum gar nicht erst irgendwo

  636. Arndt Weinhold

    hinhauen können.

  637. Arndt Weinhold

    Wenn und und wenn, wenn diese diese Vorgaben, die es heutzutage

  638. Arndt Weinhold

    gibt, noch besser eingehalten werden,

  639. Arndt Weinhold

    also dieser dieser Strahlenschutz und dieser dieser

  640. Arndt Weinhold

    Umweltschutz mehr berücksichtigt werden

  641. Arndt Weinhold

    würde, könnte man

  642. Arndt Weinhold

    das Uran durchaus weiter abbauen. Ja, ich sage ja, ich habe noch Arbeitskollegen, mit denen ich treffe ich mich noch. und die arbeiten ja

  643. Arndt Weinhold

    noch.

  644. Arndt Weinhold

    Die ganze Arbeit ist ja nun viel, viel geringer

  645. Arndt Weinhold

    geworden,

  646. Arndt Weinhold

    sodass ganz wenige Leute noch bei der Wismut,

  647. Arndt Weinhold

    zumindest nicht in Thüringen arbeiten.

  648. Arndt Weinhold

    Und das läuft dann hinaus,

  649. Arndt Weinhold

    dass die ganzen über-Tage-Arbeiten zur

  650. Arndt Weinhold

    Sanierung noch nicht abgeschlossen sind. Das wird sicherlich noch bis 2030 gehen, wenn nicht noch länger.

  651. Arndt Weinhold

    Das habe ich nicht verstanden, dass das so sein musste,

  652. Arndt Weinhold

    dass das wieder so hergerichtet wird, wie es ehemals war.

  653. Arndt Weinhold

    Man hat ja die ganzen Profilierungen,

  654. Arndt Weinhold

    die vorher waren, gerade was in Lichtenberg war,

  655. Arndt Weinhold

    so einen Aufwand betrieben, dass das alles wieder so hergestellt worden ist. Das habe ich nicht verstanden.

  656. Arndt Weinhold

    Lichtenberg war ja der

  657. Arndt Weinhold

    Tagebau.

  658. Arndt Weinhold

    der ja verfüllt worden ist jetzt,

  659. Arndt Weinhold

    wo ich damals gesagt

  660. Arndt Weinhold

    habe, sollen die doch

  661. Arndt Weinhold

    die Halden begradigen, abdecken,

  662. Arndt Weinhold

    fertig und den Tagebau für den Müll, den deutschlandweit ist, nehmen und den dort reinschütten. Wäre eine gute Alternative gewesen.

  663. Arndt Weinhold

    Auf alle Fälle, das hat ja der ganzen Region in Aufschwung

  664. Arndt Weinhold

    gebracht, weil ja diese Großevents werden ja

  665. Arndt Weinhold

    so unterstützt,

  666. Arndt Weinhold

    dass da für die Städte und umliegenden Dörfer

  667. Arndt Weinhold

    ja sehr viel getan wurde.

  668. Arndt Weinhold

    Und für die Infrastruktur, selbst von Gera und

  669. Arndt Weinhold

    diesem Areal,

  670. Arndt Weinhold

    was früher die Wismut belegt hatte,

  671. Arndt Weinhold

    wieder neu gestaltet wurde. Wismut

  672. Arndt Weinhold

    allein ist es ja nicht, es ist

  673. Arndt Weinhold

    ja die bergbautechnischen Sachen,

  674. Arndt Weinhold

    die sollten schon den anderen Generationen

  675. Arndt Weinhold

    weitergegeben werden. Und die Aufarbeitung der Wismut ist ja ein Teil davon.

  676. Arndt Weinhold

    Also die Bergleute sind meiner Ansicht nach,

  677. Arndt Weinhold

    die alle hier im Thüringer Raum gearbeitet haben,

  678. Arndt Weinhold

    vor den Kopf gestoßen worden. Das

  679. Arndt Weinhold

    waren ja alles Arbeiter,

  680. Arndt Weinhold

    die sich als Bergleute

  681. Arndt Weinhold

    gesehen haben.

  682. Arndt Weinhold

    Und 1990 war abrupt ein Ende von jeglichem

  683. Arndt Weinhold

    Ansehen oder

  684. Arndt Weinhold

    von der Wertschätzung dieser

  685. Arndt Weinhold

    Arbeit, die die Bergleute an sich selber gemacht haben,

  686. Arndt Weinhold

    nicht bloß, weil es Wismut war! Die

  687. Arndt Weinhold

    Kohlebergleute, die sind so mit Geldern,

  688. Arndt Weinhold

    wenn die in Ruhestand gegangen sind, verabschiedet worden. Davon konnten wir nur träumen.

  689. Arndt Weinhold

    Es wurde uns regelrecht… na

  690. Arndt Weinhold

    sozusagen angefeindet,

  691. Arndt Weinhold

    weil wir ja Bergleute bei der Wismut waren. Früher hat die Stadt Gera jedes Jahr den Tag des Bergmanns gefeiert.

  692. Arndt Weinhold

    Das gibt es nicht mehr. Die Bergleute sind eigentlich nichts mehr.

  693. Arndt Weinhold

    Gerade hier in Thüringen.

  694. Arndt Weinhold

    In Sachsen ist es noch ein bisschen was anders,

  695. Arndt Weinhold

    weil ja die Knappschaften schon

  696. Arndt Weinhold

    von Urzeiten an,

  697. Arndt Weinhold

    also von dem Mittelalter bis jetzt, ihre

  698. Arndt Weinhold

    Knappschaften hatten

  699. Arndt Weinhold

    und die Pflege des Bergbaus wurde ja dort viel mehr betrieben. Hier

  700. Arndt Weinhold

    in Thüringen ist das überhaupt nicht gemacht worden

  701. Arndt Weinhold

    und das ist sehr schade für alle die Bergleute, die ehemals hier gearbeitet haben. Das wird jetzt schwierig sein.

  702. Arndt Weinhold

    Sicherlich sollte das den der Bevölkerung und

  703. Arndt Weinhold

    jetzt die Jugend, die jetzt noch da ist,

  704. Arndt Weinhold

    mit dargelegt werden,

  705. Arndt Weinhold

    dass es ja hier mal Bergbau gegeben hatte,

  706. Arndt Weinhold

    dass es ja auch Fortschritte in der Entwicklung des Bergbaus sowieso

  707. Arndt Weinhold

    gegeben hat,

  708. Arndt Weinhold

    aber die Bergleute an sich,

  709. Arndt Weinhold

    die das jetzt noch betreffen würde,

  710. Arndt Weinhold

    die sind ja zum Teil oder zum größten Teil weggezogen

  711. Arndt Weinhold

    und zum Teil verstorben

  712. Arndt Weinhold

    und dann sind sie ja auch schon

  713. Arndt Weinhold

    alt.

  714. Arndt Weinhold

    So alt, dass sie sagen,

  715. Arndt Weinhold

    was wollen die jetzt noch hier mit diesen Traditionen oder so

  716. Arndt Weinhold

    von uns. Die hätten sollen damals sagen: Hier, wir schließen den Bergbau.

  717. Arndt Weinhold

    Wollt ihr nicht woanders im Bergbau anfangen? Solche Arbeiten hätten ja ausgebildete Leute die wurden nicht gebraucht.

  718. Arndt Weinhold

    Sind Sie selbst persönlich irgendwie im Bergbautraditionsverein aktiv? Nein. Die Wessis wissen gar nichts von uns.

  719. Arndt Weinhold

    Der größte Teil der westdeutschen

  720. Arndt Weinhold

    Bevölkerung, die waren noch nicht mal im

  721. Arndt Weinhold

    Osten. Wenn meine Tochter, die hat ja einen Wessigeheiratet, einen aus Baden-Württemberg.

  722. Arndt Weinhold

    Wenn die nicht hier geheiratet hätten, wäre diese Verwandtschaft nie hierher gekommen. Die wären noch nicht im Osten gewesen.

  723. Arndt Weinhold

    Die sind auch jetzt noch nicht wieder da gewesen. Also glauben Sie, dass das Wissen sehr fehlt, gerade über das Wirken der Wismut?

  724. Arndt Weinhold

    Die müssen das nicht wissen,

  725. Arndt Weinhold

    das interessiert die auch nicht.

  726. Arndt Weinhold

    Zum Beispiel gibt es ja vieles im Internet,

  727. Arndt Weinhold

    wo man dann recherchieren kann und da kann man schon viel

  728. Arndt Weinhold

    erfahren, wenn man es möchte. Oder wenn man überhaupt weiß, was war “Wismut”, worum ging es da.

  729. Arndt Weinhold

    Mich persönlich hat es nie betroffen,

  730. Arndt Weinhold

    aber ich wurde schon gefragt über

  731. Arndt Weinhold

    Personen aus meinem Umfeld.

  732. Arndt Weinhold

    Zum Beispiel, wir haben ja in einem Elfgeschosser gewohnt,

  733. Arndt Weinhold

    da haben mich dann die Kollegen oder diese

  734. Arndt Weinhold

    Staatssicherheit mussten sich auch zu

  735. Arndt Weinhold

    erkennen geben, weil sie ja persönlich gefragt haben.

  736. Arndt Weinhold

    Und da haben sie dann eben gefragt nach den Personen im

  737. Arndt Weinhold

    Haus, es waren ja Spezielle da, im ersten Stock oder

  738. Arndt Weinhold

    so und in so einem großen Haus. Hatten

  739. Arndt Weinhold

    wir zwar einen guten Tag und

  740. Arndt Weinhold

    man hat auch sich draußen getroffen oder hat mal einen

  741. Arndt Weinhold

    Grillnachmittag gemacht,

  742. Arndt Weinhold

    aber ansonsten hat man ja von den meisten nichts,

  743. Arndt Weinhold

    konnte man ja nicht. Ja, ja, ja, aber das musste nicht unbedingt die Stasi sein.

  744. Arndt Weinhold

    Wurde bei uns in den Spendengeld geklaut. Oder Wertsachen. Und die haben

  745. Arndt Weinhold

    sie dann auch rausgekriegt. Also Und die haben sie dann auch rausgekriegt.

  746. Arndt Weinhold

    das war dann schon sowas. Es war eben nichts Politisches, dann im Endeffekt, aber da waren sicherlich die Kollegen da mit dran.

  747. Arndt Weinhold

    Und in so einem großen Betrieb oder in den großen Betrieben

  748. Arndt Weinhold

    waren ja diese Mitarbeiter,

  749. Arndt Weinhold

    die hatten ja da eigene Räume und eigene

  750. Arndt Weinhold

    Mitarbeiter.

  751. Arndt Weinhold

    Aber so, dass man jetzt sagen könnte,

  752. Arndt Weinhold

    es hat jemand einen bespitzelt, das habe ich nicht mitgekriegt. Ich habe auch meine Akte nicht angefordert.

  753. Arndt Weinhold

    Ich weiß sicherlich, dass ich eine habe. Es sind ja auch ein paar Vorkommnisse mit, die werden ja zuerst eingetragen.

  754. Arndt Weinhold

    Im Betrieb schon. Ja,, ja ja.

  755. Arndt Weinhold

    Zumal auf der Ebene,

  756. Arndt Weinhold

    ich habe ja dann bei der GAS gearbeitet,

  757. Arndt Weinhold

    ich war ja mit dem Betriebsdirektor oder

  758. Arndt Weinhold

    mit der Kadereabteilung immer im Gespräch.

  759. Arndt Weinhold

    Obwohl ich ein kleiner Mitarbeiter war,

  760. Arndt Weinhold

    aber ich musste mich ja über alle… och

  761. Arndt Weinhold

    kannte ja die ganzen Werktätigen und da musste ich mich ja mit denen unterhalten. Da wurde aber nie das politisch dargelegt.

  762. Arndt Weinhold

    Es wurde sich halt darüber unterhalten,

  763. Arndt Weinhold

    ob das nur jemand war, der

  764. Arndt Weinhold

    von der Stasi war oder nicht.

  765. Arndt Weinhold

    Die gehörten halt… zu dem Kreis,

  766. Arndt Weinhold

    die damit rumsaßen,

  767. Arndt Weinhold

    um da verschiedene Sachen zu besprechen. Die waren schon da.

  768. Arndt Weinhold

    Und wenn man nicht unbedingt

  769. Arndt Weinhold

    eine Straftat gegen den Staat oder direkt gegen Staat

  770. Arndt Weinhold

    aufgetreten ist,

  771. Arndt Weinhold

    hat man die auch nicht zu Gesicht bekommen. oder es wurde dann auch nichts.

  772. Arndt Weinhold

    Ich wüsste nicht, wer sich da von unseren Leuten...

  773. Arndt Weinhold

    Sicherlich, wenn man dann sowas gemacht hat,

  774. Arndt Weinhold

    dass man dann nicht zur Armee gehen wollte oder

  775. Arndt Weinhold

    sowas, da

  776. Arndt Weinhold

    waren sie dann schon dran.

  777. Arndt Weinhold

    Oder wenn man einen Ausreiseantrag gestellt hat,

  778. Arndt Weinhold

    das wurde dann schon alles abgegrast im Umfeld, was, warum und weshalb. Wer ist da mit beteiligt?

  779. Arndt Weinhold

    Da haben sie schon geguckt.

  780. Arndt Weinhold

    Ja, erstens wollte ich gar nicht wissen,

  781. Arndt Weinhold

    ob jemand aus meinem Umfeld

  782. Arndt Weinhold

    da was gemacht hat. Und zweitens ist es ja für mich persönlich auch nicht relevant.

  783. Arndt Weinhold

    Ich habe keinen Nachteil davon gehabt.

  784. Arndt Weinhold

    Und warum soll ich mir den Stress

  785. Arndt Weinhold

    antun,

  786. Arndt Weinhold

    um jemanden dann zum Feind zu machen oder zu sagen, ja,

  787. Arndt Weinhold

    ich kann dich nicht mehr leiden.

  788. Arndt Weinhold

    Sicherlich gibt es überall solche Leute,

  789. Arndt Weinhold

    die dann gefragt wurden, wie ich auch, über andere Leute,

  790. Arndt Weinhold

    die dann gesagt haben, na ja,

  791. Arndt Weinhold

    und dann hat er sich vielleicht falsch ausgedrückt und schon steht da was in der Akte drin. Das ist heute genauso.

  792. Arndt Weinhold

    Wenn die Polizei jemanden befragt oder wenn die Hooligans

  793. Arndt Weinhold

    da festnehmen, dann kommen die auch im Umfeld und fragen, woher das ist. Ist genau das Gleiche. Ich

  794. Arndt Weinhold

    muss noch dazu sagen,

  795. Arndt Weinhold

    das war natürlich zu den Zeiten anders. Die Polizei war eine Institution und da hat sich keiner oder ganz wenige dagegen aufgelehnt.

  796. Arndt Weinhold

    Heutzutage. Ich verstehe das gar nicht, warum die Polizei mit sich das machen lässt.

  797. Arndt Weinhold

    Richtig Respekt. Wir sind über den Rasen gerannt, da kam der ABV und hat uns zur Rede gestellt, da stand man stramm.

  798. Arndt Weinhold

    Der hatte was zu sagen. Also der Abschnittsbevollmächtigte, das war ein Polizist, ein ganz einfacher Polizist.

  799. Arndt Weinhold

    Da hatte jeder Zug davor gehabt und das hat mit Stasi überhaupt nichts zu tun. Das war einfach eine Respektsperson.

  800. Arndt Weinhold

    Das haben die Leute heutzutage auch nicht mehr.

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