Bernd Just

Lebenslauf
Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Bernd Just kommt als Chemiefacharbeiter erst nach der Lehre zur Wismut: Ihn lockt der Lohn! In Seelingstädt kommt er zu freundliche Kolleginnen in die Erzaufbereitung – wo jedoch die Bewachung des Betriebsgeländes besonders streng ist!
Nach der Wende erarbeitet er Umweltsanierungskonzepte.
Gesamtinterview
Und ich bin der Herr Just, bin 1951 in Weida geboren, 10. Klasse-Abschluss, hab dann gelernt, Chemiefacharbeiter, aber auch nicht bei der Wismut, sondern im Chemiewerk Coswig bei Sachsen-Anhalt. Bin nach der Lehre wegen Geld zur Wismut.
Das war der Hauptgrund. Ich habe 3 Schichten, rollende Woche gearbeitet, 500 Mark verdient in der volkseigenen Industrie. Und
bei der Wismut hatte ich 750. Das waren natürlich 50 Prozent mehr. Und die ganze Vergünstigung zur WIsmut
Ich weiß nicht, ob ihr’s kennt, was es bei der Wismut alles gab.
Kennt ihr das? Also es gab als erstes, das Wichtigste, nach drei Jahren eine Treueprämie von 20 Prozent des Jahresbruttoverdienstes. Also das Jahresbruttoverdienst, 20 Prozent auf einmal.
Und dann gab es sogenannte Talons. Das waren Gutscheine über zwei Paar Schuhe im Jahr. Also meine Schwester und meine Mutter, die haben immer genug Schuhe gehabt. Und dann gab es vier mal Obertrikotage und den Wismutschnaps.
Dann habe ich aber, weil ich ein über Tage war, bloß einen Liter gekriegt, während die unter Tage ja bis zu fünf Liter hatten. Gearbeitet habe ich in Seelingstädt im Aufbereitungsbetrieb 102. Wir haben sozusagen das Uranerz verarbeitet.
Jetzt könnt ihr Fragen stellen. Ich bin in Weida geboren. Meine Eltern waren Flüchtlinge und sind aus Pommern vertrieben worden, 1947.
Wir waren arm wie die Kirchenmäuse, aber wir hatten eine wunderbare Kindheit. Die Straße und der Wald gehörten uns. Wir haben überall Fußball spielen können. Die Straßen waren breit, es gab keine Autos. Gute Kumpels gehabt. Es hat keiner mich irgendwie merken lassen, dass ich ein Flüchtlingskind bin.
Ja, und Natur. Wir haben Hütten gebaut im Wald.
Wir haben in der Weida gebadet. Baumfang gemacht. Kennt ihr das, ne?
Kletterbäume. Drei Mann, jeder hat einen Baum gehabt. Wurde ausgelost, wer es ist, und dann musst du Hasche spielen, auf dem Baum. Dann runtergefallen, der war
s! Es hat Spaß gemacht, sahst ein bisschen zerknittert aus manchmal. Also, ich habe eine ganz tolle Kindheit gehabt. Ich hab mit zehn Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Bis ich dann in der achten
Klasse aufgehört hab, meine Kumpels weg waren. Wie das so ist in der achten
Klasse. Nee, nee, ich wollte eigentlich Konditor werden,weil ich mit der Oma immer Kuchen gebacken habe. Schon deshalb, um den Teig auszunaschen.
Und dann hat mein Bruder zu mir gesagt, ich habe noch vier Geschwister, nun ist einer nicht mehr, ist egal. Und da hat er gesagt: Ey, da musst du immer früh um vier aufstehen.
Da dachte ich, nee, früh um vier aufstehen, das willst du nicht. Als ich bei der Wismut gearbeitet habe, wann bin ich aufgestanden?
Früh um vier. Und dann haben sie in der Schule Werbung gemacht für Berufe, wie das bei euch bestimmt auch so ist.
Ja, und dann für Chemie habe ich mich immer interessiert. Und da war eine Bedingung in Coswig, also im Internat.
Also mein Vater hat in der Textilfabrik gearbeitet, als sogenannter Apparateur. Meine Mutter war ungelernt. Die hat in den Lederwerken gearbeitet und dann zum Schluss als Küchenhilfe in der Vetron. Nicht in der
Vetron, in der Jute. Naja, mein Kumpel, dem sein Vater war Kipperfahrer. Und das war der Einzige, der schon 1960 einen Fernseher hatte.
Und da war es manchmal so, wenn es geregnet hat, dass da zehn Kinder in seiner Wohnstube waren und haben Fernsehen geguckt. Es hatten nur welche von der Wismut Fernseher. Alle anderen hatten keine.
Die bei der Wismut gearbeitet haben, die hatten als erstes Fernseher, als erstes Auto und die Jugend hatte Motorrad. Ich habe mit 17 Jahren angefangen zu lernen. So
anderthalb, ein und dreiviertel Jahre brauchte ich bloß zu lernen, weil mein Abschluss mit einer Zwei war. Dann habe ich in der Lithopone Werk Wünschendorf, also im Chemiewerk, gearbeitet. Aber mein Kumpel war unter Tage Schlosser in Schmirchau und der hat gesagt, komm doch zum Wismut, da verdienst du ordentliche Kohle.
Also das habe ich gemacht. Und bin dann wegen Geld zur Wismut. Bin
nach Seelingstädt in die Kugelmühlen-Zeche. Kann ich euch mal erklären, was im Buch... Wisst ihr, was eine Kugelmühle ist?
Da wird das Erz zermahlen. Wisst ihr überhaupt, wie die Aufbereitung funktioniert?
Es ist ja so, die Hauer unter Tage haben das Erz gefördert. Aber mit dem Erz konntest du ja nichts anfangen.
Das musste ja aufbereitet werden. Das musste ja Uran draus gewonnen werden.
Also kam es dann in die Aufbereitungsbetriebe.
Es gab zwei hier, eins bei Zwickau und eins in Seelingstädt. Und da wurde das dann erstmal mechanisch aufgearbeitet. Es wurde zerkleinert und dann chemisch. Zu
Wünschendorf habe ich dann meine Lehre beendet. Lithopone Werk Wünschendorf, das ist eine Fabrik, die Farbkunststoffe hergestellt hat.
Aber wo ich gelernt habe, das war Schwefelsäure, Düngemittelindustrie. War hartes Leben. Wenn
man denkt, ich habe 85 Mark als Lehrlingsgeld gehabt. Da ging 50 Mark fürs Internat ab.
Also 8,50 Mark Sozialversicherung, 30 Pfennig FDJ-Beitrag. Da weißt du, was du im Monat gehabt hast. 26,20 Mark.
Und da wolltest du auch mal tanzen gehen, Bier trinken. Das war alles nicht einfach.
Also ich war gewöhnt, mit wenig Geld auszukommen. Und das war mein Vorteil. Drei Schichten rollende Woche.
Also die erste Schicht war von halb sechs bis halb zwei. Die zweite von halb zwei bis halb zehn.
Und die dritte von halb zehn bis wieder halb sechs. Und die Wismut in Seelingstädt, die war so überwacht, wie die Staatsgrenze der DDR. Es war ein
Doppelzaun, die Polizei war am Eingang. Du hattest den Betriebsausweis, den durftest du aber, während die im Schacht ihren Betriebsausweis mit nach Hause nehmen durften, konnten wir nicht.
Du hattest dein Fach, deine Nummer, du hattest die gezogen, da fiel der Ausweis auf Förderband und der Polizist hat dir den Ausweis gegeben. Arbeitssachen hat die Wismut gestellt.
Also es gab zwei sogenannte Kauen. Eine schwarze, wo die dreckigen Sachen waren, und eine weiße, wo die guten Sachen waren.
Und die durften nicht vermischt werden. Also du bist sozusagen rein, hast dich umgezogen, bis nackig durchgegangen, durch die Duschen, im Nebenraum, und hast dich dort angezogen.
Und heimwärts war es umgedreht. Alle drei Tage war Wäschetausch.
Es war aber auch so, dass du jeden Tag deine Arbeitswäsche tauschen konntest. Wenn die kontaminiert war.
Also das war knochenhart. Also die Jahre in der Kugelmühlenzeche. Die waren für mich eine Umstellung von der normalen Industrie zur Wismut war sagenhaft. Das
ist schwer. Weil erstens warst du jung. Hast nichts zu sagen gehabt.
Der alte Wismut-Adel hat bestimmt, die hatten ja, es gab elf Kugelmühlen, die hatten ja Stammmühlen. Und du als junger Kerl warst Springer.
Also, Wochenende arbeiten, du hast keine Familie. Also du arbeitest das Wochenende, so ungefähr.
Einmal im Monat hast du frei gehabt, das Wochenende. Ich bin auch dann aus der Kugelmühlenzeche raus.
Ich wollte weg. Ich wollte dann keine 3 Schichten rollende Woche mehr arbeiten. Ich
habe mich dann beworben, in Weida, in einem Forstwirtschaftsbetrieb. Ich erzähle die Story weiter.
Ich habe in der Gaststätte in Weida in der Klause, hat der Forstwirtschaftsbetrieb Mittagspause gemacht.
Dann habe ich mich mit ihm unterhalten. Und er sagte, Mensch, ich suche einen Chemiefacharbeiter. Jungholzpflege, du kriegst einen B1000 gestellt.
Deine Arbeitszeit ist natürlich, hat er gesagt, von März bis November. Im Winter hast du Urlaub, hast du frei.
Da bist du ein eigener Herr, B1000,
du musst aber die Fahrerlaubnis, hatte ich ja noch nicht, Fahrerlaubnis machen wir für dich, einen Giftschein kriegst du. Das ist ein Top-Job. Und
dann bin ich zur Wismut, hab die Kündigung abgegeben. Und da hat der Kollege, der Kaderleiter, zu mir gesagt, wenn ich dir eine Arbeit gebe im wissenschaftlich-technischen Zentrum, wo du Frühschicht arbeitest, Bleibst du dann noch so lange da, bis der Lehrling ausgelernt hat, aus der Brigade?
Und da habe ich überlegt. Frühschicht ist gut. Technisches
Zentrum, im Labor arbeiten, wollte ich es sowieso immer machen. Also habe ich zugesagt, habe gesagt, aber nicht verarschen. Ne, wir machen gleich noch das Kadergespräch, Änderungsvertrag, alles fertig.
Und da hatte ich natürlich keinen Mut, weiter zu fahren. Ich habe ihn angerufen und bin dann nie wieder in die Kneipe gegangen. Ich
dachte, wenn der dich sieht, der haut dich tot. Und ich habe es nicht bereut. Ich habe genau das Richtige gemacht.
Das war ein großer Schritt für mich. Es war
wieder eine totale Erholung. Ich habe eine sehr gute Brigade gehabt, einen ganz guten Chef. Ich habe nur mit Frauen gearbeitet, fast nur. Das war ein bisschen gewöhnungsbedürftig, weil die hatten alle ihre Macken. Wie wir auch.
Aber ich hatte auch einen guten Vorarbeiter, einen Brigadier. Der meinte am Anfang schon: Pass auf, mit der kannst du am Montag früh nicht reden, erst am Dienstag.
Es war eine wunderschöne Arbeit und interessant. Ich war in der Pilotanlage für Zinn. Also die Wismut hat kurzfristig versucht Zinn zu gewinnen,
weil der Weltmarktpreis war 1976 24.000 DM für eine Tonne Zinn. Und da hatte die Wismut im Erzgebirge sogenannte Zinnkammern, da gab es Zinnerz, was noch nicht aufbereitet wurde. Und da hatte Wismut beschlossen, wir machen eine Abteilung und versuchen, dieses Zinnerz aufzuarbeiten.
Und da habe ich mit drin gearbeitet.
Wo wir fertig waren, wo wir den neuen Betrieb, Reißbrett, fertig hatten, da war der Weltmarktpreis 4000 DM, gesunken. Also war das nicht mehr rentabel. Bin ich wieder nach Seelingstädt, aber im wissenschaftlichen Zentrum geblieben. Hatte ich auch wieder ein bisschen
Glück. Hab mein eigenes Labor gehabt. Wieder eine nette Kollegin.
Also, ich hab immer arbeitsmäßig, hab ich immer instinktiv das Richtige gemacht. Bis zum Schluss.
Ich wusste ja, was auf mich zukommt. Ich hab gewusst, ich bin nicht in der Schokoladenfabrik. Ich wusste, die stellen Uran her. Es ist nicht einfach, man musste schon bestimmte Arbeitsschutzsachen einhalten.
Wenn du dich danach gerichtet hast, ging's.
Ich habe drei tödliche live fast miterlebt. Also indirekt. Durch Leichtsinn.
Außer einer. Einer konnte nichts dafür.
Das sind Bachoukas (russisch: баночка), nannte sich das. Das sind große Behälter gewesen. Die wurden auf 70 Grad erwärmt. Und da war einmal ein Loch. Und da hat er mit dem [???] eine Probe rausnehmen müssen.
Und dann ging es ihm nicht gut, irgendwie Kreislauf oder was. Da ist der Kopf über da reingefallen, haben sie erst beim Schichtwechsel gemerkt, hätte ihn sowieso keiner mehr gerettet. Danach haben sie die mit dem Kreuz zugemacht, sodass keiner mehr
ran kam. Das war schlimm. Dann habe ich noch einen ganz bösen Unfall miterlebt, fast miterlebt. Und zwar, das Erz wurde im Bunker rein, bevor es in die Mühle kam. Und da ja die Hauer Sonnabend und Sonntag nicht gearbeitet haben, kam Sonnabend früh das letzte Erz an. Das wurde ins Reservelager geschoben. Und dann wurde das so aufgeteilt, dass am Sonntag die Nachtschicht maximal von den elf Mühlen vier liefen.
Und da musste einer hoch und musste mit dem Schlauch das Erz, was am Bunker war, runterspritzen. Und was hat einer gemacht? Er
ist über die Absperrung geklettert, auf so einen Haufen drauf und hat sich selber weggespritzt. Also reingefallen, das Erz auf ihn drauf.
Ganz böse. Und dann noch ein ganz böser Unfall.
Bei der Entladung im Winter, das war bei jedem Kraftwerk, bei der Kohleentladung, weil die Wismut hat ihr eigenes, die hat zwei Kraftwerke gehabt, also Kohle entladen, da war die Kohle angebrochen. Also ging die Klappe nicht auf. Das ging normal mit Pressluft auf, ging die auf und die Kohle fiel raus. So,
das war Schichtwechsel, da war ein Lehrling da. Hat in der Mittelschicht jemand seinem Lehrling gesagt, komm, geh dich umziehen, den letzten Waggon, mach ich alleine. Und nimmt einen Vorschlaghammer, steht sich aber genau vor die Klappe, und schlägt mit dem Vorschlaghammer drauf. Die Klappe geht auf und zerquetscht ihm die Brust.
Haben sie ihn aber erst nicht gefunden. Es war ja Schichtwechsel, ja, war keine Rettung mehr. Jaja,
erstmal und dann gab es auch immer Belehrungen. Gerade mit Bachoukas, mit dem Ausspritzen, das war eine ganz strenge Belehrung.
Eigentlich bist du immer aber arbeitsschutzmäßig belehrt worden. Aber die meisten Unfälle sind durch Leichtsinn passiert.
Faulheit, Bequemlichkeit oder Pech. Wie mit dem Waggon, das war Pech.
Wir hatten immer Reihenuntersuchung jedes Jahr. Jedes Jahr mit Lungenröntgen.
Die medizinische Versorgung bei der Wismut war hervorragend.
Wir hatten ja das eigene Krankenhaus hier in Gera, eigene Poliklinik in Bieblach. Jeder Betrieb, große Betrieb, hatte eine eigene Poliklinik. Mit Zahnarzt, mit allgemeinpraktischen Ärzten, zwei oder drei.
Du konntest während der Arbeitszeit zum Zahnarzt gehen. War alles gemacht.
In Seelingstädt gab es auch eine Sauna, die musstest du aber nach der Arbeitszeit machen. Aber es war keine Gemischte.
Die Männlein und Weiblein waren getrennt.
Du konntest direkt zum Arzt gehen. Da hast du dich beim Brigadier oder beim Meister abgemeldet. Da hast du gesagt, ja, ich hatte einen Arbeitsunfall. Finger eingequetscht mit dem Schraubenschlüssel. Ja,
das war natürlich schon mal ein großes Theater. Der Finger war angebrochen, also die Spitze war gebrochen.
Ja, ich bin dann zum Arzt, hab eine Schiene angekriegt, Arbeitsunfall, da kamen sie zu mir nach Hause. Du gehst trotzdem arbeiten, du gehst in die Wäschekammer, kannst auch dort die Wäsche sortieren mit der Schiene am Finger.
Wurde der Krankenzettel zerrissen. Ja, das war's. Also Arbeitsunfälle sollten so gering wie möglich gehalten werden, weil das gab nämlich Minuspunkte beim Kollektiv der sozialistischen Arbeit.
Aber nur in der Frühschicht. Ja, da war ich 14 Tage in der Wäschekammer. Das war auch nicht weiter.
Also, wir haben normale Gummistiefel, Helm, Handschuhe und normalen Arbeitsanzug. Und Unterwäsche. Also alles komplett. Musstest du
immer. Also, du konntest jeden Tag wechseln, wenn du das wolltest. Aber sonst war immer Montag, Mittwoch und Freitag großer Wäschetausch. Und die,
die in der Endzeche gearbeitet haben, wo das Uran gewonnen wurde, als letzte, die mussten zwei- oder dreimal pro Schicht ihre Arbeitssachen wechseln. Nein, leider nicht. Ich habe,
in Schmirchau, war ich der letzte Arbeiter in meinem Labor. Und die letzte Seilschaft, die ging, haben sie extra für alle gemacht und da haben sie mich und meine Kollegin vergessen.
Weil wir gehörten ja nicht zum Schacht Schmirchau, wir gehörten zur Unternehmensleitung und das habe ich ein bisschen bedauert. Ich habe aber im Erzgebirge, da gibt es einen Besucherschacht, da habe ich eine Fahrt gemacht, in die Zinnkammern in Pöhla. Das habe ich mit meinen Enkeln gemacht, die waren sehr begeistert.
Also es ist schon mal, würde ich jedem mal empfehlen so etwas zu machen. Von Erzählungen hinterher, nach der Wende.
Nach der Wende hatten wir eben, da waren Untertage, nur die Hauer-Untertage waren damals Mitarbeiter Alle anderen hat man als Menschen in zweiter Klasse degradiert. Also die Hauer waren schon was Spezielles.
War auch die schwerste Arbeit. Und dann gab es so einen Spruch, die Steiger, das war der Meister, da gab es hilflose Parteisteiger, also das waren die Steiger, die Genossen waren, das waren die hilflosen Parteisteiger und die parteilosen Hilfsteiger.
Und die parteilosen Hilfsteiger waren die, die Ahnung hatten. Das war das Nächste, was mir ganz böse aufgestiegen ist.
Ich habe meine Lehre mit 2.0 abgeschlossen und als ich mich bei der Wismut beworben habe, haben sie mir gesagt, im Januar geht der Meisterlehrgang los, da melden wir dich mit an. Ich sage, in Ordnung, Chemiemeister mache ich.
Ich sollte nämlich Chemieingenieur werden von meinem Lehrbetrieb aus. Und da habe ich gefragt, was verdient ein Ingenieur?
Nicht mehr als ein Arbeiter. Da habe ich gesagt, ich setze mich dann nicht drei Jahre auf die Schulbank und dann nicht mehr als ein Arbeiter.
Aber den Meister wollte ich machen. Aber als das dann im Januar so weit war. Da war der Abteilungsleiter, der Meister und der Brigadier und haben mich reingeholt
und haben zu mir gesagt, du hast dich für die Meisterschule beworben, aber deine politische Einstellung gefällt uns nicht. Du kannst sie ja ändern und haben mir einen Aufnahmeantrag von der SED rübergeschoben.
Da war ich so stinksauer. Ich dachte, die schulische Leistung, das interessiert kein Schwein.
Dann habe ich gesagt, für diesen Preis nicht. Dann bin ich rübergegangen und bin gegangen. Das war,
das ganze Jahr habe ich keine Quartalsprämie gekriegt. War erstmal immer hinten dran gestellt.
Ich war so stinksauer, weil ich dachte, nur das scheiß Parteibuch zählt. Wir waren ja jung.
Wir haben ja auch mal Blödsinn gemacht. Und die Meldung ging dann immer sofort an die Brigade.
Schon wieder keine Quartalsprämie gekriegt. Ja, du! Das stört das sozialistische Zusammenleben!
Das war nichts weiter. Wir sind abends aus der Kneipe raus, haben Skat gespielt und sind auf den Bürgersteig gelaufen und haben gesungen, keiner hört uns, keiner sieht uns.
Was der Meister am Tag nicht schafft, das trinken wir in der Nacht. Da kam das Polizeiauto eingefahren. Da haben
wir gesagt: Ahh, jetzt können wir Auto fahren! Wir sind auf die Wache gekommen. Belehrt worden, die Ruhe störender Lärm.
Und da sinkt mein Kumpel ein. Und die Grünen schlagen zu.
Heute ich und morgen du. War natürlich der Teufel los in der Polizeiwache.
Also wir haben nur 10 Mark bezahlen müssen, aber Meldung am Betrieb. Das war immer das Schlimmste. Bis
die wieder reinbestellt wurden. Ja, du hast ihn wieder angestellt. Ja,
das war eigentlich ein Tabuthema. Du bist belehrt worden, dass du dort nicht hinzugehen hast.
Also in der Endsäche durftest du ja sowieso nicht. Dass du das Wasser nicht trinken sollst, dass du nicht am Arbeitsplatz essen durftest, sondern nur im Pausenraum. Ja,
das war eigentlich alles Selbstschutz. Ich hatte mit den Leuten unter Dari nicht zu tun.
Mein Kumpel war Schlosser in Schmirchau. Ja, da hat er wohl nicht viel erzählt. Das war
ja ein ganz geheimer Betrieb. Das war der größte Uranproduzent, der drittgrößte, glaube ich, in ganz Europa.
Da durftest du nichts daraus sagen. Also was wir drinnen machen, das war alles... Im Betriebstor war es zu.
Du durftest nicht mit einem Kumpel reden. Ja, wir haben heute... Die Mühle hat 70 Tonnen in der Stunde gebracht.
Das war alles erledigt. Naja, ich bin ja dann mal an der ZIN gegangen.
Nach sieben Jahren. Bin ich aus der Mühlenzeche raus.
Bin in der Zinn-Aufbereitung. Das war ganz was anderes.
Und dann bin ich wieder nach Seelingstädt zurück,
aber hatte ich auch im Labor zu tun.
Es gab die Milch umsonst, die Essensmarken
waren für 70 Pfennig, da konntest du wieder essen. Und dann gab es ja auch, wir hatten ja wirklich gute Vergünstigungen, wissen wir, es gab Apfelsinen. Gut, musste ich anstellen.
Dann gab es Edelkonserven, also Mandarinenbüchse oder Ananas, aber auch nicht immer. Aber konstante Familie und die Kumpels bis versorgen.
Ja also, von meinem Bekanntenkreis hat einer in der Endsäche gearbeitet und der war gleich in 90 tot. Der wusste das auch was er macht.
Und mit denen ich angefangen habe zu arbeiten. Ich war der Jüngste. Die anderen waren ja alle mindestens 10 Jahre älter.
Oder 20 Jahre älter. Ich glaube nicht, dass da noch viele leben.
Ich bin immer noch in dem Wismut-Untersuchungsbericht drin. Also ich war alle drei Jahre untersucht.
War jetzt am Mittwoch wieder verabschiedet von der Lungenärztin am Zschochernplatz. Ich habe keine Probleme. Jedenfalls nicht so von der Wismut.
Ich war immer mal krank, aber es hatte wenig mit der Wismut zu tun gehabt. Naja, also Gesundheitsversorgung.
Das Gesundheitswesen der Wismut war hervorragend. Die Hauer, die sind alle zwei Jahre zur Reha, zur Kur gefahren.
Die hatten in Berge ein Nachtsanatorium.
Da konnten die nach der Arbeit ins Sanatorium gehen, bis zum Frühjahr. Also es war... Ich war bloß einmal zur Kur.
Aber die Hauer, die hatten mehr als wollte. Es gab welche, die waren alle zwei Jahre in Bad Elster.
Vier Wochen lang. Und Ferienplätze.
Die Hauer sind da bevorzugt bedient worden mit Ferienplätzen. Es gab auch dieses Feriensystem von der FDGB, wo die Betriebe alle ihr Ferienheim hatten.
Und da ging, in Zinnowitz war das Große, an der Ostsee, da ging über 50 Prozent der ganzen Zeit nur an die Hauer. Ich war einmal in Zinnowitz mit meinen Kindern.
Scheiß Wetter, eine Woche lang.
Es war gewöhnungsbedürftig, weil du hattest feste Essenszeiten. Wir konnten nur in das Clubhaus gehen, wo wir gegessen haben.
Das Zimmer war auch gewöhnungsbedürftig. Die Kinder waren klein, hatten ein Vier-Bett-Zimmer.
Das hat uns nicht gestört. Dusche war im Gang, Toilette. Aber es gab ja das große Ferienheim, das
nannte sich Roter Oktober, das hieß jetzt Baltic. Also da bist du ganz schlecht reingekommen.
Das war natürlich erste Klasse. Aber es war ja preiswert. Da
hast du fast nichts bezahlt für den Ferienplatz. Genauso als Kind, Kinderferienlager.
Da haben meine Eltern 20 Mark bezahlt für 14 Tage Kinderbetreuung. Ich hatte ja ein bisschen Glück.
Ich war der Erste, der ohne Abzüge mit 63 in Rente gehen konnte. Der Allererste.
Das muss man so sehen. Die Wismut hat 2007 verstärkt Arbeitskräfte abgebaut.
Die Kipper, das ist die Sanierung, da ich kann euch ein bisschen was zeigen, nachher. Größtenteils alles, was die Haldenabtragung erledigt hat.
Die Haldenabtragung, nicht die Abdeckung. Also haben sie den Auftrag gekriegt von der Rentenversicherung, von der Knappschaft, alle in Rente schicken mit 60, mit 20% Abzüge.
Also kam ein Bereichssleiter und hat mich und meine Kollegin reingeholt. Und da hab ich gesagt, ja Micha, hast du einen Schuss?
Hab ich gesagt, ich geh da nicht mit 20% Abzug in Rente. Das kannst du vergessen, hab ich gesagt. Mach ich nicht.
Ja, ich muss das … Ich sag, du musst das und das, das mach ich nicht Ich geh nicht mit 20% Abzug. Ja, wenn du nich unterschreibst, dann setze ich dich nach Königstein.
Ich sage, ja Micha, dann musst du das machen. Habe ich gesagt, das ist mir auch egal, aber ich gehe nicht mit 20% Abzug in Rente.
Weil ich schon wusste, ich hätte genug Arbeit. So, dann haben wir uns dann geeinigt auf 10%. Da habe ich gesagt, na gut, wir machen einen Kompromiss.
Der Geschäftsführer. Ich sage, na gut Micha, 10% gehe ich mit.
Dann war der Hintergedanke, du kannst das ja wieder ein Jahr oder weiter aufschieben, also bist du bei 7,2%. Ich sage, Micha, machen wir so. Und
dann wollte ich nochmal ein Jahr schieben, dann wäre ich auf 3,6% gekommen. Da hat er mich wieder reinbestellt nach Siegmar. Sag dann,
das kriege ich nicht durch!
Die Knappschaft macht mir die Hölle
heiß. Mist. Ich sage dann gut, gehe ich mit 7,2. Aber dann kam das Gesetz, wo du mit 63 ohne Abzüge in Rente gehen kannst.
Dann habe ich das gemacht. Ich bin dann sozusagen, das Altersteilzeitmodell… waren fünf Jahre.
Du hast zweieinhalb Jahre für 80% gearbeitet und warst zweieinhalb Jahre für 80% zu Hause. Aber ich war nicht zu Hause, ich habe angefangen wieder zu arbeiten. Bei einem
Privaten, für die Wismut. Ich habe eine ordentliche Rente, kann ich so sagen.
Ich habe immer gut verdient bei der Wismut. Ich kann euch mal ein Beispiel nennen.
Meine Mutter hat als Küchenhilfe 400 Mark im Monat verdient. Und ich habe mir von einer Treueprämie eine Lederjacke für 450 Mark gekauft.
Da ist meine Mutter verrückt geworden. Bist du denn verrückt?
Du kaufst dir eine Jacke, ich verdiene nicht so viel wie im Monat, wie du für die Jacke ausgibst. Ab sofort bezahlst du 150 Mark Kostgeld.
Ich sagte 100 Mark, dann hat sie mir 150 Mark abgeknöpft. Aber das hat mich nicht gestört.
Ich hatte den Tag zweieinhalb Tausend Mark in meinem Portemonnaie. Ich hatte auch eine Regelung getroffen für mich.
Du hast 5.000 Mark, sparste. Die rührst du nicht an.
Und was drüber ist, das kannst du leben. Ich bin jedes Jahr ins Ausland gefahren.
Nicht nur einmal, manchmal dreimal. Ich hab mir das eben gegönnt. Ich war in Sotschi zweimal,
ich war in Jalta, ich war in Moskau gewesen, ich war in Werder, ich war in Burgas, in Nessebar, ich war am Balaton. Es gab ja das Reisebüro. Also
ich hab mir die Unterkünfte vom Jugendtouristik angeguckt
und hab gedacht Bulgarien und Ungarn kannst du nicht, das sind Hundehütten, wo du schläfst. Ich wollte ja auch ein bisschen Niveau haben.
Also bin ich über das Reisebüro. Mit Kumpels.
Und es gab dann einmal im Jahr einen Zettel in dem Reisebüro. Sonnabend gibt es Reisen für Bulgarien.
Also musst du dich anstellen. Und dann habe ich ein paar Wanderer gebucht zuerst.
War aufregend, vier junge Kerle. War eine tolle Reise.
Und mit Jugendtouristik war es dann ganz problemlos. Im November kam ein Katalog raus, da hast du dich beworben, hast den Zettel ausgefüllt und es hat meistens geklappt.
Außer, zu einer Reise ist es nicht gekommen. Als ich das zweite Mal in Sochi war, war eine Kollegin, die mit mir beim Reisen mit war, hat gesagt, Mensch, ich war vor 10 Jahren in Kuba.
Ich sagte, wie hast du denn das gemacht? Ja, sagt sie.
Es gibt eine Reise, der Wismut, mit 30 Personen für Kuba. Da habe ich mich beworben.
Habe aber als Ausweichpunkt Jugoslawien angegeben. Und ich habe Glück gehabt, ich bins geworden, Kuba.
Ich sage, das mache ich auch. Habe ich dann andere angeführt, wie Kuba. Ausweichen: Jugoslawien. Mein
Chef kam zu mir ein paar Tage später. Was hast du denn angestellt?
Ich habe nichts angestellt. Ich muss einen Bericht über dich schreiben, hat er gesagt. Und dann kam die Antwort, telefonisch.
Ich soll nicht so unverschämt sein nach Kuba zu wollen. Ich soll in die Sowjetunion fahren. Da gibt es genug Eisen. Ich
war da schon viermal in der Sowjetunion. Ja. Sowjetunion kannst du fahren, Kuba nicht. Und
da habe ich mir eine Reise ausgesucht mit dem Zug nach Yalta. Das war die schönste Reise, die ich gemacht habe. Ganz, ganz top.
Von Ostbahnhof bis Kiew erstmal. 21 Stunden im Zug.
Und dann nochmal zwei Tage in Kiew gewesen. Dann von Kiew bis Simferopol nochmal 18 Stunden.
Wir waren so eine tolle Truppe. Und das macht eben Spaß.
Und unten in Yalta war ein Jugendlager. Das waren irgendwelche Ungarn. Der
erste Reise habe ich gemacht als 19-Jähriger und die letzte habe ich gemacht in Yalta als 26, 27 bin ich dann geworden.
Die allerschönste Reise, da hat mir auch der NVA dazwischen gefunkt, es gab eine Schiffsreise mit dem Reisebüto von Odessa bis Batumi. 18 Tage mit dem Schiff. War zwar am Ende Oktober, kostete 1.800 DDR-Mark. hab ich
meinem Kumpel gesagt, oder der Schlosser war, gut, das machen wir. Aber ich konnt's nicht, ich bin zur NVA gekommen. Das bedauere ich heute noch.
Und der ist mit seinem Bruder gefahren für mich. Und das schwärmt heute noch von der Reise. 1974/75.
Die härteste Zeit meines Lebens. Meine Freundin war danach nicht mehr da, wie das so ist. Die war 17.
Ich war in anderthalb Jahren sechsmal zu Hause bloß. Das längste, wo ich nicht zu Hause war, war vom 21.
Juni bis 7. Dezember. Das war der 25. Jahrestag der DDR.
Das war Urlaubsperre. Das war Urlaubssperre. Ja, was mich da am meisten gestört hat, war, dass du keine Freiheit hattest, dass du immer wieder gedrängelt warst, immer unter Druck. Und Idioten als Vorgesetzte
hatten. Haben die sechste Klasse Hilfsschule oder was ist mit denen los?
Aber ich habe beid er NVA angefangen Fußball zu spielen. Und das hat mich ein bisschen gerettet.
Ich hatte auch den tollstemTrainer, muss ich auch sagen, den ich bis jetzt immer hatte. Das war der stellvertretende Kompaniechef.
Das war zweimal in der Woche Training gemacht. Als erstes hat er zwei Soldaten losgeschickt, um einen Kasten Bier zu holen. 30 kleine Flaschen.
Da ist keiner betrunken geworden. Da hat er nach dem Training zwei kleine Flaschen Bier gekriegt. Das hat er bezahlt.
Da hatte ich eine ordentliche Auswertung gemacht. Sonnabend meistens die Spiele. Und das hat mich ein bisschen rausgebracht.
Aber sonst ... Ach, nee. Nee, ich denke, meiner Freundin nehm mich das nicht übel.
Wir haben immer noch Kontakt miteinander. Und das ist jetzt fast 50 Jahre her. Also
zum Geburtstag rufen wir uns immer noch an. Weihnachten und Ostern.
Sie hat drei Kinder und sieben Enkel. Ich bloß zwei Kinder und zwei Enkel. Aber es
ist ... wir sind nicht im Bösen auseinandergegangen.
Das ging eben nicht mehr. Sie hat drei Schichten rollende Woche gearbeitet im Kuhstall. Ich drei Schichten rollende Woche
in Seelingstedt. Irgendwann war dann kein Kontakt mehr da.
Und auch die anderthalb Jahre haben gezeigt, das war das... Ja... Ich hab instinktiv immer das Richtige gemacht.
Ich habe einen richtigen Beruf gelernt. Für mich einen richtigen Beruf.
Ich bin zur Wismut gegangen, was für mich richtig war. Ich bin ins WTZ gekommen. Das war so ein Glück. Und
nach der Wende, das war ja das nächste, 1990, also es ging ja mit der Wismut abwärts mit Gorbatschow an der Macht. Er hat gesagt, er braucht keine Atomwaffen.
Also wurde schon das WTZ, uns wurde schon 1989 gesagt, 1990 gibt es das nicht mehr, das Wissenschaftlich-Technische Zentrum. Da müsst ihr euch was anderes suchen.
Ich hab einen Arbeitsvertrag bei der Wismut: “Da müsst ihr euch was anderes suchen:” Und dann haben sie eine Abfindung angeboten, 30. 000, 20.000, 30.000 Ostmark.
Ich sag, was nützt mir das Geld? Ich will arbeiten.
Und ich wusste ja, mein Chef, da will ich auch arbeiten. Und der hat sich gekümmert.
Und dann sind wir dann 1990 zur Unternehmensleitung gekommen, das Labor aufgebaut und hatten natürlich am Anfang Büro für Umweltsanierungskonzepte. Dann hieß man Arbeiterumweltschutz.
Und haben die ganze Sanierung der Wismut begleitet. Es war teilweise, gerade am Anfang, musste ich viel Neues lernen.
Es war eine Woche Lehrgang auf der Bergakademie in Freiberg. Da hat der Doktor Paul mich hingeschickt.
Ich habe auch später jeden Lehrgang, den es gab bei der Wismut, habe ich genommen. Weil die wirst du ja nicht immer.
Man lernt ja nicht immer dazu. Du musst jetzt immer was Neues lernen.
Die ganze Sanierung. Wart ihr mal in Ronneburg auf der Grubenlampe? Ja.
Habt ihr was da erklärt gekriegt? Das wollte ich euch mal einen Rundgang machen.
Objekt 90. Imposieren.
Oben war er nicht. Ja, das ist ja die Sanierung. Das ist ja eine wissenschaftliche Versuche.
1990 hat noch nie jemand auf der Welt so Hinterlassenschaften saniert. Keiner wusste, wie es geht. Und
die erste Frage war, was machst du mit den ganzen Geschäften? Da füllst Verfüllst du die?
du die, dann nächste die ganzen Halden. Es gab alleine elf Halden rings um Ronneburg.
Was wird du dann mit dem großen Tagebau Lichtenberg? Also ich weiß, was ganz unten drunter liegt, die Kampfgruppenuniform. Die haben es als erstes unten reingefahren.
Wisst ihr, was Kampfgruppe war? Der Volkssturm der DDR.
Jeder große Betrieb musste so eine Kampfgruppeneinheit stellen. Das war nichts für mich. Ich bin zur Betriebsfeuerwehr gegangen. Nee, das war
der Darabau-Lichtenberg. Der war 270 Meter tief.
Da ist da unten keine Luft mehr, also keine Umwälzung mehr. Da haben sie mit 17 Triebwerken unten gehabt, die Frischluft reinfressen, die Luft umwälzen. Ja, das
war im Tagebau Lichtenberg. Ganz unten.
Ich habe noch ein Bild, wie es ganz unten aussieht. Ich war ganz unten.
Wir haben unser Glasmüll da reingefahren. Einprägselmomente.
Tja. Ein frischer Moment.
Kann ich dir jetzt nicht so aus dem Kopf sagen. Ich bin gerne zur Arbeit gegangen. Und
ich kann auch sagen, der schlimmste Tag meines Lebens war mein letzter Arbeitstag bei der Wissengut. Weil ich habe das nicht eingesehen.
Ich habe natürlich nicht eingesehen, dass ich in Teilzeit gehen musste. Weil für mich ist ja eine neue Kollegin gekommen. Die
ist ja nicht eingespart worden. Es ging nur Rentenkürzungen. Das war das einzige Problem. Und
ich hatte noch so eine nette Kollegin dann dazugekommen, wo ich dann zu meiner Abteilungsleiter, da habe ich reingestellt, habe gesagt, na und, wie macht denn sich die Kollegin? Und ich habe gesagt, welcher Teufel hat denn dich geritten, die Einzige? Sagt er,
wieso? Und dann habe ich erklärt. Es gab eine Probe,
ich habe es eingearbeitet, was er machen musste, und
habe gesagt, pass auf, ich teile mal, du machst das und ich mache das und anschließend vergleichen wir unsere Ergebnisse. Ich hatte die Probe fertig.
Ich sage, Yvonne, zeig mir mal deine Ergebnisse. Meine Ergebnisse stimmen, die brauche ich dir nicht zu zeigen.
So einen Hals gehabt, umgedreht, bin gegangen. Ich habe mit der Kollegin nie wieder ein Wort geredet.
Ich habe es nur dem Abteilungsleiter gesagt. Und da hat er zu mir gesagt, kann ich das sagen? Da kam ein Anruf aus Karl-Marx
Stadt, also Sigmar, Chemnitz. Ich bekomme eine junge Kollegin und die hast du einzustellen. Das war es", sagt
er. Ich habe ein ganz böses Wort zum Schluss zu ihr gesagt, das will ich jetzt nicht sagen. Nee, sowas könnte ich nicht leiden. Für
nichts eine Ahnung und spielte sich auf. Ich bin gut verabschiedet worden.
Ich habe einen Wanderrucksack gekriegt. Ich habe von den Labormädels so einen Gürtel gekriegt mit 24 Schnapsflaschen.
Ich habe immer noch einen guten Kontakt zu der Laborleiterin. Und da ich ja anschließend weiter für der Wismuth gearbeitet habe, beim privaten Betrieb, am Subunternehmen von der Wismuth, war ich immer wieder in Senestedt. Bis vor dem ersten, zwölften Jahr habe ich ganz aufgehört.
Die Firma hat alles gemacht, was mit Boden, Wasser, Luft zu tun hat. Wir haben, und zwar gibt es ja die Wasseraufbereitungsanlagen und die müssen unabhängig kontrolliert werden, das Wasser. Also
es wird immer die ganzen Nebenflüsse von Ronneburg, die Gessenbach, die Wipse, die Sprotten, wird immer kontrolliert. Mit Schwebstoffe, das letzte, das sind runde, das letzte ist der Weiße Elster beim Thierheim.
Und das hat die Firma gemacht, wo ich gearbeitet habe. Den Chef habe ich gekannt, da waren wir beim WDZ, da hat mich der Chef mit reingenommen. Und dann habe ich noch für ihn mitgearbeitet, für die Junger Landesanstalt, für Umwelt, Bergbau und wie ist das jetzt, Naturschutz.
Und zwar Schwebstoffe alle großen Flüsse, die durch Thüringen fließen, große, werden beprobt. Und zwar so, Wenn zum Beispiel die Elster kommt ja aus Sachsen. Also wurde in Elsterberg
die erste Probe genommen und Bad Kestritz, bevor sie nach Sachsen dann halt geht, wieder.
Ausnahme war die Saale, die wurde nur in Hamburg beprobt. Die Sprotte zweimal, also die Sprotte Saale, die, die, die, ist ja egal, bei Gösnitz. Dann der Vera, der Unstrut. Und das haben wir gemacht.
Und das habe ich gerne gemacht.
Meine Frau, die ist bedeutend jünger als ich, die musste sich so erweitern. Und ich wollte nicht daheim rumsitzen. Das war mir nichts.
Und ich habe auch nur deshalb jetzt aufhören müssen, weil ich im Oktober schwer krank war. Ich hatte eine Lungenembolie. Weißt du, was das ist?
Ja, und durch was? Durch die Busfahrt. Im
Funkmeilen, bei mir war es die Busfahrt. Ich habe eine Alpenüberquerung gemacht, 140 Kilometer über die Alpen gewandert. Und die Busfahrt neun Stunden zurück, da hat sich in der Wade eine Blutgrenze gebildet.
Und es ist gewandert. Ich musste am Montag noch arbeiten und ich konnte nicht mehr.
Ich war zu Hause, da war es schlecht, keine Luft mehr gekriegt. Die Frau hat gesagt, 112 anrufen.
Die kam auch sofort. Innerhalb einer Viertelstunde war ich im Krankenhaus mit Blaulicht und Sirene. Und abends hat mir die Oberärztin gesagt, wenn sie keinen Sport gemacht hätten, hätten sie es nicht überlebt.
Alle beiden Lungen waren zu. Fünf Minuten haben sie noch zu leben gehabt, hat sie gesagt.
Die sind mit Blaulicht losgedonnert. Ich lag da, da hab ich Sauerstoff gekriegt und EKG hatten sie angeschlossen und Blutnummer genommen.
Da sagte der Arzt, der mit drinnen war, du zum Fahrer, du kannst das Licht anmachen. Ich dachte, ich will ja damit Licht, damit das Blaulicht. Und Sirene.
Die Sirene war kein einziges Mal aus. Da sind sie auf der Heinestraße gedonnert. Wo ich da oben im Krankenhaus war, haben sie schon auf mich gewartet, rein in die Notaufnahme. Hier hatte ich gleich zwei Spritzen drin, angeschlossen, EKG überall. Ja, und dann
war ich. Und abends haben sie mich dann nochmal in die Röhre gesteckt und dann haben sie gesagt, beidseitig Lungenembolie, sofort auf der Waschstation.
Dann bin ich auf die Waschstation gekommen, angekettet, hier, drinnen mit einem Tropf. Hier ist die EKG, hier wird das Blutdruck gemessen, hier den Sauerstoffgehalt am Zeigefinger. Ja, da war ich dann 16 Stunden nicht zu bewegen. Irgendwann musste ich auch mal, das war das schlimmste Problem.
Die Ärztin hat so einen Ultraschall gemacht, Ultraschall mit Leinen. Da habe ich abends um zehn noch meine Thrombosisstrümpfe gekriegt. Da kam da von Karkwille, hat sie mich angezogen und dann habe ich noch als Spaß gesagt, du hast ein Glück, jetzt kriegst du noch Nachtschichtzuschlag.
Dann haben sie gesagt, nee, kennst meinen Chef nicht. Ja, da lag ich 16 Stunden da drin. Das musst du nicht haben.
Auf keinen Fall, da sollte schon noch einer mit drinnen liegen, der nachts erzählt hat. Da habe ich dann zum Flieger gesagt, kannst du dem Kind die Tablette mal geben, damit er sich nicht auszählt. Der hat dann
gesagt, der erzählt nur, wenn er die Tablette hat. Anschließend war ich zur Reha. Drei Wochen lang.
Jetzt geht mir das auch wieder gut. Ich muss jede Menge Tabletten nehmen.
Vorher hatte ich nie. Ich war ganz stolz.
Ich habe nie Tabletten genommen. Jetzt muss ich früh drei, abends vier, halb.
Also Blutverdünner, Blutdruck und lauter so'n Zeug. Nein, nein, nein, nein. Ich hab weiter gewohnt bis 1973 bei meinen Eltern. Mein
Vater ist arbeitsmäßig 1973 nach Gera gezogen. Und da hat er zu mir gesagt, du musst da mitziehen.
Ich sag, ich will nicht, dass er weiterfährt. Na, ich sag, dann musst du eine Wohnung suchen. Ja,
die haben eigentlich halb totgelacht. Ich kam und sag, ich will eine Wohnung. Haben sie gesagt,
aber der Vorteil war, melde dich bei der Wismut an. Da hast du eher noch eine Chance.
Du kannst dich in der AWG anmelden, da wirst du ungefähr sechs Jahre.
Dann habe ich mich 1973 bei der Wismuth angemeldet,
bin mit meinen Eltern nach Gera gezogen, war aber mehr im Weida bei den Kumpels, bei der Freundin, wie das so war. Ich hatte ja alle im Weida. Bis ich zur Armee kam, naja gut, dann bin ich im Weida ein bisschen weniger geworden.
Die Kumpels waren teilweise dann verheiratet. Ein Bus, Wismuth-Bus. Ein großer
Wismuth-Bus. Du musst das Bus wissen, in welchen Bus du einsteigen musst.
Das war in Schmierschauer ganz kompliziert.
Da gab es einen Busplatz, da waren 17 Bahnsteige, also
in jedem Bahnsteig waren vier Busse und
an keinem Bus stand, wo man
hinfährt. Also du musstest dich auf deinen Kumpels verlassen, als junger Karl, deinen Eltern und Kollegen, dass du dich in den richtigen Bus schickst. Später hast
du es mitgekriegt. War natürlich auch so, als junger Karl,
es gab halt die sogenannte Redelbahn, Das war ein Bus, wo es Bockwürste gab, also eine Pausenversuchung. Die standen auf dem Busplatz. Also,
ab, vier Bockwürste holen, dann wir setzen dir einen Platz im Bus. Vier Marken gegeben, vier Bockwürste in der Hand, wir haben den Busplatz geahnt. Ja,
die Alten. Als junger Kerl musstest du das machen. Aber du
hattest dafür deinen Platz im Bus. Und dann hatte ich einen guten älteren Kollegen. Ich
hätte jede Nachtschicht, ich wäre sonst wohin gefahren. Da hat er gesagt, bleibst bei mir, ich wecke dich. Er hat
Zumindest, wenn du bleibst. immer auf mich aufgepasst, als junger Spund. Das war schon gut.
Der Altersunterschied in der Brigade war zu groß. Wir haben uns gut verstanden. Waren auch mal zusammen.
Die Jahresendprämie verdrängt haben wir heute. Gehört einfach dazu. Nicht die ganze, aber ein Teil. Ja,
wir wollten manchmal in den Nachbarn gehen. Wir haben als junge Kerle eine Story gemacht, die kann ich euch erzählen. 19
hat einer gesagt, zur Messe, da gibt es in Leipzig ein Striptease-Bar, da gehen wir hin. Junge Kerle, machen wir. Messeausweis
gekauft, nach Leipzig gefahren. 22 Uhr macht es auf, da war der letzte Zug nach Gera dann weg.
Die haben uns ja ausgelacht, wenn wir dort waren. Die wollten ja Westgeld. Bist du ohne Westgeld ja gar nicht reingekommen.
Die Erfahrung haben wir gemacht. Also haben wir uns bis früh um sechs rumgetrieben auf dem Bahnhof, damit den ersten Zug dann wieder zurückgefahren.
Und gut, so war es eben so. Ich war ja erst beim Fußball und später bei der Medaille.
Da habe ich Fußball gespielt. Das war, als ich bei der Armee wieder angefangen habe.
Ich habe als Zehnjähriger weiter angefangen. in der 8.
Klasse aufgehört, weil ja die Kumpels weg waren, das war so. Und dann hab ich eine Lehrzeit gehabt und hab bei der Armee wieder angefangen. Und
dann bin ich hier in Gera gleich, Hochdeutsch, Kumpel, zum Verein. Ich spiel ja eigentlich immer noch Fußball.
Kulturmäßig. Nur was gemeint. War wenig. Also es ging dann,
zur Mittelschicht hieß es dann, mit Jackett oder ohne Jackett. Also jetzt mit Jackett sind wir gerne in die Kui gegangen. Da vorne gibt es
jetzt noch ein Schild, das war der Nachbar, wo
man problemlos, als im Einlassdienst, muss man die Schachtel sich angeben, damit du rein kannst. Und wenn du keinen Platz gekriegt hast, saßt du nur an der Bar.
Juice Vodka, 4,50 Mark. Ja, da ist mein Vater zur Frühschicht und ich bin sozusagen von der Mittelschicht nach Hause gekommen.
Mein Kumpel hat auch mal die Mittelschicht verschlafen. Er ist abends um sechs wieder wach geworden. Er hat
angerufen, er ist krank. Wir waren ganz viel im Wintergarten.
Das war unser Tanzlokal, da habe ich auch meine Frau später kennengelernt. Das war nach dem Fußballgehen ins Windi. Das war
Das war das Tanzlokal Nr. 1.
Standeslokal Nummer eins. Leider gibt es das nicht mehr.
Ich war immer, was ihr wisst, mit Gerhard im Stadion.
Ich bin auch mit dem Moped bis nach Föhlen gefahren, zum Aufstiegsspiel und so mit dem Kumpel hinten drauf. War viel in Jena zum Fußball oben mit dem Moped.
Ja, in der Altbauwohnung oben in der Straße. Gerd-Hauptmann-Straße. Die
Überraschung war genau gegenüber der Russenkaserne. Den ersten Abend werde ich nie vergessen.
Früh um sechs haben sie die Matratzen ausgeklopft im Hof. Weißt du, wie das geschallt hat? Ich habe immer zugeschaut, wie sie ihre Kuhlen entladen haben.
Mit der Hand. Das log ich zu. Nicht gekippt, mit der Hand zu. Haben die die
Kuhlen entladen. Das waren die ärmsten Schweine, die es gab, die Soldaten dort. Nach der Mittelschicht. Und
dann musste an der Kassane vorbeilaufen, Kamerad, Kamerad, Zigarette, Zigarette. Cigarette, Cigarette.
Oder Kamerad, Wodka. Ich hatte nichts. Das muss ich jetzt mal sagen. Also
Russisch war in der Schule, nach der Schule, das Erste, was ich vergessen hatte. Aber, jetzt kommt das Erste, wo ich das Erste von Sochi war, Da war meine Tantja aus Leningrad.
Ich habe dort kennengelernt. Wir haben uns sehr gut verstanden mit Händen und Füßen und da habe ich wieder Russisch gelernt.
Weil sie wollte ja eigentlich nach Deutschland. Und
wir haben uns geschrieben, hab
ich wirklich wieder Russisch gelernt, hab geschrieben
und sie hat mir eine Einladung geschickt im
Februar nach Leningrad. Und das hab ich für
eine passende Meldestelle, hab die Einladung gegeben, hab eine
Visa beantragt, hab das wieder zurückgeschickt. Und dann kam die Antwort, dass der Besuch von ausländischen Bürgern an Privatpersonen in der Weltunion ist verboten. Der
Moment war meine dann ja Geschichte. Das war dann der deutsche Wettbewerb.
Ich habe dort kein Russisch mehr gelernt. Wollte ich wieder das Wettbewerb machen. Ich war ja drei Jahre alt. Wenn ich alt war,
brauchte ich kein Russisch zu lernen. Da war eine Freundin aus Karl-Marx Stadt. Aber es war immer der erste Paar gesetzt, der war Russe.
Immer. Und ich habe dann im WDZ mit meinem Ingenieur ein Patent entwickelt, Energie einsparen und so. Da hat das eingereicht, da muss der Russe mit drauf. Ganz
wichtig. Wir beide haben die Arbeit gemacht, das musste drauf sein. Gruppenleiter, Beabteilungsleiter und der Russe.
Sonst ist das nicht durchgegangen. Ich habe 300 Mark gekriegt für das Patent.
Ich weiß nicht, was die anderen gekriegt haben. Die wussten manchmal nicht, warum sie da sind.
Die wurden privilegiert. Unser B1000-Fahrer von unserer Abteilung hat manchmal geschimpft, weil die Frauen im Prinzip mal Langeweile hatten.
Die russischen Frauen haben sich einen B1000 bestellt. Sind sie nach Leipzig und die BEM-Büchse hier geworden in das Zentrum Fahrenhaus.
Da musste draußen warten, die Damen haben eingekauft. Dann hatten die ja auch einen eigenen Fischteich mit Fischhütte. Keiner durfte im Boden angeln, nur die Großen durften angeln.
Die hatten ja auch in der Lasener Straße ihren eigenen Club. Mit Kino, alles drum und dran. Und
das ging wieder in den Club da. Von meinem Kumpel, der Vater. Der hat die Kantine gemacht. Also
konnten wir dort ein Bier trinken, weil
es gab nämlich gutes Bier bei ihm. Radeberger, Urkostitzer, also richtig gutes Bier, was du anders nicht gekriegt hast. Ja,
nee, das war schon gut. Die wussten, die wollten nach 90 nicht weg.
Die haben geheult, wo sie in 90 weg mussten. Ich hatte einen, der kurz vor das Thema kam, musste in die Sowjetunion. Er sagte, er weiß nicht, wo er
wohnt, aber nochmal um die Wismut. Man muss die Wismut wirklich in zwei Etappen sehen. Die erste
Etappe von 1946 bis 1990 und die zweite Etappe von 1990 bis zur Gegenwart. Die Wismut gibt es ja immer noch. Sanierung. Also
die Wasseraufbereitungsanlagen, die laufen bis mindestens bis 2040, mindestens, vielleicht sogar immer. Die erhalten die Überwachung, das ist auch in Ordnung, die muss immer gemacht werden.
Die Wasseraufüberwachung muss gemacht werden. Also die jetzt bei der Wismut arbeiten, die sind ausgesorgt.
Ich habe eine Bekannte, die war Studentin aus Jena. Die hat ein Praktikum bei uns in der Abteilung gemacht.
Ganz wunderbares Thema. Und zwar Pilze, die auf einer Halde wachsen, verglichen mit Pilze, die auf einer sanierten Halde wachsen.
Das war ihr Bachelorarbeit. Ganz wunderbare Schweinarbeit, was sie gemacht hat. Und ich
war ihr Ansprechpartner. Wir haben uns nie aus den Augen verloren.
Und dadurch, dass er bei der Wiesbaden Praktikum gemacht hat, wo es Stellenausschreibungen gab, habe ich gesagt, Claudia, bewirb dich. Die hat in meiner Arbeit in der Umweltfirma dann gearbeitet. Die
ist von Jena nach Gera gezogen, hat mittlerweile drei Jungs. Dann bin ich durchs Notfalltelefon, morgen bin ich wieder dran mit Kinderbetreuung. Ist egal.
Bei der ersten Wahl ist sie nicht angenommen worden, aber da ist ihr gesagt worden, wenn wieder eine Stelle frei ist, dann kommt sie. Und sie hat seit zwei Jahren eine Stelle, wo sie garantiert haben, 20 Jahre Beschäftigungsgarantie.
Ich sage laut ja. Und ordentliches Geld.
Wir haben ja angefangen, das war das nächste, 90. Keiner wusste ja, was die Investoren verdient. Also haben sie uns gesagt, die Gewerkschaft, wir fangen an mit 70 Prozent des Tariflohensbergbaus
an. 70 Prozent, hört man ja gut. Und in zehn Jahren seid ihr bei 100 Prozent. Wo ich zwölf in den Altersteil gegangen bin, war ich immer noch bei 70 Prozent. Also ich habe 30 Prozent weniger Rente als ein vergleichbarer Arbeiter im Westen. Weil ich
ja 30 Prozent wieder verdient habe. Dann hat der Bismut angefangen.
Die Gewerkschaft hat so viel Druck gemacht. Und 2017 sind sie bei 100 Prozent. Ich habe auch noch ein bisschen profitiert zwei Jahre lang.
Ich habe die Lohneuung mitgekriegt in der Altersteilzeit. Denn wenn wir im Westen wegen 3% mehr Lohn hatten, haben wir auch 3% mehr gekriegt, aber die Differenz war dieselbe.
Nein, das war für mich eine neue Aufgabe. Das war abgeschlossen.
Ich war froh, dass ich eine neue Aufgabe hatte. Und habe mich da voll reingekniet.
Ich bin ja aufgewachsen in der DDR. Mir ging es gut in der DDR. Ich bin verreist.
Gut, nicht im Westen, aber ich hatte ordentliches Umfeld. Mir hat ja eigentlich nichts gefehlt.
Außer die Freiheit. Also wie gesagt, ich konnte keine Meisterschule machen, weil ich nicht in der Partei war.
Bin gedrängelt worden. Aber das war eine kleineren Übung, sage ich mal. Wir hatten ein perfektes Gesundheitssystem,
perfekte Bildung. Und das, was jetzt fehlt, Jetzt ist Bildung ganz und glatt vergessen. Ich will euch nicht zu nahe treten.
Meine Enkeltochter ist in der 8. Klasse im
Jehnaz-Gymnasium. Die hatte gestern wieder zwei Stunden Ausfall. Ja. Und
der Claudio, der Junge, der ist in der 5. Klasse ins Gymnasium gekommen, der hatte die ersten drei Monate keinen Mathematikunterricht.
Das ist doch kein Zustand. Und das Gesundheitswesen Ach, wir haben nur wieder Nasehumpfen. In Weida,
nur als Beispiel, in Weida gab es eine Bindungsstation, eine Pudelklinik, ein Krankenhaus mit allen, mit der chirurgischen Abteilung, mit der Alten-, mit der Kinderstation. Wir hatten eine Zahnpudelklinik. Ich weiß nicht, wie
viele Zahnärzte dort waren. Es gibt nichts mehr. Nichts. Die
Pudelklinik ist jetzt das Seniorenheim. Alles weg.
Sehr gut. Ich habe eine Dauerkarte für den Bugha gehabt.
Ich fahre über 200 Mal. Ich bin von Seligstedt mit dem Auto in Amronnenburg das Auto abgestellt. Die Frau kam
mit dem Bugha-Bus, waren wir in Amronnenburg, waren alle Veranstaltungen mitgemacht. Das war wunderschön.
Der größte Gewinnverkehr war der Bugha. Dieses Objekt 90 habe ich auch alles bewundert. War auch mit
einem Enkel drin. Ja, ich habe ja auch einen Stein oben auf der begehbaren Landkarte. Ich wollte mit meiner Kollegin, dass unser Stein nebeneinander liegt, aber das hat nicht geklappt.
Die liegt 10 Meter weiter. Gab es auch so eine Story.
Hat einer aus dem Saarland gefragt zu ihm, was sind denn das für Steine? Und der andere hat gesagt, das sind alles die Toten von der Wismut. Ja,
Ministerpräsident hat auch seinen Stein dort. Ja, das Spielareal dort ist ja nun aus Huhn abgebaut worden.
Also, Gera wird besser angenommen als Ronneburg. Man sieht ja im Sommer, die Jugendlichen spielen da Volleyball, die Kinder spielen dort Fußball.
Der Spielplatz ist immer voll gewesen. Ich war auch mit den Enkeln immer dort. Also,
ich finde, Gerhard hat mehr profitiert als Ronneburg. Ronneburg versucht jetzt ja mit den Traktoren fest, mit Drachensteigen ein bisschen was zu machen.
Aber ich bin zwei, dreimal, bin ich immer auch in Ronneburg und auf
meinem Berg rum. Weil ich hab ja den Berg, sozusagen, alles was dort drin ist, das ging durch meine Hand. Das Material unten, was eingelagert wurde, Da hatte ich in meinem Labor von jeder Halde 40 Kilo in der Kolonne. Das war wie Rohr. Weil keiner wusste ja, was passiert mit dem Material, wenn das da
eingelagert wird. Das wusste erstmal keiner, wie lagert man es ein. Da haben wir Versuchsflächen gemacht im Tagebau.
Wie kannst du das verdichten? Wie kannst du das kontrollieren, was du verdichtest? Und dann ist dann
so das System rausgekommen, Und
da war ich immer mit drin. Ich habe erstmal einmal die Proben gekriegt. Und zwar war die erste Methode, das wurde 40 Kilo abgewogen mit dem Halbmaterial, wurde eingestampft bis eine bestimmte Dichte, Gramm je Kubikzentimeter die Dichte. Dann wurde ein Deckel drauf gesetzt, da wurde mit Zellosie vergossen. Dann wurde von unten erstmal Stickstoff reingeblasen, um den Sauerstoff da drinnen rauszukriegen. Und dann wurde Wasser reingepüllt. Die Menge wurde notiert, bis es oben rauskam. Und das wurde alle 14 Tage gemacht. Und das Wasser wurde untersucht. Leitfähigkeit, dann Uran, Schwermetalle.
Nach einem halben Jahr wurde der Deckel oben aufgemacht und dann wurde es umgedreht, von oben passend auf. Das Erste war, was passiert, wenn geflutet wird? Wie verhält sich das Material? Und dann später, wenn es draufregnet.
Und es liegt immer noch in Seligstedt, von jeder Halde liegen die 40 Kilo noch. Wird immer noch untersucht. Langzeitmonitoring nennt sich das.
Und auch die Abdeckung, wie deckt man sowas ab? Das wusste ja keiner, hat auch nie jeder gemacht.
Und welches Material nimmt man dazu?
Also es musste bestimmte Eigenschaften haben. Es handelt sich an der Bergischen Grenze, Fließgrenze, Ausrollgrenze. Wie lässt sich das Material verdichten?
Ganz wichtig. Bei welchem Wassergrad lässt sich das verdichten?
Und die Untersuchung habe ich alle gemacht. Und das Material wurde auch chemisch untersucht.
Die Autobahnbau, die wollten da wissen, wie die den ganzen Abraum antreten. Haben sie vergessen, haben wir gesagt.
Das ist so belastet mit Phenole. Das geht nicht. Sandtage
bauen und keiner. Da kommt das Material immer noch her.
Und das sind zwei Schichten. Wissen Sie, ich habe es euch geringer erklärt.
Das Material, das Haltenmaterial, wurde reingefahren, wurde verdichtet mit einem Kipper. Also die Kippers sind drübergefahren und das war die beste Verdichtung.
Und die Abdeckung zum Schluss, wo die Halten alle drin waren, besteht aus zwei Schichten. Einmal 50, 60 Zentimeter Abdecksperrschicht und 50 Zentimeter Speicherschicht. Die kommen
dann drüber. Und dann wurde es bepflanzt.
Und die Bepflanzung wurde ja auch Komisch gemacht, nicht komisch, sinnvoll. Ein Teil wurde nicht durch Bäume gesetzt und der zweite Teil daneben blieb Natur belassen. Da sollte ich sie selber anpflanzen.
Dadurch ist der Schöne-Mischwald entstanden. Wir hatten Kanadier da am Anfang und die haben gesagt, was ihr noch habt, ihr habt noch eh Probleme, hier wohnen zu viele Leute.
Bei uns im Kanada, wir lassen das Zeug liegen. Da kommen zweimal im Jahr Indianer vorbei, das ist alles. Indianer
darf man ja nicht mehr sagen. Es ist ganz wichtig, dass es auch der größte Arbeitgeber mit war. Und
die Eigenschaft ist die Sanierung. dass es der größte Arbeitgeber war, dass die Leute Arbeit hatten und gut verdient hatten und dass wir den Unrat ordentlich beseitigt haben.
Das ist die größte Augenschaft. Schickten jeden mal nach Ronneburg, er sollte sich das mal angucken. Soll man hoch auf die
Grubenlampe gehen? Soll ich die Tafeln angucken, die da waren? Denn das waren Umweltsünden ohne Ende. Waren wir nicht
die Ronneburger? Haben wir sowas von Neid getan?
Wenn die hier in Lichtenberg gesprengt haben, da haben die Häuser gewackelt. Ja, wir haben drüber gelacht.
Uran durfte man nicht sagen. Medaille für den Frieden. Da
haben wir drüber gelacht. Ja, schön.
Erzählt noch einen Witz. Die Wissbrüche waren ja streng geheim. Da miesen sie auch ein bisschen
Darum hieß es ja auch Wismut. Mut. Die durften nichts in der Familie sagen über den Betrieb.
Das war logisch. Und bevor ich, das kann ich auch noch erzählen, nach Seligstedt angenommen worden bin, hat die Stasi natürlich über mich Erkundungen eingezogen. Ich habe
auch die Stasiakte, die habe ich angeguckt bei meinen Kindern. Was da drinne stand, da haben meine Kinder nur gelacht, aber das ist egal. Und die beste Freundin von meinem Bruder, die hat die
über mich geschrieben. Aber nur positiv, sonst hätte ich nicht anfangen dürfen.
Ja, da standen solche Sachen drin wie, er hat ein Murmelt und eine Freundin. Ganz wichtig.
Ich wusste auch, wer von meinen Sportkameraden bei der Stasi ist. Das wusste ich. Zwei haben es offiziell zugegeben.
Ihnen nämlich das Heutner Übel, das war mein bester Kumpel, Andi. Da wo in der 2. Westen, da
hat nichts zugegeben, nichts gepfiffen. Ich weiß nicht, was er mir erzählt hat.
Meine Stasiakte war ja halb gelöscht. Zum Beispiel meine Akte über die Armee war ganz gelöscht.
Über die Wissenhut gab es lose Blätter, da hat vieles gefehlt, weil ich wusste, dass mein Chef vom Medizentrum mich Beschriftungsschreiben musste, da war er nicht da. Ja, und was da stand, das war...
Mein Sohn, der war 14, hat gesagt, da haben die Kinder nichts Besseres zu tun gehabt. Ja, nee, ich habe nicht gemacht.
Ich habe die Akte mit meinen Kindern angeschaut. Doch, der war 12, der Junge 14.
Ich sage, wir gucken das an,
ich weiß ja nicht, was drin steht. Ja, also, ich wollte immer verheißen, Wir wollten eine Familie gründen.
Das hat aber lange nicht geklappt. Wir hatten immer einen verkehrten Freund kennengelernt.
Familie war ganz wichtig. Wir waren fünf Kinder.
Wir Jungs und eine Mädel haben zusammengehalten. Wir waren immer noch Geschwister, treffen einmal im Jahr, wenn wir ein bisschen zerstreut sind. Meine Schwester hat mir manchmal leid getan,
die musste immer auf den Kleinen aufpassen, ich war der Jüngste. Also der familiäre Zusammenhalt, da habe ich immer Wert aufgelegt.
Und ich habe auch das große Glück mit meinen zwei Kindern. Ich verstehe mich so gut, ich bin mit meinem Sohn Skifahren gefahren.
Ich habe das Glück wirklich. dass unsere Familie intakt ist.
Ganz wichtig, Familie. Ich habe jetzt, meine Tochter zieht gerade um, drei Tage mitgeholfen.
Ja, zur Jüngsten bin ich wirklich nicht mehr. Aber das macht man eben.
Und auch, weil ich gesagt habe, Die war mit 14 halbweise geworden, der Mutti gestorben. Die hat mir viel erzählt, wo sie im Seligstedt ihr Praktikum gemacht hat.
Und ich hab immer ihr gesagt, sie ist beim Praktikum nicht vertragen, dann die Fragen. Wenn du Fragen hast, komm, es gibt alles zu regeln, alles zu helfen.
Und wir haben immer Kontakt behalten. Und die hatte immer, gut, mit 14, die Mutti verliert das bestimmt ganz schlimm.
Und mit dem Fahrrad, jetzt halt wieder manchmal in Groningen gehauen, da ist die dann mit 17 nach Nürnberg, ist dann später wieder zurückgekommen und hat dann genau Biogeowissenschaft studiert. Und wo ich sie dann das erste kennengekriegt habe, nach dem Studium, ich sagte, wenn du Hilfe brauchst, dann ist sie nach Gerald gezogen, Da kann ich auch sagen, es war nicht mal so schlimm, sagt sie, ich brauche noch für den Hausbaukauf 3.000 Euro.
Ich sag, hast du deinen Vater gebracht? Da hat sie mir gesagt, der hat Gehgeld. Tischlermeister.
Ich sag, wir machen einen Vertrag, du kriegst die 3.000. Jetzt halten wir jeden Monat 100 Euro zurück, wenn gut ist.
Und dann bin ich ihr Notfalltelefon. Der Vater wohnt im Erzgebirge, die Schwiegermutter wohnt auch im Erzgebirge.
Und wenn was mit den Kindern ist, Krankheit oder sonst was, Kinderbetreuung, drei Jungs. Der Letzte musste eigentlich nicht kommen. Damit hat sich
das beendet. Das ist das Hauptproblem. Da hatte ich Gendefekt
in der Sprachsteuerung. Da kann ich reden.
Und dass sie noch den Mut haben, ein neues Kind. Da gehört viel Mut dazu.
Ich bin der Ersatz Opa. Die sagen zwar, brennen sie mir. Aber wenn ich morgen, da ist in der Sonderschule, da wird gebracht.
Wenn der um 3 kommt und mit dem Auto sieht mich, dann kommt er erstmal zugerannt, da muss ich den Ohren erstmal drücken.
Und da muss ich schon aufpassen. Ich muss immer, wenn ich einen Kleen und einen Großen habe, immer zuerst den Großen begrüßen und drücken. Und dann den Kleen.
Weil der Große das Wort zuerst hat. Das ist immer noch so.
Und da ist derjenige, der die meiste Zuwendung braucht. Weil er kann ja nicht so reden, wie er will.
Ich verstehe nicht gut mit ihm. Aber wenn wir die Gebärdensprache lernen, das kann ich nicht.
Ich komme gut mit ihm aus. Aber es ist nicht einfach. Und
wenn er merkt, dass ich mich mehr ums Kleine kümmere, dann tritt er durch. Er schubbt ein bisschen. Das merke ich.
Aber ich mache es gerne. Irgendwann in der Woche. Und
sie ruft mich an und sagt, ich höre zu, ich habe was vor. Ich war ja, als ich geboren wurde, hat sie mir gesagt, du bist mein Notfalltelefon.
Ich sage, wann soll er denn geboren werden? 11. August.
Ich sage, das wird nichts. Ich fahre am 11.
August nach Petersburg. Das kriege ich in der Reihe, hat sie gesagt.
Am 3. Juli ist er geboren. Dann
hat sie mich angerufen. Mittag. Bernd, mir geht es nicht mehr gut.
Kannst du kommen? Dexter vom Kindergarten abholen, Moritz von der Schule.
Moritz muss aber noch anschließend zum Rollstuhlauf geschafft werden. Ich sage, alles kein Problem. Dann hab
ich den vom Kindergarten abgeholt, bin mit dem Kleinen im großen von der Schule mit ins Wolkenlauf. Abends war mein Bett schon gemacht. Hab
ich die Kinder in die Badewanne gesetzt, das Abendbrot gemacht. Dann hab ich sie auf den Fernseher deponiert, hab die Küche aufgeräumt, hab sie dann ins Bett geschafft. Gut, der Große kam
dann, da musste er noch mal gucken, was ich mache, auf den Fernseher. Da kam eine Dir-Sendung. Kann ich mitgucken?
Da kam die Couch rein. Zwei.
14 und 12. Das kann ich auch sagen, meine Enkeltochter und ich, wir haben ein ganz spezielles Verhältnis.
Und zwar, die Tochter hat dann auch in Leipzig studiert und Doktor gemacht. Und wo sie geboren wurde, hat sie gesagt, aber lass mich drei Tage zufrieden.
Kommt nach drei Tagen mich besuchen, ich brauche das für meine Ruhe. Nach drei Tagen sind wir in Leipzig geboren.
Das Erste, was sie mir gesagt hat, schön, dass du da bist, hier kannst du dich gleich windeln. Dann gibt man das kleine Paket auf den Arm, das vergesse ich mein Leben nie.
Den kleinen Neugeborenen auf dem Arm zu haben, das ist ein Erlebnis. Dann habe ich natürlich gewindelt. Ich kannte das ja auch, das war kein Problem.
Ich habe meine Kinder gewindelt. Und auch jetzt noch.
Ich bin immer mit den Enkeln in den Urlaub gefahren. Wir waren in Friedrichsruhe Ich war in Friedrichroda, in einem nahen Hotel.
da, in der Nauernhotel. Da waren wir auf dem Inselsberg und die Kinder sind auf dem Kletterfelsen.
Ich wollte hoch. Opa, du nicht. Du bleibst unten,
hat sie gesagt. Oder so, wenn wir Fahrrad fahren, über Maschine langsam. Ja,
bis 14, hat dieses Jahr die Jugendweihe. Hochintelligent, das Mädel. Also wirklich wie der Mama.
Hat jetzt ein ganz stolzes Halbjahreszeugnis, 1,6. Ich sag, hast den Wunsch frei.
Vor dem letzten Corona war ich mit denen im Herbstferien in Bua Ventura. War wunderbar. Das Schönste war, oben hatte ich dieses Zimmer zeitig auf. Wir
wollen länger schlafen. Ich sag, um 8 gibts Frühstück. Halb 7.
Wir hatten ein eigenes Zimmer. Kams rüber, ich sag, was ist denn los?
Ach, ich wusste nicht, wie spät es ist. Ich sag, ja, er wird oben halb 7 wecken.
Ich hab auch ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu meinem Sohn. Leider hat er keine Kinder, aber kann sich nicht erzwingen. Wir spielen zusammen Fußball.
Das fetzt einen Vater und Sohn in der Mannschaft, beim alten Herren. Das macht so viel Spaß.
Jetzt muss ich krankheitsbedingte Mittel kürzer treten. Naja, im April will ich wieder anfangen.
Ich habe jetzt noch im März eine Untersuchung.
Und wenn die alles gut ist
und ich brauche dann keine Thrombosenstrümpfe mehr, dann geht es wieder auf den Platz. Ja, ist auch so.
Ich bin nicht der Älteste der Mannschaft, nur der zweite Älteste. Aber die Jungen, die 40-Jährigen, die nehmen da auch Rücksicht.
Manchmal, manchmal auch nicht. Es ist ein gutes Verhältnis untereinander.
Und Freitag, mein altes Herrenfußball, das gehört ja nicht nur zum Fußballspielen dazu, sondern zur Geselligkeit. Man sitzt anscheinend zusammen, trinkt ein Bier.
Ich sage immer, eineinhalb Stunden Fußballspielen, eine Stunde zum Quatschen. Na, das gehört dazu.
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