Klaus Brodale

Lebenslauf
Klaus Brodale zieht als Kind von Postangestellten mit 10 Jahren nach Ronneburg, wo er den Lebensstandard der Wismut-Mitarbeiter:innen früh mitbekommt. Er wird Hauer, doch kann aufgrund von gesundheitlichen Leiden nicht im Schacht weiterarbeiten. Er entscheidet sich gegen die Arbeit über Tage und wird auf Umwegen Stadtarchivar.
Gesamtinterview
Geboren bin ich am 11.
Januar 1953 in Zipsendorf,
das war der Stadtteil von Mäusowitz.
Ich dort in den Kindergarten gegangen und auch in
die Schule.
Mit zehn Jahren bin ich dann mit meiner Familie nach
Ronneburg gezogen und habe dann Ronneburg bis zur zehnten
Klasse die Schule besucht.
Ich bis dahin aber zur Wismut überhaupt keine Verbindung
gehabt, auch meine Eltern nicht.
Die waren bei der Deutschen Post beschäftigt.
Die Region, der ich geboren bin,
war durch den Braunkohlenbergbau geprägt,
aber auch mit dem hatte ich relativ wenige Berührungspunkte.
Zipsendorf, war ein relativ großes Dorf,
auch mit einer Neubausiedlung durch den Braunkohlenbergbau.
Nach dem Verzug nach Ronneburg war ich in der Stadt wohnhaft
und habe dort da meine Eltern bei der Post waren,
einer Dienstwohnung im alten Postamt in Ronneburg gewohnt.
Die waren bei der Deutschen Post.
Meine Mutter war Zustellerin,
sie hat Zeitungen und Briefe ausgetragen
und mein Vater war im Fernmeldebau tätig.
Meine Eltern waren beide Umsiedler.
In meiner frühesten Kindheit habe auch noch kennengelernt,
dass zum Beispiel die Lebensmittelversorgung nicht ganz
unkompliziert war.
Es gab alles auf Marken und wir hatten ja kein Hinterland.
Wie die Bauernfamilien dort in den Zipsendorf,
da sah das natürlich ganz anders aus.
Da hat man sich bisschen zurückgesetzt gefühlt.
In Ronneburg hat sich das zwar
abgemildert, aber trotzdem fortgesetzt.
Ronneburg war nach meiner Erfahrung zweigeteilt.
Es gab die alte Stadt, da wo ich auch gewohnt habe,
wo ich auch zur Schule gegangen bin,
und es gab die neue Welt.
Das war immer die Bezeichnung für die Neubauten,
die für die Wismutbeschäftigten da errichtet worden sind.
Ursprünglich waren die in großen Barakenlagern
untergebracht,
und in Richtung Großenstein, also rechts von der Straße,
ebenfalls ein großes Barakenlager,
wo viele Wismutbeschäftigte ursprünglich gelebt haben nach
ihrer Arbeit.
Durch den Bau dieser Neubauten hat ein großer Teil die
Wohnung bekommen.
Da hat man schon gemerkt, wir die Kinder aus der neuen Welt.
Bei uns braucht man gar nicht erklären zu wissen,
was damit gemeint ist.
Wir relativ wenig Kontakte.
Wir auch eine Ursache, hatten eine eigene Schule.
Dann ganz wenige von dort die Schillerschule die wieder im
älteren Stadtbereich gelegen hat, besucht.
Das hat sich dann erst in der Jugendzeit ein bisschen
verändert.
Man hat natürlich auch als Kind gemerkt,
dass die Beschäftigten bei der Wismut über ein
entsprechendes Einkommen verfügten,
was durchaus höher war als das bei normalen
Berufen, normalen Anführungszeichen.
Und auch, dass die Versorgung für diese Wismutbeschäftigten
eine ganz andere gewesen ist.
In Ronneburg gab es halt Geschäfte,
wo es die modernsten Schuhe für die Frauen ganz schnell zu
beeindrucken gab.
Die hat man aber nur kaufen können,
wenn man entsprechende Talons hatte.
Also berechtigt war, solche Schuhwaren zu kaufen.
Die anderen haben halt mit dem Durchschnitt leben müssen.
Die auch relativ früh alle ein Auto und Fernseher.
Das waren Sachen,
die bei uns relativ spät erst gekommen
sind.
Ja, sowohl als auch,
ich habe die zehnte Klasse mit sehr gut abgeschlossen,
sodass eigentlich schon die Vorstellung war,
später mal zu studieren.
Allerdings hatte ich da schon meine Frau kennengelernt.
da war die gemeinsame Vorstellung,
eigene Familie zu gründen, eigene Wohnung zu haben,
relativ schnell geboren,
sodass ich das ein bisschen zurückgeschoben habe.
Es hat sich aber in Ronneburg angeboten,
ich habe da schon geschildert, dass es Unterschiede gab,
dass man durchaus das Bestreben hatte, durchaus in
so einen Beruf einzusteigen.
Ich habe dann nach der zehnten Klasse bei der Wismut eine
Berufsausbildung absolviert mit Abitur.
habe dort Bergbau-Fahrarbeiter mit Abitur gelernt,
umgangssprachlich Hauer.
Das sind die die unter Tage das Erz abgebaut haben,
die Strecken aufgefahren haben.
Und das für mich eigentlich auf der Hand.
Es ist gerade mindestens zwei Gründe,
wahrscheinlich noch ein paar mehr.
Ne, erst nicht.
Ich bin dann relativ schnell zu meiner Frau und zu ihren
Eltern mitgezogen.
Die hatten halt noch ein Kinderzimmer übrig gehabt,
das wir dann bewohnt haben,
dann haben wir schon das erste Kind.
Aber umziehen müssen, das war ja dort nicht gegeben.
Man hat ja in Ronneburg ganz nah dran gelebt.
Also man kam relativ schnell auf die Arbeitsstätte oder auf
die Lehrstätte, weil es ein ausgeprägtes,
ausgeklügeltes System des Personentransportes gegeben
hat, was perfekt funktioniert hat.
Da könnte man überhaupt nicht sagen,
ich habe dann in Gera gelernt,
in Wismut-Berufsschule in Zwitsen.
Und auch von da nach Hause war es überhaupt kein Problem.
Überall fuhren Wismut-Busse, und zwar hunderte.
Ja, das dürfte ja bekannt sein,
dass es gerade beim Kauf eines Autos entsprechende
Wartelfristen gegeben hat.
Und die waren natürlich für Beschäftigte der Wismut ein
ganzes Stück kürzer.
Aber es war nicht so dass man nicht warten musste.
Da waren schon ein paar Jahre ins Land gegangen, bis man
so ein Auto kriegen konnte.
Für mich stand das persönlich damals aber nicht an
erster Stelle.
Für mich war meine Familie wichtiger,
als ein Auto zu besitzen und da eine
ordentliche Wohnung einzurichten.
Ich habe dann relativ schnell auch eine Neubauwohnung
bekommen in Lousan.
Da hat es dann nicht lange gedauert,
da kam auch schon das zweite Kind.
Deswegen habe ich auch nicht sofort nach der Lehre den
Wunsch gehabt, zu
Studieren.
Wobei jetzt eine Tätigkeit
als Werkbauwissenschaftler
auszuüben hat mich damals nicht interessiert oder nicht
besonders gereizt.
Was anderes war es die Tätigkeit Untertache.
Das war ein Beruf, der mir wahnsinnig viel gegeben hat.
Aber dann nur in der Verwaltung umzusetzen,
das war nicht meins.
Und wie lange war der Hin und Rückweg mit dem
Bus? Das ist unterschiedlich.
Von Ronneburg war das vielleicht eine Viertelstunde.
Da gab es eine zentrale Abfahrtsstelle am Bahnhof
in Ronneburg.
Und von da fuhren Busse auf alle möglichen Schachtanlagen.
Von Gera war es dann schon bisschen aufwendiger,
weil die Wismut dann ja auch ein eigenes
Bahnsystem eingerichtet hat.
Nicht nur für den Gütertransport von dem Erz in die
Ausbreitung nach Selingstedt,
sondern auch für den Personentransport auf die Schächte.
Da gab es dann in Gera die Möglichkeit,
Südbahnhof oder am Hauptbahnhof in die Züge einzusteigen,
nachdem man mit Zubringerbus in der Wismut aus dem Nürnberg
wieder hingefahren worden ist und ist dann auf die Schächte
gefahren.
Das war ein relativ langes Prozedere.
Die Fahrten an sich, gingen relativ schnell.
Aber bis wir die Vorstellung haben,
dann ist man durch eine Kontrolle erstmal in das
Schachtgelände rein.
Wenn man noch bisschen Zeit halte,
isst man noch mal die Wismutküche und hat noch was gegessen.
Dann musste man sich umziehen, musste die Sachen anziehen.
Es dann auch wieder sehr dreckig,
es ist geteilt in Weiß und Schwarzkaue.
Dann stand man an zur Seilfahrt,
weil in der Schachtanlage konnte immer nur eine Sohle
angefahren werden, wo die Beschäftigten nach unten gebracht
wurden und die anderen natürlich gleichzeitig nach oben.
Und hat dann noch oft einen relativ langen Weg bis zu seinem
eigentlichen Betriebspunkt gehabt.
Erst dann hat man angefangen mit Arbeiten.
Zurück zu war das natürlich ganz genauso.
Das mal geschätzt,
vielleicht drückt mich da auch die Erinnerung ein bisschen.
Acht Stunden pure Arbeitszeit waren das nicht das
war weniger.
Es gab drei Schichten, also 24 Stunden,
mehr war ja nicht möglich am Tag.
Und ich denke mal, zwei Stunden, zweieinhalb Stunden,
vielleicht auch drei Stunden sind insgesamt mit den anderen
Sachen umziehen, Duschen, Essen, Zugfahren,
Busfahren, bis man dann wieder zu Hause draufgegangen.
Das schon eine recht lange Zeit.
Ich glaube, man dann schon langsam wieder auf die Gerechnung
hat, dass schon fertig machen und sich
wieder auf Arbeit geht.
Wir haben schon eine ganze Menge unternommen,
aber Erschöpfung war natürlich auch da.
Solange die Lehrzeit ging, war das noch nicht so schlimm.
Aber es gab dann schon Schichten,
die dann richtig krass waren.
Da ist man schön im Bus eingeschlafen und im Zug wieder und
hat zu tun gehabt, dass man nach Hause kam,
ist man umgefallen und hat geschlafen,
ist dann aufgestanden und wieder auf Arbeit gegangen.
Im Privatbereich hatte ich relativ viele Freunde
in Ronneburg.
Das hat mit Freizeitaktivitäten zu tun gehabt,
die für uns damals interessant waren,
die uns Spaß gemacht haben,
wo wir eine gewisse Erfüllung gefunden haben,
einen Austausch gefunden haben.
Und auf der Arbeit direkt ist es so,
dass im Regelfall immer zwei Bergleute zusammengearbeitet
haben, also immer Zweierteams.
Ganz selten war es der Fall,
dass man alleine gearbeitet hat,
weil da die Gefahr relativ groß war,
dass bei irgendeinem Unfall oder Unglück keine Rettung in
der Nähe gewesen wäre.
Und Freunde,
das waren Kumpel.
Und das ist das, was mich unter der Tafel wahnsinnig
fasziniert hat.
Das waren Menschen, auf die man sich hundertprozentig
verlassen musste und auch verlassen konnte.
Ich habe genau gewusst,
was mein Partner macht und der umgedreht.
Und man hat immer Rücksicht genommen und aufgepasst.
Das war im obersten Prinzip andererseits nicht funktioniert.
Weil als Bergmann hat man relativ viele Freiheiten.
Weil man die ganze Schicht fast alleine arbeitet.
Ja natürlich. Und da hat es auch Spaß gemacht.
Wenn das nicht gegeben wäre, wenn das bestört wäre oder was,
dann hat man mit den Kollegen nicht gerne
zusammengearbeitet.
Das ging auch meistens nicht lange gut.
Ich war dann in einer relativ guten Situation.
Ich hatte nach weniger Zeit,
nach meinem Auslangen, die Situation gehabt,
dass mein Brigadier einen Unfall hatte im
privaten Bereich und sehr lange ausgefallen ist.
Und da hat man sich das leicht gemacht und hat mir einfach
die Brigade übertragen.
Ich habe dann zwar auch gearbeitet,
aber ich musste alles andere noch nehmen,
weil ich Managing und konnte natürlich auch die Teams
so zusammenstellen.
Und hat man meinen alten Partner natürlich festgehalten.
war für mich klar.
Ja, Vorteil, ich habe ja genauso mitgearbeitet.
Vorteil habe ich da nicht gehabt,
aber ich konnte meinen Partner aussuchen.
Wenn man das so interpretieren möchte, ist es korrekt.
Man hat ja dann auch schon Erfahrungen gehabt mit der Zeit.
Es gab eine Aufgabenstellung am Schichtbeginn.
Und dann konnte man schon abschätzen,
wie kann ich das am effektivsten organisieren,
dass das relativ gut auch funktioniert.
Aber das Teufel steckt im Detail.
Es gab dann halt immer Komponenten die die Planung
durcheinander gebracht haben.
Da könnte es dann manchmal auch schon bisschen hektisch
werden, dass man das bis zum Schichtende letztendlich
geschafft hat.
Weil die nächste Schicht stand ja dann schon bereit und hat
sofort wie weit sein wollen, ist denn das nicht?
Da gab es immer große Diskussionen.
Am sichersten war es, wenn man das geschafft hat.
Und je mehr Erfahrung man hatte,
desto besser hat das funktioniert.
Man muss halt auch aufpassen.
Also es war eigentlich ungefährlich unter Tage.
Es auch viele schwere Unfälle, teilweise tödliche Unfälle,
über die nicht groß berichtet worden ist.
Aber das hat man schon immer gemerkt,
wenn man auf den Schacht kam.
Und zwar so eine gedrückte Stimmung.
Da wusste man sofort, dass irgendwas passiert jetzt in den
letzten Stunden.
Und meistens war es dann noch so.
Es gab eine Kleiderordnung natürlich.
Und es wurde auch Wert darauf gelegt auf die Sicherheit der
Bergleute.
Aus ganz pragmatischen Gründen.
Untertage, es ist fast überall nass.
Teilweise steht das Wasser sehr hoch.
Also was kann man keine Leserschuhe tragen?
Guck wie Stiefel.
Arbeitskleidung, warme Unterwäsche, einen Arbeitsanzug,
einen Helm der war ganz wichtig.
Weil sonst hätte es nur Schrammen gegeben.
Und natürlich Sicherheitsverkehrung.
Es gab einen Selbstretter, war eine Metallbuchse, ein Gerät,
man über einen relativ bestimmten Zeitraum
gefährliche Gase aus der Luft, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid,
ausbildern konnte.
Also mit einem Schlauch wie bei einer Gasmasse.
So ähnlich muss man sich das vorstellen.
Und sich da rechtzeitig noch in Sicherheit bringen konnte.
Dann gab es natürlich auch,
das war in jeder Schachtanlage so,
dass überprüft wurde, wo z.B.
konzentriert radioaktive Gase aufgetreten sind.
Dann durfte man dort nicht arbeiten.
Oder was ganz gefährlich war, diese Stäube.
Beim Bohren und beim Fördern Staub entstanden.
Da war nicht immer mit Feuchtigkeit gebunden.
Und den hat man eingeatmet.
Und da gab es halt in den frühen Jahren da wissen wir ganz
viele, die dann schwere Erkrankungen hatten und auch ganz
viele gestorben sind.
Und da wurden halt dann auch Vorkehrungen getroffen.
Das wurde zu einer Berieselung mit Beneblingsanlagen,
wo den Hauptvorderstrecken wo die Hunde die Beladenen,
durchgefahren sind, dass man diesen Staub bindet.
Oder wenn man in der Haubergruppe gesprengt
geschossen, dann sollte einem auch das Hauswerk,
das draus gesprengte Gestein, abgespritzt werden,
dass da Staub gebunden wird.
Staub war schon eine gefährliche Komponente.
Und nicht nur radioaktive Stäube.
Es gab auch bestimmte Schieferarten,
die letztendlich in der Lunge dann auch zu einer Reaktion
geführt haben.
Die gab es bestimmt. Aber auch das wurde nicht kommuniziert.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht gegeben hätte.
Also Gott sei Dank in der Brigade wo ich war,
gab es keinen tödlichen Unfall.
Es gab ein paar schwerere Unfälle.
nicht so dass die lebensbedrohlich gewesen haben.
Knochenbrüche oder sowas ist schon mal passiert.
Und da weiß ich aber,
dass die sich schon gekümmert haben.
Dabei natürlich auch wieder andere Extreme.
Denn wenn es ein Arbeitsunfall war,
es gab ja immer noch eine übergeordnete Leitungsebene.
Der Steiger, der Obersteiger,
die haben ja einen Teil ihrer Vergütung auch
als Prämien erhalten.
Und wenn in ihrem Zuständigkeitsbereich geholft
Arbeitsunfälle aufgetreten sind,
wurden diese Prämien gestrichen oder gekürzt.
Deswegen hatten die ein Interesse,
dass möglichst nichts passiert.
Ich habe selber so eine Situation gehabt.
habe mir bei Untertage beide Augen verätzt.
Und musste dann als Notfall von Untertage heraus
transportiert werden in die Augenklinik nach Gera.
Und ich konnte noch nicht wieder sehen.
Da standen die schon da und ich sollte irgendwelche
Dokumente unterschreiben, dass mir gar nichts passiert ist.
Und du brauchst dir keine Gedanken machen.
Du kriegst dein Geld ohne Einschränkungen.
Solange wie es dauert.
Aber ich sollte halt bestätigen,
dass ich entweder schuld dran war oder
ich kriege schon einen Schaden.
Ich gesagt, ich kann überhaupt nicht sehen,
was ich unterschreiben soll.
Da kann man sich vorstellen, in
so einer Situation da geht man nicht normal.
Da brechen die Emotionen durch.
Ich habe das getobt und habe die...
je in Gott bewahren. Wir waren ja nicht
Dumm.
Auf jeden Fall bei den schweren Unfällen.
nach meiner Kenntnis auf den Schächten oder der Belegschaft
offiziell nichts
Verkündet Worden.
War ja auch traurig genug, weil da waren alle deprimiert,
wenn so was war.
Nö. Das ist dann im Laufe der Jahre ausgeheilt.
Ist für alles vermerkt, das Gewebe noch.
Aber so, das ist keine Sichteinschränkung.
Ich Habe andere Schäden davon getragen.
Ich war dann sehr lange krankgeschrieben,
weil das auch ganz langsam kam.
Erst habe ich nur gar nichts gesehen und dann nur
so Schämen.
Das hat sich im Laufe der Zeit dann gebessert.
Ich kann es jetzt gar nicht mehr sagen,
wie lange ich da krank war.
Das hat relativ lange gedauert., ja, gekümmert.
Die Kollegen, ja, die haben mich nicht zusammengearbeitet.
Die hatten mich halt besucht.
Das habe ich vorhin gemeint, dass man da
so ein Vertrauensverhältnis hatte.
Vor allem, wenn man über lange Zeit oder längere Zeit mit
einem Partner zusammen dort gearbeitet hat,
hat man sich blind verstanden und auch füreinander
eingestanden.
Das fand ich immer bewundert zu werden.
Das habe ich auch später hin nicht erlebt.
Das war für mich ein Unterschied.
Ich bin gerne Bergmann gewesen.
Das hat mich auch stolz gemacht.
Ich war im Bergbaubetrieb in Schmirschau,
Bergfahrer im zentralen Materialtransport.
Dieser zentrale Materialtransport hatte die
Aufgabe, alle Grubenhölzer,
alle Schienen, alle Rohre von über Tage zu
den einzelnen Grubenrevieren zu bringen.
gerade das Grubenholz das war wahnsinnig schwer.
Man muss sich vorstellen,
teilweise sind starken Baumstämme 2,80
bis 4,50 m lang.
Die wurden von über Tage in Schmirschau durch ein Rohr nach
Untertach geworfen.
Im freien Fall sind die durch das Rohr das unten einen
90-Grad-Winkel hatte,
einen riesen Wasserbecken reingeschossen.
Dort haben wir die rausgefischt und haben die auf
Ketschreise das sind Transportwagen, rübergeschmissen,
aufgestapelt und haben da der Schicht manchmal so 200,
250 solche Baumstämme
erst mal geladen, dann gefahren.
Da oft genug was passiert, weil die Gleise an waren.
das war Bergbau, das war nicht wie Eisenbahn oder
Straßenbahn.
Da wäre das undenkbar, aber im Bergbau sieht das alles
bisschen anders aus.
Da konnte es auch passieren, im Rückzug war die Lok
entgleist und die Dinger sind ja teilweise auch ganz
schön schwer gewesen.
Also es war manchmal eine
Schinderei, wenn so etwas passiert ist.
Dann haben die dann bis an den Bestimmungsort gebracht und
dort wieder alles abgeladen.
Das war ich habe auch blaue Flecken auf den
Schultern gehabt, man da wieder rausstemmen musste,
um das einzugleisen.
Das war schon ziemlich schwer.
Da kam es dann halt auch relativ schnell.
Das vielleicht auch eine gute Spekulation.
Ich habe mit 17 Jahren dort angefangen und da war der Körper
noch nicht so weit entwickelt.
Habe aber alles mitgemacht. Ich wollte das ja auch.
Da kam es dann relativ schnell dazu,
dass ich immer mehr Probleme mit der Wirbelsäule
gekriegt habe.
Mehrmals musste ich dann vom Untertrag rausgeholt werden,
weil ich überhaupt nicht mehr hochkam.
Dass sich noch irgendwas gebickt hat,
auf einmal ging nichts mehr.
Da ist man auf allen Vieren da drum gekrappelt.
Sodass dann an mich herangetragen wurde,
dass es wohl besser wäre,
wenn ich untertragen meine Tätigkeit aufgeben würde.
Das hat sich dann im Laufe der Jahre immer
weiter verschlechtert.
Ich bin heute großflächig Wirbelsäulen versteift.
Halswirbelsäule, Lendenwirbelsäule. Kann kaum was tragen.
Nur ganz kurze Strecken gehen. Sitzen ist auch nicht ideal.
Außer mit meinem Spezialstuhl da komme ich super zurecht.
Aber auf einem normalen Stuhl geht es nicht lange.
Ich kann nicht mehr.
Aber das ist als Berufskrankheit natürlich nicht
anerkannt worden.
Ich war von Anfang an begeistert.
Ich habe das auch als Herausforderung betrachtet.
Das hat mich auch in gewissem Maße erfüllt.
Und das war ja sehr abwechslungsreich, die Arbeit.
Kann man schwer jemanden beschreiben der das nicht kennt.
Vielleicht haben es andere anders empfunden.
Ich habe es so empfunden. Ich war stolz, Bergmann zu sein.
Ich habe ja drei Schichten gearbeitet.
Ein Beispiel Frühschicht.
Man müsste schon relativ zeitig ausstehen.
Vier halb fünf.
Und schnell was frühstücken, einen Kaffee trinken.
Da müsste man schon losrennen,
weil es für die Busabfahrzeiten gab.
Da musste man da sein. Das hat auch perfekt geklappt.
Mit dem Bus bin ich zum Südbahnhof gefahren.
Von dort mit dem Zug nach Heizhain.
Da wurde ungespannt, weil ein Teil weiter in eine andere
Richtung gefahren ist.
Ich bin dann wieder mit dem Teil nach Schmierschau bzw.
Reust gefahren. Da wurde ein Bahnhof für beide
Schachtbetriebe.
Dann hat man auf die Uhr geguckt. ja, man einfährt.
Wenn da noch andere Solen bedient wurden,
wo Kumpel eingefahren und ausgefahren sind,
hat man ein bisschen mehr Lust gehabt,
dass man vielleicht noch mal schnell einen
Kaffee trinken gegangen.
Dann ist man ins Schachtgelände rein.
Also alles andere Küche und Kantine und sowas,
lag außerhalb.
Da gab es eine Kontrolle.
Durch die Wismuth-Polizei musste man seinen Betriebsausweis
vorzeigen.
Da wurde Wert drauf gelegt.
Es wurde schließlich auch Uranerz abgebaut.
Dann ist man in die Weißkauhe,
hat seine guten dort in
den Schrank gehängt.
Dann man durch den Gang in die Schwarzkauhe.
Da waren die Arbeitssachen.
Wenn irgendwas kaputt oder zu schmutzig war,
hat man das vorher noch getauscht.
Da hat man bloß Bescheid gesagt, ich brauche das und das.
das gekriegt und mitgenommen, hat sich dann umgezogen.
Dann gab es einen langen Gang,
wo sich die Einfahrende und die
Ausfahrende-Schicht getroffen hat.
Das war ein Spektakel, wenn man das miterlebt,
weil alles durcheinandergeschrien hat, total verrückt.
Es dort noch mal eine Verpflegungsstelle
gehabt,
wo man in Beuteln abgepackt hat dass man nicht mit den
schlammischen, staubischen Händen essen muss.
Obst, wirklich alles, da ein Obst gab.
war eine hervorragende Versorgung.
Bananen und Apfelsin gab es dort das ganze Jahr.
Milch abgepackt und belegte Brote.
Das war alles schon fertig gemacht.
Das hat man mitgenommen, in seinen Beutel gesteckt,
den man noch oben hängen gehabt hat.
Dann ist man in die Lampenstation gegangen,
hat seine Grubenlampe geholt.
Da gab es bei jedem eine eigene Nummer,
der die Lampe eingestellt war, wurde in den Regal gesteckt,
wenn man ausgefahren ist, und da wurde die aufgeladen,
bis man sie wieder entnommen hat.
Hat seinen Grubenretter,
den schon eine Selbstretter den man umgehabt hat,
da stand auch wieder mit einer Nummer da.
Hat aber alles eine Bedeutung gehabt,
wenn wirklich jemand mal verschollen gewesen wäre,
hätte man da feststellen können,
ob der ausgefahren ist oder nicht.
Dann gab zusätzlich noch ein Markensystem.
hatte eine Marke mit seiner Nummer,
die wurde dann untertage, wenn man eingefahren ist,
dem Förderkorb gab es Tafeln, und da wurde die angehängt.
Wenn man ausgefahren ist,
wurde das wieder aufgezogen und hat man seine
Nummer abgenommen.
Damit war die Kontrolle da,
wenn da welche hängen geblieben wären,
hätte man sofort gewusst, hier fehlen noch Bergleute.
Weil das macht man sich vielleicht keine Vorstellung.
Das ist nicht so,
als wenn man zu einem kleinen Besucherbergwerk geht.
Das zieht sich kilometerweit.
Von dem Schacht, ich war,
ist man um den Tagebau in Lichtenberg ringsrum gefahren und
kam dann fast in Kroppsdorf,
da war noch ein kleiner Schacht, da kam man wieder raus.
Es waren schon beide entfernt.
Da ist man zu seinem Betriebspunkt,
wenn es zu weit war zum Laufen,
gab es auch untertage Züge mit kleinen,
ganz engen Vakons,
und ist dann eine bestimmte Richtung gefahren worden,
dass man ausgestiegen ist.
Man wusste ja schon, was man für Aufgaben hat,
wie die Schicht vorher, wie weit die gekommen sind,
was vielleicht liegen geblieben ist.
Diese Informationen waren wichtig,
dass man da hingelaufen hat, hat angefangen zu arbeiten,
und wenn es stressig war, hat man auch keine Pause gemacht.
Das Essen und Milch und sowas hat man dann auf den Rückweg,
wenn man zum Ausfahren gegangen oder gerannt ist manchmal,
weil es einfach zu knapp geworden ist dann,
aber man wollte unbedingt noch was fertigbringen.
Da hat man das noch ganz schnell reingestopft.
Das war manchmal ein bisschen verrückt.
Wir haben uns mal ausgefahren, geduscht, rüber,
die eigenen Sachen wieder angezogen,
raus aus dem Schacht wieder mit Polizeikontrolle,
ob es um keinen Erz oder irgendwelche Minerale mitnimmt,
die Küche gegangen.
Da gab es eine ausgezeichnete Verpflegung des Betriebsessen
bei der Wismut war absolut top.
Wahlessen und feinsten Sachen,
richtig große Portionen,
selbst das hat manchmal nicht gereicht.
Man hat manchmal zwei Marken hingetan.
Hunger war dann schon da.
Dann wieder in den Zug, da ist man meistens schon
Eingeschlafen.
Dann wieder mit dem Bus, dann waren wir endlich zu Hause.
Ich schätze, man kann es jetzt nicht mehr so wissen.
ein paar Jahren war mit drei rum.
Da ich dann wieder da. Da muss man fragen, zu welcher Zeit.
Ich war ja knappe zehn Jahre bei der Wismut.
In den ersten Jahren
war ich ja trotzdem noch ein jugendlicher oder junger
Erwachsener.
Da gab es eine ganze Reihe von Möglichkeiten.
Als Schüler setzte ich ein.
Die Wismut war ja auch in Ronneburg präsent,
zum Beispiel im Sport.
Die Wismut hatte dort ein damals supermodernes Sommerbad
hingebaut, weil das alte abgerissen werden musste.
Da war ich im Schwimmen aktiv,
da war ich aber noch in der Schule.
Hab dann später auch noch in der Schule gewechselt zur
Leichtathletik.
Alles bei der BSG Wismut Ronneburg.
Am Anfang der Lehre habe ich dann mit Sport aufgehört.
Da wurde auf immer die Kultur interessant.
Da gab es in Ronneburg einen Single-Club.
Ein Single-Club war eine Gruppe junger Leute,
die politische Lieder gesungen hat,
die sich aber auch mit ihren eigenen Lebens und
Arbeitsumfeld beschäftigt hat.
Das hat mich nachgereizt. Meine Frau hat auch mitgemacht.
Das haben wir mit der 2. Hälfte
der 70er-Jahre bis dahin gemacht.
Dann wurde ich zur Armee eingezogen als zweifacher Vater.
war besonders hart.
Mein zweiter Sohn ist da gerade geboren worden.
habe den nach einem Vierteljahr das erste Mal gesehen.
Das war eine ganz interessante Zeit,
weil die jungen Leute auch damals nicht unkritisch waren.
war so bisschen dargestellt.
Das war schon sehr weit verbreitet.
Das politische Witz hat sowieso jeder gemacht.
In der Zeit war es schon gefährlich.
in den 70er 80er-Jahren war das nicht mehr
so dominant.
Da Gab es schon jedes Jahr eine
Werkstattwochen der Single Clubs.
Da sind wir auf den Gundermann mit seiner Seilschaft
getroffen.
Der war ja auch Bergmann.
Mit offenem Mund standen wir da.
Das hat uns wahnsinnig berührt,
was der für Texte gemacht hat.
Das war aber Das war bei uns auch
Gewesen.
Dass wir klassische Musik, der werber war,
ist kunstliche Leiter, uns vorgespielt, diskutiert,
erläutert.
Wir alle etwas mitgenommen.
Dann gab es auch Instrumentalunterricht.
Das ist reingekniet, eine Mühe gemacht.
Jeder sollte, wenn es nur ein Rhythmusinstrument war,
Aber jeder musste irgendetwas machen,
und die Wismut hat das ja alles bezahlt.
Wir haben gesagt, wir brauchen auch eine eigene Gesangsalar,
mit so und so viel Mikros und Ständern und Boxen und
Verstärker und Bassbox und die Instrumente und jene.
Die Wismut gut, dass sie was ausgeben konnte.
hatten eine Fongska, geiles Geld,
für solche Zwecke ausgegeben werden musste.
Das war mich ein Beweggrund,
warum ich zur Wismut mitgedankte.
Ich nachher der Auffassung und die Auffassung vertrete,
dass dieses atomare Gleichgewicht,
was dann nach dem Schlagzeug entschieden ist,
nicht nur Europa, sondern fast der ganzen Welt,
überhaupt der ganzen Welt,
über Jahrzehnte dem Frieden gesichert hat,
es gab keinen Atomkrieg, obwohl möglich gewesen wäre.
Ob wahrscheinlich Situationen da waren,
wo es hätte dazu kommen können.
ich sehe es so,
dazu habe ich mich beigetragen, und da bin ich stolz
Drauf.
Und ich wäre froh,
wenn es das militärische Gleichgewicht heute noch gäbe,
denn wenn man nämlich heute nicht
in der Situation in der wir
Sind, Dann müsste es keinen Krieg geben.
Und den besten Punkt in dieser Entwicklung,
es gibt halt zwei Riesen und Machtzentren in der Welt,
hatten wir gehabt,
als die Atomwaffenabrüstung in Gang gekommen war.
Sowas würde ich mir wünschen, wenn wir an Zugenpunkt mal
wieder kommen würden.
Weil das war das Einzige, vernünftig war und was Gefahr
abgewendet hat, oder minimiert hat wenigstens.
Aber wir waren, jetzt bin ich abgeschleift, Entschuldigung,
wir waren bei der Kultur.
Also wir haben uns gesagt, sowas können wir auch.
Und da haben wir uns Lieder rausgesucht von anderen
Textern und Komponisten, die da vielleicht passen könnten,
aber so richtig zufrieden hatten uns das nicht gestellt und
kamen dann drauf,
dass wir ein durchaus szenisch gestaltetes Programm
entwickelt haben mit Sprechtexten, mit Rezitationen,
aber auch mit eigenen Liedern und Songs,
wo wir
uns dem Thema Wismut gewidmet haben.
Und da war zum allerersten für uns von
Interesse,
Wie
Die Wismut unseren Lebensalltag in Ronneburg
beeinflusst.
Und da haben wir das Ronneburglied, ich weiß nicht,
kennst du das?
Zwischen Thüringen und Sachsen liegt
Ronneburg eine schöne Stadt.
Es wäre der Heilbad und auch Quellen, die sie heute,,
nicht mehr hat.
Dafür sind es aber halten. Schön wie eine Mädchenbrust.
Weithin grüßen sie ins Land rein.
Sie zu sehen ist eine Lust.
War natürlich zwar sarcasmus,
den haben wir bei uns in der Wohnung ausgedacht,
da war fast die gesamte Truppe da.
Die meisten saßen auf dem Fußboden,
so viel Platz hatte ich ja gar nicht.
Das heißt, wir haben früh mit den Texten darauf geeinigt und
haben das dann in Form einer Moritat.
Da gab es früher ganz oft wo man zu Bildern dann
gezeigt hat und vorgetragen hat,
möglichst einfache Texte die sich da reintan.
Auch dazu haben wir Bilder entwerfen lassen.
Da ist diese Frau dargestellt in die Landschaft mit den
Zwiehalden und die wurden dann projiziert bei der Aufführung
Ach, überall.
Ich habe mir mal was rausgesucht.
Das war in den Arbeiterfestspielen, da ich auch zu sehen,
halb halb verdeckt hinten.
Das war dann auch mal bei so einer Werkstattwoche da wurde
auch über uns geschrieben.
Bei den Arbeiterfestspielen hat man dann mit unserem
Programm aus Auserfolg, eine Goldmedaille gekriegt.
Weil das aber auch wieder eine Bergbauregion war.
Das zwischen Dresden und Cottbus.
Und das war so der Geschirrplan, das ist unser Programm.
Auf dem Schinzen unten, da,
wenn wir darüber gesprochen hatten, habe ich gesagt,
wir müssen noch was haben.
Da steht noch alles, wer wohin läuft und wo welche
Technik steht.
Und das hat uns halt wahnsinnig Spaß gemacht.
Wir hatten auch das Glück,
lief alles über das Bergerbettl Clubhaus in Ronneburg.
Und da gab es als künstlerischen Leiter einen jungen Mann,
der von der Hochschule für Musik im Weimar gekommen war
als Absolvent.
Und der hat sich bei uns mit integriert.
Hatte natürlich wahnsinns Ahnung. Da musste z.B.
bei diesen Moritaken Gesang immer die Klarinette spielen.
Wissen Sie, ob ihr mich wirklich kennt?
Und dann ging das los mit den Sprechgesang.
Da hat der Ausreiseantrag gestellt und war dann weg.
Ja, war eine sehr interessante Geschichte.
Aber ich bin dann Mitte der 70er-Jahre zur Mee
einberufen worden.
Und da ist die ganze Geschichte auseinandergelaufen.
War schade. Und später waren wir zu alt dafür.
Ja, da war ich weiter bei der Wismut,
aber da gab es den Ziegenclub gar nicht mehr.
Da hat ja die Leute alle gekannt und angesprochen.
Ich war ja nicht der Einzige.
Da sind glaube ich drei oder vier von den Jungs gleichzeitig
einberufen worden.
Und das waren so die am meisten den Hinterstand, die Macher,
die es zusammengehalten haben.
Ja, und so war es das. War schade.
Also das denke ich heute noch dran. War eine tolle Sache.
Und ich finde es heute noch wichtig,
dass man sich mit solchen Mitteln auch politisch äußert
Das passiert viel zu wenig.
Ich habe gar keine Aufnahmen.
Das wäre sowieso so eine Sache,
weil Sie gesagt haben mit Quellen zur Wismut.
Das habe ich seit der Wende äußerst bedauert,
dass gerade auf dieser Strecke in den ganzen Clubhäusern,
jede Schachtanlage hat ein Clubhaus unterhalten in
irgendeinem.
Da ist zu viel zusammengekommen.
Da ist zu viel fotografiert worden.
In Ronneburg hatten hauptamtliche Fotografen mit einem
riesen Fotolabor und zigtausenden von Fotos.
Ich garantiere, ist nicht ein einziges im Wismut erschief.
Die sind alle weg. Die alle entsorgt.
Und das ist schade. Genauso auf den Schächten.
Was wir heute an Fotos von Untertage haben,
sind alles Fotos, die in der Wendezeit aufgenommen worden
sind oder die Leute mit einer Ausnahmegenehmigung mal
aufnehmen durften.
Da wurde aber auch vorgeschrieben,
was und wo die wann und wen fotografieren sollen.
Die genauso Fotografen gehabt, die Wismut.
Theoretisch wäre alles zu dokumentierbar.
Manchmal kommen ja so paar Filme oder Filme, Schnipselchen,
die ich natürlich mit großem Interesse anschaue.
Ich habe nämlich auch von mir noch ein Foto,
ganz außergewöhnlich.
So sah ich aus, bevor ich eingefahren bin.
Nee, das ging überhaupt nicht.
Also da war ich viel zu kaputt und dann noch groß.
Aber manche haben es noch gemacht.
Doch, so bisschen nebenher habe ich immer noch gemacht.
Stimmt, wenn Sie mich jetzt so fragen.
Aber das war dann relativ schnell zu Ende.
Man hat sich da auch körperlich verändert,
erst einmal durch die Arbeit.
Ist breiter geworden, mehr Muskeln entwickelt, gut gegessen.
Hat sich auch niedergeschlagen.
Vorher war es so ein Strich in der Landschaft.
Da war dann nicht mehr viel.
Also, hat das viel mehr Zeit in Anspruch genommen.
Aber da haben wir auch gefiebert,
weil wir die nächste Probe haben und da wieder
zusammenkommen.
Das war so eine Bewegung, die es mal gab,
wo viele darüber gelacht haben,
dass die Brigaden bei der Wismut in ihrem
Kulturhaus in Berührung mit
Kultur kommen sollten.
Das nannte sich ökonomisch-kultureller
Leistungsvergleich.
Zum Wortungetümen,
also abgehörst wurde es immer als Öko-Lei.
war die eigene Betätigung,
die stand da hinten an.
Seitdem hat jemand in seiner Brigade,
den man da vorzeigen könnte,
auch das war Teil unseres Programms.
So was kam nämlich auch mit vor.
Das waren auch Sachen, die uns da geärgert haben,
dass man das in den Schuhen inszeniert hat mit
einem Haufen Geld.
Und da gab es dann eine große
Auswertung, wie toll sich da die Brigaden da jetzt
eingebracht haben.
Und auch der hat Rückschlüsse auf die
ökonomische Entwicklung.
Ja gut, dann haben gelacht,
aber es gab dann eine große Feier.
Und da sind dann alle gerne hingegangen,
weil da war natürlich Geld und Potenzial da.
Das hat sich die Wismut immer was kosten lassen.
Überhaupt Feiern bei der Wismut, war
Immer Nicht ohne.
Ja, der Tag des Bergmanns, stand dann im Mittelpunkt.
Aber auch wenn man
so eine Geschichte wie zum Beispiel diese Goldmedaille bei
den Arbeiterfestspielen, da wurde man schon eingeladen.
Und da groß aufgefahren und getrunken.
Das Trinken war eh
Ein Problem.
muss man fragen, welcher Alkohol.
Weil es wurde schon nach meiner Meinung
oft auch sehr differenziert.
Man kann nicht alles über einen Kamm scheren.
Problemteil waren natürlich die Berge bei der Schnaps.
Weil es da für den Kumpel unter Tage vier und mehr Liter
Schnaps im Monat gab.
Da musste man erstmal wegtrinken.
Das nie gemacht, aber man hatte ein tolles Tauschmittel.
Man konnte damit alles, nicht alles,
aber vieles leichter kriegen.
Als wenn man ankam und sagte, ich habe Geld.
Und ansonsten da haben doch nicht
Bier getrunken.
An dem Single Club.
Wenn wir die Proben beendet hatten,
sind wir halt in die Gaststätte eingerückt und saßen bis sie
die Zwischenwoche gestellt haben. Minerale hatte ich mal
Getauscht.
Ich hatte Moped, Club Reifen.
Oder Forma Caput hat man es immer repariert und hat bestimmt
was gegeben.
Also die unmöglichsten Sachen. Das war halt bekannt.
Manche die nicht Wismut waren, dann schon gefragt,
ob sie Grubenschnaps kriegen können.
Dann hat man entweder diese kleinen Kärtchen 700 Gramm stand
da drauf, oder man eine Flasche gehabt.
hat man eingetauscht.
Ansonsten wurde der verwendet, da was weiß ich,
Obst einzulegen.
Schwarze Joannisbeeren war der Renner.
Da wurde mit dem Wismutschnapp was angesetzt.
Den haben die Frauen besonders gerne getrunken.
Und Eierlikör.
Nur kurze Zeit habe ich dann meinen Schwiegereltern
übergeben,
weil mir das zu viel wurde. Ich war dann mehr der
Helfendetail.
Und der Feiernden natürlich.
Und ich feiere mich dann ganz groß.
Das ist aber ganz normal.
Ich denke, ist heute einer jungen Menschen
überhaupt nicht anders.
Wenn es eine Gelegenheit gibt, wo man zusammen sein kann,
dann feiert man das.
Klar da wird alles beredet.
Was man ansonsten mit sich rumschleppt,
das war uns eben wichtig.
Da sehe ich auch keinen großen Unterschied heute.
Neben den Arbeitskollegen war das ja
auch so eine Geschichte.
Die kamen ja nun aus allen Himmelsrichtungen.
Es war nun nicht so,
dass in der Brigade alle in Gera-Lusang gewohnt hätten.
Damals meiner Zeit, ich einer gewohnt.
Die anderen haben in anderen Teilen von Gera gewohnt,
oder in Kreiz, in Plauen.
wurden ja alle mit den Bussen rangekarrt.
Dadurch sind die auch nach der Schicht alle
auseinandergelaufen.
wollte ja jeder nach Hause.
Deswegen wurde das nicht so ausgeprägt.
Das war mehr der Freundeskreis, Der private.
Ja aber nicht ausschließlich für Wismut-Beschäftigte.
Es ging ja genauso darum, Industriezweige,
die sich Gera angesiedelt hatten, Elektronik, Zeiss,
die mussten alle Arbeiter unterbringen.
Es war ja keine Bergbausiedlung wie die
Neue Welt in Ronneburg.
Die hatte ja sozial einen ganz anderen Hintergrund gehabt.
Hier hat die Wismut einen Anteil dran gehabt,
aber nicht ausschließlich.
In den Neuen Berggebieten Biblach sah das schon wieder
anders aus.
Das ist auch wesentlich eher ein Land,
adäquat etwa zu Ronneburg.
Da haben ursprünglich früher viele Wismutter gelebt.
Was man dabei auch noch beachten muss,
als wir damals junge Erwachsene waren,
sind dann auch ganz viele von Ronneburg weggegangen.
Weil die Eltern die ursprünglich dort eine Wohnung gekriegt
hatten, deren Kinder waren ja erwachsen.
Da gab es aber keine freien Wohnungen.
Deswegen haben die sich anders orientiert und sind dahin
gegangen, wo es Wohnungen gab.
Jetzt sieht das wieder anders aus.
Von den ersten Bezugsläuten,
die da die Wismutwohnung gezogen sind,
leben ja ganz viele nicht mehr.
Betrieb war einfach rationell durchorganisiert.
Es gab immer Zeitfenster,
zu denen man am Ende auf jeden Fall da und da sein musste.
Ansonsten musste man zusehen, wie man da wegkommt.
Das hat im Prinzip überhaupt keine Rolle gespielt.
Wenn, dann waren das Veranstaltungen zum
1. Mai.
Da wurde in Gerhat demonstriert.
Von der Wismut gab es dann auch welche, die hatten dann
so eine Uniform Ich habe sie noch nie gehabt.
Die sind da mitmarschiert. Und dann hat man sich getroffen.
Sehr oft im Bergerweiter Clubhaus an der Hennigsbrücke.
Und da wurde dann halt gegessen und getrunken.
Manche haben zu viel, nicht zu viel gegessen,
zu viel getrunken.
Und dann hat sich das erlaubt.
Das waren ja nicht immer die Leute,
mit denen man liebsten zusammen war.
kamen ja von überall her.
Die Wismut war ein Riesenunternehmen.
Ich heute noch manchmal welche,
wenn die ins Gespräch kommen.
Und ich sage, ich war ein Schmörcher.
Du warst ein Schmörcher, du musstest doch
den und den kennen.
Ich, was? Das habe ich noch nie gehört.
Die haben überhaupt keine Vorstellung, wie
so ein Bergwerk aussieht.
Das geht ja über zig Suhlen.
Dort im Regelfall alle 30 Meter in eine neue Suhle.
Kilometerweit mit mehreren Überhang- und Abbaublocken.
Hauptsprecherstrecken und was nicht allen.
Und Werkstätten gehören ja alles mit Unterdach mit dazu.
Mechaniker, Elektriker, Lockschlosser, Backerschlosser.
Und das was weiß
Ich, Schmörcher war sehr so.
Da ging es ja fast an Überdach schon los.
Als die Wismut angefangen hat in den 50er Jahren.
war zwar kein Abbau mehr als ich dort war.
Aber 120 Meter Suhle,
90 Meter Suhle war ich auch noch aktiv.
Und dann ging das runter bis 345 Meter.
Das sind dann alle
45 Meter.
Eine neue Suhle aufgefahren. Das war wie ein
Gespinst.
Da gibt es so grafische Darstellungen,
wo man das mal erahnen kann, wie sich das ausgesteckt hat.
Wahnsinn. Da waren wir angespannt.
Das hat ja noch keiner von uns gehabt.
Von meinen Freunden waren da auch noch zwei mit dabei.
Da waren wir angespannt.
Und diese Seifahrt das ging ja schon ganz schön rasend ab.
Wir Sind erstmal leicht
ausgehoben, sie angefahren sind.
dann saß sie das da runter.
Wenn die abgebremst haben,
der Förderkorb sind wir leicht in die Knie gegangen.
Und dann standen wir wie die Öl-Sardinen da drin.
Das musste ja möglichst viel rein.
Und jeder hat noch sein Beutel und da noch etwas,
von dem alle schwer gepackt dass man alles
mitschleppen musste.
Dann waren wir halt nöge, ich habe nicht geguckt.
Da war es mit dem Füller Der ist ja relativ groß und hell
erleuchtet.
Die Wände sind bisschen gekalkt.
Wie eine große Fabrikhalle. Dann wurde das ganz schnell eng.
Dann sah das anders aus. Da war es dunkel.
Aber wir ein ordentliches Licht
Gehabt.
Jeder Tag war interessant.
habe am Anfang immer geguckt,
ob es irgendwo glitzert und funkelt.
Manchmal kamen da schon Minerale zum Vorschein.
Da waren alle wie die Wilden hinterher.
Wenn die schön klein waren. Da ist alles gehackt.
Das Schlimmste war dabei, die Russen.
Die waren immer zuerst da.
haben die teusten Stücke immer abgefasst.
Die durften wir auch nicht mitnehmen.
Ich hätte aber eine kleine Sammlung
Gehabt.
Da habe ich den irgendwann abgestoßen.
Also nicht auf dem Schacht. Gar nicht.
Das war vielleicht im Verwaltungsbereich anders.
Da hatten wir überhaupt keine Kontakte.
Aber in den Single Club. Da hatten wir Kontakte.
Das ist über das Clubhaus.
Über den künstlerischen Leiter und den Schacht gelaufen.
Weil wir brauchten einen Akkordeonspieler.
wollten unbedingt noch ... Bei uns hat ja fast jeder ein
Instrument gespielt zum Schluss.
Das hat ja alles da reingebracht.
Wir haben alle von Blatt spielen gelernt.
Das war schon ein Teil. Aber Akkordeon.
hat sich alle überfordert gefühlt. Dann haben gefragt.
Weil es so das Klischee ist,
dass viele von den Russen können Akkordeon oder
Bandoneon spielen.
Ob nicht in einer Kaserne einer ist. Intens.
Die haben ihn ausfindig gemacht.
Da wurde dann mit dem Auto von der Kaserne nach
Ronneburg gefahren.
Das heißt dann immer ein Offizier im Hintergrund.
Der hat aber auch uns Bier getrunken.
Irgendwann hat er auf die Uhr geguckt. ist er aufgesprungen.
Der hat uns begleitet mit seinem Bandoneon.
Wir den kurz vorgespielt. Der war auch perfekt.
Wir waren Soldaten einfach. Er hat auf die Noten geguckt.
Und schon ging das los.
Vielleicht ein halbes Jahr Dann war der weg.
Warum auch immer, hat uns niemand gesagt.
Aber das war ... glaube,
so einen Kontakt haben wenige gehabt.
Der konnte kaum Deutsch.
Da haben wir dann mit unserem Schulrussisch probiert,
uns mit dem zu verständigen.
Ein richtiges Gespräch war das dann auch nicht.
Da waren wir nicht gut genug.
Das waren meine Kontakte zu denen.
Es war noch ein bisschen Mut. Toll.
Den Handel hatte ich schon mal ganz kurz angedeutet.
Gesundheitswesen. Das war ganz wichtig.
Das war auch ein Kriterium.
Für viele war das damals so,
wo die engsten Angehörigen nicht bei der Wiesn mit
gearbeitet haben.
die eine Notwendigkeit zu einer Behandlung oder einen
Notfall hatten, jeder probiert,
mit Wissen mit Krankenhaus zu kommen.
Zum Teil haben die auch Betriebsfahndepersonen aufgenommen.
Aber das war genau so ein hohen Level organisiert.
Es gab auf jeden Schacht ein Schachtambulatorium.
Das war mit Ärzten und Krankenschwestern besetzt,
die die ersten Maßnahmen getätigt haben,
wenn irgendetwas passiert ist.
Da war ich selber auch schon wenn die mich da rausholen
müssten.
Das war perfekt. Die hatten auch einen Techniker.
Die haben Bronschen gekonnt sofort und
Schmerzmittel gespritzt.
Da ging es ein bisschen besser.
Wenn sie gesagt haben, wir stoßen an unsere Grenzen,
dann haben sie überwiesen,
entweder an die große Polyklinik in Biblach oder gleich ins
Krankenhaus.
Das war auch für die Familienangehörigen,
die Frauenklinik.
Meine Frau hat dort alle drei Kinder zur Welt gebracht.
Wenn man das mit dem Bezirkskrankenhaus,
da lagen schön Welten dazwischen.
Die großen Säle die es da früher noch gab,
in den alten Hauptgebäuden.
Ich war da mal drin und habe ihn besucht.
Hier müsste ich nie reinkommen.
Das war in den alten Wismuth-Krankenhaus.
Wir überlegt, wann das gebaut worden ist.
der 50er-Jahre mit zwei Bettzimmern.
Das war doch schon Level.
Da wurde richtig Geld ausgegeben.
Das hat man auch gemerkt als junger Mensch.
Ich hatte das mal angedeutet, dass man die anderen Kinder
ein bisschen neidisch geguckt hat.
Wenn Schulschlussmittag war,
da sind ganze Horten über die Mühlengasse in Richtung
Krobstorf hochgeblägert,
um dort in der Wismuth-Küche Essen zu geben.
Weil die Eltern bei der Wismuth waren und hatten die
Essensmarken für die besorgt.
Meine Schwiegermutter hat oben als Küche gearbeitet.
Aber vor meiner Wismuth-Zeit war da nichts drin.
Da kam man nicht ran. Die gab es.
In deren Genuss bin ich aber nie gekommen.
Ich kann es nicht erklären, warum.
Weil einerseits würde ich mich dann von unten rausnehmen.
Aber es hat sich nie jemand gekümmert,
was man vielleicht verändern könnte,
dass ich länger da arbeiten kann oder nicht
so schwer Erkranke.
Ich weiß aber aus meiner Brigade,
die sind dann ins Schlaflabor gefahren und nach der Schicht
abgeholt wurden und wieder zur nächsten Schicht hingebracht.
Die halt in der Schlafstörung gelitten haben.
Das hat ja dann auch wieder die Leistungsfähigkeit
beeinflusst.
Und den Genuss kam ich nicht. Auch in der Kur oder was.
sind immer meistens die gleichen Gefahren.
Ich weiß nicht wie das funktioniert hat.
Da habe ich mich immer geärgert. Auch die Ferienplätze.
Ich ein eigenes Ferienwesen bei der Wismut,
mit eigenen Heimen.
Wo es ja auch ganz toll gewesen sein soll.
sind aus meiner Brigade immer die gleichen gefahren.
Wenn die Ferienplätze rauskamen, die schon immer alle weg.
Habe gesagt, das kann doch gar nicht sein.
Wieso sind die schon weg?
Ja die sind schon dort verteilt worden und da
verteilt worden.
Ich habe gesagt ich wüsste nicht von nichts.
Ich habe dann meiner ganzen Wismutzugehörigkeit,
über meine Frau, die bei der Elektronik arbeitet,
am Ferienplatz gekriegt.
Sonst waren wir zu Hause oder im Garten.
Es war nicht alles eitel Sonnenschein. Gebroach.
Wobei ich das nicht überbewertet habe.
Man sich kurz geärgert,
weil man immer an den Gerechtigkeitssinn geglaubt hat,
dass jeder mal an den Genuss kommen sollte.
Man hat sich beworben.
Normalerweise gab es eine Liste,
wo die ganzen Ferienplätze drauf standen.
Von welcher Zeit bis zu welcher Zeit.
Da konnte man sich bewerben. Außer bei mir.
Aber die waren schon alle weg.
Mit welcher Person, für welchen Zeitraum.
Da hat man dann den entsprechenden Platz wenn man Glück
hatte, zugesprochen bekommen.
Den sogenannten Urlaubscheck.
Da stand ein Papier, man dann dahin in den Urlaub fährt.
Das für den Kosten wahnsinnig günstig.
war nicht vergleichbar,
was man heute für den Urlaub bezahlt.
Das war mit Vollverpflegung.
Das Einzige was man glücklich bezahlt hat,
waren die Getränke.
war die Fahrt glücklich dabei.
Das war schon sehr komfortabel.
Bei der Wismar, mit meiner Frau,
waren wir glücklich bei Berlin.
Strasberg, glücklich. An irgendeinem See.
Da der Betrieb ein Ferienheim gehabt.
Oder im Austausch mit anderen Betrieben.
Das hat man immer gemacht. So wie ein Ringtausch.
Dass man in den Genuss kommt,
nicht nur in das eigene Heim oder die zwei drei Heime die
so einen Betrieb hatten, zu fahren.
Dann habe ich erst wieder ... Ich habe dann aufgehört.
Bei der Übertragung wollte ich nicht arbeiten.
Ich habe mich nach einem neuen Job umgesucht.
Ich habe dann im Stadtarchiv in Gera angefangen.
Bei der Stadtverwaltung Gera gab es Urlaubsplätze.
Die Frage ist mir schon sehr oft um meinen späteren
Werdegang gestellt worden.
Ich hatte ja Abitur gemacht.
hatte in Ronneburg in der Schule
einen äußerst interessanten Geschichtslehrer.
muss damals schon kurz zur Rente gestanden haben.
Ich war wahnsinnig interessiert an der regionalen.
Der hat das wahrscheinlich auch gemerkt,
dass ich dann ganz spezielle Fragen gestellt habe.
Er hat sich dann auch die Zeit genommen.
haben manchmal noch eine halbe Stunde nach
dem Unterricht da gesessen.
hat mir Tipps gegeben oder erzählt.
Er hat mir das Feuer geweckt.
Hat mir dann noch Literatur empfohlen.
Als ich aus der Schule rauskam, sogar noch Buch geschenkt.
Das steht hoch im Kurs. Das war immer so im Hinterkopf.
Ich habe mich immer schon mit wahren der Geschichte
beschäftigt.
Da war ich aber noch bei der Wismut.
Da haben wir noch etwas anderes gemacht. nicht nur gesungen.
Da gab es dann in Gera am Stadtmuseum einen Jugendclub,
die sehr viel praktische Geschichtsarbeit,
Archäologie betrieben haben.
Da war ich mit meiner Frau ganz
schnell da drin in dem Jugendclub.
Das hat uns interessiert.
Vorträge, das Wissen erweitert,
mit einem ganz umfangreichen Zugang zu Beständen im Museum.
Mehr als man jetzt in einer Ausstellung sieht,
wenn man das schon mal präsentiert.
Und mit fremden Dozenten und Exkursionen und praktischen
Ausgrabungen.
Teilweise auch tolle Sachen gefunden.
Das hat uns fasziniert. Dann haben wir es Schub gekriegt.
Und als es dann kam, dass ich nicht mehr unter da arbeiten
sollte, da habe ich den Tipp gekriegt,
in Gera gibt es doch einen Stadtarchiv,
und da arbeitet überhaupt niemand.
Ich, da arbeitet niemand. Das gibt es doch gar nicht.
Doch, wer habt es dort?
Da bin ich dann zur Stadtverwaltung gegangen und habe
gesagt, ich habe gehört, ich muss mich beruflich verändern.
Hier gibt es ein Stadtarchiv,
und das ist überhaupt nicht besetzt.
Dann ging es los. Was sind Sie vom Beruf?
habe ich dann pausenlos beim Studium.
Jeder hat immer, was sind Sie vom? Wieso kommen Sie denn da?
Das musste ich jedes Mal erklären.
Dann haben die gesagt,
ja dann müssen wir nochmal ruhig fahren.
Aber sie sind da gar nicht qualifiziert.
Ich, ich möchte mich aber qualifizieren.
Und ich fange ja auch nicht so an wie Sie das wollen.
Ich fange nur an, wenn Sie mir alle Wege öffnen,
dass ich mich qualifizieren kann.
Da klang das wohl immer ganz anders.
Dann habe dem zugestimmt. Dann habe ich dort als
Stadtkurnist angefangen,
parallel meinen Archivassistenten das war ein
Facharbeiterbrief gewesen, also eine Ausbildung gemacht,
dazu parallel Archivwissenschaften studiert im Potsdam.
Ich habe dann sukzessive alles abgeschlossen.
Diesen Facharbeiter wollten die im Potsdam nachgeliefert
haben, weil sie mich nicht zugelassen,
weil ich total schieffremd war.
Ja, aber so berufsfremd das haben
viele dann trotzdem nicht kapiert.
Die haben mir gedacht, das stirbt da drüber ab
das schafft er nie.
Ich habe das auch mit der gleichen Leidenschaft gemacht wie
mit dem Bergbau.
Ich habe mit Auszeichnung abgeschlossen,
als Archivar, da war ich stolz drauf.
Das ist mir auch nicht einfach gefallen.
Aber das war dieser Jugendklub,
war auch noch in der Werner-Wismut-Zeit.
Oh, querbiet.
Schüler vom Gymnasi, als damals EOS natürlich,
zur zehnten Klasse, denn dann waren es ganz wenige,
die waren eigentlich schon entweder Lehrlinge oder schon
gerade ausgelernt, in dem Bereich lag das.
Und dann durch alle möglichen Berufsgruppen,
Im Klub von der Wismut, war ich der Insche der da drin war,
ja, war so.
Ich bin auch gespannt, was da bei dem Projekt rauskommt,
weil jeder auch wieder seine individuelle Sicht hat.
Was ich für mich absolut akzeptabel finde,
müssen andere nicht genauso sehen.
Das ist Frage der Zolleranz,
auf die ich aber schon immer viel Wert gelegt habe.
Die ich aber oft auch vermisst habe. Bis heute.
Ja, verfolgt habe ich die schon, aber nicht
so dass ich dort tief in Details eingedrungen bin.
Wir kannten als Jugendliche das Areal weil wir da oben
gespielt haben.
Schon als Schulkinder.
Faktisch auf der Heide,
bei dem Rittergut und dann natürlich auch immer an allen
abgesperrten Bereichen.
Man versucht uns da durchzumugeln,
weil es uns einfach interessiert hat.
haben das ja auch nicht so eng gesehen.
Aber sonst habe ich das verfolgt.
Aber so wie sich der andere auch verfolgt hat,
die Veränderung.
Weil das war für mich ja schon beeindruckend.
Ich kannte ja diesen Tagebau, der dort war.
Der dort unten 240 Meter.
Und wenn man da hoch geguckt hat,
das war schon beeindruckend.
Und auf einmal war der weg und da war ein Riesenberg drauf.
war faszinierend.
Ich war unterdachend mit diesem Tagebau-Anschlussgebiet.
Da habe ich ganz viel gearbeitet.
Weil das war ein extremes Gebiet, weil da Wetter,
also Luft,
durch Risse aus dem Tagebau in die Strecken gezogen ist.
Dort gab es viel Pyrid, was sich dann entzündet hat.
Das Gebirge war durch das Sprengen im Tagebau schon
alles instabil.
Das war immer ein heißes Pflaster dort.
Und das war auch heiß.
Also das Mal rein und da lief schon das Wasser
runter. Also so
Heiß.
Überall ist geknospelt und hat immer mehr geguckt.
das Mal am liebsten wurde gleich ausgerissen.
Ja gut, abgeschweift.
Ja ja,
was die Wismut mit der Landschaft angerichtet hat,
das haben wir ja gekannt.
Und das haben wir ja auch nicht gut geheißen,
weil das hat ja niemandem gefallen.
Deswegen sind wir ja auch in unserem Ronneburg lief schon
damals, wie dreckig diese Stadt war.
sind ja die Kipper und die ganzen Busse und alles da
durchgefahren.
Und wir kamen dann halbe,
dreiviertel Stunde nicht mehr über die Straße,
weil dort Stoßstange an Stoßstange kam,
die da angeholt sind.
Alles hochgespritzt, wenn es feucht war.
Die Belastung der Umwelt durch das Uran,
da hatte ich später dann mit dem Michael Beleides
mal mich sehr ausführlich unterhalten,
als da an seiner Pechblende gearbeitet hatte.
Weil ich nur noch ein bisschen was erzählen konnte.
Aber ich nicht.
Der Michael war im Naturkundemuseum als Restaurator und
dadurch hatten wir Kontakt.
Zwischen dem Museum und dem Archiv waren sehr enger Kontakt.
Und da hat er mich dann einmal mal gefragt, er gesagt,
du warst doch bei der Wismut.
Hättest du mal bisschen Zeit für mich,
dass wir uns noch mal unterhalten.
Lieber Sir, auf Gott bewahren.
Die Strahlung von den Einzelnen,
also zu meinem eigenen Schutz, dass ich aufpassen musste.
Radioaktive Stäube, die ich einatme,
die verbleiben im Körper und machen dich von innen kaputt.
Oder radioaktive Strahlung.
Welche Strahlen reichen wie weit, wo nämlich einen Schaden,
wenn ich den permanent ganz nah ausgesetzt bin oder wenn ich
einen Abstand habe.
Oder wenn Radon ganz stark verdünnt
wird,
ist die Gefährdung wesentlich geringer als wenn es irgendwo
angereichert ist.
Da gab es mal so eine Untersuchung in den Häusern,
die da gebaut wurden, die neu bauten,
dass gerade in den Kellerbereichen sich da auch Radon
ansammeln konnte und konzentrieren konnte.
dann vielleicht sogar noch gefährlicher als Untertage,
weil dort gab es überall Bewetterung.
Also es gab eine ganze Reihe von Vorsorgemaßnahmen.
Die Luft wurde regelmäßig geprüft und entnommen.
Da gab es eine Gummiblase die wurde dann aufpumpt und da gab
es eine extra Staublabor haben wir gesagt,
in der Brunnenstraße in Ronneburg.
Da war ich auch in der Ausbildung mal mit drin.
Da wurden ausgezählt die Staubteilchen und wie hoch die
Radonbelastung und da wurde schon ein Buch geführt.
Und das habe ich dann auch in der praktischen
Arbeit gemerkt.
wenn dort irgendwo zum Beispiel eine zu hohe Radonbelastung
war, wurde der Betriebspunkt sofort abgeschlagen und
geschwärzt durch die Kinder.
mussten Maßnahmen gemacht werden.
Also frische Luft zugeführt worden, Brösenordnung,
wurden solche Rohrleitungen.
Und da der Vorstand, wurde der Gummiblase weggefledert.
Es nicht einfach, da dieser Luftaustausch
stattfinden konnte.
Dann hat man es so weit verdünnt.
Und heute gibt es überall Radon in der Luft.
Aber in so geringen Konzentrationen wenn das
so wäre, müssten alle tot sein.
Das Museum finde ich recht gut.
Da ist mit viel Geld aber auch was einigermaßen
Ordentliches gemacht worden.
Das ist nicht einfach.
Das ja auch langer Zeitraum, der da dargestellt wird.
Wo es auch rasante gravierende Veränderungen gab.
Ich kann nicht die Wismut in den 50er-Jahren vergleichen mit
der Wismut in den 80er-Jahren.
Da lagen Welten dazwischen.
Da wurde einmal einer ganz anderen Dimension und einer ganz
anderen Bedingung Erz gewonnen.
In den ersten Jahren, da war das wahrscheinlich
wahnsinnig gefährlich.
Heute war das so hoch konzentriert.
Reicherz haben sie damals gesagt.
Das haben die mit Hacken rausgehackt, in Holzkisten gebackt.
Und das war so stark angereichert.
Und da haben die drauf gesessen.
da Hat auf solche Sachen natürlich niemand geachtet.
Aber Ich wäre mich auch dagegen,
wenn man das verallgemeinert und sagt, Zeit so,
dass es Schwachsinn, dürfte es mich auch nicht mehr geben.
müssten alle schon auf dem Friedhof liegen,
die mal bei der Wismut gewesen sind.
haben ja manche von Ronneburg gesagt.
Man müsste mal über den Friedhof gehen und sehen,
wie viele da der Strahlung schon früher
gestorben sind. Also vor der
Wismut.
Den einen habe ich ja angesprochen.
Das war für mich der allerwichtigste Punkt,
Gleichgewicht in der Welt zu schaffen.
Und das wäre ohne das Erz aus Thüringen und dem Erzgebirge.
Das mehr möglich gewesen.
werden andere anders sehen., aber es ist so.
Das ist ein Fakt, es gab keinen Krieg in der Zeit in Europa.
Das kann niemand anders diskutieren. Das gab es nicht.
Einfach, was ein Gleichgewicht gegeben hat der
Kräfte.
Das wäre für mich wichtig.
Ansonsten gerade so eine Ausstellung wie in Ronneburg auf
der Heide, die finde ich schon gelungen.
da habe ich auch meinen Kindern, Enkelkindern gezeigt.
Man konnte da bisschen was erklären,
weil die haben sonst keine praktischen Vorstellungen.
Wie soll man sich vorstellen, wie so
Ein Bergwerk funktioniert hat in der Tat?
Eigentlich gar nicht als Außenstehender.
Ich habe ja auch keine konkrete Vorstellung gehabt,
ich da angefangen habe. Das war für mich genauso
Überraschend.
Ja und dann, indem man halt Erinnerungen wachhält.
Wie wissen wir mit Kunst? Das ist für mich auch ein ganz
wichtiges Thema.
Ja gut, soweit wie ich weiß,
stehen die Bewerber nicht gerade Schlange,
sie unbedingt haben wollen.
Bevor sie irgendwo vergammelt, wäre sie besser aufgehoben.
Aber Wenn jetzt das Erzgebirge sagen würde,
sie müssen unbedingt zu uns,
hätte ich auch kein Problem damit.
Weil die wissen, ist er dort entstanden,
nicht im Ronneburger Revier.
Mit der Betonung erfolgt.
Den Anspruch den haben wir glaube ich selber auch
damals nicht gehabt.
Wir sind da relativ unbefangen rangegangen.
Wir wollten was machen über das was uns bewegt hat.
Und das war schon bisschen hintersinnig, solche Sachen.
Da gab es auch Leute, die das gemerkt haben.
Zu einfach haben sie uns das Programm nämlich gar nicht
aufführen lassen.
Da wurde man nämlich nach Chemnitz einbestellt und musste
das dort vorführen.
Und es gab nur Getuschele und Branen,
standen da auf der Bühne.
Das hatte ich nicht interessiert.
Das hat bestimmt halbe dreiviertel Stunde gedauert,
bis sie sich da irgendwie positioniert hatten.
Und das ging so weit, das können wir überhaupt nicht
Machen.
Da ging es um den Arbeiter,
der trinkt und seine Familie vernachlässigt.
Das waren ja alles Themen, die wir miterlebt
Haben.
Und Mehr
Als
Ausdruck unserer Erlebniswelt die wir hatten.
Also für mich war immer Gerechtigkeit der größten
Beweggründe.
In gerechten Gesellschaft leben, in gerechten Welt zu leben.
Und selber auch gerecht zu sein. Das hat mich umgetrieben.
Und wenn ich das wenigstens mich erreicht habe,
von allen anderen bin ich so oft enttäuscht
Dann gibt man das ein kleines bisschen Befriedigung.
Keine passenden Transkriptstellen gefunden.