Berufsfelder, Gesundheit & Arbeitsschutz

Die Entwicklung der Atombombe löste ein unvergleichliches politisches Interesse am Zugriff auf Uranerzvorkommen aus. Uranminerale lagerten seit Urzeiten auf der Erde: Die Wismut förderte von 1945 bis 1990 rund 230.400 t Uran, die in unterschiedlicher Aufbereitung an die Sowjetunion geliefert wurden.

Geolog:innen erschlossen neue Abbaugebiete, Ingenieur:innen planten und verbesserten Abbau, Aufbereitung und Infrastruktur. Hauer, Bohrer, Sprengmeister und Elektriker arbeiteten im Schacht zusammen mit Steigern. Für Sicherheit sorgte die Grubenwehr und die eigene Wismut-Polizei, alles wurde durch die Verwaltung akribisch dokumentiert, denn die Generaldirektion war rechenschaftspflichtig gegenüber der Führung der DDR und der UdSSR.

Dies war wichtig, um Effizienz, Sicherheit und Geheimhaltung des Uranerzbergbaus zu gewährleisten. Doch körperliche Belastungen und Gefahren wie Grubenbrände, Einstürze, Strahlenbelastung durch schlechte Bewetterung oder ein unsachgemäßer Umgang mit Arbeitsgeräten führten immer wieder zu Verletzungen und Erkrankungen. Die SDAG Wismut baute daher seit Mitte der 1950er Jahre ein umfassendes Gesundheitssystem mit modernster Technik und spezialisiertem Personal auf.

Manchmal standen Sollerfüllung und gebotene Produktionssteigerung konträr zur medizinischen Versorgung: Einige Bergleute ignorierten Sicherheitsvorschriften, um schneller zu arbeiten oder meldeten Unfälle nicht, um Entlohnung und Prämienzuteilung nicht zu gefährden.

Durch die SDAG Wismut errichtetes Freibad in Ronneburg Bundesarchiv
Durch die SDAG Wismut errichtetes Freibad in Ronneburg
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Das sagen unsere Zeitzeug:innen:

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Arndt Weinhold

Arndt Weinhold verbindet eigene Erfahrungen mit einem Arbeitsunfall und späterer Tätigkeit im Gesundheits- und Arbeitsschutz mit seinen Erinnerungen an die Gefahren unter Tage. Er beschreibt, wie sich Schutzmaßnahmen verbesserten, zugleich aber Radon als besonders gefährliches Gas kontrolliert werden musste – etwa durch Bewetterung, Druck im Grubenbau und das Binden von Staub und Gasen.

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Dr. Lothar Hofmann

Lothar Hofmann ordnet die Wismut als regionales Gesundheits- und Arbeitszentrum ein. Er erinnert an die besondere medizinische Versorgung und an die Belastungen der Menschen, die unter Tage im Uranbergbau arbeiteten.

Hans-Georg Kremer

Hans-Georg Kremer berichtet, dass Strahlenbelastungen in seinem Arbeitsbereich regelmäßig kontrolliert wurden und bei entsprechender Überwachung als beherrschbar galten. Über gesundheitliche Risiken des Uranabbaus wurde jedoch nicht offen gesprochen; konkrete Zahlen und Informationen wurden eher unter der Hand weitergegeben.

Heiko Hoffmann

Heiko Hoffmann berichtet von Unfällen und Todesfällen unter Tage, die in seiner Erinnerung nicht öffentlich bekannt werden durften. Die Ereignisse wurden als Geheimnis des sowjetisch geführten Betriebs behandelt; selbst ungefähr ein tödlicher Unfall pro Jahr im Brotschacht wurde nicht in den Nachrichten erwähnt.

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Rüdiger Klotz

Rüdiger Klotz erinnert sich an die körperlichen Anforderungen und die praktische Ausbildung im Bergbau. Sicherheit entstand durch Erfahrung, Einweisung und die gemeinsame Arbeit unter Tage.