Enrico Richter

Kurzvideo
Er sagt: Jetzt musste dich langsam entscheiden.
Ich sag, ja, ich würde gerne Fußball spielen.
Er sagt: bist du blöd? Ich sagte, wieso?
Ja, Fußball. Hauen die sich die Knochen kaputt. So was Blödes.
Dann sag ich, na beim Boxen kannst du
deinen Kopf wegnehmen.
Das kannst du machen. Das ist möglich.
Ich muss sagen, das war wahrscheinlich bissel, eine kleine
Überzeugungsarbeit.
Er hat mich natürlich bisschen getrimmt, ist gar keine Frage.
Aber ich muss sagen, war wirklich eine sehr schöne Zeit.
Haben da auch paar kleine Erfolge gehabt,
Bezirksmeisterschaften und wie das so war.
Und irgendwann war dann das Thema Sportschule.
Das ging bei uns dann los. Ab 13-14 biste dort eingeschult worden.
Und da hat er gesagt, naja, wird ihn schon gerne...
Und Bezirk Dresden damals war
so, dass die eigentlich nach Cottbus delegiert haben.
Ich war in Cottbus zur Überprüfung,
ging alles gut, einwandfrei.
Und ich bin zu Hause gekommen, zum Papa, und habe gesagt,
also dort gehe ich nicht hin.
Und da hat gesagt: Wie??
Das ist doch... Sportschule?! Nö, will ich nicht.
Das war alles so bisschen eingezäunt.
Dort hatten wir, ich sage mal so,
mir hat es halt einfach nicht gefallen.
Es war einfach aus dem Bauch heraus.
Und da hatte er sich überlegt und hat gedacht, naja, gut,
okay, wir waren Wismut Pirna-Copitz damals.
Und dann ging das los, ja, könnte man über Wismut,
vielleicht Wismut Gera.
Und da haben die die Verbindungen bisschen aufgebaut und dann
ging das nach Gera.
Habe ich hier nochmal ein Wochenende gemacht und dann haben
die gesagt, okay, gut, mit 14, ja, ja.
Und dann bin ich dann halt,
ich hatte zwar einen weiteren Weg hierher,
aber es war mir viel angenehmer.
Und es waren natürlich auch ein paar Vorbilder da.
Cottbus hatte damals keinen irgendwo im Spitzenbereich.
Hier war dann Jürgen Fanghänel, Stefan Förster, die waren
so, das waren so ein paar, die ich gerne angeguckt habe,
die also Europameister waren und weiß ich was schon.
Also Vorbilder, hieß es damals.
Ja, dann war ich halt hier.
Ja dadurch, dass ich bei der Wismut also SG
Wismut Gera war, also Sport,
bin ich hier in der Schule gewesen.
Und als wir gelernt haben, ausgelernt haben, dann hieß es,
naja, gut,ok, das war damals zu DDR-Zeiten, ja, ein bisschen so,
da gab es immer wie so einen Trägerbetrieb.
Und die Wismut war halt Trägerbetrieb für den Fußball hier,
den Radsport und fürs Boxen.
Ich glaube, ja.
Es gab vielleicht noch ein paar andere,
aber im Großen und Ganzen haben die die gefördert.
Und dadurch sind wir natürlich über die zur Wismut gekommen.
Ganz am Anfang, ab 14 Jahren geht das los. Da ware wir im Internat.
Da warste keine Wohngemeinschaft,
da war es eine Rudelbildung.
Radsport, Boxen.
Eine Seite vom Internat war Boxen, eins war Radsport.
Unten waren dann die Funktionäre und weiß ich was,
Erzieher und alles Mögliche.
Dann sind wir halt, in der Gagarinstraße war das.
Da, wo das Jugendamt jetzt ist, das wie heißt das?
Gagarinstraße 68 ist nicht das Jugendamt,
irgendwas anderes ist jetzt drin, aber ist egal.
Dort in der Nähe.
Wir mussten immer runter in die Panndorfhalle laufen.
Wo jetzt die Panndorfhalle war,
die gab es ja früher nicht die jetzt, die neue.
War ja damals noch eine alte,
aber an der Schwimmhalle war die auch gleich.
Und da mussten wir immer laufen,
runter und hoch und runter, zur Schule.
Da unten hatten wir auch die Schule.
Internat, Essen, runter.
Wir sind dann manchmal am Tag vier oder fünfmal da hoch
und runter gelatscht.
Und das war schon ein ganz schöner Weg.
Aber das war halt so.
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Lebenslauf
Der in Sachsen geborene Richter kommt als boxbegeisterter Jugendlicher nach Gera in den Kader der SG Wismut. Seine Zeit im Sportinternat ist von vielenTrainings geprägt, den Alltag des Bergbaus kennt er nur von Außen. Durch sportliche Erfolge, selbst neben seiner Lehre als Kfz-Schlosser, kommt Enrico Richter in der DDR viel herum – aber auch in der Sowjetunion und im „kapitalistischen Ausland“. Auch heute trainiert er noch junge Boxer:innen.
Gesamtinterview
Ja, also ich bin in Pirna geboren, 3.8.1961 und hatte eigentlich eine schöne Kindheit. Schule, ich war viel, sag ich mal so, ich war immer schon immer sportlich, auch als Stift.
Ich konnte also kaum irgendwie stillsitzen. Ich war immer unterwegs.
Es gab eigentlich keinen Tag, an dem ich nicht draußen war oder irgendwas gemacht habe. Ich habe viele Sportarten gemacht. Geräteturnen, Leichtathletik, Fußball.
Fußball war für mich eigentlich das Thema. Ich wollte gerne zu Dynamo Dresden.
Pirna ist in Sachsen und Dynamo Dresden ist nicht weit weg. Das war es eigentlich.
Mein Vater war Boxtrainer und irgendwann hat er gesagt, du musst dich mal für eine Sportart entscheiden. “Ja, komm doch mal mit zum Boxen” - und dann hat er sich das so ein bisschen angeguckt.
Ich war früher schon immer mal mit auf der Halle, aber nie so, dass ich Ambitionen hatte zu boxen. Aber so mit acht, neun ging das dann so ein bisschen los.
Und dann sagt er, na, jetzt muss ich langsam entscheiden. Also irgendwie, ich sag, ja, ich würde gerne Fußball spielen.
Er sagt, bist du blöd? Ich sag, wieso?
Ja, Fußballer hauen sich die Knochen kaputt, sowas Blödes. Da sag ich, ja, und beim Boxen? Da kannst du deinen Kopf wegnehmen.
Das kannst du machen. Das ist möglich.
Also ich muss sagen, das war schon so ein bisschen eine kleine Überzeugungsarbeit. Er hat mich natürlich auch ein bisschen gedrückt, das ist gar keine Frage.
Aber ich muss sagen, es war wirklich eine sehr schöne Zeit. Wir haben da auch ein paar kleine Erfolge gehabt, Bezirksmeisterschaften und, und, und, wie das so war.
Und irgendwann war dann das Thema Sportschule. Das ging bei uns dann los, so ab 13, 14, bist du dort eingeschult worden.
Und da hat er gesagt, naja, würden wir schon gerne. Und im Bezirk Dresden damals war es so, dass die eigentlich noch Cottbus delegiert haben.
Ich war in Cottbus zur Überprüfung, ging alles gut, einwandfrei und ich bin heimgekommen zum Papa und hab gesagt, also dort geh ich nicht hin. Und da hat er gesagt, wie? Sportschule? - Nö, will
ich nicht! Das war alles so ein bisschen eingezäunt.
Mir hat es einfach nicht gefallen. Das war einfach aus dem Bauch heraus.
Und da hat er sich überlegt und hat er sich gedacht, wir waren Wismut Pirna-Copitz damals. Und dann ging das los, könnte man über die Wismut, vielleicht Wismut Gera?
Und da haben die die Verbindungen so ein bisschen aufgebaut und dann ging das nach Gera. Hab ich hier nochmal ein Wochenende gemacht und dann haben die gesagt, okay, gut, mit 14, ja, ja.
Ich hatte zwar einen weiteren Weg hierher, aber es war mir viel angenehmer. Und es waren natürlich auch ein paar Vorbilder da.
Cottbus hatte damals keinen irgendwo im Spitzenbereich, hier war dann... Die waren so, das waren so ein paar... die du dir eigentlich gerne angeguckt hast, die als Europameister waren,
also Vorbilder, hieß es damals. Ja, und dann war ich halt hier.
Ja, dadurch, dass ich bei der Wismut, also SG Wismut Gera war, als Sport, bin ich hier in der Schule gewesen. Und als wir gelernt haben, ausgelernt haben, dann hieß es, na gut, okay, das war damals zu DDR-Zeiten ja ein bisschen so, da gab es immer wie so einen Trägerbetrieb.
Und die Wismut war halt ein Trägerbetrieb für den Fußball hier, den Radsport und fürs Boxen. Ich glaube, es gab vielleicht noch ein paar andere, aber im Großen und Ganzen haben die die gefördert.
Und dadurch sind wir natürlich zur Wismut gekommen.
Ganz am Anfang, ab 14 Jahren geht das los,
da waren wir im
Internat, da war es ja keine Wohngemeinschaft, da war das Rudelbildung,
Radsport und Boxen, eine Seite vom Internat war Boxen, eins war Radsport,
unten waren dann die Funktionäre und was weiß ich, Erzieher und alles mögliche und dann sind wir halt, in der Gagarinstraße war das. Da wo das Jugendamt jetzt ist, ich weiß gar nicht, aber egal.
Dort in der Nähe. Und wir mussten immer runter in die Panndorfhalle laufen.
Wo jetzt die Panndorfhalle war, die gab es ja früher nicht, die jetzt, die Neue. Das war ja damals noch eine alte, aber an der Schwimmhalle war die auch gleich.
Und da mussten wir immer laufen, immer runter und hoch und runter. Zur Schule, da unten hatten wir auch die Schule.
Internat, Essen, runter. Wir sind dann manchmal am Tag vier oder fünfmal da hoch und runter gelatscht.
Und das war schon ein ganz schöner Weg. Ja, aber das war halt so. Spät. Nee,
nee, Entschuldigung. Später war es natürlich noch günstiger, wo wir keine Schule mehr hatten oder keine Lehre, wo wir dann ausgelernt haben, da konntest du mal durch die Stadt, da konntest du mal einen Kaffee trinken.
Das war einfach das Gute. Das hättest du in, ich sag mal Schwerin oder Weiß-ich-wo nicht gekonnt.
Die waren halt so alles ein bisschen wie eingezäunt. Frankfurt, Cottbus, die waren alles so.
Und wir konnten ja schön mal durch die Stadt tingeln, haben ein paar andere Menschen gesehen, war immer schön. Ja, es gab auch natürlich auch mal Reibereien.
Also, früher war es dann schon auch mal so, da ist man so, neunte Klasse waren wir schon mal die Alten, in die achte Klasse kamen die Frischlinge. Ja, das war halt so.
Die mussten halt, wenn wir ins Winterlager gefahren sind, im Januar nach Schmiedeberg, da mussten die natürlich im Schnee tanzen - nackig! Das war einfach so.
Das waren halt so Kleinigkeiten, aber im Großen und Ganzen, muss ich sagen, hat man sich schon verstanden. Ja, in der Halle zum Beispiel, so waren wir sehr oft.
Ja, also im
Café. Damals gab es noch die Cosi, das ist jetzt am Club der Jugend der Sportler, hieß das noch so? Unten hier am
Ja, früher. Clüpterjugend des Sportlers.
Das ist gar nicht so weit weg von hier. Oder hier auf der Sorge sind wir mal, Tagescaf Du hast mal ein Käffchen getrunken.
Wir nur zu Fuß. Hochleistungssport war in der DDR: Ich war angestellt bei der Wismut.
Ich war zweimal dort. Ich war immer dort zum Einlauf und dann irgendwann zum Abmelden. Sonst
war ich nie da draußen. Paitzdorf. Kennen wir gar nicht.
Wir kennen es schon, aber wir waren nur angestellt. Wir haben aber nur Sport gemacht. Irre
Ich glaube, kennt man ja auch viele. Die waren eigentlich nur knatter.
Was die gesoffen haben, das muss ja unglaublich gewesen sein. Ich meine, wir haben auch mal einen Schluck getrunken, keine Frage.
Aber die saßen ja früh schon im Zug und haben sich die Dinger reingefädelt. Da habe ich gedacht: Hallo?! Die haben
ja auch Kontingent gehabt. Die haben ja Schnaps gekriegt oder weiß ich was.
Haben wir ja nicht gekriegt. Das muss ich sagen. Das gab es nicht.
Bezug hatten wir auch relativ wenig. Das Geile war, muss ich sagen, immer wieder, wenn wir hier unten in der Panndorfhalle bei uns geboxt haben, die waren immer gerammelt voll. Und da war richtig was los.
Und das waren auch viele Wismuter, die so einfach auch dahinter gestanden haben, was eigentlich richtig geil war. Ich habe hier in Gera wirklich sehr gerne geboxt.
Das war für mich immer ein Vergnügen. Ja, kann ich.
Welches wollen Sie sehen? Hier in Gera oder? Wir waren dann hinten raus, warst du eigentlich mehr im Trainingslager als irgendwo anders, als hier.
Also wir waren viel unterwegs. Ich sag mal so, ein Dreivierteljahr kannst du eigentlich sagen, waren wir weg.
Genau, also wir sagen so, es ging eigentlich früh los,
Frühsport um sieben. Um acht wiegen, Frühstück,
9.30 Uhr ungefähr erste Einheit,
bis 11 Uhr Mittag,
14 Uhr die nächste Einheit,
18 Uhr nochmal eine Einheit und gut, das war's. Also wir haben meistens so am Tag, also inklusive Frühstück vier Einheiten gemacht, vier Trainingseinheiten und das war schon ganz schön anstrengend. Also das war
schon, aua. Hier in Gera war es nicht ganz so.
Gerade mit der Schule oder so, da konnte man nicht ganz so viel trainieren. Wir hatten aber noch Samstag Schule, was auch sehr scheiße war für uns.
Wir haben Samstag noch Schule gemacht, vier Stunden,
dann sind wir zum Training gegangen und
dann bin ich erst nach Pirna gefahren.
Ich war manchmal 18 Uhr in Pirna, musste am nächsten Tag 15 Uhr wieder mit dem Zug fahren von Dresden. Das war total bescheuert. Meine Mutter ist bald durchgedreht mit dem Waschen. Die hat
immer gesagt: Wie soll ich da trocknen? Im Sommer geht das ja, aber im Winter war es dann immer ein bisschen schlecht.
Aber war also. Ging auch. Zwei. Ja,
die Wismut hat natürlich andere Urlaube gehabt. Wir als Leistungssportler nicht. Wir hatten 14 Tage Urlaub,
mehr gab es nicht. Nee. Ins Trainingslager.
Ins Trainingslager, logo! Das ist ja kein Urlaub, aber Winterlager haben die finanziert.
Die haben schon viel finanziert für uns. Also als Sportler.
Überhaupt als Sportler. Denke ich mal. Auch für den
Radsport. Das spielt keine Rolle. Wir waren ja mit
Radsportlern und Boxern. Wir waren dann auch zusammen im Winterlager.
Das war einfach so. Von der 8. bis zur 10. Klasse,
dann später nicht mehr so, aber da haben die schon viel gemacht. Hätten wir machen können, aber das wollte ich dann nicht, in Zinnowitz war ja Wir waren im Trainingslager.
auch ein Traninigslager, das war für mich dann kein Urlaub gewesen. Wir hatten auch Zeiten, wo wir im Sommer Trainingslager gemacht haben. Mitte August haben wir Trainingslager von der Nationalmannschaft gemacht.
Da hat man irgendwann mal gesagt, wir könnten doch mal eine Woche vorher in den Roten Oktober oder so. Da sagt
man, kein Problem, das kriegen wir auf die Reihe. Dann waren wir im Roten Oktober. Ich meinte, kein Problem. Das war schon gut,
wie die das gehändelt haben. Hut ab!
Und der andere hat sich da einen Antrag gestellt und naja,
nee, bist abgelehnt, du musst woanders hinfahren.
Das gab es im Sport nicht,
vor allen Dingen, wenn du dann die Leistung gebracht hast, gab es überhaupt kein Gezucke. Ich habe gesagt, 1987 habe ich gesagt, ich würde gerne mal nach Bulgarien fahren.
Musste ich ja beantragen. Also, ich... bei der Wismut,
da weiß ich jetzt nicht. Unser Urlaub war ja immer festgeschrieben, gell? Du
wusstest genau, dann hast du Urlaub. Also ging meistens los so Anfang August bis Mitte August und dann ging's wieder los mit Training. Also
wir hatten zwei Wochen Urlaub und dann war die Bombe. Und da ging das auch reibungslos. Überhaupt kein Problem. Ach,
Ich könnte nach Bulgarien fahren, nachschlecken, gut aus. Auch nachschauen. Entschuldigung, das Rausschneiden.
Das ist authentisch. schön. Also Freizeitangebote gab's natürlich schon,
aber... Die eine oder andere haben wir auch mal genutzt, mal ein Bier trinken gegangen oder so, aber ansonsten, ach, schwer. Du hattest gar keine Zeit, weil wir das
Du kannst eigentlich hast. Wochenende durchtrainiert haben. Sonntag haben wir vielleicht mal zwei Einheiten gemacht,
da hattest du dann Nachmittag mal frei. Das war schon ganz schön, aber es war halt so. Für den Leistungssport gab es eigentlich nur Weihnachten. Den
Rest gab es nicht. Für uns. Ja, na klar.
Das gab es natürlich auch zu Ostern oder so,
aber ich musste immer trainieren.
Wenn ich damals mit meiner Frau oder so war, musste ich zum Training, aber natürlich gab es Geschenke. Keine Frage. Das
gab es auch zum Geburtstag. Am 1. Mai war immer ein Treffen.
Und oben in der Gagarinstraße war immer ein Treffen. Und das war eine Pflichtveranstaltung.
Wenn du dort nicht da warst, warst du der Arsch. Außer du warst im Trainingslager irgendwo oder unterwegs, was natürlich auch immer schön war.
Aber sonst musstest du daran teilnehmen, ansonsten hast du keine Chance gehabt. Ansonsten musstest du auch schon schwer krank gewesen sein.
Also solche politischen Sachen,
muss ich sagen, das war natürlich sehr viel Rotlicht. Ich hatte mal ein Gespräch, nach der WM war das glaube ich, mit unserem Parteisekretär.
Da gab es irgendwie eine Auszeichnung,
wir waren da im Haus der Kultur,
irgendwie eine Auszeichnung, und da sagt er, ja, du musst
so langsam auch mal in die Partei eintreten. Ich sage: Was,
warum? Ja, du willst doch zur Olympia. Ich sage: ja!
Gell? Ich sag, ja.
Das wäre schon nicht so schlecht, wenn du da so ein bisschen… Was sollst du denn machen? Na klar. Eher öffentlich, also für die.
Ich war nie in der Partei. Ich bin Kandidat gewesen, aber ich war nie volles Mitglied.
Kein zahlendes Mitglied. Immer nur Kandidat. Ich konnte
es immer ein bisschen rausschieben. Deswegen fehlt mir dann vielleicht auch Olympia.
Ist möglich. Solche Sachen.
Eher nebenbei. Aber klar, sie hat dann mal ein Bier getrunken oder wie weiß ich wie.
Aber das heißt, sie musste es halt ein bisschen verstecken. Zum Geburtstag gratuliert haben die auch.
Ja, der Trainer vielleicht, aber das war eigentlich völlig uninteressant. Das war nichts Großes. Wenn du zu Hause warst, wenn du
Glück... Also ich hatte meistens das Glück, weil ich am 3.
August Geburtstag hatte und meistens hatten wir Anfang August bis Mitte August Urlaub, da hatte ich meistens das Glück, dass ich da war. Also bei mir ging das so. Also
da muss ich sagen, das war dann schon ganz normal. Aber...
Wie bei euch wahrscheinlich auch heutzutage. Das ist so gratuliert, ein bisschen was gemacht und ein bisschen... Als Stift sowieso noch nicht so viel,
aber später hast du schon mal mit dem einen oder anderen ein Bierchen getrunken. Betriebssportgemeinschaft, hieß das damals. Nein,
in Pirna. In Pirna. Ich bin ja in Pirna geboren, aber
das sind auch meine Eltern her. Und dort bin ich bei der BSG Wismut Pirna-Copitz gelandet.
Und irgendwann hat der Bezirk Dresden, das
war ja immer so, die haben relativ viel sortiert, geguckt,
welche Sportart, das war zu DDR-Zeiten sehr, ganz schön, also haben die schon geguckt, dass der Sport nach vorne geht. Und in der Zeit, 1970er Jahre, ging das so richtig los, glaube ich.
Da waren die dann so richtig, wollten die unbedingt an die Weltspitze. Im Sport waren wir ja dann auch irgendwann.
Und so ist das dann gekommen. Da haben die dann rausgesucht, haben die gepickt, den könnten wir nehmen, den könnten wir nehmen, den. Da gab es Sichtungen, weißt
du. Da hast du Wettkämpfe gemacht, da haben die sich die angeguckt.
Ob das beim Radsport war, beim Fußball, wie die heute auch sichten. Beim Fußball, sag ich mal so, das wird damals genauso gewesen sein. Und
das bei jeder Sportart.
Die Sportarten haben sie eigentlich immer nur genommen,
deswegen wäre Fußball nicht so interessant gewesen in der DDR, weil da zu viel Masse gab und das wäre eh eine Medaille bloß gewesen. Bei uns wären ja zwölf Medaillen rausgekommen.
Wenn wir jetzt alle eine Medaille gewonnen hätten, hätten wir zwölf Medaillen. Das ist natürlich im Weltspiegel schon mal richtig gut, aber das ist halt schwer.
Nö. Und nur durch Sport halt.
Sonst eigentlich nie. Nein, mein Vater überhaupt nicht.
Leichtbau hat er gemacht. Meine Mutti war Krippenerzieherin.
Also überhaupt keinen Bezug zur Wismut. Das ging eigentlich nur über den Sport.
Die Wismut hat damals den Sport halt sehr gefördert. Meine Schwester hat Geräteturnen gemacht.
Mein Bruder hat geboxt. Er ist auch noch im Gera.
Der andere Bruder hat überhaupt keinen Sport gemacht. Er spielt gerne Fußball, aber keinen Leistungssport.
Und die andere Schwester hat auch nichts gemacht. Also ein bisschen zusammengewürfelt, ein bisschen Patchwork, aber alles im Grünen Bereich.
Also bei uns ist das wirklich: Hut ab. Wir verstehen uns wirklich alle. Ja, auch in Gera, selbstverständlich.
Nein, der [Bruder] ist jünger, der wollte ja so werden wie ich, der Kleine. War auch sehr gut, muss ich sagen.
Ich glaube, den haben sie dann ein bisschen verheizt. Aber gut, okay, das ist halt so.
Verheizt heißt, zu schnell nach oben bringen wollen. Ich glaube, der hat das ... Und das muss ich sagen, das kommt dann immer, wie ich vorhin schon gesagt habe, bei Rudi Roche,
da wusste genau der Trainer, wie er das macht, das ist einfach so. Du brauchst da jemanden.
Mein Bruder ist zum Beispiel eher DDR-Meister gewesen als ich. Ach so. Eigentlich war der richtig gut. Na,
das haben die gedacht, okay, der wird genauso wie der Alte. Ganz früher hieß er BSG Wismut Gera.
Die sind dann irgendwann umgezogen, glaube ich, von Chemnitz nach Gera, 1973 war das. Und da hieß das dann SG Wismut Gera.
Die BSG gab es trotzdem, BSG
Wismut Gera, als Boxen und auch Fußball und weiß ich, Leichtathletik, die haben ja alles mögliche gemacht. Wismut, Wismut, BSG Wismut. Betriebssportgemeinschaft
und wir hießen Sportgemeinschaft. SG, das war aber der Club, also Sportclub eigentlich so.
Aber wir hießen Sportgemeinschaft. Ich weiß nicht, warum die das so genannt haben, kann ich nicht sagen.
Also, ich sag mal, wir wussten, dass die Wismuter gutes Geld verdienen. Das wussten wir schon.
Aber dass sie auch Schnaps kriegen, das wussten wir auch. Aber wir hatten keinen Bezug. Der einzige Bezug war wirklich nur in der Boxhalle, als wir Wettkämpfe gehabt haben, wenn die da waren.
Du hast natürlich schon mal den einen oder anderen in der Stadt gesehen oder der hat dich angesprochen oder so. Früher, muss ich sagen, was gab es sonst im Fernsehen, außer Sport?
Sport war schon interessant, das haben auch sehr viele geschaut. Ob das Frauen oder Männer waren, spielt keine Rolle.
Die Frauen haben halt Eiskunstlauf geguckt,
Katharina Witt
und die anderen haben halt Fußball, Fußball haben sie nicht so viel gezeigt und gefördert wie die anderen Sportarten. Schwimmen, DDR-Meisterschaften, Boxen. Da ging dann Sonntag früh um 10 Uhr los, Fernsehen an bis um 12 oder 13 Uhr, Boxen. Das
haben die geguckt. Ja, na klar gab, es ja nicht viel.
Es gab ja nichts anderes zu gucken. Oder Aktuelle Kamera, oder wie hieß das bei uns? Ich bin nicht sicher, aktuelle Kamera.
Der Sport, muss ich sagen, hat dann schon auch, ja, da waren die stolz. Unsere kleine DDR, wirklich gut, wie und was.
Was da alles noch so gab, so zwischenher, oder weiß ich wie, was ist da, ne? Da sag ich immer wieder, hat mein ***, mein ***, mein guter Trainer, hat immer gesagt: Die brauchen sich gar nicht aufregen da drüben, die verrecken! Nee.
Unsere Trainer waren nur für uns zuständig. Also wir hatten extra Trainer, die wirklich alle ihren Diplom hatten. Das
waren alles schon Kinderein. 14 Boxer. 14 Boxer, 14 Radsportler waren wir in der Klasse.
Also 28 waren wir in der Klasse. Wir haben zusammen Unterricht gemacht, auch.
Gut, da gab es auch mal ein bisschen den einen oder anderen, aber es waren trotzdem nur Jungs. Scheiße. Die Sportklasse nur, Jungs.
Naja. Nee. Gab's in Jena.
In Jena schon. Leipzig auch. Festner,
weiß ich, kenne ich auch. Die HFK war auch relativ groß.
Also wir 14 Mann mit den Radsportlern, also Radsport und Boxen waren immer zusammen. Eine Klasse und wir hatten immer Unterricht zusammen. Radsport und
Boxen immer zusammen. Außer die Radsportler oder wir waren im Trainingslager.
Da ging das ja nicht. Radsport hat zum Beispiel, Berliner Winterbahnen, die sind immer gefahren, relativ lang.
Das ging im Dezember, glaube ich, los bis Januar, Februar. Und dann sind die, ich weiß nicht genau, zeitlich, aber so ungefähr.
Und dann waren die viel weg. Da waren wir halt allein in der Klasse. Vierzehn Mann.
Spaßig. Also wir hatten schon unseren Spaß, aber mussten auch lernen, mussten auch alles machen.
Wir hatten eins nicht, ab der achten Klasse. Zeichnen hatten wir nicht, brauchten wir ja nicht.
Wir waren ja keine Künstler. Astronomie brauchten wir auch nicht machen und Musik auch nicht. Das war nichts für uns.
Das brauchten wir nicht. Das brauchten wir auch nicht machen.
Das hat unser damaliger Trainer immer mit uns gemacht. Wir mussten natürlich auch das, was da gefordert wurde, alles durchmachen.
Überhaupt keine Frage, ob Geräteturnen, alles Mögliche. Das mussten wir alles machen. Das hat unser Trainer auch gefordert.
Das wollte der. Wir haben nicht nur geboxt, wir haben auch Leichtathleten gemacht und alles.
Alles, was die anderen auch gemacht haben. Wir waren vielleicht in der einen oder anderen ein bisschen besser, weil wir einfach trainierter waren. Das war einfach so. Wir haben
gesagt, deswegen trainierst du damals schon mit 14. Also wäre es ja schlimm, wenn einer kommt und sagt, ich bin bedeutend schneller als du.
Das ging eigentlich nicht. Das war nicht möglich. Ja.
Welche? Russisch war scheiße.
Russisch war total scheiße. Na ja, total scheiße, ne Drei.
Aber sonst nochmal zwei. Im Schnitt 2, 2, 5. Das war so, das war so geschaltet: Also
das Internat wusste genau Bescheid, was wir in der Schule machen und was wir im Training machen. Der Trainer wusste genau, was wir im Internat machen und in der Schule.
Und der Lehrer wusste genau, was wir im Internat machen und beim Training machen. Das war unglaublich. Ich habe immer gedacht, wie geht das?
Das ging. Die haben das genau gewusst. Eine kleine
Ich bin an der kleinen Historie. Story, ich war damals dann schon ausgelernt, also Senior, da musste ich ja nicht mehr auf Arbeit.
Wir mussten ja nicht mehr arbeiten. Unsere Arbeit war Training. Am ersten Tag war ich mit einem Kumpel, hab ich
gesagt, ach komm, wir gehen heute mal einen zischen! Wie es halt so ist. Wir haben Bierchen getrunken, alles klar. Und
dann waren wir ein bisschen spät. Wir mussten uns immer eintragen.
22 Uhr musstest du immer im Internat sein,
ansonsten war es zu. Ja? War zu. Wenn es zu war, war es schon scheiße. Da
kriegen das ja die Trainer mit. Ach Gott, was machen wir? Ach Gott, die
8. Klasse ist noch nicht da. Gucken wir mal unten. Wir
hatten überall Fenster. Ein Fenster war offen. Jetzt sind wir da reingeklettert, haben gepennt, ich
früh raus und ich sitze auf dem... und da kommt ein Funktionär vorbei: aha, aha… Wir sind runter zum Training, da wusste das mein Trainer schon.
Da ging das los. Das war mein erster Tag Training.
Eigentlich hatten wir am Anfang so ein bisschen Volleyball und bla bla bla. Ein bisschen Fußball. Da sagt er so, ah der Jens Uwe Friedrich holt mal den Ball raus.
Volleyball, ich hab mir schon… [...] und Richter bitte vortreten. Wir gehen 10.000 Meter laufen. Bitte unter 40 Minuten,
ansonsten lauft ihr nochmal. Da stehst du dort, bloß gut, da hat's ein bisschen geregnet.
Hat's du ein bisschen Wasser im Mund. Ah nee, das war so. Was wolltest du machen?
Na ja, klar, musste ich schaffen. Ansonsten hätte ich auch noch mal rennen müssen.
Aber am nächsten Tag sind wir 5000 gelaufen und haben Bergsprints gemacht. Ich konnte nicht mehr gehen, richtig, auf Deutsch gesagt.
Vor allen Dingen Treppen runter. War total scheiße.
Hoch ging's, aber runter. Mir haben die Knochen wehgetan, aber das war halt so.
Eigentlich geht das nicht. Eigentlich geht das nicht.
Also bei Hochleistungssport geht das nicht, zart umzugehen. Ansonsten, ich sag mal so, da gibt es wirklich wenige Sportler oder Sportlerinnen, die dann den Ehrgeiz haben, dann wirklich so durchzuziehen. Also
du musst den Druck aufbauen. Und ohne den Druck, ich meine, ja, Druck hin, Druck her, es ist ja in der Schule oder weiß nicht was, du brauchst ein bisschen Druck.
Wenn du keinen Druck von irgendwo kriegst, Da setze ich mich auch mal ein bisschen hin.
Ist so. Das ist halt der Mensch. Man ist ein bisschen faul.
Man hat nicht immer die Lust in die Schule. Aber es tut immer gut. Irgendwann.
Wenn man dann so alt ist wie ich, so bisschen Grau. Dann ist das Ohne Druck wäre bei mir nichts geworden, muss ich sagen. Wenn mein Vater mir nicht so am Anfang in den Arsch getreten hätte, ich wäre paar
Mal… Ich hätte aufgehört, ich hatte keine Lust mehr. Die anderen waren so schnell daheim.
Ich hatte immer die lange Fahrt. Das war eine Reise. Ich saß alleine im Zug von Pirna bis Chemnitz oder Karl-Marx-Stadt damals noch.
Dann sind die anderen erst eingestiegen. Das war schon scheiße. Aber es war halt so.
Also ich bin ja Kfz-Schlosser, gelernt. Gelernt habe ich ja auch was. Es ist ja nicht so, dass ich nicht gelernt habe.
Kfz-Schlosser. Oder heute heißt das Mechatroniker, oder?
Glaube ich. Ja, das habe ich gelernt. Ja,
genau. Das war auch nicht schlecht, muss ich sagen.
Das war eigentlich auch eine schöne Zeit. Aber auch anstrengend, da wir ja nicht so viel da waren. Früher, Kfz-Schloss haben wir immer zwei Jahre gelernt.
Bei uns war das schon drei Jahre. Also wir mussten drei Jahre lernen, weil wir das zeitlich gar nicht geschafft haben.
Durch das Training, Trainingslager, dorthin, dahin, fahren.
Das war einfach. Da haben die das ein bisschen gezogen. Da hatten wir auch eine Extraklasse.
Wir waren zwar mit der Klasse drinnen, aber die haben uns immer so ein bisschen wie als Zusatz noch genommen. So ein bisschen.
Am besten war dann immer so die Arbeitszeit. Wenn wir dann ins Praktikum sind, Schule ging eigentlich, das war alles kein Problem.
Da sind wir gut hingekommen. Praxis war immer unser Hauptding.
Ich wollte das doch nie werden.Schlosser. Eigentlich war mein Wunsch Unterstufenlehrer.
Lehrer wollte ich werden. Dem sein Bruder war abgehauen, im Westen.
Und der hatte sich auch vorher schon beworben, zu der Stelle, in Köstritz. In Crossen war das damals.
Und da durfte ich dann nicht mehr dorthin. Nicht, dass ich dort beeinflusst werde oder so.
Und dann haben die das gestrichen. Und Betonfacharbeiter, wollt ich auch nicht werden, hab ich gesagt, ja gut, dann mach ich mit, mach ich den KFZ-Schlosser.
Ich sag, so schlecht auch nicht. Mein Vater hat immer gesagt, mach das Abi.
Ich sag, nee, hab ich keine Lust. Eigentlich dumm.
Da war ich doof. Aber er war nicht hier, konnte nichts sagen.
Wo waren wir jetzt nochmal? Ja, dann Lehre. Genau, so ist es, Lehre.
Also wir hatten dreimal in der Woche, sind wir in der Lehre runter, ins KIW, K.I.W., wo jetzt der Mercedes-Benz ist unten, am McDonalds, an der Autobahn. 1978, danach ist 17, 16, 17, genau. Drei Jahre muss man lernen, bis 1981 haben
wir das gelernt. Und da ging das so, Montag, Mittwoch, Freitag mussten wir unten sein, um sechs ging es los, bis um elf.
Unsere Lehrausbildung am Anfang, da war das ein bisschen so, ein bisschen rumschrauben, ein bisschen dort und ein bisschen Werkzeugkunde, da musstest du ein bisschen feilen und machen und tun. Und dann hinten raus war das dann immer so, musst du hinkommen, haben ein bisschen so einen Lehrmeister gehabt, auf deutsch gesagt, und er sagt: Gut, okay, dann geh dorthin zum LKW.
Und ich war mit eben, ich war ja relativ leicht damals, ich war nicht so ein Damals habe ich noch gewogen… Wenn ich schon 50 Kilo hatte, war es viel. Da ging das immer so, beim W50, ihr macht mal die Räder ab.
Da haben wir schon bis zum 11.00 Uhr gebraucht, bis man die Räder dran hat. Wir hingen da dran, wir zwei kleinen. Wir haben das gar nicht geschafft, das war so unglaublich.
Ach geht mal in die Kantine, holt mal ein bisschen, holt das Frühstück! Das ging nur so. Wir haben eigentlich praktisch nichts Großes gemacht.
Da muss ich natürlich sagen, wie wir die Lehre dann geschafft haben, weißt du, im praktischen Teil. Wir haben es geschafft.
Gut. Das wurde dann wahrscheinlich geschafft von jemand anderem.
Also einen Kontakt weiß ich, zu einem Westdeutschen. Das war mal zur WM 1986, mit dem saß ich hinten im Flugzeug. Komischerweise, oder das war vielleicht für die DDR natürlich scheiße.
Aber wir mussten mit den Westdeutschen heimfliegen, weil wir nach Frankfurt am Main geflogen sind und nicht… Das ging nicht anders. Nach Ostberlin ist keine Maschine von Amis geflogen. Und wir saßen, und damals waren ja die Flugzeuge nicht so voll wie heute,
wir hatten ja Platz. Boing, blablabla, weiß ich was, gell.
Und haben ja hinten gesessen, da auf der Reihe. Und dann war alles fertig, dann konnten wir auch Bierchen trinken, und dann kamen natürlich auch die Westdeutschen, die waren ja mit immer, und dann haben wir ein bisschen gequatscht.
Und mit dem habe ich heute noch Kontakt mit den Ach, Klaus Niketta, also das ist ganz komisch. Wir sind da ins Gespräch gekommen. Aber ansonsten im Ausland, ganz schwer. Ich
habe noch, mit dem habe ich auch noch ein bisschen Kontakt, aber sonst relativ. Da habe ich mal gegen einen in Bangkok geboxt, glaube ich.
Und mit dem habe ich noch ein bisschen Kontakt, aber das gab es überhaupt nicht. Das muss ich jetzt mal sagen.
Also das war eher, wenn wir gegen die Russen verloren haben, war es richtig scheiße. Scheiße war es natürlich richtig, wenn wir gegen einen von der BRD verloren hätten.
Da hatten wir, Länderkampf hatten wir oben in Rostock. Wir haben gewonnen 16:4. Und die zwei, die verloren haben, die hat
man kaum noch gesehen. Komisch, oder? Das war politisch, muss ich sagen, war das schon irre.
Im Nachhinein, damals hast du das ja gar nicht so gesehen. Du hast dich auf deinen Sport konzentriert, was du machst. Da
war das Politische… …das war für mich gar nicht so interessant. Mir war der Sport schon interessant. Rausfahren,
Ob du rausfährst, nicht? bist dorthin gekommen, bist dahin gekommen, ist anstrengend, aber du warst unterwegs.
Wie das teilweise gehandelt wurde, möchte ich nicht wissen, was da los war. Also ich sag mal so, ich weiß nicht, was wir gekriegt haben.
Das wirst du gar nicht mitkriegen. Das kriegst du nicht mit. Wir waren essen in Zinnowitz oder im Trainingslager. Was die
dort zu essen geben, das musst du ja essen. Du weißt eigentlich, was drin ist, oder?
Wenn die dort ein bisschen was mit untermischen, ist ja kein Problem. Aber ich war das erste Mal im Trainingslager Junior, da war ich auch noch relativ leicht. Da
habe ich so 40, 45 Kilo vielleicht gehabt. Und da waren wir in Lindow, das war so ein Trainingslager, da waren viel die Schwimmer.
Gewichtheber, Boxen, so Nachwuchsboxen, gell? Ja,
so. Genau. Könnte sein. Genau, genau, Lindow. Dort, genau, dort war das.
Dort war mein erstes Trainingslager. Wir sind dort hingekommen, ich hab gedacht, Mensch, was ist denn hier los?
Lauter Gänge, alles mit Glas. Also du kommst gar nicht, brauchst eigentlich gar nicht eine frische Luft. Du kommst vom Internat ein, wirst reingeschleust, papp, papp,
papp. Und mit Bowling, ich weiß nicht, die hatten dort wirklich alles, alles mit Kantine.
Ich geh an die Kantine, steh so da, stehen vor mir zwei solche Bretter. Ich hab gedacht, so, was ist das? “Einen Kaffee bitte.”
Da waren das irgendwelche Schwimmerinnen. Ich hab gedacht, das gibt es gar nicht! Wie reden die?
So dunkel. Die haben alle gekriegt, 100 Pro. Und das muss ich sagen, das ist für mich was, wo ich sage, die waren ja noch jung.
Die waren ja noch nicht mal so alt. Die waren ja so alt wie ihr. Oder jünger.
Ein paar Bretter. Das kannst du dir nicht vorstellen.
Ein paar Athleten. Uli. Kleine Ulis waren das. Ruderinnen.
Bruderinnen. Bruderinnen.
Ruderinnen, ein paar Maschinen. Und das geht nicht von heute auf
morgen. Also so einfach mal schnell. Das trainiere ich mir mal an. Also
die Größe ja auch nicht. Die Länge.
Und da ist bestimmt viel Scheiße gemacht worden, muss ich sagen. Finde ich auch. Aber im Boxen weiß ich nicht, wie das da ablief.
Ob es da was gab oder nicht, kann ich nicht sagen. Es ist bestimmt was gekommen, also Hundertpro, würde ich mir denken. Aber ich weiß es nicht,
ich kann es nicht sagen. Ich wüsste es jetzt nicht.
Indirekt bestimmt, wahrscheinlich. Aber das weißt du nicht!
Deswegen im Fernsehen, deswegen waren die Zuschauer nicht, das war einfach so. Ich glaube, da haben sie ganz schön viel...
Aber mein Trainer, wie ich schon gesagt habe, der sagte: “Die brauchen sich nicht aufregen drüben. Die waren nicht anders.” Drüben haben sie sich aufgeregt.
Weil die ein bisschen genommen haben, dort, dort, dort, da hol ich mir das, da hol ich mir das, da hol ich mir das. Und bei uns war das kontrolliert. Dass das natürlich auch nicht in Ordnung ist,
gar keine Frage. Aber das ist lang, lang ist’s her, Geschichte.
Gehört auch mit dazu. Was wahrscheinlich auch nicht schön ist unbedingt, wenn sie das hören.
Aber das war so. Doping war einfach... denke ich mal, Gang und Gäbe.
Und ich war ja auch ab und zu mal relativ lange verletzt. Da waren wir immer in Kreischa zur Reha. Kreischa war ja so ein bisschen der Pool des Doping, sag ich mal so, der Doping-Untersuchung und und und. Da
mussten wir, wenn wir irgendwo ins Ausland sind, musstest du immer, bevor du ins Ausland bist, immer Urin abgeben. Und wenn irgendwas drin war, wärst du weg gewesen. Also, wärst
nicht da hingefahren. Ins “Kapitalistische Ausland” zum Beispiel oder so, hieß es ja damals kapitalistische Ausland.
Aber es war halt so. Ja, genau.
Das war sehr interessant. Das war natürlich auch so eine Sache.
Ging natürlich alles über den Wismut, ist klar. Das ging nicht anders.
Ich hatte das Glück, sage ich mal so, oder nee, Glück - ist egal. Meine Eltern sind geschieden, schon ewig, sie haben sich aber immer verstanden.
Überhaupt keine Frage, hat immer gut geklappt. Ich hatte in Pirna dann ab 18 eine Wohnung.
Hat mein Vater organisiert, auch über die Wismut. Er hat da auch ein bisschen seine Hände irgendwo im Spiel gehabt.
Und dann habe ich gesagt, jetzt möchte ich irgendwann aus dem Internat auch raus. Mit 21 war ich noch im Internat.
Irgendwann musste ich ja raus aus dem Ding. Da krieg’ ich ja eine Macke. Ist ja klar,
irgendwo wirst du ja ein bisschen... Ja, und dann haben sie mir eine Einraumwohnung zugeschanzt in Lusan, im 11-Geschosser, 11. OG.
So eine kleine Buchte. Aber ich war glücklich.
Ich hatte meine Wohnung, gut, aus, ich brauchte nicht mehr ins Internat. Konnte im Internat essen, überhaupt keine Frage.
Also ich hab dann Essensmarken immer geholt. Aber der Rest, das war dann hier. Partnerin, Logo,
dann kam ein Kind, [...] den kennst du ja. Ja, und das war so.
Das Essen, ne, die Unterkunft, ne, also die Miete musste ich schon bezahlen, aber ich brauchte ja nicht so viel Miete zahlen wie heute. Ich hab 80 Mark bezahlt, oder 83 Mark. Ne,
für die Einraumwohnung 21 Mark oder was. 21 Mark, 51, DDR-Mark.
Also als ich ausgelernt habe, habe ich gekriegt … 550 Mark. War halt so. Da hast du auch nicht viel gebraucht.
Ich habe meine Essenmarken bezahlt. Da habe ich ungefähr einen Fuffi bezahlt, glaube ich.
Und da habe ich Früh-Mittag-Abend essen können. Hat ja nichts gekostet. Hat
wirklich nichts gekostet. War alles sehr billig, preiswert.
Also die Grundnahrungsmittel. Ich hatte dann natürlich auch das Glück, muss ich sagen, ich konnte mir meine Essenmarken kaufen. Die konnte jeder kaufen, ob du zu Hause warst oder nicht. Der
Hochleistungssportler war, der konnte sich die Essenmarken kaufen, beziehungsweise am Anfang haben das die Eltern bezahlt, bis zur 10. Klasse, und dann hast du so anteilmäßig ein paar Pfennig mit dazugegeben.
Und das hat nicht viel, also 50 Mark oder so gekostet. Dann konnte ich mir einkaufen, im Trainingslager, hab ich natürlich gesammelt.
Dann bin ich bei uns in die Küche einkaufen gegangen. Wir hatten da alles, das war einfach da.
Wenn wir dann hinten aus unserer Küche gekommen sind mit Nabel-Apfelsinen und Bananen,
die haben gesagt, wo gibt's denn die? Hinten ist ein Gemüsegeschäft, da sind wir hingerannt. Das war halt so.
Das weiß ich nicht 100 Prozent, aber ich glaube, dass die Vergünstigungen auf alle Fälle. Also das mit dem Einkauf. Na klar, das Essen war ja da.
Also für die Leistungssportler. Die Wismut hatte auch Kontingente drüben im Schacht. Die brauchten sich nicht aufzuregen.
Die haben eigentlich auch gut gekriegt. Aber ich glaube wir haben da noch ein Bisschen…es war schon nochmal eine Stufe höher. Du
hast keine Kuba-Orangen gekriegt wie damals. Die kennt ihr wahrscheinlich gar nicht mehr.
Die kannst du gar nicht schälen, die Dinger. Saftig waren die, aber schälen ging gar nicht. Kuba
Orangen waren immer schlimm. Aber gut, es war halt so.Lehre.
Dann kam mein Sohnemann, logo! Dann habe ich eine größere Wohnung bekommen, da musste ich natürlich ein bisschen warten.
Aber das war Kontingent, auch wieder Wismut wahrscheinlich. Da habe ich dann hier am Steinweg gewohnt.
Richtig gut. Zentrum. War richtig gut.
Die habe ich dann aus der Schule gekannt. Und irgendwann habe ich die mal getroffen. Da
saß ich in einem Café, Cosi hieß die damals,
das Café ist so ein bisschen, mh, und da habe ich einen Kaffee getrunken,
oder abends ein Bierchen, weiß ich jetzt gar nicht mehr, und da kamen die irgendwie rein. Wir haben uns schon gekannt und haben ein bisschen gequatscht.
Und dann ging das so, ach, nochmal treffen und wie das halt so ist! So habe ich die kennengelernt.
Aber hat sich dann gebrüstet, muss ich sagen, ist so ein bisschen... Du bist ja dann irgendwo hingefahren, das war einfach so, und du hast nur Zeug gekauft.
Zeug gekauft, was es hier nicht gab. Klamotten, Jeans, alles Mögliche, was halt so ein bisschen modern war, hast du halt mitgebracht in die Zone.
Weil hier gab es das ja nicht. Oder gab es mal im Exquisit, aber das gab es auch nicht immer. Ja, alles nicht. Also,
harte Drogen durften wir nicht mit reinbringen. Zum Beispiel Finnland. Da wussten
wir schon, wenn wir nach Finnland fahren, werden immer zwei Pullen mitgenommen. Es sollte Wodka draufstehen. Wäre ideal.
Wir haben den dort verkauft. Wir haben den gekauft für, ich weiß nicht, 10 Mark oder weiß ich was. Wir haben den dort für
40 DM verkauft. Also richtiges Geld. Bei denen ist der Alkohol so teuer gewesen, da hat
man so zwei Jeans gekriegt für so eine Flasche. Das war auch so ein bisschen Handel.
Das war schon interessant. Das könnt ihr euch heute gar nicht mehr vorstellen.
Heute kannst du dorthin und dorthin fahren. Überhaupt kein Problem. Wenn ich nach Österreich will, fahre ich nach Österreich.
Ich bin mal in Wien gewesen, mal drei Tage, vier Tage, haben
wir Turnier schnell geboxt, zwei Kämpfe gemacht, wieder zurück, dann war ich in Berlin, dann bin ich nach Dänemark gefahren. Das war eigentlich, was für mich ja eigentlich gut war.
Es gab ja dann immer pro Tag 25 DM. Also richtiges Geld! Richtige Deutsche Mark. Nicht unsere
Chips. Und da konntest du natürlich ein bisschen was. Das hast du dir gespart. Und
dann hast du immer überlegt, oder dich drauf gefreut, wenn du irgendwann in Bangkok, wo es nichts gekostet hat, da hat die Jeans 2 Dollar gekostet oder was, da sind wir hingekommen, da mussten sie dir noch Taschen mit kaufen, dass du mitschleppen kannst. Also irre. Blanker Wahnsinn. Und
du hast dann natürlich immer mitgebracht, für die Familie, Dir selber eigentlich seltener. Da war ich gerade in Wien. Da habe ich mir mal zwei Jeans geholt und habe mir gedacht, die hole ich mir.
Die sogar, die hier auf dem Bild hab, das Ding. Da habe ich mir geholt und dann noch irgendeine
andere Hose. Und habe ich natürlich nichts für Daheim mitgebracht mitgebracht. Für den Kleinen habe ich noch was mitgebracht, aber für sie halt nicht. Was meinst
du? Entschuldige, ich bin auch mal dran.
Also das war schon, aber es war so. Nö, eigentlich nö. Na,
logo ist man ein bisschen anders geworden. Man hat ein bisschen Bremse, man war dann ein bisschen, am Anfang natürlich nicht, Euphorie war auch mit da. Ich eigentlich nicht so extrem.
Wir haben dann irgendwann angefangen, Ja, was machen wir denn? Wir hatten nochmal 1989 eine WM in Moskau und das war im Oktober und da war das ja schon ganz schön am Knirschen. Das
haben wir gar nicht mitgekriegt, das war einfach... Ich hab dann gedacht, das gibt's gar nicht, dann war ich... Da
hatte ich noch eine Reha in Kreischa. Wegen dem Rücken. Und dann habe ich mir gedacht, wenn du abends mal so ein bisschen in die Gaststätte gegangen bist - “Wir haben Montag wieder Demo!”.
Ich dachte, was machen die denn für einen Scheiß? Was machen die? “Ja nach Dresden, Demo.”
Ich habe mir gedacht, hä? Aber dann ging das ja dann so richtig. Und es ging ja relativ schnell.
Ich glaube, das war auch gewollt. Und dann war es für uns oder für mich, habe ich gesagt, okay, was machst du denn da jetzt? Da muss
ich irgendwas machen. Wismut wird es irgendwann nicht geben.
Was dumm war, muss ich wirklich sagen, war ich doof. Ich hätte eigentlich weiter bei der Wismut bleiben sollen.
Sie hätten mir irgendeine Aufgabe geben müssen. Oder ansonsten hätten Sie mich irgendwie auszahlen müssen. Oder
weiß ich was, gell? Habe ich nicht gemacht. Es
war so ein bisschen, ja. Ich war schon so ein bisschen - ich hatt eigentlich keinen Bock mehr. Da vorne meinte dann, das
Das waren eigentlich, meint ihr dann, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das war das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, das Schlafen, auch der. staucht ja. Und dann musste sehen, Wenn ich 1989 bei der WM vielleicht noch irgendwo eine Medaille oder irgendwas gemacht hätte, da bist du nochmal anders drauf.
Dann hast duian Aber dort bin ich auch gleich wieder rausgeflogen, im Finale, den ich vorhin gezeigt hatte. Da habe ich gedacht, scheiße, warum jetzt noch? Und dann war ich nicht mehr in meiner Gewichtsklasse, muss ich auch noch sagen. Die haben mich in die Gewichtsklasse höher
genommen, weil der Maske ist auch eine höher gegangen. Und unten war wieder der Schmitz, wo wir vorhin gesagt haben, dass ich da immer verloren Und da haben sie den Herbst gehen.
habe. Und dann habe ich gesagt, ich hör auf, keinen Bock
mehr. Und dann habe ich noch ein bisschen Bundesliga in Frankfurt am Main geboxt, habe hier trainiert. Hab aber dann, musste ja arbeiten, musste ja was machen. Ist ja
keine genaue Arbeit, das geht ja nicht. Und du musst ja bisschen Geld hernehmen. Gut, hatte
an sich gutes Geld verdient, muss man einfach sagen. Aber das hat ja nicht gelangt. Es wurde
ja auch alles teurer. Die Miete hat nicht mehr so wenig gekostet.
Das ging ja dann relativ zügig. Und ja, dann hab ich dann gesagt, okay, was mach ich denn? Und
da hatte ich einen guten Kumpel. der hat Glas- und Gebäudereinigung gemacht.
Und der hat gesagt: Wir arbeiten nur früh. Um sechs fangen wir zeitig schon an. Aber bis um acht sind wir fertig.
Ich sage, das wäre ideal für mich. Da kann ich danach trainieren. So hat es angefangen.
Jetzt haben die mich nach Hermsdorf geschickt. Ich sage, nach Hermsdorf. Dort war ein
Losgang, um fünf ging es dort los. Ich habe gedacht, da müsste ich um vier losfahren, damit ich pünktlich auf der Arbeit bin. Ich
musste ja auch noch ein paar Wege laufen. Oh, das war schlimm.
Dann hast du noch zwei Einheiten gemacht. Dann hast du noch aller zwei, drei Wochen lang einen Wettkampf gemacht.
Und gut, dann warst du kaputt. Aber das habe ich nicht lange durchgehalten.
Dann kam irgendjemand von Frankfurt, den hab ich dort kennengelernt, der
hat angefangen so Zeitschriften, so Drücker, Drückerkolonnen. Ich sag, ich mach das nicht, das kannst du gleich mal vergessen. Nee, nee, du tust die Schäfchen, die Schäfchen tust du bloß betreuen. Das heißt also somit,
ich fahr die raus in die Gegend, Lusan
Dann sind die dort durch die Häuser gegangen, haben Zeitungen verkauft, also so an der Treppe. War irre, war der blanke Wahnsinn. Ich saß im Auto und hab das bisschen
gemacht. Und dann irgendwann haben wir uns anders weitergebildet.
Am Anfang eigentlich nicht so, aber es war dann schon relativ... Man merkt das schon, dass der Druck auch anders war.
Du hast ja dann den Sport nicht mehr gemacht. Also ich bin ja dann auch völlig rausgegangen aus dem Sport. Total, nichts mehr gemacht.
Ab welchem Jahr? Ab 1992. Ich hab noch ein bisschen Fußball gespielt, so nebenher.
Ein bisschen wie abtrainieren. Das war auch… Und dann sind wir... Ja, dann hab ich eigentlich nichts mehr gemacht.
Bis
Ende 2004, Anfang 2005, - nein
ANfang 2004,
da ging das dann los,
da hatten wir so eine Anfrage von [...] sein Vater, ob
wir nicht so ein bisschen eine Veranstaltung mitmachen könnten, so Oldie-Boxen. Die wollen in Schwarzenberg mal wieder, dass das Boxen ein bisschen floriert.
Da haben wir uns gedacht, naja gut. Fit sind wir noch soweit, alles klar.
Haben wir schön trainiert und gemacht und getan. Dann sind wir dorthin gefahren, haben das gemacht, einwandfrei. 2005 haben wir das in Dresden nochmal gemacht.
Richtig geile Veranstaltung war das, muss ich sagen. Also nicht nur in Dresden, auch in Schwarzenberg.
Und dann 2006 haben wir das hier im KuK gemacht. Richtig gut. Massen, voll das Haus.
Richtig geil. Und ab da haben wir dann gedacht, gut, was machen wir eigentlich?
Was mache ich hier? Boxe ich hier so ein bisschen rum? Was können wir machen?
Und da hatten wir einen, der macht hier so
Gastro und Veranstaltungstechnik. Der veranstaltet so, Schwarzbier-Nächte hat er gemacht oder sowas.
Und hat gesagt, Wir gründen einen Klub. Wir machen einen Boxklub. In Gera ist nichts mehr los.
Wir machen einen Boxklub. Alles klar. Dann
haben wir gesagt, gut. Okay, dann haben wir das ein bisschen zusammengewürfelt.
Dann haben wir gesagt, okay, machen wir. Und seitdem mache ich das. Auch ein paar, muss ich sagen.
Ja, als Zuschauer schon. Als Zuschauer hier im KuK oder so, dann waren die schon da.
Das haben wir dann drei Jahre hintereinander gemacht. War vielleicht ein bisschen viel, das Letzte war nicht mehr ganz so toll, aber ist ja egal.
Heute würden sie es wahrscheinlich wieder lieben. Irgendwann ist es ausgelutscht, das ist nun mal so.
Ich glaube, da waren auch sehr viele da von den alten Wismutern. Vom Boxen her. Also die, die früher schon zum Boxen gegangen sind.
Hier die ersten Kämpfe, erfolgreichen Kämpfe. Zwischendurch immer mal einen erfolgreichen Kampf.
Das ist so. Wenn du gewinnst, ist das ein Erfolg.
Da spielt es keine Rolle, welcher Kampf. Mein Durchbruch war eigentlich 1985 die DDR-Meisterschaft. Da
bin ich das erste Mal DDR-Meister geworden. Das war eigentlich so. Da war auch wieder
clevererweise. 1985 war ich verletzt am linken Knie.
Relativ zeitig, August. Ich sollte nach Pjöngjang zum Turnier fahren.
Musste ich dann später irgendwann nachholen. Und da habe ich mein Knie verdreht. Ja,
OP. Ja, und Kreischa. Und acht, neun, zehn Wochen ausgefallen.
Und irgendwann waren die Meisterschaften dran. Und da hat er mich gefragt, wie sieht es denn aus, Meisterschaften mitmachen?
Ich so, ja, bleibt mir ja nicht sonst übrig. Du musst ja irgendwas machen. Ja, alles klar.
Bis wie viel Kilo? Ich hab gesagt, ich weiß nicht, ob ich 67 schaffe.
Box 67, alles klar. Ich hatte damals so 73, 74 Kilo.
Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, zwei Wochen. Box 67, alles klar.
Abgekotzt, abtrainiert, trainiert, trainiert, trainiert, runtergeschleppt den Ganzen. Komm hin zur Meisterschaft in Rostock war das. Ja, war in
Rostock. Ich geh drauf, 67, hab mein Gewicht. Sagt er: Du boxt 71.
Ich sage, Ich sag, hä? Hä? Vier Kilo hätte ich mir da sparen können.
Alles gut, okay. Und dann war ich DDR-Meister. Und
das hat er clever gemacht. Da wusste er, wer in welcher Gewichtsklasse wer da ist.
Und dann hat er gesagt, gut, okay, dann brauchen wir dich. Und komischerweise Ich bin dann
mit ins Winterlager. Ich war schon mal im Winterlager bei den großen Sportlern. Ich war nicht schlecht im Langlauf.
Ich war allgemein Bewegungstalent, sagen wir mal so. Das hat meinem Nationalmannschaftstrainer sehr gut gefallen.
Oder wie jetzt sagt man Bündnis-Trainer. Nein, Nationalmannschafts-Trainer war das damals.
Da hat ihm auch gut gefallen, dass er überall so ein bisschen mitkann und auch kämpfen kann. Und da hat er gesagt, gut, okay, dann nehmen wir den mal mit.
Und dann hatte ich noch so ein geiles Ereignis, das war auch nicht so schlecht,
auch gegen einen, gegen den ich eigentlich immer verloren habe, gegen den ich zur WM im Finale verloren habe, gegen den Angel Espinoza. Da war ich im Finale gegen den in Halle, das war auch so ein Nominierungsturnier.
Und da sagt mein Trainer zu mir, du rennst drei Runden nur weg. Du kriegst keine, rennst nur weg.
Der kam rein, so ein Stier. Ich habe vorher die Kämpfe von dem gesehen. Scheiße, scheiße, scheiße.
Was wird denn das? Ich bin da weggerannt.Nur weg, fffuuuuupp.
Keine gekriegt. Im Nachhinein ist das so, wenn ich eine gekriegt und wäre KO gegangen hätte ich eine KO-Sperre bekommen und wäre ausgefallen.
Somit sind wir zwei Tage später nach Japan gefahren.
Dort habe ich den Japan Cup gewonnen. Und somit hatte ich meine WM-Teilnahme, meine Nominierung geschafft. Für die WM.
Das habe ich ja damals gar nicht gewusst. Ansonsten wäre ich gar nicht zur WM gefahren, weißt du.
Und da hat mein Trainer, da haben die mich ausgepfiffen. Das
Publikum, die wollten ja immer eigentlich hier, dass es richtig
semmelt. DDR gegen Kuba oder gegen die Russen. Wer hat da gewonnen? Na der, ganz klar. Ich
hatte keine Chance. Ich bin da nur weggerannt.
Ich glaube, ich habe den Kampf sogar noch von Halle. Du Traumtänzer, mach das Licht aus!
Ich habe mir das gedacht, dann stellt euch doch mal rein, ihr Blöden. Kommt doch rein. Aber es war schon schön.
Also es war halt so. Mit Auge, gewusst. Ja, natürlich hatte
ich noch andere Trainer.. Grundlage 8. bis 10. Klasse von Herrn Hattenbrock (?), das muss ich sagen.
Wie sagt man? Lehrer, aber sehr korrekt. Da konnte er auch alles selber.
Das war schon Wahnsinn. Ob er gerannt ist, ob er Leichtathletik machte, das konnte er auch alles. Schwimmen war immer ganz
schlimm. Wir haben immer gedacht, wir gehen in die Schwimmhalle.
Springen? Nö. 400 Meter einschwimmen, hier Brett und das und hin und zurück und dort und da und Butterfly und bis ich weiß alles, gell? Und dann
geht er... Und jetzt gehen wir springen, letzte Viertelstunde. Ihr springt nur das, was ich springe. Das
macht ja alles vor. Fußsprung. Das
kennt keine Sau mehr, oder? Kennst du den Fußsprung? Eine
Kerze. Aber wie?
Eins, zwei, drei, an, hoch. Die springen immer so hoch.
Früher war das noch anders. Heute laufen die ein bisschen anders an, die Springer.
Früher war es eins, zwei, drei, drauf und hoch und runter. Das mussten wir alles machen. Mach ich heute auch noch. Kann
ich heute auch noch. Kann ich alles noch. Anderthalbfachen
Salto. Das ist irre.
Da ist der... Und das mussten wir immer nachmachen.
Ich hab mir gedacht, so ein Blödes… Freispringen. Wir wollten irgendwie mal Bombe oder Krampe oder irgend so einen Scheiß.
Nichts. Wir durften
noch nie. Aber recht gut. Leichtathletik. Da könnte alles.
Sehr anstrengender Trainer, aber im Nachhinein überragend. Aber als Mensch auch wirklich ein Guter. Richtig cooler Typ.
Dann hatte ich manchmal ein paar Trainer dabei, die waren halt auch nicht so. Auch in Gera halt. Ich denke mal, das macht auch sehr viel aus.
Ist ja egal, wo oder wie. Wenn der Trainer nicht passt, kannst du in die Tonne kloppen. Da kann derjenige sich anstrengen oder nicht anstrengen.
Das wird nicht. Das wird nicht.
Das ist aber, ich denke mal, in der Schule ähnlich. Ich habe angefangen mit 550. 550 DDR-Mark.
Das war... bisschen mehr als die Rente.
Ich glaube Rentner, die haben so knapp 400, 450 ungefähr gekriegt. Bisschen drüber hatten wir. Dann ging es los.
Nach dem ersten Jahr, da gab es dann so Premien-Zeitlohn, 200 Mark.
Das ging wahrscheinlich auch über die Wismut. Wahrscheinlich alles über den Wismut, gar keine Frage. Prämienzeitllohn.
Und das war so ein Lohn, als wenn du irgendwo zu spät warst, kein Training oder nicht richtig trainiert hast oder in der Lehre oder im Internat zu spät gekommen bist, waren die 200 weg. Das war einfach so. Die hatte ich selten.
Die 200 Mark hatte ich nicht so oft, weil ich da doch das eine oder andere Mal nicht so trainiert habe. Dann später hat sich das natürlich ein bisschen gesteigert.
Am Anfang war ich Betriebshandwerker und später war ich dann Schlosser. Und als Schlosser habe ich verdient, knapp 1200 Mark.
Das war so am Ende. Da war zwischendurch noch mal 815, ein bisschen gesteigert.
Und dann 1200 hatte ich gehabt, aber auch 300, ich glaube 300 Mark, also Prämienzeitlohn. Da konnten sie mich ja nicht mehr kontrollieren, wenn ich daheim war, das war ein bisschen anders. Höchstens beim Training.
Auch wenn du den Erfolg hattest, war das eh egal. Was es noch gab, das gab es natürlich auch zu DDR-Zeiten, es gab natürlich auch Prämien im Leistungssport. Also Geldprämien.
Und die gab es für den Oberligameister. Aber es gab immer nur...
Du konntest also Turniere gewinnen. Wenn du ein internationales Turnier gewonnen hast, hast du 1.000 Mark gekriegt.
Die 1.000 Mark hast du aber nicht in der Hand gekriegt. Die wurden immer einkassiert, das haben die einbehalten. Oberligameisterschaft
hast du 8.000 Mark gekriegt. Weltmeisterschaft, für den Weltmeister hättest du die gekriegt. 12.000 oder 15.000,
ich kann es nicht genau sagen. Ich habe für den Vize 10.000 gekriegt.
Für den Olympiasieg hast du 25.000 gekriegt. Weltcup haben wir auch 8000 gekriegt, genau.
Aber, und wenn du jetzt, ich habe teilweise Turniere gemacht, manchmal im Jahr vier, fünf, sechs Stück. Das ging immer nur bis 20.000, gell?
Wenn 20.000 voll waren, haben sie den Rest einbehalten. Also der war weg. Und davon haben die nochmal 25% sowieso einbehalten. Also
das haben die nicht gleich alles ausgezahlt. Das haben die auf das Sperrkonto getan.
Das haben die aufgehoben. Und weißt du warum?
Kann ja mal sein. Ich sag mal - zu der Katharina Witt oder dem Christian Otto, die waren sechsmal oder siebenmal Olympiasiegerin, die sagen, ich höre jetzt auf.
Kriegst du aber dein
Geld nicht! Aalglatt. 100 pro. Die Katharina Witt wollte 1988 gar nicht mehr zur Olympiade.
Irgendwie war da ein bisschen was im Busche. Hat man so mitgehorcht oder mitgekriegt.
Und da haben die die unter Druck gesetzt. Ich hab gesagt, du kriegst das Geld nicht. Das ist vorbei.
Die wäre ja gerne in so Holiday on Ice und weiß ich was. Hat die ja später dann gemacht, keine Frage.
Aber nach der Wende. Aber das war Druckmittel.
Außer im Urlaub. Sollten wir immer trainieren! Habe ich nie gemacht. Ich
hatte keinen Bock. Ich habe in dem Sinne nicht so trainiert.
Aber du hast ja immer was gemacht. Ich war ja nicht so, dass ich nichts gemacht habe. Im Urlaub habe
ich auch Volleyball gespielt. Aber das Training, kannst mich mal am Arsch lecken. Auch in der Schule damals schon.
Also da war ich nicht so fleißig. Wie schon gesagt, das Essen und natürlich das Reisen.
Du bist ja ins Ausland, das kapitalistische Ausland. Du warst ja im Jahr halt viel weg.
Das ist schon ein Riesenvorteil, das hatten die ja hier nicht. Die waren ja eingesperrt, auf Deutsch gesagt. Konnten auch in Urlaub fahren an die Ostsee oder nach Ungarn, wenn sie durften.
Ja, komplett. Da gab es dann immer so Einkleidungen Das gab es schon in der Wismut hier in Gera.
Die SG Wismut-Gera hatte ihr Zeug an, dann hatte Schwerin und die anderen Träger oder Chemie Halle von Chemie, die hatten halt das an, Grün an oder weiß ich was. Und wir hatten halt immer das, wir wurden von der Wismut eingekleidet und hatten immer das gleiche. Nationalmannschaft
war es nochmal extra, da gab es dadurch nochmal eine extra Einkleidung. Schuhe.
Komplett. Komplett klar. Außer Schlüpfer. Unterwäsche gab es nicht.
Und Strümpfe gab es auch keine. Hier ein Gera. Hellblau. Hellblau
Blau. Also, Wismut Gera ist ja eigentlich orange schwarz. Also Fußball, das kenne ich zumindest noch so.
Das weiß ich noch. Ich glaube, orange-schwarz sind die.
Und wir waren überhaupt, also die BSG auch, die war schwarz-orange, genau. Und wir waren blau. Blau-schwarz. Ja, also gab es schon,
na klar, die Kleidung. Und du warst auch eingekleidet.
Und das muss ich dann sagen, das hat mich auch fasziniert. Ich komme hier nach Gera.
Ich war damals ja, halt 14, ich habe bis 32 Kilo geboxt, das war meine Gewichtsklasse. Und da hatten wir, hatten die Adidas, aber nur in meiner Größe.
Ich hatte bloß so kleine Füße. Die anderen hatten, da gab es Bottas und weiß ich was, irgendwelche Schuhe von, weißt du, die waren drin. Ich
hab Adidas gekriegt, du, boah. Da bin ich auch
rumgelaufen. Ich hatte Adidas. Damals schon, das war schon cool.
Dann später war das ja egal. Das hat alles, haste halt gehabt. Das war einfach so.
Das war auch da. Das ist bestimmt auch alles Wismut bezahlt. Denke ich mal.
Geht ja nicht anders. Internatskosten gab es auch, ja.
Richtig. Und ich glaube, die haben pro Monat 60 Mark bezahlt.
Da war alles bezahlt. Mit Essen, Trinken, Unterkunft, alles.
An meine Eltern, genau. Ja, ansonsten braucht ich ja nichts zu bezahlen.
Gut, die Fahrtkosten, was die Fahrt gekostet hat,
ich war eigentlich so der am meisten, also weitesten weg war.
Ich weiß nicht, was ich bezahlt habe. 5,50 Euro oder so. War ja nichts.
Gut, das hast du von den Eltern gekriegt. Das hast du nicht von der Wismut gekriegt.
Das musstest du schon selber bezahlen. Aber sonst war das für meine Eltern auch ein Glücksfall auf deutsch gesagt.
Endlich raus, der freche Kerl. Nie, komisch. Ganz früher hatte ich schon immer gedacht, nach Dresden gehe ich immer wieder.
Dresden, also Pirna zumindest oder so, ist schon eine geile Ecke, muss ich einfach sagen. Ich finde es richtig gut. Aber ich habe dann gesagt: Was will ich denn dort?
Oder hätte man auch nach Frankfurt gehen können. Wäre mir jetzt nicht in den Sinn gekommen.
Ich habe hier mein Umfeld, die ich kenne, die Leute und, und, und. Wahrscheinlich hat man da schon so viel gekriegt, dass man dann sagt, man bleibt hier, in dem Nest.
Aber ich finde es nicht so schlecht. Manche meckern.
Ich meckere auch manchmal. Aber im Endeffekt, ob du dort bist oder da bist. Bin ich schon gerne.
Also ich mache dann schon mal so ein bisschen Rio zum Karneval. Dann mache ich mal Mexiko. Also ich mache da schon meine… Jetzt mal wieder
ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger. Ich würde schon gerne wieder, Kuba war ich auch noch mal, Kuba würde ich auch gerne wieder machen.
Das ist so, wenn man da als Sportler schon immer war. Ich finde das Volk auch faszinierend, wie die mit ihrer Armut eigentlich so umgehen und und und.
Also ich finde es schon gigantisch,
wie lustig die sind, was die für einen Antrieb haben, obwohl sie nichts haben. Aber sie sind freundlich, sie tanzen durch die Straße, das ist unglaublich.
Es gibt bestimmt jetzt auch den einen oder anderen Schlawiner, aber ich finde das faszinierend. Ich sag mal so, von den Erfolgen auf alle Fälle.
Das ist gar keine Frage. Ich weiß nicht, wir hatten so, also ich kenn die ja, die Jungs, also nicht alle, aber den einen oder anderen hatten wir dann schon mal.
Irgendwann sind die mal, ich weiß nicht, ich glaube 1977, 1978 sind die in der DDR-Oberliga aufgestiegen, glaube ich. Da war es so, wir hatten ja mit der Wismut einen Bus, den eigenen, ne? Der SG Wismut, die SG Wismut hatte den eigenen Bus.
Also sind die Radsportler nach Berlin gefahren zur Winterbahn oder ins Trainingslager oder zum Wettkampf. 1978 sind die aufgestiegen.
Da war natürlich, wenn ich nicht mehr der Chef war, beim Fußball. Und die wollten schon immer ein bisschen Fußball, das ist halt so.
Ist ja auch für viele Leute sehr interessant. Und für mich jetzt auch, muss ich einfach sagen.
Ich gucke auch gerne Fußball. Aber für uns war das ja, ich sag mal, wir waren Weltspitze,
gell. Man muss ja dann immer den Vergleich dann sehen. Jetzt kommen die Fußballer, jetzt dürfen die bei uns mitessen.
Die durften bei uns mitessen, in unserer Küche.
Die Fußballer, die
eigentlich Oberliga spielen, oder Erste Oberliga hieß das damals, oder? Erste Oberliga. Erste Oberliga spielen. Also schon die höchste Klasse der DDR, keine Frage. kriegen aber sechs Punkte bloß.
Also wir haben die nicht geschafft in dem ganzen Jahr. Im Jahr!
Die werden hoch und runter gefahren mit unserem Bus. Werden die hoch und runter vom Stadion zu uns in die Küche, wieder runter.
Die brauchten also nicht laufen. Nicht so wie wir, die Weltspitze waren.
Ist egal jetzt, ob das Ludwig, Kaden, Richter, was weiß ich wer war. Und da haben wir uns aufgeregt. Aber
das hat uns schon angekotzt.
Weil das ist einfach scheiße. Weißte? Verstehst du mich?
Das war, oh, kriegen die 6 Punkte, 6 Punkte. Da gab es auch Feuer. Da haben wir die auch immer, wenn die, da haben sie wieder eine gekriegt und dann gab es wieder Druck.
Da gab es immer so ein paar Rufe nach vorne. Ich sag mal so, die Jungs, die können ja da auch nichts dafür.
Das war halt so.
Weil der Chef von der Wismut hat so festgelegt, dass die halt gefahren werden. Ist ja auch nicht so schlimm. Wir damals haben uns bloß aufgeregt.
Wir hätten ja auch fahren können. Warum nehmen die uns nicht mit? Die hätten uns auch in der Halle fahren können.
Also ich denke, die Wismut hat ja schon viel gemacht, getan. Ob das immer alles gut war, weiß ich nicht.
Aber im Endeffekt war Arbeit da. Keine schlechte Arbeit, die auch gut bezahlt wurde.
Also wir haben ja auch davon profitiert, muss man einfach sagen. Ohne die Wismut wäre das gar nicht entstanden.
Hätte das, wäre das Ronneburg nicht so oft geblüht, wäre das Gerau nicht so oft geblüht. Hundertpro, also ich glaube nicht, dass das eine Textil- oder die Elektronikon oder was ich wäre, Carl Zeiss war ja auch so ein bisschen mit hier, aber es war ja alles so ein bisschen eher, so ein bisschen ab, so ein bisschen, ja.
Aber die Wismut war dann hier schon präsent, also denke ich mal, und das war, das hat man auch gesehen, es war ja auch relativer Wohlstand in Gera da, also für DDR-Verhältnisse. Also wenn du da geguckt hast, das Kaufhaus und unten die Ex und weiß ich was, Exquisitläden gab es da auch. Die Intershops. Ich
Oder die Interjobs. war dann später eigentlich nur noch im Intershop einkaufen, also wenn ich eine Klamotte gebraucht habe.
Ich bin nicht mehr ins normale Geschäft gegangen, weil es das ja nicht gab, was ich wollte. Was eigentlich doof ist, aber das war halt so.
Klar hat es dort bedeutend preiswerter gekriegt, aber wenn du mal hier so, ach, naja, geholt hast für eine Klamotte, bist du in den Intershop gegangen, hast du was geholt für richtiges Geld. Und da gab es auch so viele, die es gut hatten, muss ich sagen. Also
da muss es schon auch ganz schön irgendwo welche gegeben haben. Das muss ich auch noch dazu sagen, da gab es so, wie hieß das damals? Forumschecks.
Kennen Sie das noch vom Namen her? Forumschecks?
Das war also Währung. Das war BRD-Währung. Aber nur, durftest nur im Intershop hier
kaufen. Die gab es zu dem jeweiligen Europameister, Weltmeisterschaften und dann immer noch mal ein Paket dazu.
Aber erst ab 1986. Vorher gab es das noch nicht. Ab 1986 ging das los. Da habe ich für die habe ich 10.000 gekriegt und die 2.000, 10.000 habe ich ja
nicht gekriegt, die habe ich nur bloß, also habe ich ja nicht so viel gekriegt, die haben sie mir abgestuft, 25% weg. Aber die 2.000 Forumschecks, die habe ich gekriegt und mit Forumschecks konntest du nur im Intershop kaufen.
Und damit bist du natürlich einkaufen gegangen. Also keine Grundnahrungsmittel, meine Klamotten, meine Schuhe oder weiß ich was für die Frau oder das Kind mal was.
Das konntest du natürlich nicht mit ins Ausland nehmen. Im Ausland war das nichts wert. Das war nur Intershop-Währung.
Eigentlich auch clever gemacht von der Zone. Bleibt im Gebiet.
Also ich denke, das machen sie auch relativ gut, finde ich zumindest, drüben in Ronneburg zumindest, finde ich das nicht so schlecht mit diesem, da machen sie doch immer mal so einen Lauf, so wie jetzt der Lauf, so zur Grubenlampe oder irgend sowas. Sowas finde ich nicht schlecht.
Das sollte auch bewahrt bleiben, weil das gehört damit dazu, es gehört zu Ronneburg, es gehört eigentlich auch zu Gera.
In Gera wird das ein bisschen so eher Die Vereine haben sich dann so umgenannt. Das weiß ich eigentlich nicht so schön. Wir heißen ja jetzt noch Wismut.
Aber das haben wir extra so gemacht, weil das ist so ein bisschen Tradition, das gehört auch mit zu Gera. Und ich finde das auch nicht schlecht, wie die das unten im Stadion machen mit BSG Wismut Gera..
Ist halt so. Was ist da Schlimmes dran? Oder?
Aber das wollen dann viele nicht mehr. Ich weiß noch, damals früher der Harthaus, obwohl ich mit dem sehr gut konnte, aber der hat sein Zwötzen drüben gehabt, der wollte das Zwötzen unbedingt ganz hoch schaffen. Und wollte die Wismut eigentlich so ein bisschen kaputt machen.
Verstehe ich nicht. Kriege ich nicht auf der Reihe. Warum?
Das war doch, früher war glaube ich das da hinten in den Zwötzen, Elektronik oder so irgendwas. Die Wismut ist noch viel, ich sag mal so, nach außen auch viel mehr.
Also bekannter. Und das kann man doch auch beibehalten.
Und das sollte man ja auch. Machen andere doch auch.
Oder? Das gehört einfach auch mit zu der Region. Ja,
Gesundheit ist erstmal ganz wichtig, das ist klar, das muss erstmal bleiben. Aber sonst, denke ich mal, als Aufgabe finde ich… Ja, erstmal schon im Endeffekt ein ruhiges Leben zu haben, das ist schon klar, aber das ruhige Leben, ich denke, das brauche ich auch im Sport.
Also gerade jetzt, wenn wir unsere Sporteinheiten machen, ich erfreue mich da, wenn ich dort den einen oder anderen ein bisschen weiterentwickeln kann. Ob das jetzt, der muss ich ja kein Weltmeister werden oder weiß ich was, aber dass die auf einen geraden Weg kommen, dass die irgendwo ein bisschen… Dass man sagt, wir haben Ehrgeiz, wir machen was.
Das finde ich gut. Und ich denke, das wäre auch ganz gut für unsere Allgemeinheit.
Dass ein paar Ziele da sind. Auch im Sport.
Und wenn das mal nicht klappt, ist es auch nicht schlimm. Aber das mache ich auch sehr gerne.
Das würde ich auch gerne weitergeben.Die Voraussetzungen haben wir ja gar nicht mehr, dass das so wird, wie es damals war. Vielleicht klappt es doch irgendwann mal, dass der eine oder andere mal ein bisschen rauskommt.
Also ich bin eher so auf der Amateurseite. Ich habe mit dem Profis nicht so viel am Hut, weil das mir einfach zu kommerziell ist. Ich
sage mal, die, die ihr Geld dort verdienen, überhaupt keine Frage. Aber ich finde das gerade im Boxen völlig falsch, was die da machen, dass die da mit 18, 19 da zum Profis kommen. Die kriegen auf die Bretter, das ist unglaublich.
Die sollen im Amateurbereich was machen. Wenn die dann irgendwo ein Alter haben, wo ich sag, 24, die sind reif genug, dann sagen die: Gut, okay, jetzt mache ich mal was.
Also gerade im Boxen, Fußball ist das wieder anders, da sind die Akademien und so ganz anders, aber heute im Boxen, da picken die sich einen raus und hol ich mir, ach geil, der wird was. Wer wird denn was?
Also ich merke nicht, dass noch wer was macht oder was kommt. Also, na klar, na ja, ganz anders. Also,
heute musst du ja als kleiner Verein, so wie wir sind, ich sag mal so, wir trainieren eigentlich so wie ich früher in Pirna. In Pirna habe ich zweimal trainiert, wir trainieren jetzt schon dreimal, das ist gar nicht so schlecht.
Aber die Beständigkeit ist auch nicht da. Es ist heute auch viel mehr andersrum. Das Drumherum ist auch ganz anders.
Das ist viel mehr. Das hatten wir ja früher nicht. Die Medien, die Schule.
Ich sag mal, Schule ist immer wichtig. Aber da ist heute wahrscheinlich, jetzt nach dem Corona-Zeug, da ist vielleicht noch mehr Druck. Und
dass die dann auch mal keinen Bock mehr haben zum Boxen oder Sport allgemein zu gehen, das kann ich mir auch vorstellen. Das ist mir vollkommen klar.
Aber wenn ich das will, muss ich es machen. Ist einfach so.
Wenn ich es will, muss ich es machen. Und dann muss ich es richtig machen.
Oder zumindest ein bisschen richtig machen. Wir Trainer haben ja immer zu meckern eigentlich.
Früher meiner auch. Das war einfach so.
Da konntest du sonst was machen. Ich mach kurz: Klasse! und dann sagt er, Die Bäume wachsen nicht von
allein. Das ist alles schon wieder Geschichte. Einen
Tag später, nachdem ich Europameister war, war es vorbei. Das
war so. Hat er Recht. Aber das lernt man erst im Alter.
Und manchmal sollte man auch den Erfolg genießen, finde ich. Auch in der Schule.
Das ist viel entspannter, finde ich. Ja, so Misserfolge, damit musst du auch leben.
Und das gehört einfach mit dazu. Das ganze im Sport, da lernst du das viel mehr.
Ich glaube, wir haben das auch relativ viel gelernt. Zum Beispiel durften wir uns nicht groß freuen.
Wenn du mal so gemacht hast, war es schon….mh! Wir durften uns nicht hinsetzen in der Ecke, wie die heute.
Die sitzen alle. Wir durften nicht sitzen.
Ihr bleibt stehen? Gut. Sitzen ist Schwäche.
Irre. Das ist antrainiert.
Meine Freundinnen sagten immer zu mir, du kannst dich gar nicht richtig freuen. Ich sag: klar freue ich mich! Geburtstagsgeschenke oder so, ne?
Freue ich mich auch, klar. Aber das ist so drin. Das ist so,
alles klar, gut. Ja, und?
Weißt du, so manche, die dann ah und mhhh, und Schnuckiputzl und bah. Das ist, kann ich nicht so. Das ist, weiß ich nicht warum, das ist
so. Das waren die Russen, die Bulgaren, das war Rumänien, die waren alle so. Kubaner,
ein kleines bisschen anders, weil die ein bisschen vom... Aber die waren auch nicht, die durften auch nicht groß rumtanzen, machen und tun.
Die durften sich auch mal in die Ecke setzen. Das hab ich mitgekriegt. Die durften sich mal in die Ecke setzen.
Aber wir nicht. Das war so ein bisschen Politik, denk ich mal, so ein bisschen, ne?
Ach, keine Schwäche zeigen und... Ah, ja, nicht freuen
und so, ne? Alles klar, so völlig normal. Ach...
Was manchmal nicht so... Da haben sie dich schon... ganz schön getrimmt.
Und wenn du das von klein auf so mitkriegst, dann lernst du das halt. Also ich sag mal, von klein auf ab 14. Obwohl früher beim Vater konnte ich mich auch nicht groß freuen, der hat auch nicht alles richtig gemacht.
Aber es ist halt so. Nee, alles gut.
Also ich möchte es auch nicht missen. Um Gottes Willen.
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