Rüdiger Klotz

Das Interview wurde am 12.01.2023 von einer Schülerin in Begleitung der Projektkoordinatorin in den Räumen des Thüringer Medienbildungszentrums Gera durchgeführt.

Kurzvideo

  1. UnbekanntRüdiger Klotz

    Brigade war schon wichtig.

  2. Rüdiger Klotz

    erstmal ist es ja so, dass im Werkbau

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    Die

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    Leute nach Möglichkeit nicht alle genau reden sollen.

  5. Rüdiger Klotz

    Das heißt da muss sich immer einer auf den anderen

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    verlassen.

  7. Rüdiger Klotz

    So und die Brigaden, die haben ja natürlich damals,

  8. Rüdiger Klotz

    es ging ums Geld verdienen und nichts anderes.

  9. Rüdiger Klotz

    Und wenn da einer ein bisschen zu schwach auf der Brust

  10. Rüdiger Klotz

    waren, denen haben sie etwas dann schon beigebracht.

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    Oder sie haben geäxt und haben sich dann in andere Läden

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    gekümmert.

  13. Rüdiger Klotz

    Aber im Großen und Ganzen haben dann die Truppen immer

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    zu danken.

  15. Rüdiger Klotz

    Das war doch ein

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    Zusammengehörigkeitsgefühl,

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    was die Brigaden hatten.

  18. Rüdiger Klotz

    Ja, freilich, freilich.

  19. Rüdiger Klotz

    Im Salzbergbau im Westen zum Beispiel,

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    gibt es sowas nicht mit diesen Brigaden.

  21. Rüdiger Klotz

    Da Ist jeder sein

  22. Rüdiger Klotz

    Eigener.

  23. Rüdiger Klotz

    Und irgendwie freundschaftliches Verhältnis zwischen

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    Vorgesetzten und Untergebenden

  25. Rüdiger Klotz

    Habe Ich dort nicht finden können.

  26. Rüdiger Klotz

    Das war bei der Wiesnöhe auch anders.

  27. Rüdiger Klotz

    Es hat mit keinem Sieg

  28. Rüdiger Klotz

    Gehabt.

  29. Rüdiger Klotz

    Das gab es einfach nicht.

  30. Rüdiger Klotz

    Wenn da einer schafft daher gekommen ist,

  31. Rüdiger Klotz

    da ist genauso mit du angesprochen worden.

  32. Rüdiger Klotz

    Und die Steiger im Westen, bilden sich ein,

  33. Rüdiger Klotz

    sie sind sonst was.

  34. Rüdiger Klotz

    Dass die Menschen Schaden gekriegt haben,

  35. Rüdiger Klotz

    sind sie ihrer Schuld.

  36. Rüdiger Klotz

    Weil sie hätten ja nicht dahin gehend brauchen.

  37. Rüdiger Klotz

    Das ist machbar. Es hat sich niemand gezwungen,

  38. Rüdiger Klotz

    außer in den Anfangsjahren.

  39. Rüdiger Klotz

    Als logisch hier die Russen reinmarschiert sind und haben

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    gesagt,

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    jetzt wollen wir uns mal das beraten,

  42. Rüdiger Klotz

    die Landschaft verschwindet

  43. Rüdiger Klotz

    Ist.

  44. Rüdiger Klotz

    Das ist natürlich alles andere als besonders

  45. Rüdiger Klotz

    Gut.

  46. Rüdiger Klotz

    Die Anfangsjahre, nach dem Sommer 1945,

  47. Rüdiger Klotz

    als der Krieg zu Ende

  48. Rüdiger Klotz

    War.

  49. Rüdiger Klotz

    Also die Deutschen haben nicht gesagt,

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    wir wollen jetzt voran.

  51. Rüdiger Klotz

    Obwohl das bekannt

  52. Rüdiger Klotz

    War, Dass wir hier ORAN haben.

  53. Rüdiger Klotz

    die Fragen sind anwesend.

  54. Rüdiger Klotz

    im Norden der ehemaligen DDR hatten ja hier ORAN

  55. Rüdiger Klotz

    abgebaut und das hat keiner

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    Gewusst.

  57. Rüdiger Klotz

    Ich habe genug Leute getroffen, die gesagt haben,

  58. Rüdiger Klotz

    ja du hast mit der Wiesnöhe,

  59. Rüdiger Klotz

    das hat man ja überhaupt gemacht.

  60. Rüdiger Klotz

    Das hat die Kooperative überhaupt kein interessiert.

  61. Rüdiger Klotz

    ist sowieso gar nicht mehr gehalten,

  62. Rüdiger Klotz

    weil wurden weitestgehend, so weit wie man das

  63. Rüdiger Klotz

    Konnte.

  64. Rüdiger Klotz

    Also das hier in Thüringen, in Sachsen, die Leute wussten,

  65. Rüdiger Klotz

    was wir hier erbauen, ist ja logisch.

  66. Rüdiger Klotz

    Ich glaube, in Berlin war das schon ein paar Jahre.

  67. Rüdiger Klotz

    Das hatte keiner so richtig auf dem

  68. Rüdiger Klotz

    Schwerpunkt,

  69. Rüdiger Klotz

    Dass wir hier militärisches Zeug verpräziert haben.

  70. Rüdiger Klotz

    Ich kenne ihn zum Beispiel.

  71. Rüdiger Klotz

    habe immer Spaß, deshalb ein paar alte Fotos ausgesucht zu

  72. Rüdiger Klotz

    Haben.

  73. Rüdiger Klotz

    Muss aber dazu Sagen,

  74. Rüdiger Klotz

    Dass es verboten war,

  75. Rüdiger Klotz

    streng verboten, irgendwelche Fotos zu machen.

  76. Rüdiger Klotz

    Das hat mich ja streng zur Zeit keine große Interesse

  77. Rüdiger Klotz

    gemacht.

  78. Rüdiger Klotz

    Von daher standen auch einige Fotos,

  79. Rüdiger Klotz

    aber es ist auch Fotos von den 70er

  80. Rüdiger Klotz

    Jahren.

  81. Rüdiger Klotz

    Jetzt weiß ich nicht mehr, wie man die damals

  82. Rüdiger Klotz

    gemacht hat oder

  83. Rüdiger Klotz

    Ob Es heute rausgekommen hat.

  84. Rüdiger Klotz

    Es ist ja so,

  85. Rüdiger Klotz

    dass man normalerweise irgendwann sich mal damit

  86. Rüdiger Klotz

    beschäftigt, was man machen

  87. Rüdiger Klotz

    Will.

  88. Rüdiger Klotz

    Ich hatte eigentlich,

  89. Rüdiger Klotz

    als ich in der 8. Klasse war,

  90. Rüdiger Klotz

    so gedacht, wenn du zur Haltelsmarine gehst,

  91. Rüdiger Klotz

    dann kommst du auch hier mal raus.

  92. Rüdiger Klotz

    Genau das haben die Gumpels verhindert,

  93. Rüdiger Klotz

    die von Horschenburg, weil

  94. Rüdiger Klotz

    die gewusst haben, dass ich da mit der Parteilinie nicht

  95. Rüdiger Klotz

    so über ihn stimme, wie die das gerne wollten.

  96. Rüdiger Klotz

    Da war es auch nie so ein Quatsch, das mache ich noch nicht.

  97. Rüdiger Klotz

    Und damit hat es sich was erledigt.

  98. Rüdiger Klotz

    Die haben mich zu Hause gesucht.

  99. Rüdiger Klotz

    Die haben gesagt, wir können die ganze Haltelsmarine wir

  100. Rüdiger Klotz

    alles hin. Aber

  101. Rüdiger Klotz

    Offensichtlich Habe ich den politisch nicht

  102. Rüdiger Klotz

    gut gemacht.

  103. Rüdiger Klotz

    Also ich habe, aber das war privat,

  104. Rüdiger Klotz

    privaterweise öfters russische Kontakte gehabt,

  105. Rüdiger Klotz

    allerdings nicht bei der

  106. Rüdiger Klotz

    Rismut.

  107. Rüdiger Klotz

    Also bei der Rismut,

  108. Rüdiger Klotz

    da haben wir gegen Horsenburg getroffen.

  109. Rüdiger Klotz

    Jedenfalls derzeit wurden wir heute da nicht

  110. Rüdiger Klotz

    Mehr.

  111. Rüdiger Klotz

    Vielleicht in den oberen Etagen,

  112. Rüdiger Klotz

    dass da noch ein paar umgesessen haben,

  113. Rüdiger Klotz

    die denen gesagt haben, wie die Planerführung zu sein hat.

  114. Rüdiger Klotz

    Das könnte möglich sein, aber unterdach,

  115. Rüdiger Klotz

    da ist mir keiner dabei gelaufen.

  116. Rüdiger Klotz

    Und ansonsten wurden die Objekte auch

  117. Rüdiger Klotz

    Von Deutscher Polizei überwacht.

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    Da kam mir keiner zu rein und aus, wie er gerade lustig ist.

  119. Rüdiger Klotz

    Man hat eine praktische Ausbildung, aber es ist nicht

  120. Rüdiger Klotz

    so, dass wenn man die hinter sich hat,

  121. Rüdiger Klotz

    dass man dann automatisch Bergmann ist.

  122. Rüdiger Klotz

    Was bringt dann die Zeit mit sich?

  123. Rüdiger Klotz

    Also die Routine, Erfahrungen, man sagen muss,

  124. Rüdiger Klotz

    man kann nicht sagen nach zwei Jahren Ausbildung,

  125. Rüdiger Klotz

    ist ein fertiger Bergmann, geht nicht.

  126. Rüdiger Klotz

    Die Ausbildung selber, war ich im

  127. Rüdiger Klotz

    Geran.

  128. Rüdiger Klotz

    Ich bin jetzt derzeit im Zwölften und das ist gar nicht

  129. Rüdiger Klotz

    so weit weg von mir.

  130. Rüdiger Klotz

    Ein bisschen Sprengarbeit oder sowas machen die dort glaube

  131. Rüdiger Klotz

    Ich,.

  132. Rüdiger Klotz

    Sprengausbildung, was ohne Praxisbezugung natürlich nicht

  133. Rüdiger Klotz

    funktioniert.

  134. Rüdiger Klotz

    Also ich habe jetzt viel,

  135. Rüdiger Klotz

    Jahre als Sprengmeister gearbeitet, ohne

  136. Rüdiger Klotz

    Besten.

  137. Rüdiger Klotz

    Da brauchen Sie doch Erfahrungen.

  138. Rüdiger Klotz

    Wir sind im zweiten Lehrjahr.

  139. Rüdiger Klotz

    Ab dem zweiten Lehrjahr sind wir schon aus Brigaden

  140. Rüdiger Klotz

    aufgeteilt worden in den Schächten. Und da gab

  141. Rüdiger Klotz

    Es

  142. Rüdiger Klotz

    Lehrfacharbeiter, die also Lehrlinge mitnehmen konnten.

  143. Rüdiger Klotz

    Meistens waren dann zwei Hauer vor Ort und ein Lehrling.

  144. Rüdiger Klotz

    Und ich habe das selber zuholt und später dann als

  145. Rüdiger Klotz

    Lehrfacharbeiter mitgearbeitet.

  146. Rüdiger Klotz

    heißt, ich habe auch Lehrlinge gekriegt und musste denen

  147. Rüdiger Klotz

    zeigen, wo es da unten lang geht.

  148. Rüdiger Klotz

    Und ich muss Ihnen auch ehrlich

  149. Rüdiger Klotz

    Sagen, Die meisten sind nicht

  150. Rüdiger Klotz

    Geblieben.

  151. Rüdiger Klotz

    Nach der Ausbildung waren die sogar weg.

  152. Rüdiger Klotz

    Die Praxisausbildung da gab es extra einen Lehrrevier für

  153. Rüdiger Klotz

    die Lehrlinge aus dem ersten Lehrjahr. Die haben

  154. Rüdiger Klotz

    Bakker

  155. Rüdiger Klotz

    Gelernt und die

  156. Rüdiger Klotz

    üblichen Arbeiten sind dort mal vorgeführt worden.

  157. Rüdiger Klotz

    Das so richtig ausbildungsmäßig was

  158. Rüdiger Klotz

    dann in der

  159. Rüdiger Klotz

    Praxis

  160. Rüdiger Klotz

    Bei den Lehrfacharbeiter

  161. Rüdiger Klotz

    in den Brigaden.

  162. Rüdiger Klotz

    Und da durften die Leute noch acht Stunden

  163. Rüdiger Klotz

    Mitmachen.

  164. Rüdiger Klotz

    Aber denkst als Lehrling haben Sie noch

  165. Rüdiger Klotz

    keinen Devotatschnaps

  166. Rüdiger Klotz

    Bekommen?

  167. Rüdiger Klotz

    So, Schokolade als

  168. Rüdiger Klotz

    Ersatz.

  169. Rüdiger Klotz

    Aber jetzt sind aktive Däden bei der ISMUT.

  170. Rüdiger Klotz

    Wenn Sie dort als Hauer gearbeitet haben,

  171. Rüdiger Klotz

    dann haben Sie die Nase voll

  172. Rüdiger Klotz

    gehabt. gab es ja auch noch ein

  173. Rüdiger Klotz

    Privatleben.

  174. Rüdiger Klotz

    Das heißt, da ja keiner gekommen,

  175. Rüdiger Klotz

    nicht in die Wohnung tapiziert hat.

  176. Rüdiger Klotz

    Das musstest schon mal selber machen.

  177. Rüdiger Klotz

    Wenn Sie in den Garten gehen wollten,

  178. Rüdiger Klotz

    da in den Dungaloren zu bauen,

  179. Rüdiger Klotz

    das hat die Notkehler gemacht.

  180. Rüdiger Klotz

    musstest du selber machen. Alles wie

  181. Rüdiger Klotz

    Nebenbei.

  182. Rüdiger Klotz

    Das war aus einer hohen Sicht das verhältnismäßige Bild.

  183. Rüdiger Klotz

    Wenn man gegen Parteien betrieben war,

  184. Rüdiger Klotz

    war es unbedingt schwierig,

  185. Rüdiger Klotz

    die Urlaubsplätze heranzukommen. Aber man hat

  186. Rüdiger Klotz

    Schon

  187. Rüdiger Klotz

    Ab und zu auch mal in den Urlaubsplatz gekriegt,

  188. Rüdiger Klotz

    ein großes Ziel.

  189. Rüdiger Klotz

    Wie soll das gewesen sein? Bei ISMUT

  190. Rüdiger Klotz

    Kann Man unter den Kopf völlig auflegen.

  191. Rüdiger Klotz

    Und ansonsten mit der Gamilie machen,

  192. Rüdiger Klotz

    was man noch eigentlich zu machen will.

  193. Rüdiger Klotz

    Man müsste nicht früh zu irgendeinem Appell kommen.

  194. Rüdiger Klotz

    Das war schon alles vernünftig.

  195. Rüdiger Klotz

    Das schönste war, wenn Sie nach Zinnowitz gekommen sind,

  196. Rüdiger Klotz

    weil die Inbräder die immer glückweise entgegenrufen haben.

  197. Rüdiger Klotz

    Weil Zinnowitz war voll in Rüssen gelandet.

  198. Rüdiger Klotz

    Da war eben bis jetzt zwei Reiten von ISMUT belegt.

  199. Rüdiger Klotz

    Gefühlsmäßig. Wir haben dann eine Neubauwohnung gekriegt.

  200. Rüdiger Klotz

    Meine Kinder hatten auch in der Strasse von ISMUT.

  201. Rüdiger Klotz

    hatten Ferien und durften es mit mir in der ISMUT-Küche

  202. Rüdiger Klotz

    essen gehen.

  203. Rüdiger Klotz

    Wir hatten auch in Gera in ISMUT-Küche mehrere oder

  204. Rüdiger Klotz

    Sogar.

  205. Rüdiger Klotz

    Eine war in Biedlach,

  206. Rüdiger Klotz

    in der alten ISMUT-Schule.

  207. Rüdiger Klotz

    hatten sie auch eine neue Dame.

  208. Rüdiger Klotz

    Sie hatten das riesige Alter, was dort steht.

  209. Rüdiger Klotz

    früher ISMUT-Währlingswohnung daheim.

  210. Rüdiger Klotz

    Das war alles voll mit ISMUT-Währlingen.

  211. Rüdiger Klotz

    Und meine Kinder in dem Alter die fanden das ganz gut.

  212. Rüdiger Klotz

    Es gab immer sechs sieben verschiedene Gerichte.

  213. Rüdiger Klotz

    Essen haben wir nicht genug gehabt.

  214. Rüdiger Klotz

    Und das war billig Kann man damit nicht vergleichen.

  215. Rüdiger Klotz

    Da muss man natürlich auch dazu sagen,

  216. Rüdiger Klotz

    ich habe dort meinen Bungel da gebaut,

  217. Rüdiger Klotz

    da hat mich ISMUT ganz schön

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    Unterspitzt.

  219. Rüdiger Klotz

    Mit Baumaterialien.

  220. Rüdiger Klotz

    Die waren ja knapp.

  221. Rüdiger Klotz

    Na ja, entsprechenden Leute kannte ich

  222. Rüdiger Klotz

    Auch.

  223. Rüdiger Klotz

    Oder auch meine freilich Extra-Schicht eingelegt hat. So

  224. Rüdiger Klotz

    Namens.

  225. Rüdiger Klotz

    Das ist so geraten wirklich, die Hauberbrigaden,

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    hatten übertrieben viel präzise breiten Schnaps zur

  227. Rüdiger Klotz

    Verfügung.

  228. Rüdiger Klotz

    Für meine Zahlen in einem normalen Monat sechs

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    Liter.

  230. Rüdiger Klotz

    Das Sind umgerechnet acht

  231. Rüdiger Klotz

    Flaschen. Die

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    Können Sie nicht wegzünden.

  233. Rüdiger Klotz

    Manche haben das geschafft.

  234. Rüdiger Klotz

    Die gibt es halt gar nicht mehr, die Leute.

  235. Rüdiger Klotz

    Aber Wir haben das schon gelegentlich auch als

  236. Rüdiger Klotz

    Zahlungsmittel eingesetzt.

  237. Rüdiger Klotz

    Aber alle geworden ist der Schnaps trotzdem.

  238. Rüdiger Klotz

    Also eine Flasche habe ich noch.

  239. Rüdiger Klotz

    Die Geschichte ist,

  240. Rüdiger Klotz

    dass es dort sein erstes Mal bei Dresden wieder einen Streik

  241. Rüdiger Klotz

    Gab.

  242. Rüdiger Klotz

    Und da ging es darum,

  243. Rüdiger Klotz

    die Kumpels das war 1990,

  244. Rüdiger Klotz

    die dort Röstschäden einigermaßen abzuführen.

  245. Rüdiger Klotz

    Und das war glaube ich, ein 24-Stunden-Streik.

  246. Rüdiger Klotz

    Und das war in Schnurrschau.

  247. Rüdiger Klotz

    Das wurde übrigens

  248. Rüdiger Klotz

    Von Meinem damaligen Kumpel, man reinhörten gemacht

  249. Rüdiger Klotz

    Worden.

  250. Rüdiger Klotz

    Weil der war nämlich von der Waffenschnurrschau. ist sehr

  251. Rüdiger Klotz

    Seltsam.

  252. Rüdiger Klotz

    Also ich habe deswegen gewonnen. Und auch wurde es mir von

  253. Rüdiger Klotz

    Dem,

  254. Rüdiger Klotz

    Was mich als Kinderwelt zusammengebrochen hat,

  255. Rüdiger Klotz

    habe es ja vorhin schon mal gesagt, ich war eigentlich

  256. Rüdiger Klotz

    Froh,

  257. Rüdiger Klotz

    Mit der Meinung, dass ich nur keine Nachtschichten mehr

  258. Rüdiger Klotz

    machen muss und sowas was logisch,

  259. Rüdiger Klotz

    körperlich doch relativ anstrengend war.

  260. Rüdiger Klotz

    wie gesagt, dann bin ich schon mal eben dort

  261. Rüdiger Klotz

    Raufgekommen.

  262. Rüdiger Klotz

    Und in Dresden war alles noch viel schlimmer.

  263. Rüdiger Klotz

    Viel schlimmer als das.

  264. Rüdiger Klotz

    Ich habe erst in der noch mit Streikern gearbeitet.

  265. Rüdiger Klotz

    Ich habe zu Hause eine Deutschlandkarte,

  266. Rüdiger Klotz

    das sind überall drin, bitte.

  267. Rüdiger Klotz

    Wo Ich gesprengt habe,

  268. Rüdiger Klotz

    wo ich als Bergmanger gearbeitet habe.

  269. Rüdiger Klotz

    Aber das war eine ganz interessante Sache.

  270. Rüdiger Klotz

    Da könnte ich Ihnen heute noch auf die Minute erklären,

  271. Rüdiger Klotz

    was da alles abging.

  272. Rüdiger Klotz

    Also wir hatten hier gerade eine Demonstration im Jahr,

  273. Rüdiger Klotz

    die immer Donnerstag stattgefunden hat.

  274. Rüdiger Klotz

    Und das ist hier bekanntlich am Donnerstag gewesen,

  275. Rüdiger Klotz

    am Samstag da war ich mit meiner Familie schon im Westen,

  276. Rüdiger Klotz

    aber ich war lange nicht der Einzige.

  277. Rüdiger Klotz

    Am Montag war die Wismut

  278. Rüdiger Klotz

    Leer.

  279. Rüdiger Klotz

    Die paar, da nach gearbeitet haben, die konnten

  280. Rüdiger Klotz

    so bremschen.

  281. Rüdiger Klotz

    Die waren erstmal alle fort.

  282. Rüdiger Klotz

    Bei den Messen die da über die Grenze sind,

  283. Rüdiger Klotz

    bis die wieder zurück waren,

  284. Rüdiger Klotz

    da waren wir zwei Wochen dahinter.

  285. Rüdiger Klotz

    Und ja, dann

  286. Rüdiger Klotz

    Freilich,

  287. Rüdiger Klotz

    Dann wurde erstmal nochmal weiter gearbeitet,

  288. Rüdiger Klotz

    und das hat sich dann angedeutet,

  289. Rüdiger Klotz

    Dass Die Russen das Zeug nicht mehr kriegen.

  290. Rüdiger Klotz

    Dann wussten wir ja

  291. Rüdiger Klotz

    Schon

  292. Rüdiger Klotz

    Jahre vor der Wende,

  293. Rüdiger Klotz

    dass die Vorräte hier zu Ende gehen, viel tiefer

  294. Rüdiger Klotz

    Lagern,

  295. Rüdiger Klotz

    weit

  296. Rüdiger Klotz

    Über Weltmarktpreise produziert worden sind.

  297. Rüdiger Klotz

    da, 100 Prozent im Tagebau rausgeholt sind,

  298. Rüdiger Klotz

    sind immer 1.000 Meter Tiefe

  299. Rüdiger Klotz

    Umgeheuert,

  300. Rüdiger Klotz

    Ökonomisch unvertretbar.

  301. Rüdiger Klotz

    Und da war es ziemlich logisch, dass Irgendwann,

  302. Rüdiger Klotz

    das mit Feierabend

  303. Rüdiger Klotz

    Macht,

  304. Rüdiger Klotz

    Dass sie hier saniert werden weil es ja gut ist dass steht

  305. Rüdiger Klotz

    auf einem anderen Bett,

  306. Rüdiger Klotz

    dass 5.000 Leute die ganze Zeit nicht

  307. Rüdiger Klotz

    Sanieren.

  308. Rüdiger Klotz

    Also gab es dann die

  309. Rüdiger Klotz

    Alternative,

  310. Rüdiger Klotz

    Das Arbeitsverhältnis hier zu bilden,

  311. Rüdiger Klotz

    sich was zahlen zu lassen.

  312. Rüdiger Klotz

    da gab es

  313. Rüdiger Klotz

    eine, wie soll jetzt

  314. Rüdiger Klotz

    Sagen,

  315. Rüdiger Klotz

    Da gab es ein Geld dafür, für die Leute,

  316. Rüdiger Klotz

    freilich gegangen sind, und

  317. Rüdiger Klotz

    so viele Jahre schon auf dem Publikum hatten,

  318. Rüdiger Klotz

    also die haben eine Entschädigung bekommen.

  319. Rüdiger Klotz

    Könnte ich auch sagen, wie oft die waren,

  320. Rüdiger Klotz

    aber das ist jetzt mal nicht so relevant.

  321. Rüdiger Klotz

    Und da musste man sich um etwas nach Essen kümmern.

  322. Rüdiger Klotz

    Und da ich alles gebildeter Schneider war,

  323. Rüdiger Klotz

    war das nicht allzu schwer am besten,

  324. Rüdiger Klotz

    irgendwo was zu finden.

  325. Rüdiger Klotz

    Aber wie gesagt, es war halt nicht mehr zu Hause.

  326. Rüdiger Klotz

    Das war nicht schmerzhaft,

  327. Rüdiger Klotz

    das war schmerzhaft auf der Autobahn,

  328. Rüdiger Klotz

    diese ehemaligen langen

  329. Rüdiger Klotz

    Fahrten.

  330. Rüdiger Klotz

    Bei mir ist es schon in Ordnung,

  331. Rüdiger Klotz

    wie das bei dem Raum ist weiß ich nicht.

  332. Rüdiger Klotz

    Für so etwas hätte ich gar keine Zeit gehabt.

  333. Rüdiger Klotz

    Wenn ich so ab und zu mal noch jemanden treffe,

  334. Rüdiger Klotz

    dann reden wir schon mal über dieses Verhältnis noch.

  335. Rüdiger Klotz

    Aber wie gesagt, es sind nicht mehr viele.

  336. Rüdiger Klotz

    Das ist selbstverständlich gar nicht das.

  337. Rüdiger Klotz

    Das ist aber oben, weil das die Lehrlinge

  338. Rüdiger Klotz

    die der Ausbildung am ersten Tag waren lernen mussten.

  339. Rüdiger Klotz

    Sehr gut. Also ich habe mir das auch bei Monoburg

  340. Rüdiger Klotz

    Hier Unter Tage

  341. Rüdiger Klotz

    Machmodulationen Angeguckt.

  342. Rüdiger Klotz

    Kommt das auch ziemlich nach. Sehr schön.

  343. Rüdiger Klotz

    Es ist ja nämlich so,

  344. Rüdiger Klotz

    dass man da ganz weg ist vom Roten Ort.

  345. Rüdiger Klotz

    Das heißt,

  346. Rüdiger Klotz

    ich war später nach einem anderen Bergberg und habe dort

  347. Rüdiger Klotz

    auch mal einen Blick auf das Oberbergwerken.

  348. Rüdiger Klotz

    Ich war die Leute die dort die Führung machen,

  349. Rüdiger Klotz

    wenn nicht direkt dort gearbeitet haben.

  350. Rüdiger Klotz

    dann manchmal gelegentlich ein bisschen kürzer aus,

  351. Rüdiger Klotz

    was eigentlich bergmännischer Unsinn ist.

  352. Rüdiger Klotz

    Aber es wird mir in der Regel gut dargestellt.

  353. Rüdiger Klotz

    Man ist ja da nicht weg.

  354. Rüdiger Klotz

    Da gibt es einen Spruch, immer Bergmann, immer Bergmann,

  355. Rüdiger Klotz

    da ist schon was dran.

  356. Rüdiger Klotz

    Man hat doch alles genommen, was man

  357. Rüdiger Klotz

    Macht.

  358. Rüdiger Klotz

    Wenn jemand zu blöd war zum Mauen,

  359. Rüdiger Klotz

    der hat sich das immer zeigen lassen, dann geht es.

  360. Rüdiger Klotz

    Weil die Leute, die anarbeiten, gewöhnt.

  361. Rüdiger Klotz

    Und die scheuen auch genau.

  362. Rüdiger Klotz

    Auf jeden Fall Ich glaube, das das,

  363. Rüdiger Klotz

    was die Leute gemacht haben

Lebenslauf

Rüdiger Klotz, geboren in Gera, wollte als Jugendlicher Rockmusik hören – und eigentlich gar nicht zur Wismut. Zwischen ihm und seinem eigentlichen Berufswunsch steht die Stasi. So wird er „Hauer mit Abitur“ – und wird nach einem anschließendem Studium auch Steiger! Auch nach der Wende „sprengt“ Rüdiger Klotz im bundesdeutschen Bergbau. Viele seiner alten Kollegen leben heute nicht mehr.

Gesamtinterview

  1. Rüdiger KlotzRüdiger Klotz

    Ich bin gebürtiger Geraer, bin

  2. Rüdiger Klotz

    in 1953 Gera geboren, bin hier auch groß geworden. Und hier zur Schule gegangen und später auch zur Wismut, notgedrungener weise.

  3. Rüdiger Klotz

    Notgetrogenerweise,

  4. Rüdiger Klotz

    Das war nicht mein

  5. Rüdiger Klotz

    Plan,

  6. Rüdiger Klotz

    aber gegen meine damaligen Pläne hat die Stasi

  7. Rüdiger Klotz

    was gehabt.

  8. Rüdiger Klotz

    Und darum habe ich später bei der Wismut

  9. Rüdiger Klotz

    meine Berufsausbildung mit Abitur gemacht und bin dort auch hängengeblieben. Ich habe eine Bruder und eine Schwester.

  10. Rüdiger Klotz

    Die Schwester wohnt noch in Gera, aber mein Bruder wohnt in

  11. Rüdiger Klotz

    Berlin. Ja, eigentlich sind meine Kinder alle in den gebrauchten Bundesländern untergekommen.

  12. Rüdiger Klotz

    unterbekommen.

  13. Rüdiger Klotz

    Logischerweise, weil zu der Wendezeit,

  14. Rüdiger Klotz

    als die lernen mussten,

  15. Rüdiger Klotz

    so wie sie jetzt, da war hier nicht viel los.

  16. Rüdiger Klotz

    Gute Frage,

  17. Rüdiger Klotz

    mein Vater, der war eher parteipolitisch engagiert und auch dementsprechend eingesetzt. Meine Mutter eher nicht, die hat als Verkäuferin gearbeitet. Ich

  18. Rüdiger Klotz

    hab’s schon erwähnt:

  19. Rüdiger Klotz

    Ich habe einen Berufsausbildung gemacht mit Abitur nach dem Abgang der 10. Klasse und das habe ich bei Wismut gemacht. Und dann

  20. Rüdiger Klotz

    erst mal als Hauer

  21. Rüdiger Klotz

    gearbeitet

  22. Rüdiger Klotz

    und später habe ich noch weiter Bergbau studiert und bin dann

  23. Rüdiger Klotz

    zum Steiger aufgestiegen,

  24. Rüdiger Klotz

    was mir dann auch im Westen geholfen hat,

  25. Rüdiger Klotz

    nachdem die Wismut hier flach lag.

  26. Rüdiger Klotz

    Irgendwas musste man nach der

  27. Rüdiger Klotz

    10ten Klasse ja machen,

  28. Rüdiger Klotz

    mein eigentlicher Berufswunsch, das hatte ich ja erwähnt,

  29. Rüdiger Klotz

    da hatten gewisse Leute was dagegen.

  30. Rüdiger Klotz

    Und dann war die Möglichkeit bei der Wismut zu

  31. Rüdiger Klotz

    lernen, weil man dort das meiste Geld verdient. Vollkommen logisch. Ganz normale

  32. Rüdiger Klotz

    DDR-Jugend. Was hab ich gemacht?

  33. Rüdiger Klotz

    Das was alle gern gemacht haben. Rockmusik gehört, dann den Mädels auflauern, das gehört das war das gut.

  34. Rüdiger Klotz

    Hat alles geklappt, das war wundervoll.

  35. Rüdiger Klotz

    dazu. Wunderbar. Kann mich da nicht beschweren.

  36. Rüdiger Klotz

    Die ersten 10-12 Jahre als Hauer. Direkt vor Ort im Abbau.

  37. Rüdiger Klotz

    Ich habe sozusagen Uran abgebaut. Ja,

  38. Rüdiger Klotz

    die Lehre, die hat

  39. Rüdiger Klotz

    1970 begonnen, ging 3 Jahre. Hatte dann die große Freude unser Land bei der Armee zu verteidigen. Und

  40. Rüdiger Klotz

    danach, 1975 im Frühjahr, bin ich zur Wismut zurückgekehrt. Acht Stunden Dreck. Ohne Pause.Ja,

  41. Rüdiger Klotz

    die Wismut, das ist ja der allgemein bekannt, die haben im

  42. Rüdiger Klotz

    drei Schichtsystemen gearbeitet. Also von Montag bis Freitag, Früh-, Spät- und Nachtschicht und jeweils acht Stunden. Da

  43. Rüdiger Klotz

    kann man sich leicht ausrechnen, wenn die Frühschicht

  44. Rüdiger Klotz

    früh um sechs begonnen hat, musste man schon mal um vier auf der Matte stehen. Weil da waren Anfahrtswege.

  45. Rüdiger Klotz

    Dann musste man sich ja noch umziehen, entsprechend Bergbaurecht. Und dann war Seilfahrt. Wenn man die verpasst hat, war Feierabend.Das bedeutet an dem

  46. Rüdiger Klotz

    Entsprechend gab man Recht. Und dann war es einfach.

  47. Rüdiger Klotz

    Wenn man die verbessert, war Feierabend. Tag kein Lohn.

  48. Rüdiger Klotz

    Und das haben Sie zweimal gemacht und sind als sie im Winter lassen wurden. entlassen worden. Also, das durfte man nicht.

  49. Rüdiger Klotz

    Wenn man keinen guten Grund dafür hatte. Ne, leider nicht. Ich

  50. Rüdiger Klotz

    muss ehrlich sagen, die meisten sind gestorben. Ich kann erst mal sagen, was nicht der Grund war.

  51. Rüdiger Klotz

    Ich war ein bisschen enttäuscht von der Mettenschicht,

  52. Rüdiger Klotz

    weil die mir zu viel über Wismut von Heute erzählt haben. Das interessiert die alte Wismut-Garde eigentlich überhaupt nicht.

  53. Rüdiger Klotz

    Wenn es jetzt nicht mehr angeht, was die da Haben. nicht. Wir haben den Dreck hingemacht

  54. Rüdiger Klotz

    und die halten sich daran fest, den wieder

  55. Rüdiger Klotz

    wegzumachen.

  56. Rüdiger Klotz

    Ansonsten hatte es den Vorteil gehabt,

  57. Rüdiger Klotz

    dass ich tatsächlich mal noch ein paar alte Kumpels getroffen haben. habe. Nicht viele, aber paar, aber

  58. Rüdiger Klotz

    war interessant. Außerdem, Bergbau Tradition, einmal Bergmann, immer Bergmann. Dann geht man da hin.

  59. Rüdiger Klotz

    Rein. Erwartet man von sich selbst. Sagen wir mal

  60. Rüdiger Klotz

    so,

  61. Rüdiger Klotz

    die meisten Leute haben gewusst,

  62. Rüdiger Klotz

    dass wir von Strahlung ausgesetzt sind.

  63. Rüdiger Klotz

    Es ist aber in den 1970er Jahren nicht

  64. Rüdiger Klotz

    mehr so

  65. Rüdiger Klotz

    extrem behandelt

  66. Rüdiger Klotz

    worden, wie noch am Anfang, die

  67. Rüdiger Klotz

    Bewetterung, die Belüftung der Grubenbaue

  68. Rüdiger Klotz

    war wesentlich besser,

  69. Rüdiger Klotz

    dann durfte nur noch mit Wasser gebohrt werden,

  70. Rüdiger Klotz

    also nicht noch trocken, so wie früher.

  71. Rüdiger Klotz

    Die Strahlenbelastung,

  72. Rüdiger Klotz

    wenn sie zu hoch war in manchen Gebieten,

  73. Rüdiger Klotz

    das ist auch überwacht worden,

  74. Rüdiger Klotz

    das kann ich bestätigen,

  75. Rüdiger Klotz

    dann durfte man nicht allzu lange dorthin,

  76. Rüdiger Klotz

    also sagen wir mal vier Wochen, und dann sind die Leute ausgewechselt worden. So hab ich’s erlebt.Ja, das Erledigt.

  77. Rüdiger Klotz

    haben die schon gewusst.Die waren zufrieden, da habe ich sie auch genehmigt. Ja, ich muss mal so sagen, allein vom finanziellen her, mit anderen von finanziell nähern wird anderem die Tätigung verglichen.

  78. Rüdiger Klotz

    Bürgerinnen und Bürgern, da waren wir schon relativ privilegiert. In Stadtmitte, aber ja dann später schon. Klar,

  79. Rüdiger Klotz

    wir haben auch irgendwann, auch wenn wir nicht in der Partei waren, haben wir eine Neubauwohnung gekriegt. Gab’s schon. Aber muss man mal

  80. Rüdiger Klotz

    ehrlich sagen,

  81. Rüdiger Klotz

    der ist auch oftmals vernachlässigt

  82. Rüdiger Klotz

    worden, auch von mir. Kann mir nun eh keiner mehr an die Karre pissen, also kann man das auch zugeben. Ansonsten:

  83. Rüdiger Klotz

    Ja, Gesundeitlich. entweder man konnte das oder man konnte das nicht.

  84. Rüdiger Klotz

    Ja, man kann sich dran gewöhnen, das muss man schon mal

  85. Rüdiger Klotz

    so sagen. Und

  86. Rüdiger Klotz

    Leute, die das gewohnt sind,

  87. Rüdiger Klotz

    jeden Tag acht Stunden voll durchzuknüppeln,

  88. Rüdiger Klotz

    durchzuknippeln,

  89. Rüdiger Klotz

    die schaffen das auch.

  90. Rüdiger Klotz

    Allerdings muss ich auch dazu

  91. Rüdiger Klotz

    sagen, als dann die Wismut weg war, oder besser gesagt,

  92. Rüdiger Klotz

    ich von der Wismut weg,

  93. Rüdiger Klotz

    was ja ziemlich logisch war nach der Wende,

  94. Rüdiger Klotz

    dass das irgendwann passiert, hatte ich mir auch gedacht:

  95. Rüdiger Klotz

    Gott sei Dank keine Nachtschichten mehr und

  96. Rüdiger Klotz

    nicht mehr so anstrengend,

  97. Rüdiger Klotz

    aber ich bin anschließend im Tunnelbau gelandet und

  98. Rüdiger Klotz

    das ist noch viel

  99. Rüdiger Klotz

    schlimmer,

  100. Rüdiger Klotz

    viel schlimmer, weil dann wird 12 Stunden

  101. Rüdiger Klotz

    durchgearbeitet. Also

  102. Rüdiger Klotz

    ich habe dann die Wismut-Arbeit

  103. Rüdiger Klotz

    später als Klacks

  104. Rüdiger Klotz

    empfunden.

  105. Rüdiger Klotz

    Wenn sie das machen, zwölf Stunden,

  106. Rüdiger Klotz

    und das zehn Jahre lang, dann ist das hier Pilipade. Pillepalle.Ja, kleinere Unfälle.

  107. Rüdiger Klotz

    Das passiert schon, ja. Mal.

  108. Rüdiger Klotz

    Aber richtig große, schwere, tödliche Unfälle. Also bei …in Ibelien.

  109. Rüdiger Klotz

    meinem Bereich eigentlich, Gott sei Dank.

  110. Rüdiger Klotz

    Also das konnte man weitestgehend abwenden,

  111. Rüdiger Klotz

    obwohl das auch manchmal

  112. Rüdiger Klotz

    wirklich

  113. Rüdiger Klotz

    knapp dran war, also es gab schon Zusammenbrüche,

  114. Rüdiger Klotz

    wo man gedacht hat, Gott sei Dank waren wir jetzt

  115. Rüdiger Klotz

    nicht hier. Nein, garantiert nicht.

  116. Rüdiger Klotz

    Und es war auch immer ganz gut, die Zeit,

  117. Rüdiger Klotz

    als ich dann als Steiger gearbeitet habe,

  118. Rüdiger Klotz

    dass bei mir auf der Schicht nichts passiert ist. Das muss nicht unbedingt an mir umgelegen. Also

  119. Rüdiger Klotz

    liegen. Die Gefahr, dass irgendwas zusammenbricht,

  120. Rüdiger Klotz

    was nicht zusammenbrechen soll, die bestand eigentlich immer.Ach, das haben

  121. Rüdiger Klotz

    wir auch später im Salzbergwerk erlebt, im Kupferbergwerk, Bergwerk ist Bergwerk. Das fordert seine Opfer.Brigade war schon wichtig.

  122. Rüdiger Klotz

    Also erstmal ist es ja so,

  123. Rüdiger Klotz

    dass im Bergbau die Leute nach Möglichkeit nicht alleine

  124. Rüdiger Klotz

    arbeiten sollen. Das heißt, man muss sich immer einer auf den anderen verlassen.

  125. Rüdiger Klotz

    Und die Brigaden, die haben natürlich ja damals das

  126. Rüdiger Klotz

    Geld verdient, nichts anderes. Und wenn da einer ein bisschen zu schwach auf der Brust war, da haben die das dem schon beigebracht. Der wurde dann

  127. Rüdiger Klotz

    sozusagen geext. Da haben sich dann andere Leute gekümmert.

  128. Rüdiger Klotz

    Aber im Großen und Ganzen hat die Truppe

  129. Rüdiger Klotz

    gut zusammengehalten. Das

  130. Rüdiger Klotz

    war doch ein

  131. Rüdiger Klotz

    Zusammengehörigkeitsgefühl, was die Brigaden hatten. Ja, freilich.

  132. Rüdiger Klotz

    Im Salzbergbau im Westen

  133. Rüdiger Klotz

    da gibt’s sowas nicht, mit diesen Brigaden,

  134. Rüdiger Klotz

    da ist jeder sein

  135. Rüdiger Klotz

    eigener.

  136. Rüdiger Klotz

    Und irgendein freundschaftliches Verhältnis zwischen

  137. Rüdiger Klotz

    Vorgesetzten und Untergebenen

  138. Rüdiger Klotz

    habe ich dort nicht finden können.

  139. Rüdiger Klotz

    Das war bei der Wismut anders.Das

  140. Rüdiger Klotz

    hat schon alleine das ausgemacht, dass es bei der Wismut kein “Sie” gab. Das gab es einfach nicht.

  141. Rüdiger Klotz

    Wenn da ein Schachtleiter gekommen ist,

  142. Rüdiger Klotz

    der es genauso mit “Du” angesprochen

  143. Rüdiger Klotz

    hat, und die Steiger im Westen, die bilden sich ein, sie

  144. Rüdiger Klotz

    sind sonst was.

  145. Rüdiger Klotz

    Dass die Menschen in Schaden gekriegt haben,

  146. Rüdiger Klotz

    sind sie selber Schuld, weil sie hätten ja nicht dahin gehen können. Das ist ja klar. Es hat sie niemand gezwungen,

  147. Rüdiger Klotz

    außer in den Anfangsjahren. Als wirklich hier die Russen reinmarschiert sind und haben gesagt: so jetzt, jetzt holen wir uns mal das Uran.

  148. Rüdiger Klotz

    Dass die Landschaft verschandelt ist. Das ist natürlich alles andere als sonderlich gut. Die

  149. Rüdiger Klotz

    Anfangsjahre sind 1945 nach als der Krieg zu Ende

  150. Rüdiger Klotz

    war. Also die Deutschen haben nicht gesagt, wir wollen jetzt Uran abbauen. Obwohl das bekannt

  151. Rüdiger Klotz

    war, dass wir hier Uran haben. Aber die Aber die Fragen sind mal nur hätte, Frage ist immer, also z.B. die Leute aus dem Norden der ehemaligen DDR, “Wo habt

  152. Rüdiger Klotz

    denn ihr hier Uran abgebaut?!” das hat keiner

  153. Rüdiger Klotz

    gewusst.

  154. Rüdiger Klotz

    Ich habe genug Leute getroffen, die gesagt haben,

  155. Rüdiger Klotz

    ja, du warst bei der

  156. Rüdiger Klotz

    Wismut.Naja, das hat die überhaupt

  157. Rüdiger Klotz

    Na ja, das hat mich überhaupt gehört,

  158. Rüdiger Klotz

    nicht interessiert. Das ist sowieso geheim gehalten worden, weitestgehend, so weit wie man das konnte.

  159. Rüdiger Klotz

    Also dass hier, im Thüringer Raum und in Sachsen,

  160. Rüdiger Klotz

    die Leute wussten, dass man hier abbauen ist logisch. Aber ich glaube in Berlin war da schon Feierabend.

  161. Rüdiger Klotz

    Das hatte keiner so richtig auf dem Schirm, dass man hier militärisches Zeug fabriziert. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. Ich habe zum Spaß ein

  162. Rüdiger Klotz

    paar alte Fotos rausgesucht, heute. Ich muss aber dazu

  163. Rüdiger Klotz

    sagen, dass

  164. Rüdiger Klotz

    es verboten war, streng

  165. Rüdiger Klotz

    verboten, irgendwelche Fotos zu machen. Das hat natürlich dann zur Wendezeit an und für sich keinen groß interessiert mehr.

  166. Rüdiger Klotz

    Von daher stammen auch einige Fotos,

  167. Rüdiger Klotz

    aber ich habe auch Fotos von aus den 70er-Jahre, weiß gar nicht mehr, wie wir die gemacht haben, damals. Ich habe sie heute rausgekramt.

  168. Rüdiger Klotz

    Es ist ja so,

  169. Rüdiger Klotz

    dass man sich normalerweise irgendwann damit

  170. Rüdiger Klotz

    beschäftigt, was man mal

  171. Rüdiger Klotz

    werden will. ich hatte eigentlich so, als ich in der 8. Klasse war, so gedacht,

  172. Rüdiger Klotz

    wenn du zur Handelsmarine gehst,

  173. Rüdiger Klotz

    dann kommst du auch hier mal raus.

  174. Rüdiger Klotz

    Und genau das haben die Kumpels verhindert,

  175. Rüdiger Klotz

    die von Horch- und

  176. Rüdiger Klotz

    Guck , weil die halt gemerkt haben oder gewusst haben,

  177. Rüdiger Klotz

    dass ich da mit der Parteilinie nicht so übereinstimme, wie die das gerne wollen. Ja ne, so nen Quatsch, sowas mache ich nicht.

  178. Rüdiger Klotz

    Und damit hatte sich das erledigt. Die haben mich zu Hause besucht.

  179. Rüdiger Klotz

    Die haben gesagt, na gut, können wir

  180. Rüdiger Klotz

    drüber reden, kriegen wir alles

  181. Rüdiger Klotz

    hin. Aber offensichtlich war ich denen politisch nicht gut genug.

  182. Rüdiger Klotz

    Ich hab, aber das war privaterweise

  183. Rüdiger Klotz

    öfters russische Kontakte gehabt,

  184. Rüdiger Klotz

    allerdings nicht bei der Wismut.

  185. Rüdiger Klotz

    Also bei der Wismut, da haben sie keinen Russen getroffen,

  186. Rüdiger Klotz

    jedenfalls in der Zeit, in der

  187. Rüdiger Klotz

    wir gearbeitet haben, nicht mehr. Vielleicht, in den oberen Etagen das dann noch ein paar rumgesessen haben, die denen gesagt haben, wie die Planerfüllung zu sein hat.

  188. Rüdiger Klotz

    Das könnte möglich sein, aber unter

  189. Rüdiger Klotz

    Tage, da ist mir keiner über den Weg gelaufen. Und ansonsten wurden die Objekte ja auch von deutscher Polizei überwacht.

  190. Rüdiger Klotz

    Da kam keiner so rein und raus,

  191. Rüdiger Klotz

    wie auch gerade lustig ist.

  192. Rüdiger Klotz

    Man hat eine praktische Ausbildung, aber es ist nicht

  193. Rüdiger Klotz

    so, dass wenn man die hinter sich hat,

  194. Rüdiger Klotz

    dass man automatisch Bergmann ist. Das bringt dann die Zeit mit sich, also die Routine und Erfahrungen, die man sammeln muss.

  195. Rüdiger Klotz

    Man kann nicht sagen, nach zwei Jahren Ausbildung, dann ein fertiger Bergmann. Geht nicht.

  196. Rüdiger Klotz

    Die Ausbildung selber, die war ja in Gera. Ich wohn jetzt zur Zeit in Zwötzen, das ist gar nicht so weit weg.

  197. Rüdiger Klotz

    Bisschen Sprengarbeiten, das machen die da glaube

  198. Rüdiger Klotz

    ich noch,

  199. Rüdiger Klotz

    Sprengausbildung

  200. Rüdiger Klotz

    was ohne praxisbezogen natürlich nicht funktioniert.

  201. Rüdiger Klotz

    Also ich habe jetzt viele, viele Jahre als Sprengmeister

  202. Rüdiger Klotz

    gearbeitet, dann auch im Besten. Westen. Da brauchen Sie Ihre Erfahrung.

  203. Rüdiger Klotz

    Ja, wir sind im zweiten Lehrjahr. Im

  204. Rüdiger Klotz

    zweiten Lehrjahr sind wir

  205. Rüdiger Klotz

    schon auf Brigaden aufgeteilt worden, in den

  206. Rüdiger Klotz

    Schächten, da gab

  207. Rüdiger Klotz

    es

  208. Rüdiger Klotz

    Lehrfacharbeiter, die als Lehrlinge mitnehmen konnten. Meistens waren dann zwei Hauer vor Ort und ein Lernender.

  209. Rüdiger Klotz

    Und ich habe ja selber später dann als

  210. Rüdiger Klotz

    Lehrfacharbeiter mitgearbeitet. Das heißt, ich habe auch Lehrlinge gekriegt und musste denen zeigen, wo es da unten lang geht.

  211. Rüdiger Klotz

    Und ich muss Ihnen auch ehrlich

  212. Rüdiger Klotz

    sagen, die meisten sind nicht geblieben. Nach der Ausbildung waren die sofort weg.

  213. Rüdiger Klotz

    Die Praxisausbildung, da gab’s extra ein Lehrrevier, für die

  214. Rüdiger Klotz

    Lehrlinge aus dem ersten Lehrjahr.

  215. Rüdiger Klotz

    Baggern gelernt,

  216. Rüdiger Klotz

    naja,

  217. Rüdiger Klotz

    die üblichen Arbeiten sind da mal vorgeführt worden,

  218. Rüdiger Klotz

    dann durfte jeder

  219. Rüdiger Klotz

    mal ran, aber so richtig ausbildungsmäßig war es dann

  220. Rüdiger Klotz

    in der Praxis

  221. Rüdiger Klotz

    bei den Lehrfacharbeitern in

  222. Rüdiger Klotz

    den Brigaden. Und da durfte man dann auch acht Stunden mitmachen. Allerdings

  223. Rüdiger Klotz

    als Lehrling, da haben sie noch keinen Deputatschnaps

  224. Rüdiger Klotz

    bekommen,

  225. Rüdiger Klotz

    sondern Schokolade

  226. Rüdiger Klotz

    als Ersatz.

  227. Rüdiger Klotz

    Freizeitaktivitäten bei der Wismut,

  228. Rüdiger Klotz

    wenn Sie dort als Hauer gearbeitet haben,

  229. Rüdiger Klotz

    dann haben Sie die Nase voll gehabt. Außerdem gab es ja auch noch ein Privatleben: Privatheben.

  230. Rüdiger Klotz

    Das heißt, da ist ja keiner gekommen und hat Ihnen die Wohnung tapeziert. Das mussten Sie schon selber machen.

  231. Rüdiger Klotz

    Und wenn sie einen Garten wollten,

  232. Rüdiger Klotz

    da einen Bungalow einzubauen, das hat Ihnen ja auch keiner gemacht, mussten Sie auch selber machen. Ja.

  233. Rüdiger Klotz

    Aus heutiger Sicht war das

  234. Rüdiger Klotz

    verhältnismäßige Bild.

  235. Rüdiger Klotz

    verhältnismäßig billig…wenn man kein Parteimitglied war,

  236. Rüdiger Klotz

    war es aber schwierig an

  237. Rüdiger Klotz

    die Urlaubsplätze ranzukommen, aber man hat

  238. Rüdiger Klotz

    schon ab und zu auch mal einen Urlaubsplatz gekriegt, an der Ostsee. Urlaubsziele.

  239. Rüdiger Klotz

    Wie soll das gewesen sein? Unterkunft, Es war kein Rundenkopf, Förderauflegung.

  240. Rüdiger Klotz

    Vollverpflegung und ansonsten mit der Familie machen, was man so machen will. Also man musste nicht früh zum Appell kommen.

  241. Rüdiger Klotz

    Das war auch schon alles vernünftig.

  242. Rüdiger Klotz

    Das schönste war,

  243. Rüdiger Klotz

    wenn sie nach Zinnowitz gekommen sind, da hat Ihnen jeder

  244. Rüdiger Klotz

    Glück auf!” entgegen gerufen, weil Zinnowitz

  245. Rüdiger Klotz

    war voll im Wismuthand. Da waren eigentlich jede zweite Reihe vo der Wismut belegt, gefühlsmäßig.Ja, sicher. Wir haben dann eine Neubauwohnung gekriegt, irgendwann. Weil

  246. Rüdiger Klotz

    die Kinder hatten dann auch

  247. Rüdiger Klotz

    gelegentlich was von der Wismut, wenn die nämlich Ferien hatten, durften sie mit mir in der Wismut-Küche essen gehen. geben.

  248. Rüdiger Klotz

    Wir hatten auch in Gera Wismut-Küche, mehrere

  249. Rüdiger Klotz

    sogar, eine war in Untermhaus,

  250. Rüdiger Klotz

    eine in Bieblach in der alten

  251. Rüdiger Klotz

    Wismutschule. Da hatten sie dann eine Neue dahin gebaut. Das riesige Altersheim, was da steht, das

  252. Rüdiger Klotz

    war früher Wismut Lehrlingswohnheim. Das war alles voll mit Wismut Lehrlingen. Und meine Kinder in dem Alter auch, die fanden das ganz gut.

  253. Rüdiger Klotz

    Immer 6-7 verschiedene Gerichte. Essen haben wir gar nicht genug gehabt.

  254. Rüdiger Klotz

    Und das war billig. Kann man mit heute nicht vergleichen. Aber

  255. Rüdiger Klotz

    was man natürlich dazu sagen muss,

  256. Rüdiger Klotz

    ich habe damals meinen Bungalow gebaut, da hat mich die Wismut ganz schön unterstützt. Mit Baumaterialen.

  257. Rüdiger Klotz

    Baumaterialien. Die waren ja knapp.

  258. Rüdiger Klotz

    Naja, wenn man die entsprechenden Leute kennt,

  259. Rüdiger Klotz

    Ja. oder man auch immer mal eine freiwillige Extraschicht eingelegt hat, sonnabends... Naja,

  260. Rüdiger Klotz

    Sondern,

  261. Rüdiger Klotz

    das ist so, wir hatten wirklich,

  262. Rüdiger Klotz

    die Hauerbrigaden, die hatten übertrieben viel Akzisefreien Schnaps zur Verfügung. In einem Monat sechs Liter.

  263. Rüdiger Klotz

    Das sind umgerechnet acht Flaschen. Mache haben Nicht wegzippen.

  264. Rüdiger Klotz

    s auch geschafft, die gibt’s heut auch nicht

  265. Rüdiger Klotz

    mehr.

  266. Rüdiger Klotz

    Aber

  267. Rüdiger Klotz

    wir haben das schon gelegentlich auch als Zahlungsmittel eingesetzt. Aber alle geworden ist das Schnaps trotzdem. Also

  268. Rüdiger Klotz

    eine Flasche habe ich noch. Und die heb ich auch auf. Die Geschichte ist,

  269. Rüdiger Klotz

    dass es dort zum ersten Mal bei der Wismut einen Streik gab.

  270. Rüdiger Klotz

    Und da ging es darum,

  271. Rüdiger Klotz

    die Kumpels, das war 1990,

  272. Rüdiger Klotz

    die dort ausscheiden, einigermaßen abzufedern.

  273. Rüdiger Klotz

    Und das war glaube ich ein 24-Stunden-Streik und das war in

  274. Rüdiger Klotz

    Schmirchau, das Foto ist übrigens

  275. Rüdiger Klotz

    von

  276. Rüdiger Klotz

    meinem damaligen Kumpel gemacht

  277. Rüdiger Klotz

    worden, weil der war nämlich Fotograf in Schmirchau zu der Zeit. Ich Seltsam.

  278. Rüdiger Klotz

    Also ich habe das gegenwunden. hab deswegen auch ein paar Fotos mehr von dem. Für

  279. Rüdiger Klotz

    mich ist keine Welt zusammengebrochen,

  280. Rüdiger Klotz

    ich hab das euch ja vorhin schonmal gesagt. Ich war eigentlich

  281. Rüdiger Klotz

    froh,

  282. Rüdiger Klotz

    Mit der Meinung,

  283. Rüdiger Klotz

    dass ich nun keine Nachtschichten mehr machen musste und so,

  284. Rüdiger Klotz

    was wirklich körperlich doch relativ anstrengend war. Und wie gesagt, dann bin ich vom Regen in die Traufe gekommen und im Westen war alles noch viel schlimmer.

  285. Rüdiger Klotz

    Viel schlimmer als das. Ich habe erst eine Zeit lang als Steiger gearbeitet.

  286. Rüdiger Klotz

    Ich habe zu Hause eine Deutschlandkarte, da

  287. Rüdiger Klotz

    sind überall sind

  288. Rüdiger Klotz

    Wimpel, wo ich gesprengt habe,

  289. Rüdiger Klotz

    wo ich als Bergmann gearbeitet habe.

  290. Rüdiger Klotz

    Das war eine ganz interessante Sache,

  291. Rüdiger Klotz

    könnte ich Ihnen heute noch auf die Minute genau erklären,

  292. Rüdiger Klotz

    was da alles abging. Also wir hatten hier gerade eine Demonstration, in der hier immer Donnerstag stattgefunden hat.

  293. Rüdiger Klotz

    Und das ist ja bekanntlich am Donnerstag gewesen,

  294. Rüdiger Klotz

    als sie die Mauer aufgemacht

  295. Rüdiger Klotz

    haben. Naja, am Samstag, da war ich mit meiner Familie schon im Westen.Wir waren auch nicht die Einzigen.

  296. Rüdiger Klotz

    Aber ich war lange nicht der Einzige. Und mal doch war das mutig.

  297. Rüdiger Klotz

    Am Montag war die Wismut leer. Die paar die auf Arbeit waren, die konnten sie erstmal heim schicken.

  298. Rüdiger Klotz

    Die waren erstmal alle fort. Ja,

  299. Rüdiger Klotz

    bei den Massen, die da über die Grenze sind,

  300. Rüdiger Klotz

    bis die wieder zurück waren

  301. Rüdiger Klotz

    Da waren wir 200 rum. Und ja, dann freilich. Und

  302. Rüdiger Klotz

    dann wurde erstmal noch mal weitergearbeitet,

  303. Rüdiger Klotz

    aber das hat sich dann angedeutet,

  304. Rüdiger Klotz

    dass die Russen das Zeug nicht mehr kriegen.

  305. Rüdiger Klotz

    Dann wussten wir ja schon Jahre vor der Wende,

  306. Rüdiger Klotz

    dass die Vorräte hier zu Ende gehen oder viel tiefer

  307. Rüdiger Klotz

    lagern

  308. Rüdiger Klotz

    und weit über Weltmarktpreisen

  309. Rüdiger Klotz

    produziert worden sind. Was die da aus dem

  310. Rüdiger Klotz

    Tage, wir 100 Prozent, Tage, wir ausgeholt haben,

  311. Rüdiger Klotz

    sind immer 1000 Meter Tiefe Umgeheuert. Tagebau rausgeholt haben… das war ökonomisch unvertretbar. Und

  312. Rüdiger Klotz

    da war es ziemlich logisch,

  313. Rüdiger Klotz

    dass irgendwann die das mit Feierabend macht. Dass sie saniert werden, was ja gut ist, das steht auf einem anderen Blatt.

  314. Rüdiger Klotz

    Aber mit 20.000 Leuten können Sie die nicht

  315. Rüdiger Klotz

    sanieren. Also gab es dann die

  316. Rüdiger Klotz

    Alternative:

  317. Rüdiger Klotz

    Das Arbeitsverhältnis zu beenden,

  318. Rüdiger Klotz

    sich auszahlen zu lassen. Da gab’s eine…na, wie soll ich jetzt sagen? Da gab es eben

  319. Rüdiger Klotz

    Geld dafür, für die Leute, die freiwillig gegangen sind. Sie haben sie viele Jahre schon auf dem Buckel hatten, also die haben eine Entschädigung bekommen.

  320. Rüdiger Klotz

    Könnte ich auch noch sagen, wie hoch die war, aber das ist jetzt mal nicht so relevant. Und da musste man sich um was Neues kümmern.

  321. Rüdiger Klotz

    Und da ich ausgebildeter Steiger war,

  322. Rüdiger Klotz

    war es nicht so schwer da im Westen was zu finden.[...] Ja, wie gesagt, es war halt nicht mehr zu Hause. Das war nicht schmerzhaft.

  323. Rüdiger Klotz

    Das war schmerzhaft für heute, diese ehrenbelangten

  324. Rüdiger Klotz

    Fahrten. Aber das habe ich nicht lange hinter Mir.

  325. Rüdiger Klotz

    bei mir ist es ist schon in Ordnung, wie das bei den Anderen ist,

  326. Rüdiger Klotz

    weiß ich nicht.Naja,

  327. Rüdiger Klotz

    für sowas hätte ich gar keine Zeit gehabt. Wenn ich so ab und zu mal jemanden treffe, ja, da reden wir schon mal über dies und jenes.

  328. Rüdiger Klotz

    Aber wie gesagt, sind nicht mehr viele! Selbstverständlich kann ich Gut.

  329. Rüdiger Klotz

    das. Wissen Sie warum?

  330. Rüdiger Klotz

    Weil das die Lehrlinge bei ihrer Ausbildung

  331. Rüdiger Klotz

    am ersten Tag lernen mussten.

  332. Rüdiger Klotz

    Sehr gut, also ich habe mit von Ronneburg die unter

  333. Rüdiger Klotz

    Tage-Nachmodulation angeguckt, das kommt das ziemlich nah ran. Sehr schön. Das ist

  334. Rüdiger Klotz

    ja nicht so,

  335. Rüdiger Klotz

    dass man da ganz weg ist vom Uranbergbau.

  336. Rüdiger Klotz

    Das heißt, ich

  337. Rüdiger Klotz

    war später noch in anderen Bergwerken und auch öfters mal in

  338. Rüdiger Klotz

    irgendwelchen Besucherbergwerken. Amüsier mich da gelegentlich über die Leute, die da Führungen geben, wenn sie nicht direkt dort gearbeitet haben.

  339. Rüdiger Klotz

    Kommt gelegentlich ein bisschen Grütze raus,

  340. Rüdiger Klotz

    weil’s eigentlich bergmännischer Unsinn ist, aber… aber es wird in der Regel gut dargestellt. Man ist ja da nicht weg.

  341. Rüdiger Klotz

    Da gibt es ja den Spruch, einmal Bergmann, immer Bergmann. Da ist schon was dran.

  342. Rüdiger Klotz

    Ja, man hat auch so alles gelernt, was man

  343. Rüdiger Klotz

    macht. Wenn jemand zu blöd war zum hauern, der hat sich das eben mal zeigen lassen, dann geht's.

  344. Rüdiger Klotz

    Es. Aber die Leute waren hart arbeiten gewöhnt.

  345. Rüdiger Klotz

    Und die scheuen keine Arbeit.Auf jeden Fall. Stärker als Andere.

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