Transformation & Erinnerungskultur

Der Uranbergbau der DDR hat massive und komplexe Umweltschäden hinterlassen. Die Sanierung  der fünf Bergbaustandorte, der Abraumhalden sowie der Rückbau beider Aufbereitungsbetriebe sind seit 1991 eine immense Aufgabe und Herausforderung für das Bundesunternehmen Wismut GmbH und noch lange nicht abgeschlossen.

Mit der Umwandlung in die Wismut GmbH entwickelt sich die Bereitschaft zur Aufarbeitung mit einer transparenten Öffentlichkeitsarbeit. Diese fußt auf einer professionellen technischen Betrachtung und auch politisch-historischer sowie soziologischer Analyse. Die vielstimmige Aufarbeitung durch die Wismut GmbH, ehemalige Belegschaften und die Bevölkerung der Region sowie durch die Medien formt Geschichten und Geschichte.

Heute ist die Neue Landschaft in Ronneburg für Familienausflüge, Spaziergänge und Sport beliebt. Dahinter steckt die Idee, notwendige Haldensanierung mit der Entwicklung eines Naherholungsgebietes zu verbinden, auf dem auch Umweltbildung und Erinnerungskultur einen Platz findet: eine große Herausforderung für eine Kleinstadt wie Ronneburg!

Aber auch in der gesamten Region haben wir im Projekt festgestellt: Umgenutzte oder brachliegende Bauten und Industriegelände zeugen von der Rolle der Wismut für die Wirtschaft. Bergbausymbole finden sich noch heute dekorativ an den Fassaden vieler Straßenzüge. Vereine in der Region Gera-Ronneburg beziehen sich auf Wismut-Vergangenheiten. Es gibt ein großes individuelles und kollektives Bedürfnis, sich der eigenen Geschichte zu vergewissern und diese zu inszenieren.

Das sagen unsere Zeitzeug:innen:

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Arndt Weinhold

Arndt Weinhold berichtet von fehlendem Wissen über Ostdeutschland und die Wismut und davon, wie wenig die Geschichte des Uranbergbaus außerhalb der Region bekannt ist. Die Erinnerung an die Wismut bleibt deshalb eine Aufgabe der Transformation und Vermittlung.

Bärbel Hofmann

Bärbel Hofmann erinnert sich an das Ende der Wismut als persönlichen Schock. In der Arbeitsfördergesellschaft der Wismut wurden ehemalige Kumpel anschließend über Weiterbildung und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in neue Tätigkeiten vermittelt; sie war daran beteiligt, mit Gemeinden und Arbeitsamt passende Maßnahmen zu entwickeln.

Bernd Just

Bernd berichtet vom abrupten Ende der Wismut-Arbeit 1990 und davon, dass er eine Abfindung ablehnte, weil er weiterarbeiten wollte. Nach dem Übergang in die Unternehmensleitung baute er ein Labor mit auf und begleitete später in Umwelt- und Arbeitsschutzaufgaben die Sanierung der Wismut; dafür musste er sich in Lehrgängen viel neues Wissen aneignen.

Heiko Hoffmann

Heiko Hoffmann berichtet, dass mit dem Ende der Wismut Arbeitsplatz, Geld, Urlaub, Verpflegung und andere Vergünstigungen wegfielen. Zugleich eröffneten sich neue Freiheiten wie das Reisen. Er wechselte nach 1991 in Bau- und Transportarbeiten und konnte dort seine Erfahrung mit Fahrzeugen und Maschinen nutzen, auch wenn die erste Orientierungslosigkeit und der Schock blieben.

Robert Schmidl

Robert Schmidl blieb noch bis 1996 im Versatzwerk, weil die Schächte auch nach dem Produktionsrückgang verfüllt und gesichert werden mussten. Als einer der letzten Beschäftigten schloss er mit einem Aufhebungsvertrag und einer Abfindung ab und wechselte anschließend in eine Autoglaserei, statt in der Rekultivierung zu arbeiten.

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Rüdiger Klotz

Rüdiger schildert das Ende der Wismut als wirtschaftlich absehbaren Übergang: Die Vorräte lagen tiefer, die Förderung war gegenüber Weltmarktpreisen nicht konkurrenzfähig und die Sanierung konnte nicht mit der bisherigen Beschäftigtenzahl fortgeführt werden. Abfindungen und neue Arbeitswege wurden zur Folge der Schließung.