Alltag der Wismut

Durch Zugriff auf Freizeitangebote erhoffte sich die DDR-Führungsebene eine Einflussnahme auf Belegschaften und ihre Familien, auch bei der Wismut. Arbeiter:innenbildung und kulturelles Engagement gehörten wie körperliche Betätigung zum Ideal einer „sozialistischen Persönlichkeit“. Die SDAG Wismut förderte daher sowohl im Sport als auch in der Kultur Amateur:innen und Profis gleichermaßen durch attraktive Angebote.

Es entstanden eine Vielzahl von Freizeitzirkeln für Wismut-Mitarbeiter:innen und deren Kinder. Ob Zeichnen, Chor, Orchester, Tanz oder Ballett, Theater und Kabarett, Film- oder Singeklub, die Wismut stellt Räume, Technik und Anleitung. Kritik am krisenhaften Realsozialismus oder an Umweltschäden durch den Bergbau wird künstlerisch nur subtil thematisiert, denn es drohen Zensur und sogar Haftstrafen! Die Amateurkunstzirkel bildeten einen Zwischenraum für kritische Ironie und Lesen zwischen den Zeilen.

Leichtathletik, Kampf- und Ballsport oder Schwimmen waren auch in der DDR als sogenannter „Volkssport“ beliebt. Im Profibereich wurden in Gera Boxer und Radsportler gefördert. Die besten Fußballer der einzelnen BSGen der Wismut wurden bereits 1950 im sächsischen Aue zusammengeführt und spielten ab 1951/52 in der DDR-Oberliga mit.

Arbeitende bildeten Betriebssportgemeinschaften (BSG), der Wettkampf mit anderen BSGs bei Massensportfesten war ein Jahreshighlight.  Ein Sieg diente so auch der Identifikation mit dem Betrieb!  Sportliche Erfolge waren nicht nur gemeinschaftsstiftend, sondern dienten der internationalen Anerkennung der DDR.

Von ganz privater Freizeit mit Familie oder Nachbarn erzählen unsere Zeitzeug:innen ebenfalls. Nachmittage im Kleingarten oder Wochenendausflüge prägen die Erinnerung genauso wie Diskotheksausflüge und Cafébesuche.

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Das sagen unsere Zeitzeug:innen:

Bärbel Hofmann

Bärbel Hofmann erinnert sich an Lesungen und kulturelle Angebote in den Brigaden. Bibliothek, Bildung und gemeinsames Erleben gehörten zum sozialen Alltag der Wismut.

Bernd Just

Bernd Just erinnert sich an den Wechsel zur Wismut und an eine neue, interessante Arbeit im wissenschaftlich-technischen Zentrum. Der berufliche Alltag und die Möglichkeit, im Betrieb weiterzuarbeiten, stehen im Mittelpunkt.

Hans-Georg Kremer

Hans-Georg Kremer berichtet von organisatorischen und sportlichen Aktivitäten im Wismut-Umfeld und von der Belastung der Beschäftigten. Sport und Betrieb prägten den Alltag über die eigentliche Arbeit hinaus.

Heiko Hoffmann

Heiko Hoffmann berichtet von den Wismut-Ferienlagern und den Investitionen in Infrastruktur. Die Angebote für Kinder und Familien waren Teil des betrieblichen Alltags und der besonderen Versorgung.

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Robert Schmidl

Robert Schmidl beschreibt den Zusammenhalt im Arbeitsumfeld und die Grenzen dieser Gemeinschaft. Die gemeinsame Arbeit verband die Beschäftigten, führte aber nicht automatisch zu engem privaten Kontakt.

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Rüdiger Klotz

Rüdiger Klotz beschreibt Ausbildung, praktische Erfahrung und den Alltag in Brigaden. Bergmännische Fähigkeiten wurden vor allem durch die Arbeit und das Lernen im Betrieb erworben.

Susann Müller & René Sowicki

René Sowicki und Susann Müller berichten vom Bergmannsstolz, vom Zusammenhalt und von der musikalischen Pflege bergmännischer Traditionen. Gemeinsame Auftritte und Treffen halten diese Erinnerungskultur lebendig.