Robert Schmidl

Kurzvideo
Also bei der Wismut, bei uns im Versatzwerk, ja,
in verschiedensten Stellungen, haben bei uns z.B.
Materialproben gemacht, da war eine Frau, und Kantine so und
so, da gab es keinen Mann, das war fest in Frauenhand.
Verschiedene Sekretärinnen gab es bei uns, ja. Und, also bei den Schlossern auch nicht, bei
den Elektrikern gab es keine Frau,
den Schlossern gab es keine Frau, Bahnentladung so und
so nicht, die Arbeit war zu schwer, ne,
dann eigentlich nur Büro.
Also Produktionsarbeit, außer jetzt Materialbeprobungen,
war eigentlich keine Frau, genau.
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Lebenslauf
Der in Gera geborene Robert Schmidl beginnt 1980 seine Lehre als Elektriker bei der SDAG Wismut und kommt im Versatzwerk unter. Er genießt die Vorzüge, die ihm die Arbeit bei der Wismut mitbringt. Auch nach der „Wende“ arbeitet er im Sanierungsbetrieb. Doch die DDR-Nostalgie findet er eher befremdlich.
Gesamtinterview
Also mein Name ist Robert Schmidl, ich bin am 15. März 1964 geboren, in Gera. Meine Verbindung zur Wismut, durch meine Eltern, die beide bei der Wismut gearbeitet haben und ich habe dann nach der Schule nach der 10. Klasse auch eine Lehre bei der Wismut angefangen als Elektriker. Und auch abgeschlossen dort.
Und später dann auch bei der Wismut gearbeitet. Bis 1996. Ja gut, materiell abgesichert auf jeden Fall. Aber das waren auch andere, die nicht bei der Wismut gearbeitet haben.
Es war vielleicht dahingehend dadurch, dass beide Elternteile bei der Wismut gearbeitet haben vom Geld her besser, als jemand, der irgendwo als Verkäuferin gearbeitet hat oder so. Aber ansonsten war das eine ganz normale Kindheit. Wir waren allerdings auch vier Kinder.
Also die mussten schon ein bisschen Geld verdienen. Ich habe drei Geschwister, zwei Brüder und eine Schwester. Und das musste auch alles mit groß werden.
Aber direkt von privilegiert würde ich da nicht unbedingt reden. Luxus. Ich weiß nicht, ob man sich da Gedanken drüber gemacht hat.
Es gab bestimmte Sachen, über die man sich gefreut hat, klar, oder die man bekommen hat, ohne dass man irgendwas dafür tun musste. Was weiß ich, und wenn es Schokolade war. Jetzt meine ich aber nicht die Schokolade, die man kaufen konnte.
Wir haben das Glück gehabt und haben auch jede Menge Verwandtschaft in der Bundesrepublik gehabt und dadurch waren wir nochmal ein bisschen besser gestellt, als nur Eltern bei der Wismut zu haben. 1980 bin ich mit der Schule fertig geworden, 10. Klasse POS. Habe dann 1980, ich glaube am 1. September oder so, angefangen mit der Lehre. Die ging bei uns zwei Jahre. Bin dann 1982 fertig geworden mit der Ausbildung.
Und dann wird es kompliziert, weil eine eigene Wohnung ging ja nicht so einfach. Bei der Wismut war es schon einfacher als irgendwo anders. Ich hatte mich dann auch angemeldet für eine Wohnung.
Sollte dann eine Einraumwohnung bekommen, aber da hatte ich damals schon eine Freundin und da habe ich mir gedacht, ich ziehe doch nicht mit meiner Freundin in eine Einraumwohnung. Das können sie knicken. Dann habe ich mich dann quasi umgemeldet auf eine Zweiraumwohnung, um dann von der Wohnungsstelle zu hören zu bekommen: “Sie sind ja noch gar nicht verheiratet.
Was wollen Sie denn mit einer Zweiraumwohnung?” Naja, da haben wir dann geheiratet und zwar 1986. Am 24. Mai 1986 habe ich geheiratet und habe dann relativ kurze Zeit darauf eine Zweiraumwohnung bekommen. Bis dahin haben wir im Kinderzimmer meiner Frau gewohnt, ungefähr ein halbes Jahr. Die Wismut hatte ja ein bestimmtes Wohnungskontingent.
Auf Einraum-, Zweiraum-, Dreiraum-, Vierraumwohnung und sobald man da bestimmte Voraussetzungen erfüllt hat, hat man auch eine Wohnung bekommen. Das war ein kompletter Neubau. Das war eine Zweiraumwohnung in Bieblach-Ost.
Das wurde ja damals gerade erschlossen, das Wohngebiet. Und dort war es der zweite Block, der gestanden hat. Der erste Block, da waren die Bauarbeiter untergebracht, Bauleitungen und so.
Und der zweite Block, der fertiggestellt worden ist, da habe ich eine Wohnung bekommen. In der, jetzt muss ich nachdenken, Schwarzburgstraße. Genau.
Da ging es mir, glaube ich, so wie euch. Zu der Zeit. Das heißt, klar kommt der Punkt, wo du merkst, jetzt geht die Schule langsam zu Ende.
Da musst man sich mal im Kopf machen, was man werden will. Nicht einfach. Da schwirren einem wahrscheinlich auch einige Sachen im Kopf rum, was man dann werden könnte, aber so richtig zu einem Ergebnis bin ich dann nicht gekommen.
Und mein Vater war Elektriker bei der Wismut. Und na gut, basteln und so ein Zeug haben wir auch immer gemacht. Da hab ich mir auch so gedacht, na ja, wirst du halt auch Elektriker.
Und dann kam jemand von der Berufsberatung bzw. von der Wismut vorbei, hat dann ein Gespräch geführt und dann hab ich gesagt, na gut, Ich wäre gerne Elektriker geworden bei euch." Und da haben die gesagt, na gut, dann nehmen wir dich. Genau. Die Ausbildung der Elektriker, der Schlosser und der MAM, das waren Maschinenanlagenmonteure, war in Schlema.
Das heißt, ich musste erst mal ins Internat. Die ganze schulische Ausbildung passierte quasi in Schlema und Auch die ersten Praxisarbeiten wurden in Schlemmer durchgeführt, auch auf den Schächten. Dort war ich auch unter Tage.
Das war eigentlich die einzige Zeit in meiner gesamten Wismutlaufbahn während der Ausbildung, dass ich unter Tage war. Generell. Nach der Ausbildung war ich nie wieder unter Tage hier.
In dem Gebiet. Das ist ganz schön lange her. Sagen wir mal so, wir hatten ja, also da wo ich gearbeitet habe, das war ein Versatzwerk.
Versatzwerk muss man sich vorstellen wie ein großes Betonwerk. Damit werden unter Tage die Hohlräume, die der Bergarbeiter unten in die Erde macht, werden danach wieder verfüllt. Dass man dann daneben, darüber oder darunter wieder einen Hohlraum schaffen kann.
Und das wird halt mit Beton gemacht. Und ich war an dem Betonwerk nach meiner Lehre dann als Betriebselektriker tätig. Das ist das Dreischichtsystem, also Montag bis Samstag früh, ganz normal.
Die Frühschicht fing an um sechs, die Spätschicht um zwei und die Nachtschicht um zehn. Dann bist du früh aufgestanden, dann bist du zum Bahnhof gelaufen, bist in den Zug eingestiegen, Du bist nach Beerwalde zum Beispiel gefahren, so wie ich, dann bist du aus dem Zug ausgestiegen, dann bist du zum Busbahnhof rüber gelaufen, dann bist du in den Bus eingestiegen und bist zu deinem Arbeitsplatz gefahren worden. Dort bist du ausgestiegen, hast dich umgezogen und dann ging es los.
Noch einen Kaffee und dann wurde halt gearbeitet. Bei uns, das war jetzt nicht so schwer, das ist Instandhaltungselektriker, du hast dich darum zu kümmern, dass die Anlage läuft und Mehr eigentlich nicht. Besonders.
Keine Ahnung, ob jemand ein besonderes Verhältnis zu seiner Arbeit hatte, es sei denn das waren vielleicht, keine Ahnung, Kindergärtner oder Arzt oder so. Bei uns das war eine ganz normale Tätigkeit, wie auch heute tausendfach in irgendwelchen anderen Firmen, die Wartungselektriker oder Wartungselektroniker haben, das ist dasselbe. Du bist auf Arbeit gegangen, du wusstest ungefähr, was los ist.
Wenn jetzt nichts grobes kaputt gegangen ist, war es eigentlich ein relativ entspannter Arbeitstag. Klar musste bei der Elektrik immer ein bisschen aufpassen. Wäre schon schön, wenn man nicht alles vergisst, was man so lernt.
Aber ansonsten war das eigentlich ganz normal und besonders einprägsam… Klar gab es vielleicht mal zwei, drei Vorfälle, aber das hat weniger was mit unserer Arbeit zu tun. Das waren was wie Unfälle oder irgendwas. Das gab es ja überall.
Das gibt es ja auch heute noch. Das kann schon passieren, besonders eindrücklich. Es stinkt normales Arbeitsleben.
Mit Höhen und Tiefen, wie es heute halt auch ist. Zu den Leuten, die jetzt unter Tage gearbeitet haben, war es weniger, klar. Was ich aber auch einsehe, weil die Jungs unter Tage haben schon ein bisschen anders arbeiten müssen, als wir über Tage.
Das ist auch Fakt. Aber ansonsten im Vergleich zum Durchschnitt in der DDR haben wir gut verdient, muss ich sagen. Also wir haben im Schnitt 1.100, 1.200 Mark gehabt.
Und das war als Elektriker ganz normal über Tage schon gut. Arbeitsschutz wurde relativ groß geschrieben, muss ich sagen. Also gerade was das Umfeld, wo ich jetzt gearbeitet habe, angeht.
Weil es waren LKWs unterwegs bei uns. Es wurde zum Teil auch mit Strahlenschranken, also mit Gammastrahlen gearbeitet. Elektriker so oder so, oder Schlosser, das ist jetzt egal.
Es war jeden Monat eine Arbeitsschutzbelehrung, auf jeden Fall. Das war, also das finde ich deutlich, es war mehr ausgebaut als vielleicht heute, muss ich sagen. Es gibt ja, sagen wir mal so, bei uns in der Firma oder im Betrieb war das ja so, dass nur bestimmte Bereiche, zum Beispiel dort wo diese LKWs, das kennst du heute auch.
Wenn du LKWs siehst, die Beton transportieren. Die haben da hinten so eine Trommel drauf. Und der Füllstand beim Beladen wurde mit einer Gamma-Schranke, also mit Gamma-Strahlung gemessen.
Die haben das nicht über Gewicht gemacht, zum Teil auch über Zeit, ja. Aber das wurde im Prinzip mit Gamma-Strahlung gemessen. Das heißt, wenn das Fahrzeug reingefahren ist und der Behälter war leer, ging die Gamma-Strahlung durch den Behälter durch bis zu einer Sonde.
Geiger-Müller-Zähler, beziehungsweise zu zwei Sonden und wenn das Fahrzeug dann befüllt worden ist, war dann als erstes die untere Sonde, die keine Strahlung mehr gekriegt hat und wenn das Fahrzeug voll war, die zweite Sonde. Dann war die Beladung für das Fahrzeug beendet. Und von uns wusste auch jeder, dass in diesen Beladestellen Gammaschranken sind.
Da waren auch riesengroße Warnschilder, “Vorsicht Strahlung” und so weiter und so fort. Die waren auch automatisiert, das heißt, wenn das Fahrzeug reingefahren ist, war die Blende von der Strahlenquelle zu. Da kam auch keine Strahlung durch.
Und erst wenn das Fahrzeug den Punkt erreicht hat, wo es dann stehenbleiben konnte, ging erst die Blende wieder auf. Mit Anfang der Beladung ging die Blende auf und die Strahlung wurde freigesetzt. Und das war eine gerichtete Strahlung.
Das war jetzt nichts wie, keine Ahnung, wie einen Atombombe oder so. Als Luxus. Es ist schon schön, dass man die Möglichkeit hat, zu sagen, pass auf, so geht das nicht.
Ich brauche das, das und das, wenn ich die oder die Arbeit machen soll. Ich kann ja nicht halbnackig irgendwo rumrennen und weiß genau, hier ist entweder Strom oder heiße Medien oder Gas oder sonst was. Die Möglichkeit haben wir ja hier bei uns.
Das ist vielleicht in anderen Ländern nicht ganz so. Da heißt es halt, du machst das und dann gehst du halt so wie du bist. Genau so.
Ob das jetzt Arbeitsschutzschuhe sind, Handschuhe oder irgendwas, das ist schon Wir merken es vielleicht nicht als Luxus, aber wenn man jetzt Berichte sieht, wie andere Leute arbeiten müssen, ist es vielleicht doch Luxus. Und vor allen Dingen, wir müssen es auch nicht selber bezahlen. Das heißt, das was wir brauchen, muss der Arbeitgeber stellen.
Und nicht wie in anderen Ländern, dass du quasi mit dem Zeug einrücken musst. Und das war eigentlich schon immer so. Also jedenfalls hier in Deutschland.
Ich hatte 1986 geheiratet, hab dann die Wohnung bekommen und dann passierte erstmal nichts, wir waren dann quasi zu zweit erstmal, zu zweit mit unserer Wohnung. Dann 1989 musste ich erstmal zur Armee, mit 25, quasi letzter Drücker. Kurz vorher ist meine Frau schwanger geworden von mir.
Also ich war quasi zur Geburt meiner Tochter nicht zu Hause. Und dann hat man die Wende. Also die Familie an sich hat von der Wismut jetzt, bis auf die Wohnung, die wir bekommen haben, nicht weiter profitiert.
Das geht schon. Das ging auf jeden Fall. Ich meine, Fußbodenbelag ist ein Thema.
Den zu kaufen, eher schwierig. Also erstmal jemanden zu finden, der welchen hat. Beziehungsweise jemanden finden, der jemanden kennt, der weiß, wo es welchen gibt, suchen.
Dann Tapete, dasselbe in Grün! Dann wurde es ein bisschen komplizierter. Also wenn man dann sein Bad ordentlich fliesen wollte, dann wurde es kompliziert.
Dann musste man mindestens zwei, drei Leute kennen, weil einer davon sollte ja wenigstens ein Fliesenleger sein. Kannte ich. War nicht das Problem.
Man musste ans Material kommen. Aber das geht auch irgendwie. Also die Möglichkeit eine Neubauwohnung umzugestalten geht schon.
Ja, ging. Auf jeden Fall. Zum Teil musste man es auch absprechen, wenn man jetzt wirklich eine bauliche Veränderung machen wollte.
Wie zum Beispiel mal in so einem typischen Neubaubad mal nicht die Toilette quasi gleich gegenüber der Tür zu haben. Weil es geht ja auch nach rechts noch ein bisschen Platz und die kann man ja auch in die Ecke setzen. Das geht schon, man muss da aber wieder jemanden kennen, der das ganze Zeug verlegt.
Aber das war machbar. Ich glaube nicht, dass ich das zu heute unbedingt unterscheidet. Wir sind genauso zu Hause geblieben, wir sind genauso weggegangen, wir sind ins Kino gegangen, wir haben Urlaubsreisen gemacht.
Ich habe während meiner Zeit bei der Wismut oder solange das noch DDR war. Während der DDR-Zeit oder solange es noch DDR war, haben wir einen kompletten Ostblock bereist, inklusive Rumänien, Bulgarien, Ungarn, SU, alles mögliche. Das war vielleicht auch ein Plus, dass wir halt reisen konnten über Jugend-Tourist.
Das ging aber von der Elektronik aus. Meine Frau hat bei der Elektronik gearbeitet und die hat sich um das Reisen gekümmert und ich quasi um das Geld. Fürs Reisen.
Da habe ich während meiner Zeit einen einzigen mal gehabt. Einen sogenannten Ferienplatz. Da habe ich mal nachgefragt, ob man da was bekommen könnte.
Und da hatten wir einen Bungalow in Mecklenburg für zwei Wochen. Das war das Einzige, wo ich von der Wismut mal das Angebot an Ferienplätzen genutzt habe. Während meiner Kindheit waren wir einige Male an der Ostsee, das ging aber dann über meine Eltern.
Das war Zinnowitz, das waren zwei, drei, vier, fünf Mal so. Und das waren aber auch Ferienobjekte der Wismut, richtig. Sonderangebote weiß ich nicht, ob man das so nennen kann, aber klar hatten wir ja eigene Verkaufsscheine auf den Schächten.
Das heißt, im Gegensatz zur normalen Bevölkerung hatten wir auch Weihnachten, was weiß ich, Orangen, Bananen… Ja, das haben wir mitgenommen. Na klar gab es das. Das habe ich auch so gesehen.
Es war vielleicht schwieriger Sachen zu bekommen, aber es war nicht unmöglich. Ich war ja Elektriker. Hallo?
Wenn irgendjemand hat immer irgendwas gebaut, dann hat er auch immer irgendwas gebraucht. Also Beziehungen waren eigentlich, nur das Geld spielt nicht unbedingt eine Rolle. Aber irgendjemand kannte wieder irgendjemanden, der wusste, dass es zu dem und dem Zeitpunkt was weiß ich, und wenn es eine Stereoanlage war, gab.
Auch wenn ich die jetzt nicht gebraucht habe, die Anlage, aber ich kenne jemanden, der eine braucht. Da habe ich dem das gesagt und der hat die dann gekauft. Das war Kreislaufwirtschaft eigentlich.
Man musste nur genügend Leute kennen, dann konnte man eigentlich auch alles bekommen. Außer das, was es vielleicht wirklich nur im Intershop gab. Dann wird es dann haarig.
Nee, würde ich nicht sagen. Das ist nur der Wismut-Firma, um Gottes willen. Da gab es noch andere Firmen und andere Betriebe, die waren der Wismut letztendlich gleichgestellt oder vielleicht sogar noch besser.
Da braucht man nur an Jena denken, Carl Zeiss oder was auch immer. Es gibt überall Firmen, die sich quasi zum Teil selbst versorgt haben oder zum Teil selbst eingekauft haben. Und alle die, die das über ihren Betrieb nicht machen konnten, die haben dann meistens jemanden gekannt, der da wieder jemanden kennt und so weiter und so fort.
Das kann man sich vielleicht so gar nicht mehr vorstellen, aber das ist wirklich so gewesen. Wir haben als Betonwerk oder als Versatzwerk zwei Schächte betreut. Das war einmal der JBB Ernst Thälmann, das war Beerwalde, und dann der Schacht Drosen.
Das war der letzte, der gebaut worden ist, Drosen. Und für diese beiden Schächte haben wir den Beton hergestellt, womit die ihre Löcher wieder zugemacht haben. Und die Produktion wurde ja dann langsam runtergefahren.
Aber die Schächte mussten immer noch verfüllt werden. Und somit blieb das Versatzwerk... Ich bin 1996, habe ich aufgehört. Und so lange gab es das Versatzwerk noch.
Also ich war einer der Letzten, der quasi aus dem Werk dort raus ist. Und danach wurde es planiert. Ich habe erstmal einen Aufhebungsvertrag gemacht.
Weil die wollten mich zum Bäume pflanzen oder was auch immer zur Rekultivierung schicken. Da hatte ich überhaupt keinen Bock drauf. Ich konnte aber auch die große Klappe haben, weil ein Bekannter von mir hat hier in Gera eine Firma aufgemacht, eine Autoglaserei.
Und da hab ich mir gedacht, machst halt mal sowas. Und das hab ich dann auch gemacht. Hab also bei der Wismut aufgehört, Aufhebungsvertrag gemacht, Abfindung kassiert und bin dann als Autoglaser eingestellt worden.
Eine Familie war wichtiger eigentlich. Haus wollte ich nie haben. Wozu?
Keine Ahnung. Es gibt genug Wohnungen. Und wenn mir der Nachbar nicht gefällt, ziehe ich aus.
Das ist beim Haus relativ schwierig. Und ne, da waren wir uns mit meiner Frau eigentlich auch immer einig. Haus wollen wir nicht, brauchen wir nicht.
Und dann lieber leben. Also sprich reisen, halt mal alles, was man so braucht. Ein Auto, zwei Autos, noch ein Motorrad.
Sowas. Also eher in Richtung materielll und Familie, aber jetzt nicht in Richtung Haus oder Eigentum oder so. Ne, das nicht.
Luxus ist eigentlich Zeit haben. Heute. Ich meine, Geld, ja, sicher spielt Geld eine Rolle.
Man sollte vielleicht nicht zu wenig davon haben, aber ich weiß nicht, ob viel Geld unbedingt Luxus bedeutet. Ich denke eher, Luxus ist wirklich genügend Zeit zu haben für sich selber, für seine Familie, mittlerweile für Enkel. Das ist eigentlich Luxus und das ist auch das, wonach man eigentlich, oder wonach ich eigentlich strebe.
Alles andere, was drumherum ist, ob das jetzt Geld ist oder irgendwas anderes, ist eigentlich in meinen Augen gar nicht so wichtig. Dann eher lieber Zeit verbringen mit Enkel oder mit der Tochter oder sowas oder mit dem Schwiegersohn oder mit meiner Frau. Urlaub machen.
Urlaub ist ganz wichtig. Also Urlaub ist auf jeden Fall ein Luxus, den sollte man sich auf jeden Fall gönnen. Alles andere, ob man dann zwei Fernseher, drei Fernseher oder vier Fernseher zu Hause hat, ist eigentlich pieps egal, weil gucken kann man nur auf einen.
Und deswegen ist Zeit und miteinander mit Menschen, die einem was bedeuten, noch wesentlich wertvoller und noch erstrebenswerter und das ist eigentlich Luxus. Eigentlich ja, weil es ging uns nie wirklich schlecht. Wir hatten nie wirklich zu wenig Geld.
Wir hatten eigentlich alles das, was man braucht und vielleicht auch ein bisschen mehr. Und deswegen war die Zeit, die man verbringen kann, oder miteinander verbringen kann, eigentlich auch schon wichtig. Also Urlaube würde ich auf jeden Fall als erstrebenswerten Luxus ansehen, auf jeden Fall.
Weil die Zeit kann einem keiner nehmen, die man da hat. Alles andere, das kann mal weg sein, aber das nicht. Ja, klar.
Ich meine die Arbeit an sich auch und das meine ich nicht immer und denke mal, dass man dann dafür mehr Geld bekommen sollte oder so. Aber das gesamte Miteinander ist wichtiger, dass man halt auch mal hört, es war jetzt gut, was du gemacht hast oder lieber sowas. Also ich bin jetzt über den Punkt weg, wo ich sagen würde, ich müsste ein bisschen mehr Geld haben.
Da ist es mir wesentlich lieber, wenn jemand sagt, das hast du gut gemacht oder das sieht gut aus. Aber genauso wichtig ist, wenn jemand sagt, das war jetzt nicht so in Ordnung, das müssten wir vielleicht noch ändern. Aber ansonsten, das sollte sich vielleicht ein bisschen ändern.
Oder in puncto Wertschätzung, dass man vielleicht eher in Richtung Lob und so geht. Nicht unbedingt materiell. Ich weiß nicht, ob der Zusammenhalt früher unbedingt größer gewesen ist.
Weil wir waren bei uns, bei den Elektrikern auf jeden Fall, wir waren auch zerstreut. Es war jetzt keine Nachbarschaft da. Es war wirklich so, der eine ist auf dem Dorf groß geworden und hat dort gewohnt, der andere ist in Zeitz groß geworden und hat in Lusan gewohnt.
Es hat sich jetzt, also jedenfalls in meinem Arbeitsumfeld hat man sich jetzt nicht nach der Arbeit noch getroffen. Also das wäre jetzt zu viel des Guten gewesen. So gut haben wir uns noch nicht verstanden.
Aber ansonsten zu heute. Oder zu den Firmen danach. Nein, muss ich nicht sagen.
Es ist weder schlechter noch besser geworden. Eher besser. Auf jeden Fall kann ich sagen, ich war Bergmann.
Das war auf jeden Fall was. Wobei dann die Bergmänner immer gesagt haben, du warst nur Elektriker. Und?
Aber ich war dabei. Nee, aber direkt mitgenommen. Nee, klar, es ist schon eigenartig, wenn man dann mal einen Filmbericht sieht oder so, wie die Jungs da eingefahren sind unter Tage und so weiter und das Ganze drumherum gesehen hat, was wir mit der Landschaft veranstaltet haben.
Das haben wir vielleicht damals gar nicht so gesehen. Sicher haben wir in Ronneburg die Halden gesehen und alles, aber ob das jeden so richtig berührt hat, keine Ahnung. Und dass da ganze Ortschaften quasi platt gemacht worden sind, nur für Uran oder, naja, mitgenommen.
Ja, so wie es früher ausgesehen hat, sollte es nicht nochmal aussehen. Also, das gefällt mir jetzt schon wesentlich besser, auch von den Farben her. Wenn ich so in die Umgebung gucke, von Gera, das war alles ein bisschen gruseliger.
Alles grau. Na, was heißt alles grau? Nicht unbedingt, aber es sah schon alles ein bisschen Aber nicht so schlimm wie in der Tagebaulandschaft um Leipzig.
Also das war ja das allerletzte. Oder da, wo ich bei der Armee war, das war Merseburg. Das war ja ganz gruselig.
Also wenn dann schon Verkehrsschilder dort stehen, wo draufsteht Industrienebel, da willst du nicht wohnen. Auch nicht im Luftkurort Merseburg. Nee, ansonsten ist schon alles in Ordnung, wie es jetzt ist.
Ist schon besser so. Nee, das fand ich nicht schlimm. Erstens war ich in einem Alter, wo ich eh noch was anderes machen kann. war jetzt nicht abhängig davon, dass hier, was weiß ich, wie Kali oder irgendwas, oder auch die Jungs, die ja dann aufhören mussten oder schon älter waren, dass es mich dann so betroffen hätte.
Und wie gesagt, ich habe einen normalen Beruf gelernt, also ich hätte jederzeit auch woanders arbeiten können, wenn ich es denn gewollt hätte. Das was mit der neuen Landschaft, die neue Landschaft ist ja eigentlich ein Tagebau gewesen. Ist ja Tagebau Lichtenberg gewesen.
Und da haben sie ja quasi einen Großteil der Halden, die rund um Ronneburg standen, mit reingekippt, unter anderem. Aber das finde ich schon gut, weil, wie gesagt, das musste auch gemacht werden. Auch die Sanierung, dass die noch weitergeht und immer noch weitergeht, das ist auch dringend notwendig.
Weil, wie gesagt, die Grubenbaue sind zum Teil noch erhalten. Und auch wenn der Erzgehalt hier im Thüringer Raum nicht so hoch ist wie, was weiß ich, Aue, Schlema, Schneeberg, ist es schon wichtig, diese Sache zu überwachen, weil das wird noch ewig gehen, dass wir halt einen erhöhten Strahlungswert haben und auch in Richtung Radon da halt auch aufpassen müssen. Aber wir sind nicht ganz so schlimm wie wie gesagt Aue-Raum oder Schlema oder Schneeberg, wo das Zeug quasi auf Halte gekippt ist durch den Silberbergbau oder was auch immer die dort gemacht haben.
Von der Seite her ist es schon, aber wichtig ist eine Sanierung schon und auch die Überwachung definitiv. Also Sicherheitsvorkehrungen nicht, Das war mir als Kind vielleicht gar nicht so bewusst. Das wurde dann erst so, was weiß ich, vielleicht 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, war das dann schon eher ein Thema, wo man dann auch eher mal gefragt hat.
Ja, gerade mein Vater war in Seelingstedt im Aufbereitungsbetrieb und ja klar, Uran ist ein Kernbrennstoff. Ich meine, wer an Physik ein bisschen aufpasst, der weiß, was man damit machen kann. Jetzt nicht nur Kraftwerke, das halt auch andere Sachen davon gemacht werden können oder gebaut werden können.
Aber es war Arbeit. Und ich alleine oder irgendjemand anders alleine hätte es eh nicht ändern können. Es war immer noch ein SDAG, sowjetische Aktiengesellschaft.
Wir haben auch direkt neben der Kaserne gewohnt, also bei meinen Eltern jedenfalls, in der Straße des Bergmanns.. Wir hatten quasi, die russische Präsenz war da. Die hatten ja, bei uns waren, das waren ja Neubaublöcke, wo meine Eltern gewohnt haben, in der Straße des Bergmans. Und die Jungs von der, die Sowjets, die Offiziere haben in denselben Blocktypen oder Wohnblocktypen gewohnt wie meine Eltern.
Und wir hatten, da war auch kein Zaun oder irgendwas dazwischen, die hatten ganz normal ihre Wohnungen. Das sah ein bisschen anders aus, das ist richtig. Die haben auch im Sommer ihren Fisch am Fenster getrocknet, den sie gefangen haben.
Das gab es bei meinen Eltern jetzt quasi nicht. Aber die haben auch Schweine im Keller gehalten. Warum auch immer, keine Ahnung.
Aber ansonsten waren das eigentlich, die sind auch ihrer Arbeit nachgegangen. Die haben sich quasi in der Wohnung angezogen, die Uniform angezogen, dann sind die raus. Sind die 200 Meter zu ihrem Tor gelaufen und haben dann ihre Soldaten betreut.
Oder auch nicht. Nein. Also in meinem bekannten Kreis hat sich niemand mit den Russen vermischt.
Definitiv nicht. Nein. Das war, wie soll ich sagen, vielleicht ein Beobachten.
Das ist vielleicht im Arbeitsleben oder sagen wir mal bei mir nicht mehr so. Aber als meine Eltern jünger waren und gearbeitet haben auf den Schächten, war das eher ein Thema, weil dort war ja noch zum Teil auch russisches Militär als Wachdienst eingeteilt und auch mehr russische Spezialisten da, also da kann das schon eher passieren. Das auf jeden Fall.
Es haben auch verschiedene Frauen von Offizieren mit in den Medpunkten gearbeitet, das weiß ich von meiner Mutter. Und die haben sich dann schon unterhalten, aber die hatten auch ihre eigenen Busse. Also vermischt hat sich da nichts, meiner Meinung nach.
Also ob sich Kumpels getroffen haben, kann ich jetzt so nicht sagen. Ich meine, die hatten... auf dem Bahnhof in die Mitropa, wenn sie Durst hatten. Vor der Schicht nicht.
Aber danach... Gut, wenn die im Wohngebiet halbwegs relativ dicht zusammengewohnt haben, dort gab es überall Gaststätten. Das gab es mit Sicherheit. Aber bei uns eigentlich nicht.
Wenn wir uns getroffen haben, dann waren das keine Arbeitskollegen, dann waren das ganz normale Bekannte oder Freunde oder was auch immer. Wir sind in allen möglichen Gaststätten gewesen. Und mit den Mädels, die haben wir dann entweder ins Interhotel abends, in die Bar oder in unsere schöne Zitronenpresse geführt.
Aber die gibt es ja jetzt auch nicht mehr. Die war da, wo jetzt die Gera-Akarden sind. Ungefähr an der Stelle.
Da war das Interhotel und davor war so ein kleines Café. Das war im Sommer auf jeden Fall gut besucht, muss ich sagen. Also wenn man da Geld ausgeben wollte oder Mädels beeindrucken wollte, ging man da hin. In Lusan schon.
In Lusan war mehr los, das weiß ich. Aber ich habe in Lusan nie gewohnt. Die hatten auch die großen Gaststätten, Brüte und was weiß ich nicht alles.
Und in Bieblach-Ost Da war es eher dünn. Also das war das letzte Neubaugebiet, was sie gemacht haben und da war von der Zeit her noch nicht viel los. Und wir sind einfach in die Stadt gefahren.
Straßenbahn gab es ja schon oder Auto oder Motorrad oder Moped oder irgendwas hatten wir immer gehabt. Und zur Not sind wir auch gelaufen. Wir hatten ja kein Telefon, wir konnten uns ja nicht absprechen.
Also sind wir dahin gelaufen, hat unten geklingelt. Da hat die Mutter rausgeguckt vom Kumpel und hat gesagt, ist der da? Und da hat die gesagt, nein, da bin ich wieder heimgelaufen.
Schön. Heute rufst du an, ist er da? Ja, nur du konntest gucken.
Das ging damals nicht ganz einfach. Aber ansonsten, es war wie jetzt. Das haben wir natürlich auch mitgenommen.
Natürlich. Wir haben über Tage ja nicht so viel bekommen. Die Menge kann ich jetzt nicht sagen, keine Ahnung, aber mit Ende der Lehre, während der Lehrzeit haben wir ja keinen Schnaps bekommen.
Da war die DDR auch komisch. Während der Lehrzeit hatten wir auch Marken bekommen, weil es gab ja Schnapsmarken, bei der Wismut. Und wir hatten aber Schokoladenmarken als Lehrlinge.
Da haben wir Schokolade gekriegt. Aber na klar, wir haben jeden Monat unsere Schnapsmarken bekommen und haben dann für 1 Mark und 12 pro Flasche den Schnaps mitgenommen. Den hat man ja auch gebraucht.
Nicht unbedingt für sich selber, aber da kennt man jemanden und der wollte den auch mal haben und da hat man dann was anderes dafür bekommen. Also gut geschmeckt hat er nich. Keine Ahnung, was die davon wollten, aber hatten wir auch, ja.
Also bei der Wismut, bei unserem Versatzwerk, ja. In verschiedensten Stellungen, die haben Die haben bei uns zum Beispiel eine Materialprobe gemacht. Das war eine Frau, eine Kantine so und so.
Da gab es keinen Mann. Das war fest in Frauenhand. Verschiedene Sekretärinnen gab es bei uns, ja.
Und, jetzt muss ich überlegen, hatten wir bei den Schlossern? Nein, bei den Schlossern noch nicht. Also bei den Elektrikern gab es keine Frau, bei den Schlossern gab es keine Frau.
Bahnentladung so und so nicht, die Arbeit war zu schwer. Nee, dann eigentlich nur Büro. Also Produktionsarbeit, außer jetzt Materialbeprobungen, waren eigentlich keine Frauen.
Ich weiß nicht, ob das unbedingt anders gewesen wäre, wenn die Technik zu der Zeit schon weiter gewesen wäre. Keine Ahnung. Das lässt sich quasi im Nachhinein nicht mehr so beantworten.
Aber mehr bewegt haben wir uns bestimmt zum Teil. Das glaube ich. Schon alleine, was ich vorhin gesagt habe, ich kann nicht anrufen, ob jemand da ist.
Das heißt, ich muss erst mal hin. Dann frage ich, ob der da ist und im besten Falle ja, im schlechtesten Falle nein. Und dann wieder zurück.
Wohl dem, der Freunde in der näheren Umgebung hat und nicht von dem Stadtteil in der anderen ist. Ich habe keinen Grund gehabt. Ich bin hier groß geworden.
Es wäre vielleicht anders, wenn man jetzt, was weiß ich, nach der Wismut gedacht hätte, man müsste jetzt mal irgendwo anders hin zum Arbeiten oder so. Aber dadurch, dass meine Frau hier war und dann auch mein Kind, meine Eltern, meine Schwiegereltern, ich hatte keinen Grund wegzugehen. Und ich war auch nicht einen Tag in meinem Leben arbeitslos.
Also von der Seite her, ne, eigentlich nicht. Wobei, ich weiß, dass Gera nicht besonders schön ist, wenn man andere Städte sieht. Egal.
Zu den anderen Städten kann ich hinfahren, wenn ich die Nase voll habe, fahre ich wieder ab und zurück. Ja, verglichen hat man mit Sicherheit. Und hat dann vielleicht auch mal nachgefragt, wie habt ihr das gemacht, oder wen kennt ihr, weil das hier so aussieht, oder so.
Neid, also Neid kann ich bei mir eigentlich ausschließen, muss ich sagen. Das ist auch eine ganz furchtbare Eigenschaft der Leute. Ich verstehe nicht, wie man neidisch sein kann.
Tut mir leid, keine Ahnung. Geht völlig an mir vorbei. Es wird immer Leute geben, die mehr haben, die andere Sachen haben, die vielleicht auch schönere Sachen haben, aber deswegen muss ich doch nicht neidisch sein.
Ich meine, jeder macht aus seinem Leben das, was er denkt, was er machen muss und wenn es nicht reicht, dann muss man sich entweder mehr anstrengen oder irgendwann mal sagen, na vielleicht reicht es ja doch. Aber Neid ist das allerletzte, was jemand braucht. Nicht die Reichsten und nicht die Angesehensten, aber die hatten es am Leichtesten.
Weil wenn du ein bestimmtes Umfeld hast oder einen bestimmten Personenkreis, den du kennst und Je nachdem wie groß DEN ihr Personenkreis wieder geworden ist, potenzieren sich ja deine Möglichkeiten. Weil letzten Endes, du hast irgendwas, was der andere braucht. Das ist quasi Urgesellschaft.
Das ist wirklich so gewesen zum Teil. Du konntest mit Geld wirklich nicht unbedingt das anfangen, was man heute mit Geld anfangen kann. Da haben dir die Möglichkeiten gefehlt.
Weil zum Teil lagen da 100 oder 200 Kilometer zwischen dem Objekt der Begierde, was du hättest mit Geld kaufen können. Aber du hättest ja nicht mal gewusst, dass es dort ist, wenn du nicht zwei, drei Leute kennen würdest. Das ist immer das Problem gewesen.
Na gut, ein Teil der Schulkameraden, die sind selber wieder bei der Wismut gelandet. Zum Teil ähnlich gelagerte Berufe, also handwerkliche Berufe, entweder Zimmermann oder Schlosser oder zum Teil auch BMS, also Betriebsmess- und Regeltechniker. Ja, das hat sich aber dann irgendwann verloren.
Die Freundschaft aus der Schulzeit, das hat sich dann relativ schnell zerstreut, muss ich sagen. Auch aufgrund der Tatsache, dass meine damalige Freundin in einem anderen Stadtteil gewohnt hat. Und da habe ich mich dann eher in dem anderen Stadtteil aufgehalten und dann musste sich dann halt quasi ein neuer Freundeskreis erschließen und da kann ich zu der Entwicklung von den Jungs, außer jetzt durch Klassentreffen oder so, nicht mehr viel sagen.
Aber ich würde nicht unbedingt sagen, als ich meine Entscheidung getroffen hatte, als Elektriker zu lernen, oder Elektriker zu werden, habe ich es eigentlich auch nicht bereut. Weil alles andere, das Leben bleibt ja trotzdem, und wenn ich da irgendwas anderes machen wollte, hätte ich es auch machen können, theoretisch. Zwar nicht als Ausbildung, oder auch jetzt zum Beispiel kein Studium, Das hätte definitiv nicht funktioniert.
A. Hätte ich kein Abitur gehabt und B. Weiß ich nicht. Hätte ich nicht gemacht. Ist mir zu theoretisch.
Nein. Überhaupt nicht. Ich kann es auch nicht verstehen.
Weil wenn ich das mitunter auch mitkriege, wenn ich dann, das sind auch meistens ältere Leute, Die dann sagen, ach das war so schön und das war alles viel besser. Da müsste ich wirklich mal überlegen, geht mal in euch und überlegt wirklich, ob das alles besser war. Es war nicht alles besser.
Definitiv nicht. Warum auch? Das hat nicht funktioniert.
Und die Geschichte zeigt, es hat nicht funktioniert. Das geht nicht. So wie die sich das vorgestellt haben, wenn sie es dann so durchgezogen hätten, oder wie sie es uns erzählt haben, wie sie es machen wollen, wäre das vielleicht gewesen.
Aber dazu ist der Mensch glaube ich nicht geschaffen. Keine Chance. Ne, Nostalgie ist ganz furchtbar.
Damit kann ich nichts anfangen. Überhaupt nicht. Na als allererstes ist Wismut gewesen…Bergbau.
Definitiv. Also so wie Steinkohle, Kali, es ist einfach Bergbau und das muss man den Leuten erstmal klar machen. Weil mit dem Namen Wismut…ist ja auch falsch eigentlich.
Es wurde ja nie Wismut gefördert. Aber man kann ja schlecht sagen: “Ich war im Uran.” Und selbst das ist ja nicht, gerade hier im Thüringer Raum, das wurde ja auch deswegen eingestellt. Weil es war ja ökonomisch komplett sinnlos, diese Mengen an Material unter Tage zu fördern, um dann, was weiß ich, wie viel Kilo Yellow Cake oder Uran zu produzieren, um das wegzuschicken.
Das ist ökonomisch sinnlos, heutzutage denke ich mal. Ansonsten erklärt dem einfach, dass das Bergbau ist. Und dass halt uranhaltiges Material gefordert worden ist, zum Bau von Brennelementen und zum Bau von Bomben. Ist so.
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